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Ich brauche eure Hilfe

Cleo04

Mitglied
Hallo ihr Lieben! 🤗

Das hier ist wahrscheinlich ein etwas ungewöhnlicher Beitrag, aber in einem digitalen Zeitalter sollte man wahrscheinlich alles nutzen was geht..

Bestimmt kennen viele von euch das Thema Einsamkeit. Ob im Bekanntenkreis oder in seinen eigenen vier Wänden.

Es breitet sich wie eine Pandemie aus..

Ein guter Freund, der ebenfalls das Asperger Syndrom hat, versucht seit Jahren genau das - Menschen finden, mit denen man gemeinsam Zeit verbringen kann, lachen und über alles sprechen.

Ich bin zur Zeit sein einziger Kontakt. Problem ist, dass ich psychisch schwer krank bin und wenig Kapazität habe und er dazu auch noch sehr weit weg von mir wohnt.

Die Einsamkeit bricht ihn langsam immer mehr, er hat die Hoffnung aufgegeben und weiß nicht mehr weiter. Ich bin mir aber sicher, dass es da draußen Menschen gibt, die perfekt zu ihm passen. Egal ob Freundschaft oder Beziehung. Deswegen habe ich mich dazu entschlossen ihm unter die Arme zu greifen...

Er ist ein absolut liebenswürdiger Mensch, ein guter Zuhörer, intelligent und witzig. Er liebt Animes, spielt gerne Videogames, mag Fußball und Dart. Er könnte den ganzen Tag Süßigkeiten essen und ich bin langsam echt neidisch auf seinen Stoffwechsel 😀...

Dazu schreibt er noch an seinen eigenen Romanen und entwirft eigene Bilder dazu. Er ist wahnsinnig loyal und ehrlich. Und obwohl er so toll ist wissen wir wahrscheinlich alle wie schwer es ist wahre treue Lebensbegleiter zu finden, die Verständnis und Empathie mitbringen, die einen nicht ghosten und ehrlich daran interessiert sind enge Bindungen aufzubauen...

Es ist ein wenig verrückt euch hier zu schreiben, aber wer weiß. Eventuell entsteht ja eine wunderschöne Freundschaft, wenn vielleicht auch erstmal per Brief oder sozialen Medien.

Jeder der Lust hat oder eventuell auch an Einsamkeit leidet, kann sich gerne bei mir melden. Ich könnte euch dann an ihn weiterleiten

Viele liebe Grüße!
 
Wenn Dein Freund in Nürnberg leben täte hätte er null Probleme, Gleichgesinnte zu finden, hier gibt es eine regelrechte Szene von Leuten die sich mit Games, Tabletop, Rollenspielen, Animes und allem anderen was Spaß macht hobbymäßig befassen und im "Zentrum", nämlich bei den Veranstaltungen des hiesigen Comicladen https://ultra-comix.de/ auch regelmäßig persönlich treffen. Als kreativer Mensch könnte er über diesen Laden/mit Hilfe der Experten dort sogar seine Werke veröffentlichen, das haben andere Künstler schon vor ihm gemacht, wie der leider frühverstorbene Christian Moser https://www.youtube.com/watch?v=yS3GsGUHlMA
 
Hallo Sini,

Ich bin auch Asperger Autistin und kenne das Problem. Im Alter habe ich massiv Probleme Kontakte zu knüpfen. Ich bin spät diagnostiziert und lerne mich neu kennen - das ich anders bin als andere habe ich aber schon immer gemerkt.

Ich bin 39, zocke gern, unterhalte mich gern über Psychologie und den Sinn des Lebens, habe eine Familie und lebe ein ganz normales Leben fühle mich aber auch oft einsam da viele Freundschaften in letzter Zeit kaputt gegangen sind.

Mein Sohn hat übrigens auch Asperger.

Liebe Grüße
 
Ich bin auch Asperger Autistin und kenne das Problem.
Welche speziellen Bedürfnisse hat man da? Was wäre wichtig zu wissen als nicht Autist?

Was ich mir vorstellen kann, das ist sicher oft mit Missverständnissen verbunden, man legt ein Benehmen, ein Verhalten anders aus. Hier würde mir zb helfen, dass man mich aufklärt, mir eine Art "Gebrauchsanweisung" liefert, wie zb- falls ich still bin, dann hol nicht die Rettung, falls ich nicht antworte, lass mir Zeit... ich würde das natürlich berücksichtigen.

Wo liegen eure Schwierigkeiten?
 
Hauptsächlich in der Interaktion mit anderen. Mir wird gesagt ich Verhalte mich oft seltsam oder unangebracht. Ich habe Probleme damit zu verstehen was angemessen ist oder höflich.

Ein Asperger Autist ist immer klar, ehrlich und direkt. Ohne großes drum herum. Für viele wirkt das unfreundlich und kalt und unempatisch.

Im Grunde können wir einfach gesellschaftlich nichts "vorspielen" wo es angebracht wäre oder den Mund halten.

Ich bin dadurch sehr erschöpft im Umgang mit sozialen Kontakten und schnell überfordert weil ich Versuche mich anzupassen was wahnsinnig viel Energie kostet.

Hilfreich für mich persönlich wäre, wenn mir jemand sagt dass ein Verhalten unangebracht war und warum und mir aber auch erklärt wie ich mich anders verhalten oder äußern könnte.
 
Ich wäre auch einsam, würde ich mir nicht angeeignet haben, was man tun muss, um nicht einsam zu sein.
Meine Enkelin ist angeblich Autistin. Das wurde ihr mit etwa dreizehn erst diagnostiziert. Daheim ist sie relaxt, total heiter dabei, Wenns aber nach draußen geht, erstarrt sie. Daheim ist Zeit und Gelegenheit sie von klein an auf ihre Weise zu berücksichtigen, auf sie einzugehen, das machen die Mitschüler nicht, die Lehrer, die Bekannten, die offensichtlich irritiert sind, wenn man nicht einer Norm entspricht. Lässt sich diese Norm nicht kopieren, zumindestens für eine kurze Begegnung?

Wie gesagt, ich bin intensiv am Trainieren gewesen immer, das zu liefern, was es braucht, um gut zurecht zu kommen mit anderen Leuten. Dazu gehört zb deutlich zu sprechen, deutlich zu grüßen, zu lächeln, danke zu sagen, gelegentlich das Wort zu ergreifen, immer wieder daran üben und feilen, wie man tun muss, um nicht zu befremden. Ist das nicht eine Einheitssprache, die jeder erlernen muss? Wer diese Sprache nicht kann, der geht unter. Ich hoffe für meine Kleine, dass sie meine Bemühungen, mit ihr diese Sprache zu üben nicht wegweist. Zuerst muss ich aber gucken und schauen, wie ich wieder Zugang zu ihr finde, wir sehen uns sehr selten in letzter Zeit.
Ich glaub schon, dass alleine das helfen kann, wenn man viel Zeit miteinander verbringt.
Liegt es nicht auch an der mangelnden Geduld eines Autisten, wenn er diese Zeit nicht einberaumt, die es braucht, bis man vertraut ist? Blockt ihr zu schnell ab? Erwartet ihr zu viel?
 
Natürlich kann ein Autist "lernen" wie man sich zu verhalten hat für einige Zeit, das nennt man maskieren. Allerdings zieht das so viel Energie das viele irgendwann in ein Burnout rutschen.

Wäre es nicht viel einfacher man würde die Menschen einfach akzeptieren wie sie sind, ohne Druck und Erwartungen?

Ein Autist wird sich nur unter größter Anstrengung anpassen können für einige Zeit, läuft damit aber Gefahr seelisch viel Leid davon zu tragen.

Ich habe dadurch Depression und Angststörungen bekommen weil ich für alle funktionieren und es ihnen Recht machen wollte um nicht negativ aufzufallen und bin dadurch psychisch sehr krank geworden weil das einfach gegen meine autistische Natur ist. Mein Gehirn funktioniert anders. Es wäre schön wenn mehr Menschen das akzeptieren können.

Ich kann dir nur raten aufzuhören sie ändern zu wollen denn du siehst ja das sie sich distanziert. Nimm sie so an wie sie ist, setze sie nicht unter Druck und lasse dich auf sie ein. In diesem Alter braucht sie niemand der sie ändern will sondern jemand der für sie da ist und ihr zeigt das sie OK ist wie sie ist. Das ist ein fragiles Alter. Die Pubertät ist schwierig. Lernen kann sie das alles später auch noch aber in erster Linie muss sie sich selbst akzeptieren und lernen zu schauen dass es IHR gut geht.
 
Wie gesagt in erster Linie wünsche ich mir das man offen ist sich gegenseitig zu akzeptieren wie man ist. Wenn sich jemand von meinem Verhalten angegriffen fühlt oder sich daran stört erwarte ich zumindest das er mir die Situation erklärt und mir Tipps gibt. Aber von Autisten zu erwarten sich völlig anzupassen damit sie nicht unangenehm auffallen ist zuviel erwartet und funktioniert nicht.

Meine Mutter hat mich auch permanent kritisiert und nicht akzeptiert wie ich bin. Deswegen habe ich jetzt keinen Kontakt mehr zu ihr. Aus Selbstschutz. Lass es nicht so weit kommen bei deiner Enkelin.
 

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