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Tochter wirft mir vor, dass ich sie traumatisiert habe

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Wichtig wäre es auch, zu verstehen, ob deine Tochter von einem Trauma spricht, wie er im oben genannten Artikel beschrieben wird?

Oder von allgemeinen Unstimmigkeiten, wie sie in den meisten Familien oder Beziehungen vorkommen?
Der Artikel behandelt Schocktrauma.
Das von der TE genannte Buch von Verena König, das bei ihrer Tochter lag, behandelt Bindungstrauma.
 
Du schreibst so, als ob du das vermeintliche Trauma bereits als Tatsache angenommen hast. Aber das hätte sich doch irgendwie in ihrem bisherigen Verhalten zeigen müssen. Bloss weil sie bisher keine Beziehung halten wollte/konnte heisst das noch lange nicht, dass ein Kindheitstrauma dahinter steckt.

Findest du, dass sich deine Tochter von anderen Kindern unterschieden hat?
An ihrem bisherigen Verhalten war nichts auffällig. Wirklich überhaupt nichts. Wir haben uns gut verstanden. Sie war gern bei uns. Wir sind gern mal zusammen shoppen gegangen. Von einem Trauma war (jedenfalls für mich) nichts zu erahnen.

Ich fand nicht, dass meine Tochter anders war als andere Kinder.
 
Wichtig wäre es auch, zu verstehen, ob deine Tochter von einem Trauma spricht, wie er im oben genannten Artikel beschrieben wird?

Oder von allgemeinen Unstimmigkeiten, wie sie in den meisten Familien oder Beziehungen vorkommen?
Ich habe mir gerade den Artikel durchgelsenen. Die darin beschriebenen Traumata kann sie nicht erlitten haben. Es gab keine schwerwiegenden Ereignisse in ihrem Leben, wenn man vom Tod der Großeltern absieht.

Es gab nur die allgemeinen familiären Unstimmigkeiten.
Sie hat zum Beispiel mitbekommen, wenn ich mich mit ihrem Vater gestritten habe.
Aber das waren ganz normale Auseinandersetzungen, die nie einen ernsten Hintergrund hatten oder von Dauer waren.
 
Ich habe mir gerade den Artikel durchgelsenen. Die darin beschriebenen Traumata kann sie nicht erlitten haben. Es gab keine schwerwiegenden Ereignisse in ihrem Leben, wenn man vom Tod der Großeltern absieht.

Es gab nur die allgemeinen familiären Unstimmigkeiten.
Sie hat zum Beispiel mitbekommen, wenn ich mich mit ihrem Vater gestritten habe.
Aber das waren ganz normale Auseinandersetzungen, die nie einen ernsten Hintergrund hatten oder von Dauer waren.
Dann geht deine Tochter wahrscheinlich tatsächlich von einem Bindungstrauma aus?
Es ist seltsam, dass sie dich/euch (der Vater ist ja auch beteiligt) so im Dunklen tappen lässt.
Dadurch kann doch gar keine Veränderung/Lösung gefunden werden.

Wenn es dich interessiert, dann kannst du ja mal nach den Bindungstypen googeln, vielleicht bringt dich das einer Antwort näher?
 
Man kann gar nicht aufwachsen kann, ohne ein bisschen "traumatisiert" zu werden. Eltern machen auch ganz harmlos wirkende Dinge, die Kinder aber sehr beeinflussen, ohne böse Absicht. Aber wenn sie nichts konkret sagt? Man kann sich nicht erklären, nicht entschuldigen. Es könnte auch nur ein Gefühl von ihr sein. Damit kann man nichts anfangen.
 
Das klingt furchtbar und tut mir sehr leid für dich.
Weiß deine Tochter von dem Geburtsvorgang und deiner unermesslichen Belastung?

Ich wurde per Kaiserschnitt geholt und mit dem Skalpell gleich ordentlich verletzt. Die Narbe ist mit mir mitgewachsen.
Meine Mutter wurde abgeschossen, sie sah mich erst 48 Stunden später. Das hat sie schwer traumatisiert.
Ich habe das sehr sehr oft in meinem Leben gehört... "Alle hatten dich schon gesehen, nur ich nicht."
Das war ja kein Vorwurf an mich, aber das Gefühl der Schuld wuchs von Erzählung zu Erzählung in mir.
Das tut mir sehr leid, Drölfchen.
Man mag gar nicht darüber nachdenken, wie es sich für ein Neugeborenes anfühlen muss, das Licht der Welt zu erblicken und zeitgleich mit einem Skalpel derartig verletzt zu werden, dass eine lebenslange Narbe bleibt.
Neben dieser immer sichtbaren Narbe hat das mit Sicherheit auch tiefe eine Narbe in deiner Seele verursacht.
Ich kann mir gut vorstellen, wie sehr auch deine Mutter gelitten haben muss.
Versuche, in ihren Worten: "Alle hatten dich schon gesehen, nur ich nicht" zu erkennen, dass sie dich einfach nur gern als allererste gesehen und in ihre Arme genommen hätte - wie es bei Geburten üblich ist. Aber ich kann auch gut nachvollziehen, dass solch eine Äußerung Schuldgefühle erzeugen kann. Für ein Kind muss sich das wie ein Vorwurf anhören.

Bei mir waren es zum Glück keine 48 Stunden, die ich von meinem Kind getrennt war.
Direkt nach der Geburt wurde sie mir kurz gezeigt. Diese übereifrige junge Ärztin sagte noch, dass mein Kind jetzt gründlich untersucht wird.
Dann wurde ich zusammengenäht, was vielleicht 2 Stunden gedauert hat.
Anschließend schob man mich in ein Zimmer. Mein Mann saß dort am Bett unserer Tochter.
Endlich erfuhr ich, dass unser Kind weder einen zu großen Kopf, noch sonst irgenwelche Auffälligkeiten hatte. Ihre Vitalwerte waren top.
Nachdem ich damals aus der Narkose erwachte, musste ich noch eine Weile still liegenbleiben.
Während ich dort lag, habe ich bei dem Gedanken an ein schwerkrankes Kind Qualen ausgestanden.
Ich fühlte mich in meinem Leben nie wieder so allein und so unglücklich.
Wenn ich so darüber nachdenke, macht es mich heute noch wütend, dass man mir nicht gleich nach dem Aufwachen aus der Narkose gesagt hat, dass die Ärztin sich getäuscht hat und dass mein Kind kerngesund ist.

Ich habe meiner Tochter später von ihrer Geburt erzählt. Aber der Fokus lag dann immer auf der "doofen Ärztin", die uns völlig grundlos in Angst und Panik versetzt hat.
Deshalb glaube ich nicht, dass sie dadurch Schuldgefühle entwickelt hat.
 
Das hättest du dann aber sicherlich in den Babyjahren gemerkt. Eine Erinnerung daran hat sie garantiert nicht. Das Erinnerungsvermögen von Kindern setzt ca. bei 3-4 Jhren ein.
Baby- und Kleinkindzeit verliefen völlig normal.
Auffällig war vielleicht, dass sie sehr früh komplette Sätze sprechen konnte, dafür aber sehr spät (mit knapp 1,5 Jahren) laufen gelernt hat.
 
Baby- und Kleinkindzeit verliefen völlig normal.
Auffällig war vielleicht, dass sie sehr früh komplette Sätze sprechen konnte, dafür aber sehr spät (mit knapp 1,5 Jahren) laufen gelernt hat.
Das ist jetzt auch nicht wirklich auffällig, sondern nur individuelle Entwicklung.

Ich habe ein ähnliches Problem, meine Tochter ist älter als deine (35) und kann sich seit Jahren nicht so recht entscheiden, ob wir jetzt die ganz tolle heile Familie sind oder Leute, mit denen man besser nichts zu tun hat.
Aktuell hat sie zum dritten Mal den Kontakt eingestellt und in den (teilweise wirklich sehr langen, die letzte dauerte etwa sieben Jahre) Phasen dazwischen, in denen wir ein normales, liebevoll-familiäres Miteinander haben, kann (oder will) sie nicht erklären, was sie uns eigentlich vorwirft.

Was für mich immens hilfreich war, war die These, Eltern müssen nicht so gut sein wie möglich, sondern nur so gut wie nötig. Die Welt ist unvollkommen und Kinder müssen lernen, sich mit der unvollkommenen Welt zu arrangieren. Und wo könnten sie das besser üben als in der eigenen, auch unvollkommenen Familie?

Ich weiß nicht, wer diese These aufgestellt hat. Von mir ist das nicht und es ist auch nur sinngemäß wiedergegeben, kein Zitat.

Aber ich finde, es hilft sich das immer mal wieder bewusst zu machen, wenn man sich mit so diffusen Schuldgefühlen plagt, die man nicht so richtig an was Substanziellem festmachen kann.

Für dich wünschen würde ich mir, dass du es schaffst, deiner Tochter nicht nachzulaufen. Ich weiß, das ist schwer...aber wenn sie dich auch als Erwachsene respektieren soll, kannst du nur signalisieren, sie kann zu dir kommen, wenn sie reden will. Respekt ist keine Einbahnstraße. Mach dich nicht so klein, dass es unangemessen ist.
 
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