Hi zusammen,
ich gebe gern nochmal einen Zwischenstand - hilft mir ja auch selbst, alles zu ordnen 🙂
Ich muss (ein)gestehen, dass mich Gefühlsachterbahn und Gedankenkarussell seit den letzten 1,5 Wochen tatsächlich unaufhörlich beschäftigen..und das kostet sehr viel Kraft, auch wenn hier und da ein paar neue Erkenntnisse auftauchen..
Letzte Woche hatte ich noch die Energie, mich irgendwie durch die Woche zu wurschteln...
Am Freitagabend habe ich mir dann was schönes für meinen freien Samstagabend überlegt: Einen Besuch und Therme/Sauna + Übernachtung. Habe mir das auch an dem Abend noch fest gebucht - denn samstagfrüh hätte ich am liebsten schon wieder einen Rückzieher gemacht, ich dachte "Oh nein, zum ersten mal allein in die Sauna, was hab ich mir dabei gedacht?!"...
Ich habe es dann aber durchgezogen und innerhalb von ein paar Minuten war ich tatsächlich "angekommen": Diese Freiheit habe ich echt genossen und selbst wenn ich noch 20kg abnehmen will - ich habe mich auch in meiner Haut echt wohl gefühlt!
Der Bereich hatte bis Mitternacht geöffnet und ich habe es echt bis kurz vor Schluss genossen, ehe ich dann auf mein Zimmer gegangen bin. Am nächsten Morgen habe ich das Frühstück genossen, mich nochmal frisch gemacht und bin dann mittags zu meinen Eltern gefahren, nachmittags dann zurück nach Hause.
Leider...leider..war dann auch sehr schnell der schöne Effekt wieder verpufft durch die Atmosphäre "zu Hause". Das ist es halt einfach nicht mehr, sondern ein Arrangement und Erinnerung an etwas Vergangenes.
Wie in der Woche davor, zog es mich am Sonntagabend wieder herunter, je länger der Abend, desto tiefer.
Am Montag wachte ich auf mit einer großen Schwere und Traurigkeit 🙁 Ich hatte gut geschlafen, allein auf der Couch, aber wachte auf und stand direkt den Tränen nahe.. ich machte das Radio an, um in Gang zu kommen, in die Routine morgens, aber es lief direkt ein Lied, was mich..tcha, beinahe "zusammenbrechen" lassen hat. Der Flug von Herbert Grönemeyer. Die Textstellen triggerten mich richtig brutal.. "Egal wie hoch ich fliege, ich lande immer wieder bei dir...Du fängst mich auf, du hältst mich fest, du hältst mich aus.."
Puh, das war echt ein Finger in der Wunde. Und das ist noch freundlich ausgedrückt
Ich war da noch allein im Wohnzimmer und hab echt Rotz und Wasser geheult.. Als ich die Kinder kommen hörte, hab ich mich wieder zusammengerissen und den Großen wie immer in die Schule gebracht, aber ich wusste schon in der Früh, dass ich diese Woche nicht packe - und habe mich krankschreiben lassen.. :/
Ich weiß dass das "Verarbeiten" Zeit braucht.
Ich wollte mich in dieser Zeit nicht "hängen lassen" sondern diese mit schönen Dingen füllen, um auch nicht zuvergessen, dass das Leben (gerade) nicht nur aus Schmerz besteht, sondern so viele wunderschöne Dinge bereithalten kann. Das habe ich ja in den letzten zwei Wochen nicht nur zu 100% sondern zu 100000% gemacht! Und doch ging es mir diesen Montag so, dass ich dachte, ok, hör mal auf funktionieren zu wollen, die Energie ist gerade eh verbraucht, und stelle dich den Gefühlen von Trauer und Schmerz.. Tcha, so verbrachte ich dann den Montag auf der Couch, alle aus dem Haus und habe eben den Finger in die Wunde gelegt..auch musikalisch "nachgeholfen" und so weh das auch tat, zum Nachmittag hin fühlte ich mich echt etwas befreiter - ehe sich die Wohnung wieder füllte.
Einen neuer Gedanke/Erkenntnis formte sich außerdem, eigentlich Zwei:
Die Textstellen, die mich so getriggert haben, beschreiben das, was ich mir gerade am sehnlichsten wünsche und das, was ich verloren habe bzw mir selbst mit meiner Ex in letzter Zeit vor der Trennung fehlte: Echte Zweisamkeit und Liebe; und jemanden, für den ich nicht nur Helfer sein muss, sondern der auch für mich da ist - und mich eben fängt und hält..
Und daran schloss sich der zweite Gedanke an: Dass ich die Hoffnung darauf wohl auch unterbewusst auf die neue Bekannte "projiziert" (?) habe, weil wir uns trotz allem, was nicht gerade ideal läuft, emotional sehr nahe gekommen sind, auch hemmungslos-offen einander gegenüber sind und, ja auch, körperlich einander nahe gekommen waren. Das was wir teilten geschah auf Augenhöhe und jeder "gab" dem anderen etwas, selbstlos, ohne zu wissen, wie die Reaktion sein würde. Das formt einfach ein Vertrauen und das kostete einfach himmlisch.
Diese Erkenntnis zieht mich gerade allerdings nicht wieder näher an Sie heran, im Gegenteil, es macht mich wieder wachsamer, mich da nicht in etwas zu Verlieren; gerade da es von "praktischer Seite" aktuell einfach ungewiss ist, ob/wann/wie sich daraus etwas entwicklen könnte.
Das Thema Dating habe ich aktuell auch auf Eis gelegt; nicht wegen "ihr", sondern weil ich jetzt gerade nicht bereit oder empfänglich dafür bin.
Also in vielerlei Hinsicht habe ich "den Fuß vom Gas genommen"..
Damit ging es mir auch Dienstagfrüh schon deutlich besser, ich war etwas befreiter, nur brachte der Lauf des Tages wieder neue Schwere mit sich.. Ich bin nachmittags raus zum Wald gefahren und da etwas über eine Stunde spaziert. Es fing auch übelst an zu regnen, das war mir aber tatsächlich egal - ich dachte mir, na gut, passt ja auch zur Stimmung..
Abends habe ich dann ferngesehen und zeitig geschlafen.
Heute früh kam ich ganz gut auf die Beine, auch wenn ich noch echt wacklig darauf stehe. In jedem Moment des "Friedens" schwingt einfach die Angst mit, dass es direkt wieder kippen kann. Dieses permanente Auf und Ab treibt mich einfach etwas in den Wahnsinn, mir fehlt einfach ein konstanter Halt und Sicherheit.
Ich telefoniere inzwischen täglich mit meinem (inzwischen) besten Freund und heute Abend bin ich mit einer guten Freundin verabredet. Beides tut sehr gut, ist aber aktuell "zu wenig", um mir tatsächlich konstanten Halt zu geben.
Die Erkenntnis, nach der og. Erkenntnis ist eigentlich die: Ich selbst muss mir wieder Halt geben. Wenn ich - und das wird wohl eher mittel/langfristig als kurzfristig geschehen - wieder in mir selbst gefestig bin, so wie ich es in den vielen "klaren Momenten" vor ca einem Monat zu sein schien, nur halt konstanter, dann werden mich solche Talfahren auch weniger umwerfen in Zukunft.
Nur, da muss ich erst einmal hinkommen.
Ein Lichtblick zum Schluss: "Meine" Therapeutin hatte sich vor kurzem plötzlich gemeldet und schrieb, ihre Arbeit wieder aufnehmen zu können! Ich habe einen Termin kommenden Dienstag schon!! UND sie schrieb, sie möchte dabei auch noch einmal prüfen, ob Sie unsere Arbeit dann zukünftig doch auch wieder über KK abrechnen kann!!!
Wenn das echt klappt.....dann sehe ich gern wieder nach vorn, denn ich weiß jetzt schon, dass die Arbeit mit Ihr durch nichts zu ersetzen ist..
Das ist aktuell die einzige, "externe Komponente", in die ich echt guten Gewissens Vertrauen legen kann, mir hier nachhaltig weiterhelfen zu können, da sie eben auch die Kompetenz dazu hat und ich aus der Vergangenen Arbeit - und diesen einem Termin nach über 4-5 Jahren - weiß, dass sie mich echt voranbringen kann. Voran, zu mir selbst.