Ich versuche immer für alle da zu sein, aber wenn ich mal Hilfe brauche, bin ich immer allein.
Freundschaften leben vom gegenseitigen Geben und Nehmen, ohne dass es besonderer Bitten bedarf.
Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass alles auf freiwilliger Basis läuft und zeitlich begrenzt sein kann, dass man an Freundschaften, wie auch in einer Beziehung, arbeiten muss, Zeit füreinander hat, dem anderen zuhört usw. Da scheint bei euch ein Ungleichgewicht zu sein. Du bist für alle da, für dich niemand. Ich bin da bei
@Pfefferminzdrops, dass diese Freundschaften lediglich gute Bekanntschaften sind und eher an der Oberfläche bleiben.
Ich nenne dir mal kurz Beispiele, wie das bei Freunden normalerweise abläuft:
Freundin hat einen schwierigen, wichtigen Termin, vor dem sie Angst hat und auch meint, in der Aufregung bekommt sie nicht alles Gesagte mit.
Ich frage, wann dieser Termin ist und biete ihr an, sie zu dem Termin zu begleiten, um ihr die Ängste zu nehmen und alles Wichtige im Kopf zu speichern, falls sie zu aufgeregt ist. Freundin ist total erleichtert und lädt mich als Dankeschön zu einem Frühstück ein.
Ich muss in eine etwas entfernte Stadt, die ich ohne Auto nicht erreichen kann und habe dort einen sehr frühen Termin, der schwer mit Bus/Bahn zu erreichen ist. Ich habe Freunden von diesem Termin erzählt (ohne um etwas zu bitten) und habe gleich 3 ! Angebote bekommen, dass man mich doch gerne fährt.
Eine andere Freundin hat eine schlechte Nachricht bekommen und meldet sich kurz über Whatsapp, sie ist sehr traurig. Ich biete ihr an, vorbei zu kommen in meinen Garten und bei einem Eiscafe zu reden.
Was ich damit verdeutlichen will, ist, dass es in guten Freundschaften normal sein sollte, zu spüren, wann der andere einen braucht. Sicher kann man nicht immer die Gemütsverfassung eines anderen Menschen ahnen, aber bei wirklichem Interesse kennt man die Menschen doch und kann in etwa einschätzen, wie es ihnen geht.
Ich rate dir, bei deinen "Freundschaften" mal über deine Sorgen/Probleme oder womit du alleine nicht klar kommst, zu reden und darauf zu achten, wie darauf reagiert wird. Wenn da nur Schulterzucken, Desinteresse oder gar Ignoranz die Antwort ist, könntest du genau darüber reden und sagen, wie du dich damit fühlst und mal schauen, wie sich das entwickelt.