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Italien greift beim Bürgergeld durch. Vorbild für Deutschland?

Was zum Schmunzeln 🙂
Lustig finde ich das nicht, die meinen das glatt ernst.

Zwar steht hier:

" Nur in einem Notfall, etwa einem Krieg oder einer Naturkatastrophe, könne man Menschen zu Pflichtprogrammen zwingen."
Quelle: https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/viel-kritik-am-pflichtjahr-fuer-rentner-aber-auch-zuspruch,UuskkYc

In der Umkehrung heißt das, wird ein Notstand ausgerufen, wäre das möglich.
 
Was ich spannend finde ist die heutige Selbstverständlichkeit für soziale Systeme.

Ich bin Anfang des Jahrtausends zum ersten Mal mit Sozialhilfe in Berührung gekommen. Damals waren die Flure der Ämter voll mit verschämten, oft älteren Menschen, die einem Leid taten. Fast entschuldigend sprachen sie vor, erklärten ihre Notlage und hatten zuvor schon Monate lang versucht ohne Hilfe klar zu kommen.
Es war die Generation, die manchmal noch den Krieg erlebt hatte und sich fürs nichts zu schade war. Kleidung wurde geflickt, Teebeutel mehrfach verwendet und wer ländlich wohnte, fragte den benachbarten Bauern, ob man nach der Ernte die übrigen Kartoffeln vom Feld sammeln dürfte. Es war wirklich Armut aber auch ein tiefes Ehrgefühl, Hilfe nur in absoluter Not annehmen zu wollen.

Viele Jahre später hatte sich das gewandelt. Die Gänge waren voll von jungen Menschen, oft Männer, oft Migrationshintergrund. Die Wände waren verschmutzt, Schuhabdrücke auf Hüfthöhe, am Eingang Security weil Antragssteller mehrfach gewalttätig geworden waren. Ein mir bekannter Mitarbeiter wurde damals mit einem Messer angegriffen.
Diese Generation sieht soziale Hilfen als "Versicherungsleistung", selbst wenn sie nie eingezahlt haben. Jede Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen und jede immer bedingungsloseres Bürgergeld treibt das voran. Selbstverantwortung, Ehrgefühl, private Vorsorge? Kaum. Dafür das neuste Smartphone und maximales Melken des Staates. Im Gedächnis blieb mir ein Antragssteller, der Gardinenstopper wollte. Das sind diese kleinen Plastikendstücke damit Gardinen nicht aus der Schiene rutschen. Ich selber zuhause habe dort einfach etwas Papier reingestopft, klappt auch. Hätte die alte Generation Gardinenstopper beantragt? Niemals! Aber heute ...

Dieser Wandel beunruhigt mich und ich kann deswegen Vorstöße wie in Italien verstehen. Es gibt eine offenbar steigende Zahl von Menschen, die sich wenig mit dem Staat identifizieren, die auch niemals einen freiwilligen oder pflichtigen Dienst antreten würden. Menschen, die entweder keinerlei kulturellen Wurzeln in Deutschland haben oder über Generationen Hartz 4 Empfänger sind, die dem Staat die Schuld an allem geben und Bauernfängern von links und rechts nachlaufen. Mal sind die Kapitalisten Schuld, mal pauschal die Ausländer, aber man selber hat nie Verantwortung, nie Ehre, sieht sich nie in der Pflicht.

Diese Gesellschaft braucht Zusammenhalt, keinen Klassenkampf, kein Whataboutism. Es braucht Unternehmer, die soziale Verantwortung übernehmen und ohne Mindestlohngesetze, faire Löhne zahlen. Aber es braucht andererseits auch Menschen mit Ehre, die den Staat nicht als Beute ansehen, sie im Staat mitmachen, die sich mit ihm identifizieren.
 
@carrot
aber nicht mit Reduzierung auf nur eine Personengruppe wie die Rentner. Schau Dich mal auf Youtube um, da haben einige Volljuristen bereits ihre Meinung beigesteuert.

Gruß von Grisu
 
Die Leistungsempfänger an die Front werfen zu wollen, spricht auch für sich.
Finde ich spannend.
Die Idee gezielt Leistungsempfänger zum Wehrdienst zu bewegen ist hier ein Vermutung, die von @carrot und dir (Beiträge 69 und 70) reingeworfen wurde.
Es gibt dazu keinerlei politischen Ansatz, weder in Italien noch Deutschland.

Was genau meinst du also mit "spricht auch für sich"? Du hast doch garkeinen Adressaten mit dieser Aussage, da es ja nur deine eigene Vermutung ist.

Das ist als würde ich behaupten "bestimmt wollen die Morgen allen blonden Menschen die Häuser wegnehmen" und drei Beiträge später hinzufügen "Spricht für sich, dass sie allen blonden Menschen die Häuser wegnehmen wollen".

Who? Why? Du baust eine nicht bestehende Drohkulisse auf um dann auf diesem nicht existierendem Fundament Kritik zu äußern?
 
Ich würde fliehen oder mir selbst das Leben nehmen.

Eure Ansicht zur Wehrpflicht passt zu eurer Ansicht zum Bürgergeld. Im Grunde kein Verständnis für Schwächere. Da ist sowieso alles möglich. Sowas ist auch beängstigend.
Aber so eine Einstellung kann doch kein Leitbild für eine Gesellschaft sein?!
Nur weil es extrem ängstliche Menschen gibt, die lieber gleich aufgeben, anstatt zu kämpfen,. können wir uns ja nicht alle im Krieg kampflos ergeben oder alle von Bürgergeld leben.

Dir ist schon klar, dass das Bürgergeld von weniger ängstlichen und fleißigen Menschen verdient werden muss?
 
Warum eigentlich nicht? Der Klügere gibt nach. Ein Spruch, den sonst bestimmt auch der ein oder andere hier gut findet. Der Stärkere setzt sich laut euch ja sowieso durch - stimmt ja auch -, also warum soll ich es überhaupt erst mit den Russen aufnehmen, die über jahrzehntelange Kampferprobung verfügen?

Vielleicht würde ich als Boomer, der sich schon was aufgebaut hat, aber auch anders denken. Als junger Mensch hat man in erster Linie sein eigenes Leben zu verlieren, das man doch möglichst retten sollte, oder nicht?
Respekt, wenn Du Dir schon etwas aufgebaut hast. Die bisherigen Beiträge hatten bei mir fast den Eindruck erweckt, als würdest Du auf Kosten anderer leben. Gut, dass es nun richtig gestellt ist.
 
Ja und in Beitrag 71 (von dir) liest es sich so, als hättest du kein Problem damit: „Warum sollte jemand, der arbeitsfähig ist und soziale Leistungen bezieht, diese Arbeit nicht machen?“
Ich hätte kein Problem damit, da Landesverteidigung eine Bürgerpflicht in fast jedem Land der Welt ist. IN fast jedem Land wird im Kriegsfall nicht gefragt, da wird befohlen.
Und ja, auch Langzeit-ELOs müssen dann mal ran, wenn sie arbeitsfähig sind.
 
Erstmal müssen die Löhne gerechter ausfallen , das wäre schon mal das 1.

Reichtum müsste verboten werden, einfach weil die Gesellschaft es sich nicht leisten kann.

Für mich sind Sozialschmarotzer die, die deutlich über dem Durchschnitt verdienen.

Einen guten Job machen kann jeder.
Gern zur Arbeit gehen, sich berufen fühlen.

Am besten dann noch richtig viel verdienen.

Die einen bescheidenen Job machen müssen müssen besonders viel verdienen, sonst wundert es mich nicht, dass sie lieber Bürgergeld beziehen.

Lasst die Reichen für sie selber ihre Knäste bauen!
 
Vielleicht würde ich als Boomer, der sich schon was aufgebaut hat, aber auch anders denken. Als junger Mensch hat man in erster Linie sein eigenes Leben zu verlieren, das man doch möglichst retten sollte, oder nicht?
Soll hoffentlich nicht nach einer Idee von Marcel Fratzscher bedeuten, dass diejenigen, die sich etwas in vielen Jahren erschaffen haben das eigene Leben aufs Spiel setzen sollen um jene, die sich noch nichts erarbeiten (konnten oder wollten) zu "schützen"?
Ein älterer Mensch kann also ruhig sein Leben Verlieren und muss/soll es nicht möglichst retten. Ich habe den Eindruck, Dir ist die Deutlichkeit Deiner Aussagen nicht bewusst......

Davon mal abgesehen schließe ich mich @MATADOR an: im Kriegsfall wird nicht gefragt wer "will nochmal" sondern es wird eingeteilt. Natürlich gibt es dann noch die Möglichkeit der Fahnenflucht (die auch verständlich ist) nur dürfte ein Überleben dadurch ein vielfaches schwieriger sein, denn es wird weder Lohn noch Bürgergeld an einen Fahnenflüchtigen überwiesen. Mit dem Sold dürfte es noch anders aussehen, der kommt dann vermutlich grausamerweise aus der "Kriegskasse"

Was ich nicht verstehe: hier bricht eine Kriegspanik aus, die für mich nicht nachvollziehbar ist. Die Boomer mussten sich noch direkt der Bedrohung durch die Pershings gegenüber sehen und in D ist seit über zwei Jahrzehnten Ruhe. Nun hat Putin wieder seine Kriegslust entdeckt und droht wie es bei ihm üblich ist und viele zittern.

Wenn Ukrainer, Israelis und Menschen in Gaza (Russland) zittern und Angst haben, so ist das klar, aber uns hier fallen keine Bomben auf den Kopf, unsere Dächer sitzen derzeit noch fest und die Krankenhäuser werden nicht bombadiert. Und dennoch geht die Düse 1🤐000 ... Für mich persönlich nicht nachvollziehbar....

Grisu
 

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