Im Jahr 2024 galten 23.000 von rund 4 Millionen Bürgergeldbeziehenden als sogenannte "Totalverweigerer".
Die Anzahl der Totalverweigerer ist doch im Verhältnis sehr gering (> 1% ?).
Von allen Beziehern in Deutschland sind gerade mal 0,86% Totalverweigerer!
Es wurde nun hier mehrfach behauptet, dass nur rund 1% der Bürgergeldempfänger Totalverweigerer wären.
Natürlich ist es hier nicht verpflichtend Quellen für solche Behauptungen beizufügen, dennoch fände ich das im gegenseitigen Austausch wichtig, damit Mitlesende wissen woher ihr eure Zahlen nehmt und was ihr überhaupt damit meint.
„Totalverweigerer“ ist kein offizieller Rechtsbegriff, sondern eher ein Schlagwort aus der politischen und medialen Diskussion über Bürgergeld und Arbeitsmarktpolitik. Gemeint sind damit erwerbsfähige Bürgergeldempfänger, die jede Form von Arbeitsaufnahme, Ausbildung oder Eingliederungsmaßnahme grundsätzlich ablehnen – also nicht nur einmal eine Stelle ausschlagen, sondern sich dauerhaft weigern, mit dem Jobcenter zu kooperieren.
Sprich es geht hier um die
nachgewiesenen Fälle einen
totalen und
dauerhaften Verweigerung jeglicher Mitwirkung. Das sagt aber kaum was darüber aus, wie die restlichen 99% mitwirken, betrügen oder dergleichen.
Wer sich hier mit Dunkelziffern auskennt, darf annehmen, dass wenn 1% dabei erwischt wird jede Mitwirkung zu verweigern, es eine erheblich größere Anzahl gibt, die dabei nicht erwischt wird. Also Bürgergeldempfänger, die mitwirken um einer Sanktionierung zu entgehen aber hintenrum vermeiden wirklich eine Arbeit zu bekommen. Man muss ja nur eine absichtlich schlechte Bewerbung schreiben oder pro Forma einmal im Jahr beim Jobcenter erscheinen, dann zählt man ja nicht mehr zu diesen 1% der Totalverweigerer.
Was glaubt ihr: Wenn man nur 1% der Bürgergeldempfängern
beweisen kann, keine Arbeit annehmen zu wollen,
wie wie hoch ist die Dunkelziffer? 10%? 20%? 50%?
Wie viel Prozent sorgen hintenrum dafür nicht arbeiten zu müssen?
Wie viel Prozent der Bürgergeldempfänger arbeiten schwarz und betrügen den Staat?
Wie viel Prozent der Bürgergeldempfänger betrügen auf andere Weise indem sie z.B. Vermögen verschieben?
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls leitete 2023 insgesamt
74.073 Strafverfahren wegen des vorsätzlichen Erschleichens von Sozialleistungen ein.
Laut aktuellen Zahlen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls wurden im Jahr 2024 Schwarzarbeitsfälle mit einem Schaden von etwa 766 Millionen € aufgedeckt. Das entspricht gerade einmal 0,15 % des geschätzten tatsächlichen Umfangs illegaler Arbeit. Sprich
nur 0,15% der Schwarzarbeit wird aufgedeckt.
Übertragen wir diese 0,15% Aufdeckungsquote auf die Betrugsfälle bei Sozialleistungen, dann würden bei 5,4 Mio Bürgergeldempfänger und 74.073 bekannten Betrugsfällen, statistisch in Wirklichkeit mehr Bürgergeldempfänger betrügen als es Bürgergeldempfänger gibt.
Sprich: 1% erwiesene Totalverweigerer oder 74.000 Betrugsfälle klingen wenig, sind aber extrem viele Fälle wenn man das im Rahmen einer erwartbaren Dunkelziffer hochrechnet.
Es wäre durchaus statistisch möglich, dass über 50% der Bürgergeldempfänger in irgendeiner Weise betrügen, schwarz arbeiten, Leistung verweigern oder sonstwas.