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Alltag, Akzeptanz, Freundschaft, Beziehung, Stigmatisierung mit Handicap: eure Meinung / Erfahrung?

Nur zur Erklärung: Das ist das, was ich "hasse", das "eigentlich". Würde das Wort so verstanden, wie du es erklärt hast, wäre das toll. Ich kann das leider so aber kaum wo finden in meinem Umfeld.... Wie gesagt, nur zur Erklärung, an dem eigentlichen Wort bzw. der Bedeutung ist natürlich nichts falsch...
Ja, das verstehe ich, umgangssprachlich wird es ja meist eher mit Integration von Menschen mit Behinderung gleichgesetzt und dann auch oft eher in negativen Kontexten oder so Charity like im Sinne von "wir tun was für die armen Menschen". Aber Integration bedeutet halt auch immer Anpassung an bereits bestehende Strukturen und keinen wechselseitigen Prozess, der mir persönlich viel mehr am Herzen liegt. Ich finde zur Verdeutlichung dieses Bild immer sehr hilfreich:
AM_Inklusion_RGB.jpg.jpg
 
Also ich habe ein behindertes Kind. Von Inklusion sind wir weiter entfernt als vom Mond, in jeder Hinsicht. Was wir in Deutschland haben ist eine relativ solide Versorgung mit dem, was erforderlich ist. Das ist aber kein Konzept, das jeder in seiner Art am Leben teilnehmen kann.

Das bunte Bild rechts von vogelfrei erreichen wir vielleicht im Jahr 2300, wenn man sich die ganzen Wohnstätten, Wohnheime und Behindertenwerkstätten anschaut. Von den Sonderschulen mal ganz zu schweigen.

Es istauch heute noch so, dass es eines Beschlusses der Schulkonferenz bedarf, damit Lehrer Lempel ein paar Piktogramme an die Wände des Schulhauses kleben darf. Begründung: Das hält die nichtbehinderten Kinder davon ab, lesen zu lernen. Und ausserdem haben wir das schon immer so gemacht.
 
Also ich habe ein behindertes Kind. Von Inklusion sind wir weiter entfernt als vom Mond, in jeder Hinsicht. Was wir in Deutschland haben ist eine relativ solide Versorgung mit dem, was erforderlich ist. Das ist aber kein Konzept, das jeder in seiner Art am Leben teilnehmen kann.

Das bunte Bild rechts von vogelfrei erreichen wir vielleicht im Jahr 2300, wenn man sich die ganzen Wohnstätten, Wohnheime und Behindertenwerkstätten anschaut. Von den Sonderschulen mal ganz zu schweigen.

Es istauch heute noch so, dass es eines Beschlusses der Schulkonferenz bedarf, damit Lehrer Lempel ein paar Piktogramme an die Wände des Schulhauses kleben darf. Begründung: Das hält die nichtbehinderten Kinder davon ab, lesen zu lernen. Und ausserdem haben wir das schon immer so gemacht.
Seit der Einführung von integrativer Beschulung ist das gegenteil entstanden, oder? Genügend Kinder im schulpflichtigen Alter sitzen zu hause und können nicht mehr zur Schule gehen.
Überhaupt,
der Trend geht doch nicht zur besseren Inklusion, so allgemein?
 
Ich muss mir (leider) wieder mal etwas Luft machen!
Mein Highlight des Tages in Sachen Akzeptanz und Toleranz:

Meine Tochter hatte sich mit Freundinnen verabredet, da nimmt sie gerne das Rad.
Nun hat sie Stützräder an ihrem Fahrrad da sie sich mit ihrem linken Bein nicht vernünftig abstützen kann. (Es gibt welche für Erwachsene, die sind etwas größer/ausladender als solche von Kinderrädern)

Als ich nach Hause kam sah ich schon wie sie beim Radständer mit einer Frau diskutiert!
Als ich da ankam fragte ich worum es ginge und die Frau schimpfte sofort los (ohne dass meine Tochter zu Wort gekommen wäre):
Das geht nicht, sie kann nicht einfach mit riesigen Stützen 3 Plätze im Radständer blockieren, wo sollen denn die Anderen hin, sie sollte sofort das Rad wegfahren..!
Ich fragte sie „okay, was hat meine Tochter dazu gesagt?“
„Ja dass sie es hier abschließen wollte!“
Ich darauf „das ist auch völlig richtig, wir wohnen auch hier im Haus und sie muss das Rad abschließen damit es nicht gestohlen wird, wo ist ihr Problem?“
„Ja dann soll sie doch mal lieber richtig radfahren lernen dann braucht sie nur einen Platz wie alle Anderen auch..!“
Nun wurde es mir doch zu bunt und ich habe sie kurz darauf aufmerksam gemacht dass meine Tochter Schwierigkeiten mit dem Gehen hat und deshalb die Stützräder braucht! Nebenbei würde ich das Rad abends sowieso in den Keller bringen und dort einstellen, und es wäre doch immer noch Platz für 1-2 Räder übrig, sie könnte also problemlos ihr Rad auch noch abstellen!
Dabei hat sich herausgestellt, sie hat gar kein Rad (!) aber eine Bekannte hatte sich schon öfter beschwert dass sie so oft keinen Platz mehr im Radständer hatte!
Und außerdem ginge es uns Prinzip, so ein rücksichtsloses Benehmen ginge einfach nicht und wir sollten eben das Rad gleich in den Keller bringen!
Nach einigen Versuchen zu argumentieren habe ich die Diskussion beendet und wir haben sie wutentbrannt stehen lassen und sind gegangen.
Tja es geht eben ums Prinzip!
wenn man sich die ganzen Wohnstätten, Wohnheime und Behindertenwerkstätten anschaut. Von den Sonderschulen mal ganz zu schweigen.
Das sind in der Tat meistens „Abschiebeeinrichtungen“!
Es istauch heute noch so, dass es eines Beschlusses der Schulkonferenz bedarf, damit Lehrer Lempel ein paar Piktogramme an die Wände des Schulhauses kleben darf.
Oder die Tochter zwar nicht am Sportunterricht teilnehmen kann, aber sehr gerne beim Schwimmunterricht mitmachen möchte da sie exzellent schwimmen kann!
Es gibt auch genug Eltern, die wollen, dass ihre Kinder auf eine Förderschule gehen.
Natürlich gibt es die!
Wahrscheinlich sind aber 50% davon „auf Empfehlung“ dort gelandet!
Auch mir wurde zugeredet (von verschiedenen Seiten!) Ich sollte doch darüber nachdenken, meiner Tochter würde dort doch Alles leichter fallen!
Nun ist sie am Gymnasium, mit überdurchschnittlichem Notendurchschnitt!
 
Das sind in der Tat meistens „Abschiebeeinrichtungen“!
Was wäre die Alternative, wenn es auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht funktioniert?
Oder die Tochter zwar nicht am Sportunterricht teilnehmen kann, aber sehr gerne beim Schwimmunterricht mitmachen möchte da sie exzellent schwimmen kann!
Das wird wiederum eine Haftungsfrage sein und sowas kommt zustande, weil dann genügend Eltern klagen, wenn was passiert.
Natürlich gibt es die!
Wahrscheinlich sind aber 50% davon „auf Empfehlung“ dort gelandet!
Auch mir wurde zugeredet (von verschiedenen Seiten!) Ich sollte doch darüber nachdenken, meiner Tochter würde dort doch Alles leichter fallen!
Nun ist sie am Gymnasium, mit überdurchschnittlichem Notendurchschnitt!
Es ist aber halt schon ein Unterschied bezüglich der Schule, ob jemand körperlich beeinträchtigt ist oder geistig.
 
Genügend Kinder im schulpflichtigen Alter sitzen zu hause und können nicht mehr zur Schule gehen.
Überhaupt,
der Trend geht doch nicht zur besseren Inklusion, so allgemein?
Im schlechtesten Fall, ja. Es gibt ja in allen Bundesländern eine allgemeine Schulpflicht, also dürfte auch kein Kind zu Hause sitzen. Aber in der Wirklichkeit kommt das vor, und noch viel häufiger werden behinderte Kinder ohne Rechtsgrundlage vom Unterricht suspendiert, zum Teil über Wochen und Monate. Auch alles rechtswidrig.

Die Sxhulbehörde macht gar nichts, die wissen das und schauen zu. Das soll der Sxhulbegleiter regeln, und wenn er das nicht schafft oder auch nur krank ist, ist die Sxhulkarriere dieses Kindes vorbei. Und das machen auch Förderschulen so. Es gibt dann also nicht nur keine Inklusion, sondern noch nicht einmal Bildung.

Hab ich alles so erlebt, kann ich Romane drüber schreiben.
 
Natürlich gibt es die!
Wahrscheinlich sind aber 50% davon „auf Empfehlung“ dort gelandet!
Auch mir wurde zugeredet (von verschiedenen Seiten!) Ich sollte doch darüber nachdenken, meiner Tochter würde dort doch Alles leichter fallen!
Nun ist sie am Gymnasium, mit überdurchschnittlichem Notendurchschnitt!
Und ich vermute, dass viele Eltern auch heute noch Förderschulen vorziehen, weil Beschulung an Regelschulen durch die viele Diskriminierung und den "Sonderstatus" bisher oft nicht gut funktionieren - Gibt natürlich Ausnahmen. Aber das bedeutet dann nicht unbedingt, dass Förderschulen besonders gut sind, sondern dass die Alternativen einfach noch schlechter sind und das muss sich ändern, finde ich.
Das selbe gilt auch für den Arbeitsmarkt. Behindertenwerkstätten werden von Menschen mit Behinderung sowohl stark kritisiert, aber auch als wichtiger "Safe Space" empfunden, vermutlich auch hier, weil die Alternativen auf dem 1. Arbeitsmarkt eben oft nicht gut sind, wenn einem dort mit "Friss oder stirb" Mentalität begegnet wird, anstatt gemeinsam zu schauen, wie eine gute Zusammenarbeit funktionieren kann, ist es natürlich kein schöner Zustand.
Mit der Arbeitswelt habe ich auch große Probleme durch meine starken Konzentrationsschwierigkeiten und einem generell anderen Rhythmus/ Tempo als andere Menschen. Ich habe so viele schlechte Erfahrungen gemacht und hatte phasenweise schlimme Ängste vor der Arbeit, wieder begonnen mich selbst zu verletzen, etc. Inzwischen habe ich zum Glück das große Glück, eine Stelle gefunden zu haben, die halbwegs zu mir passt, aber das ist auch eine absolute Nischenstelle.
 
Und ich vermute, dass viele Eltern auch heute noch Förderschulen vorziehen, weil Beschulung an Regelschulen durch die viele Diskriminierung und den "Sonderstatus" bisher oft nicht gut funktionieren - Gibt natürlich Ausnahmen. Aber das bedeutet dann nicht unbedingt, dass Förderschulen besonders gut sind, sondern dass die Alternativen einfach noch schlechter sind und das muss sich ändern, finde ich.

Es kommt doch auch darauf an , ob eine geistige oder körperliche Beeinträchtigung vorliegt.
Das selbe gilt auch für den Arbeitsmarkt. Behindertenwerkstätten werden von Menschen mit Behinderung sowohl stark kritisiert, aber auch als wichtiger "Safe Space" empfunden, vermutlich auch hier, weil die Alternativen auf dem 1. Arbeitsmarkt eben oft nicht gut sind, wenn einem dort mit "Friss oder stirb" Mentalität begegnet wird, anstatt gemeinsam zu schauen, wie eine gute Zusammenarbeit funktionieren kann, ist es natürlich kein schöner Zustand.
Mit manchen Einschränkungen funktioniert eben leider die Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt nicht.
Dann sind doch die Behindertenwerkstätten eine gute Alternative.
Mit der Arbeitswelt habe ich auch große Probleme durch meine starken Konzentrationsschwierigkeiten und einem generell anderen Rhythmus/ Tempo als andere Menschen. Ich habe so viele schlechte Erfahrungen gemacht und hatte phasenweise schlimme Ängste vor der Arbeit, wieder begonnen mich selbst zu verletzen, etc. Inzwischen habe ich zum Glück das große Glück, eine Stelle gefunden zu haben, die halbwegs zu mir passt, aber das ist auch eine absolute Nischenstelle.
Das ist wirklich schön. Aber es gibt nicht so viele davon.
 

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