Andreas900
Sehr aktives Mitglied
Nein, es wurde von dir "aufgeworfen". Wie ich zuvor dargestellt habe, haben du und carrot es in den Beiträgen 69 und 70 aufgeworfen.Das ist ja klar, warum sollte man die auch auslassen? Mir ging’s um die Möglichkeit, explizit nur diese zum Kriegsdienst heranzuziehen, das wurde hier ja vor ein paar Seiten aufgeworfen.
Andere wie ich haben es bestenfalls aufgegriffen. Und ich habe dabei sehr deutlich gemacht, dass ich ein Modell mit einer Wahl zwischen Wehrdienst und Zivi bevorzuge. Nicht was ihr bildmalerisch impliziert, dass man arbeitslose Menschen zwangsweise an die Front wirft.
Aber ich gebe dir in deiner Analyse, dass es Zusammenhang zwischen sozialer Bewertung und staatlicher Verantwortung einen Zusammenhang gibt, durchaus Recht.
Bezogen auf was du schreibst....
... stell ich umgekehrt nämlich genau das gleiche fest. Große Befürworter von möglichst bedingungslosen Sozialleistungen, sind oft gleichzeitig Menschen, die sich wenig für den Staat einsetzen und schon garnicht ihr Leben für den Staat riskieren würden.Ich würde fliehen oder mir selbst das Leben nehmen.
Eure Ansicht zur Wehrpflicht passt zu eurer Ansicht zum Bürgergeld. Im Grunde kein Verständnis für Schwächere. Da ist sowieso alles möglich. Sowas ist auch beängstigend.
Staat wird von diesen Menschen in meinen Augen völlig einseitig gesehen: Der Staat soll Leistungen stellen, er soll versorgen, er soll bedingungslos helfen. Aber umgekehrt etwas für den Staat tun? Nö!
Ich bin selber Wahlhelfer, auch bei der anstehend Kommunalwahl wieder. Jedes Mal aufs neue suchen die Gemeinden verzweifelt Wahlhelfer. Du sprichst von Wehrpflicht, ich sage dir, viele Menschen sind nicht mal bereit einen(!) Tag Briefe zu zählen für diesen Staat!
Wenn du flüchtest, flüchtest du einfach in den nächsten Staat, der dir Sicherheit und alles bietet was du willst? Und wenn der Staat dann auch angegriffen wird, flüchtest du wieder? Solange bis du einen Staat mit genügend "Dummen" findest, der dich verteidigt?
Wie sollen denn Rechtsstaat, Sozialstaat, Demokratie und alles was uns ausmacht, funktionieren, wenn niemand bereit ist sich dafür einzusetzen?
Nein, es muss nicht jeder zur Waffe greifen, aber irgendwie mitmachen muss man doch in einem Staat. Zum Thema: Langzeit Bürgergeldempfänger sind arbeitsfähige Menschen. Es sollte ein Mitwirken von ihnen forderbar sein! Wenns nach mir ginge, würde ich für die Kommunalwahl alle Bürgergeldempfänger einziehen. Die Arbeit ist easy, nenn mir einen Grund warum ein Bürgergeldempfänger diese Mitwirkung an dem demokratischen Staat, der ihm das Essen auf den Tisch bringt, verweigern sollte!?
Ich finde es bei Sozialdiskussionen stets unerträglich wenn "kein Verständnis für Schwächere" vorgeworfen wird, eigentlich aber doch nur etwas selbstverständliches von diesen Schwächeren erwartet wird, nämlich sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an der Gesellschaft zu beteiligen. Was ist das für eine Logik, dass nur weil jemand sozial schwächer ist, plötzlich keinerlei gesellschaftliche Verantwortung mehr hat? Keinen Finger mehr rühren muss. Aber der Rest der Gesellschaft soll, der soll bitte das Land verteidigen, die Demokratie schützen, Steuern zahlen usw.
Ne so funktioniert Gesellschaft nicht. Gesellschaft bedeutet jeder gibt sich Mühe mitzumachen. Vielleicht nur in den ganze kleinen Rahmen seiner Möglichkeiten, aber jeder gibt sich Mühe!