An sich kann See und Depression schon zusammenpassen. Mein Arzt hat mich in solchen Phasen sogar dazu verdonnert, auch mal an den lokalen See zu gehen und die Seele mal baumeln zu lassen. Oder mal was mit Freunden zu machen. Das kann durchaus Teil des Heilungsprozesses sein.
Aber in so einem Fall lässt man sich a) eher krankschreiben, als direkt den Job zu schmeißen und b) kann man dann mit seinem Partner auch kommunizieren, was Teil der Therapie ist, was das bewirken soll, wie die weiteren Schritte sind, wie lange ungefähr der Arzt die Dauer schätzt, bis man wieder einigermaßen arbeitsfähig ist, und sei es nur stundenweise. Der KErl hier klingt mir aber nicht so, als würde er eine Therapie machen und ernsthaft das Ziel verfolgen, in absehbarer Zeit wieder arbeiten zu gehen. Ist ja auch echt unbequem, die Arbeit versaut einem den ganzen Tag.
Und wenn man noch fit genug für den See ist, dann kann man auch in Depri-Phasen wenigstens mal die Spülmaschine ein/ausräumen oder einen Korb Wäsche in die Waschmaschine werfen (beim zusammenlegen kann dann ja wieder der Partner helfen). Für einen Großputz reicht die Kraft vermutlich nicht, aber doch zumindest für ein paar wenige Kleinigkeiten.
Du musst aufpassen, denn ich glaube, du fällst der "sunken cost fallacy" zum Opfer. Du hast bereits soo viel in diese Beziehung investiert, so viel über dich ergehen lassen, dass du jetzt auch einen "Gewinn" haben willst. Dass er sich ändert, ihr glücklich werdet und deine "Investition" sich endlich rentiert. Sich trennen würde bedeuten, dass jegliche Beziehungsarbeit umsonst und ein "Verlust" waren. Und um diesen Verlust nicht einsehen zu müssen, wirfst du gutes Geld schlechtem hinterher. Zerreibst dich also noch mehr.
Und ehe du dich versiehst, seid ihr 6 Jahre zusammen, er ist noch genauso faul (weil funktioniert für ihn ja) und es fällt dir noch schwerer, dich zu trennen. In der Zwischenzeit heiraten auch noch sämtliche ordentliche Kerle der Umgebung und es wird noch schwerer, nen guten Kerl aufzutreiben.