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Meine Erkrankung macht mich psychisch fertig

Träumchen95

Mitglied
Hallo zusammen

Ich hatte vor etwa einem halben Jahr eine schwere Hirnhautentzündung mit Folgeschäden. Ich hatte mich zunächst relativ gut erholt, und die "kleineren" Einschränkungen waren schnell wieder weg. Die Ärzte waren begeistert und meinte, dass die massiveren Einschränkungen durch die Therapien auch wieder weggehen werden. Das ist leider nicht so. Ich habe vor kurzem erfahren, dass die restlichen Einschränkungen dauerhaft sind.

Ich kann aufgrund von Gleichgewichtsstörungen kaum noch ohne Krücken laufen, und längere Strecken sind nur unter größter Anstrengung möglich. Ich brauche Hilfe bei der Körperpflege. Und ich kann meinen Alltag generell nicht mehr vollständig alleine bewältigen, weil ich z.B. nicht alleine einkaufen oder meine Wohnung putzen kann.

Ich war vorher ein extrem aktiver Mensch und habe viel Sport gemacht. Außerdem war ich bei allen Freizeitaktivitäten dabei. Also sei es shoppen, Kino, Essen gehen oder Skiurlaub, Kletterhalle, Paint, Ball usw. Ich habe alles mitgemacht, weil ich total gerne Sachen erlebe und neue Dinge ausprobiere.

Das gehört fast alles zur Vergangenheit, weil ich es nicht mehr machen kann. Es macht mich psychisch komplett fertig, dass ich gefühlt eine dreißigjährige im Körper einer achtzigjährigen bin. Es fühlt sich an, als wäre mein Leben vorbei.

Ich sehe, wie meine Freund das alles weiterhin machen, aber ich kann nicht dabei sein. Meine Freizeit besteht aktuell aus zuhause rumsitzen, am Handy sein und Filme gucken. Das ist genau das, was ich früher kaum gemacht habe. Nur abends vielleicht mal ein bisschen.

Ich versuche, positiv zu sein und das Beste aus meiner Situation zu machen, aber es gibt gefühlt kein "Bestes". Es gibt noch ein paar wenige Sachen, die ich machen kann. Zum Beispiel ins Kino gehen. Nur wenn man mal ehrlich ist.... Wie oft macht man das? Wie oft laufen Filme, die man gerne sehen möchte? Das ist nichts, was man jede Woche macht.

Wenn man in so eine Lage gerät, dann isoliert es einen auch total. Es gibt Freunde, die sich nicht mehr melden, weil sie nicht wissen, wie sie mit einem umgehen sollen. Und die Freunde, die man noch hat, wollen natürlich auch nicht immer nur mit einem irgendwo rumsitzen. Das würde ich auch nie verlangen.

Ich bin auch für meinen Freund nicht die Freundin, die er verdient hätte, sondern ein Pflegefall.

Ich bin psychisch schon komplett am Ende, weil mich mein Leben nur noch nervt. Ich wache morgens auf, sehe meine Krücken und mir fällt wieder ein, dass ich ja gar nichts mehr kann. Ich sitze auf dem Sofa, scrolle die vierte Stunde durch Social Media, finde es langweilig, aber weiß auch sonst nicht, was ich machen soll. Ich schalte den Fernseher an, öffne einen Streaming-Dienst und habe das Gefühl, ich kenne schon alles.

Der einzige, der weiß, wie es mir wirklich geht, ist mein Freund, und auch ihm sage ich nicht immer alles. Ich bin schon der Pflegefall und will nicht noch mehr jammern. Es kann niemand etwas an meiner gesundheitlichen Situation ändern. Ich habe bisher nur noch nicht die Lösung gefunden, wie ich die nächsten Jahrzehnte so verbringen soll.
 
Du darfst nicht aufgeben, 💪🫵💪
meist wollen wir von unserem Körper das er so schnell als möglich funktioniert und am liebsten
gleich genauso gut wie vor einer Erkrankung ,
aber leider ist es nie so.

Aus eigener Erfahrung weiß ich das man viel Geduld haben muss , aber meist kommt es von
ganz alleine wieder
Aber ich verstehe total Deine Ungeduld darum macht Dich das so fertig

Es gibt Freunde, die sich nicht mehr melden, weil sie nicht wissen, wie sie mit einem umgehen sollen. Und die Freunde, die man noch hat, wollen natürlich auch nicht immer nur mit einem irgendwo rumsitzen.
in solchen Fällen zeigen sich die wahren Freunde , wenn sie nicht mehr kommen, dann waren sie nicht echt , das kann man aber auch in der Verwandtschaft leider erleben
Es gibt noch ein paar wenige Sachen, die ich machen kann. Zum Beispiel ins Kino gehen. Nur wenn man mal ehrlich ist.... Wie oft macht man das? Wie oft laufen Filme, die man gerne sehen möchte? Das ist nichts, was man jede Woche macht.
Du hast schon recht, Filme sind nicht immer tolle dabei im Kino 🎦
Aber wenn du noch einiges machen kannst versuche es mal mit Events , vielleicht entdeckst
du mal was super tolles
Dann hat man worauf man sich freut
 
Nimm auf jeden Fall tief für dich auf, dass dein Freund für dich da ist. Lass ihn nicht links liegen und kämpfe schon alleine wegen und für ihn. Er brauch dich jetzt auch. Er ist ja auch hilflos, weil er nicht weiß wie er mit der Situation umgehen soll. Er ist bestimmt dankbar, wenn du IHM hilfreich bist wenn du zumindest mal sagst wie er auf dich reagieren soll, oder dir helfen kann.
Hier hättest du evtl. schon mal einen Ansatzpunkt wie es weiter gehen kann.

Bücherpuppe hat schon die Physio angesprochen. Das wäre auch meine Frage gewesen.

Ansonsten ist es echt schwer hier irgendwas zu sagen, wenn man selbst nicht in so einer Situation ist. Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Kraft, dass du dich durch diese Schxx durchkämpfen kannst.
 
Hallo Träumchen,
dein Text hat mich sehr berührt. Und auch wenn ich deinen Schmerz zwischen jeder Zeile spüre, möchte ich dir etwas ganz Wichtiges sagen: Dein Leben ist nicht vorbei, es ist gerade nur komplett aus der Form geraten.
Du bist in einer Situation gelandet, die niemand freiwillig wählt. Und ja, vieles von dem, was dein Leben früher ausgemacht hat, ist im Moment nicht mehr möglich. Aber das bedeutet nicht, dass nichts mehr möglich ist, sondern nur, dass dein Leben sich neu sortieren muss.
Und das braucht Zeit. Viel Zeit.
Was mir auffällt, du schreibst, dass du früher ein Mensch warst, der gerne erlebt, ausprobiert, unterwegs ist, neugierig ist. Diese Eigenschaften sind nicht verschwunden. Dein Körper hat sich verändert, aber dein Wesen nicht. Und genau da liegt mehr Hoffnung, als du gerade sehen kannst.
Vielleicht wird dein Leben nie wieder so aussehen wie früher. Aber es kann trotzdem reich, lebendig, erfüllend und sinnvoll werden, nur anders.
Leiser. Weniger spontan. Weniger körperlich. Aber nicht wertlos.
Viele Menschen, die durch schwere Krankheiten oder Einschränkungen gegangen sind, berichten später, dass ihr Leben zwar kleiner wurde, aber auch tiefer.
Dass sie neue Interessen, neue Formen von Nähe, neue Leidenschaften entdeckt haben, die sie sich vorher nie hätten vorstellen können. Nicht, weil sie mussten. Sondern weil sie irgendwann wieder wollten.
Gerade bist du noch mitten im "Warum ich?", im Vergleichen, im Vermissen.
Das ist normal. Das ist ein Teil des Weges. Aber es ist nicht das Ende des Weges.
Und was deinen Freund angeht: Du bist kein Pflegefall. Du bist seine Partnerin in einer schweren Phase. Liebe misst sich nicht daran, wie sportlich, belastbar oder unabhängig jemand ist, sondern daran, wie sehr man sich verbunden fühlt. Wenn er bei dir ist, dann, weil du für ihn wertvoll bist. Nicht trotz deiner Einschränkungen, sondern mit allem, was du bist.
Du musst heute noch keine Lösung für die nächsten Jahrzehnte haben. Ehrlich, Niemand hat die.
Du darfst in kleinen Zeiträumen denken. In Wochen. In Monaten. Nicht in "für immer".
Vielleicht wird dein Leben nie wieder so wie früher.
Aber es kann trotzdem gut werden. Anders gut. Unerwartet gut. Auf eine Weise, die du dir jetzt noch nicht vorstellen kannst.
Und das allein ist schon ein kleiner Grund, nicht aufzugeben.
 
Bekommst du Ergotherapie, Physiotherapie zur Stärkung und zum Bewältigen und Neuerlernen von Feinmotorik?
Hast du Hobbys, die du ausfüllen kannst und dich begeistern?

Ich habe Ergotherapie, Physiotherapie usw. In nächster Zeit findet aber nochmal eine Begutachtung statt, was und in welchem Umfang noch sinnvoll ist.

Ich hatte Hobbies, aber die kann ich alle nicht mehr machen. Ich habe jetzt auch noch nicht wirklich was neues gefunden. Ich hatte es schon mal mit sowas wie malen, basteln etc. versucht, aber das macht mir gar keinen Spaß.

Nimm auf jeden Fall tief für dich auf, dass dein Freund für dich da ist. Lass ihn nicht links liegen und kämpfe schon alleine wegen und für ihn. Er brauch dich jetzt auch. Er ist ja auch hilflos, weil er nicht weiß wie er mit der Situation umgehen soll. Er ist bestimmt dankbar, wenn du IHM hilfreich bist wenn du zumindest mal sagst wie er auf dich reagieren soll, oder dir helfen kann.
Hier hättest du evtl. schon mal einen Ansatzpunkt wie es weiter gehen kann.

Bücherpuppe hat schon die Physio angesprochen. Das wäre auch meine Frage gewesen.

Ansonsten ist es echt schwer hier irgendwas zu sagen, wenn man selbst nicht in so einer Situation ist. Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Kraft, dass du dich durch diese Schxx durchkämpfen kannst.

Mein Freund ist ehrlich gesagt derjenige, der am entspanntesten mit der Situation umgeht. Wir sind seit knapp 5 Monaten zusammen. Er kennt mich also gar nicht gesund oder so wie "vorher".

Du bräuchtest auf jeden Fall psychotherapeutische Begleitung.

Die bräuchte ich vielleicht wirklich, aber man bekommt ja keinen Therapieplatz oder erst in vielen Monaten.
 

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