Ab wann fängt denn "deutlich" an? 10% über dem Durchschnitt? 20%? 30?
Menschen die über dem Durchschnitt verdienen als Sozialschmarotzer zu bezeichnen ist genauso daneben wie Bürgergeldempfänger als solche zu bezeichnen.
Hast Du überhaupt eine Ahnung, wie es in diesem Land aussehen würde, wenn diese von Dir als Sozialschmarotzer bezeichneten Menschen nicht wären? Und über dem Durchschnitt verdienen nicht nur die Bosse von Unternehmen, sondern auch viele gut ausgebildete Fachkräfte!
Ganz ehrlich bei manchen Kommentaren kann ich wirklich nur den Kopf schütteln.
Naja die Aussage "Für mich sind Sozialschmarotzer die, die deutlich über dem Durchschnitt verdienen." macht halt den Gedanken dahinter sehr deutlich: Jeden Cent den jemand verdient, hat ein Anderer weniger. Ergo: Wer mehr oder sogar überdurchschnittlich mehr als ein Anderer verdient, nimmt damit den Anderen was weg.
Das ist typisch linkspolitische Denken, dass es einen "statischen unveränderbaren Wohlstandskuchen" gibt, von dem gefälligst niemand ein größeres Stück als ein Anderer nehmen soll.
Diese Denken missachtet aber völlig was du gerade zurecht sagst: Alle diese gut verdienenden Fachkräfte, Unternehmer, Investoren oder Führungskräfte leisten einen aktiven Beitrag zum Wohlstand der Gesellschaft. Sie bieten Geld, Wissen, Arbeitskraft und nicht zuletzt zahlen sie einen Großteil des Steueraufkommens.
Sie nehmen nicht einfach ein Stück vom Kuchen, sondern sie backen den Kuchen selber mit. Sie sorgen dafür, dass überhaupt Kuchen da ist!
In meinen Augen verstehen Linke dieses Denken nicht, weil sie in ihrer Moralvorstellung gefangen sind. Für sie muss jeder der X Stunden arbeitet, gut bezahlt werden und selbst die sinnloseste Arbeit darf nicht viel schlechter bezahlt werden wie die allerwichtigste. Weil das in ihrem Denken unfair ist. Problem: Wirtschaftlich ist das Suizid. Es bewertet Arbeit nicht nach Wert sondern nach einer autoritär festgelegten Moral. Da kann jemand das Allheilmittel gegen Krebs erfinden, von den Linken bekommt er dafür dennoch nur ein klein bisschen mehr als als jemand, der Straßen kehrt.
Und oh Wunder, was passiert unter den Linken? Richtig, kein Fortschritt, keine Entwicklung, wirtschaftlicher Niedergang. Warum auch etwas riskieren, studieren, Unternehmen gründen, Überstunden machen und alles tun wenn am Ende vielleicht nur 20% mehr hat als der Durchschnitt? Zumal man im Linken Denken dann ja auch noch als "Schmarotzer" gilt und seinen Wohlstand nach außen nicht zeigen sollte, weil man dafür verachtet wird.
Deine Frage ab wann "deutlich" anfängt ist berechtigt! Aber es geht noch weiter: Wer entscheidet das? Und in einer linken Planwirtschaft entscheidet das natürlich der Staat. Er entscheidet in letzter Konsequenz alles: Was jemand mindestens verdient, was höchstens, was Dinge kosten dürfen, wie hoch Mieten sein dürfen. Der Staat kontrolliert die Wirtschaft, Planwirtschaft eben. Und wohin das führt, wissen wir aus eigener deutscher Erfahrung. Eine solche Kontrolle führt in autoritäre System und in den Untergang.
Die Ironie daran ist, dass dieser Untergang gerade mit Moral anfängt. Mit der linken, selbsternannten Moral, was Menschen zustehen sollte.
Du schüttelst den Kopf, mir wird dabei sogar übel, mit welcher Leichtfertigkeit Menschen nach einem autoritärem Kontrollstaat rufen. Wie leichtfertig sie an der Eingangstür neben ihrem Mantel auch die Demokratie und ihre Freiheit aufhängen. Warum? Weil sie auf eine Ideologie reinfallen, die ihnen vorgaukelt, der Wohlstand des einen wäre die Armut des Anderen. Weil sie auf ein vereinfachtes Weltbild reinfallen, was immer wieder systematisch für linke und Rechte Agitatoren ist.