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Tochter wirft mir vor, dass ich sie traumatisiert habe

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Das tut mir sehr leid, Drölfchen.
Man mag gar nicht darüber nachdenken, wie es sich für ein Neugeborenes anfühlen muss, das Licht der Welt zu erblicken und zeitgleich mit einem Skalpel derartig verletzt zu werden, dass eine lebenslange Narbe bleibt.
Neben dieser immer sichtbaren Narbe hat das mit Sicherheit auch tiefe eine Narbe in deiner Seele verursacht.
Ich kann mir gut vorstellen, wie sehr auch deine Mutter gelitten haben muss.
Versuche, in ihren Worten: "Alle hatten dich schon gesehen, nur ich nicht" zu erkennen, dass sie dich einfach nur gern als allererste gesehen und in ihre Arme genommen hätte - wie es bei Geburten üblich ist. Aber ich kann auch gut nachvollziehen, dass solch eine Äußerung Schuldgefühle erzeugen kann. Für ein Kind muss sich das wie ein Vorwurf anhören.
Danke für deine lieben Worte.
Ja, vor allem für meine Mutter war das alles unvorstellbar schlimm.
Und auch wenn das nie ein Vorwurf an mich war, kam davon doch etwas an.

Hattest du nach der Geburt depressive Phasen (die du möglicherweise gar nicht gut in Erinnerung hast)?
Wie waren eure Elternstreitereien vor ihr? Gab es zwischen euch danach Eiszeiten?
Ihr erster Liebeskummer, wie habt ihr darauf reagiert?
 
Aktuell hat sie zum dritten Mal den Kontakt eingestellt und in den (teilweise wirklich sehr langen, die letzte dauerte etwa sieben Jahre) Phasen dazwischen, in denen wir ein normales, liebevoll-familiäres Miteinander haben, kann (oder will) sie nicht erklären, was sie uns eigentlich vorwirft.
Auch wenn es mir für dich sehr leid tut, dass du ähnliche Probleme mit deiner Tochter hast, tröstet es mich auch ein wenig, dass ich damit nicht alleine bin.
Dass es bei uns zu einem Kontaktabruch kommen könnte, befürchte ich auch.

Was für mich immens hilfreich war, war die These, Eltern müssen nicht so gut sein wie möglich, sondern nur so gut wie nötig. Die Welt ist unvollkommen und Kinder müssen lernen, sich mit der unvollkommenen Welt zu arrangieren. Und wo könnten sie das besser üben als in der eigenen, auch unvollkommenen Familie?

Ich weiß nicht, wer diese These aufgestellt hat. Von mir ist das nicht und es ist auch nur sinngemäß wiedergegeben, kein Zitat.

Herzlichen Dank für diese wirklich hilfreichen Worte.
Ich enpfinde diese diffusen Schuldgefühle tatsächlich als viel quälender als eine echte, handfeste Schuld.

Für dich wünschen würde ich mir, dass du es schaffst, deiner Tochter nicht nachzulaufen. Ich weiß, das ist schwer...aber wenn sie dich auch als Erwachsene respektieren soll, kannst du nur signalisieren, sie kann zu dir kommen, wenn sie reden will. Respekt ist keine Einbahnstraße. Mach dich nicht so klein, dass es unangemessen ist.

Im Moment fühle ich mich stark genug, um ihr nicht nachzulaufen. Sie macht es mir durch ihr Verhalten relativ leicht, meine mütterlichen Gefühle im Zaum zu halten.
Ich hoffe, ich kann weiterhin standhaft bleiben.
 
Hattest du nach der Geburt depressive Phasen (die du möglicherweise gar nicht gut in Erinnerung hast)?
Wie waren eure Elternstreitereien vor ihr? Gab es zwischen euch danach Eiszeiten?
Ihr erster Liebeskummer, wie habt ihr darauf reagiert?
Ich hatte zum Glück überhaut keine depressive Phase. Das ist mir glücklicherweise erspart geblieben.
Dafür war ich jedoch, wahrscheinlich bedingt durch die Erlebnisse während der Geburt, eine sehr ängstliche Mutter.
Ich erinnere mich noch daran, dass wir einmal mit unserem Säugling spätabends zum kinderärztlichen Notdienst gefahren sind, weil ich sie sich verschluckt hatte und für einige Minuten bläulich im Gesicht war. Wir bekamen beim Arzt aber sofort Entwarung und ich beruhigte mich schnell wieder.
Später ließen diese Ängst dann nach.

Unsere Elternstreitigkeiten waren wirklich nur Bagatellen. Es ging um Kleinigkeiten. Mir fällt noch nicht mal ein Beispiel ein. Aber es ging, im übertragenen Sinn lediglich um eine die nicht zugeschraubte Zahnpastatube. Ich rege mich zum Beispiel gern darüber auf, wenn mein Mann eine leere Duschgelflasche in der Dusche stehen lässt.

Den ersten Liebeskummer meiner Tochter habe ich n och gut in Erinnerung.
Sie war ca. 16 .
Ihr Freund hatte Schluss gemacht. Wir haben damals stundenlang miteinander geredet und sie hat geweint.
Als sie sich etwas beruhigt hatte, haben wir zusammen die halbe Nacht Gilmore Girls auf DVD geschaut.
 
Ich enpfinde diese diffusen Schuldgefühle tatsächlich als viel quälender als eine echte, handfeste Schuld.
Ja, das ist logisch...wenn du weißt, was du falsch oder nicht gut genug getan hast, kannst du sagen, es tut dir leid, Dinge besser machen oder auch dich gegen den Vorwurf verwahren, wenn du ihn unangebracht findest.

Aber das, was da nur so unausgesprochen m Raum wabert, ist nicht greifbar. Und man kann so gar nicht daran weiterarbeiten. Das ist wirklich übel.

Aber vergiss nicht: ihr seid eine Familie, keine Therapiegruppe. Eltern sind auch Menschen. Wenn deine Tochter nicht bereit ist, den Schritt auf dich zu zu machen und allermindestens in Worte zu fassen, was sie dir vorwirft - dann macht an dem Punkt auf jeden Fall sie was Entscheidendes falsch. Und auch sie ist ein erwachsener Mensch, der die Konsequenzen seines eigenen Tuns tragen muss.

Ich hab' so das dumpfe Gefühl, sie will dich für irgendwas bestrafen, deswegen lässt sie dich so im Unklaren - weiß aber selbst nur sehr eingeschränkt, warum.
Üblicherweise, wenn man auf jemand Nahestehenden böse ist, will man sich doch am liebsten wortreich beklagen, oder?!
 
Wenn du bisher nicht gewusst hast was emotionale Manipulation ist, dann weisst du's jetzt. Du bist mittendrin. Dein ganzer Tag dreht sich nur noch darum, was du deiner Tochter, die wegen einem Buch austickt, wohl so schreckliches angetan habe magst. Schick sie zum Psychiater
Wäre sie nicht volljährig, würde ich das machen.
Ich habe tatsächlich mittlerweile gelernt, was emotionale Manipulation ist. Ich muss wirklich zusehen, dass ich auf andere Gedanken komme.

Hast du eigentlich noch weitere Kinder?
Ich habe nur die eine Tochter.
Eine weitere wäre jetzt nicht schlecht. : )
 
Ich muss wirklich zusehen, dass ich auf andere Gedanken komme.
Mir fiel noch was ein – du könntest auch "tit for tat" machen und ihr ein Buch schenken, das sie (und dich?) auf andere Gedanken bringt: Es heißt "Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben" und wurde von Ben Furman, einem finnischen Psychologen, geschrieben. Etwas herausfordernd, aber da wird der Ansatz, dass man sich seine Vergangenheit zu großen Teilen "konstruiert", anhand praktischer Beispiele beschrieben.
 
Ich hab' so das dumpfe Gefühl, sie will dich für irgendwas bestrafen, deswegen lässt sie dich so im Unklaren - weiß aber selbst nur sehr eingeschränkt, warum.
Üblicherweise, wenn man auf jemand Nahestehenden böse ist, will man sich doch am liebsten wortreich beklagen, oder?!
Steppenwölfin, genau das war mein Gedanke.
Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass sie mich für irgendwas bestrafen will.
Und ich finde auch, dass ein Mensch, der sich von einem, ihm nahestehenden Menschen verletzt oder schlecht behandelt fühlt, das dringende Bedürfnis hat, zu reden.
Vor allem dann, wenn bereits die Bereitschaft signalisiert wurde, zuzuhören und zu reflektieren.
Man will sich wortreich beklagen, man will gehört werden und man will unbedingt die Bestätigung, dass einem tatsächlich Unrecht widerfahren ist oder Leid angetan wurde.
 
Mir fiel noch was ein – du könntest auch "tit for tat" machen und ihr ein Buch schenken, das sie (und dich?) auf andere Gedanken bringt: Es heißt "Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben" und wurde von Ben Furman, einem finnischen Psychologen, geschrieben. Etwas herausfordernd, aber da wird der Ansatz, dass man sich seine Vergangenheit zu großen Teilen "konstruiert", anhand praktischer Beispiele beschrieben.
Vielen Dank, Werner!
Ich sehe mir das Buch gleich mal an.
Der Titel ist mir auf jden Fall bekannt.
 
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