Da bin ich beruhigt. Hatte so ein schlechtes Gewissen vor allem Mama gegenüber. Möchte sie jetzt auch nicht ewig anlügen aber hab gerade keinen Nerv drüber zu reden.Guten Morgen Janoschka,
Ihr seid erwachsen, richtig? Dann ist Eure Lebensführung und sind Eure Befindlichkeiten Eure Lebensführung und Eure Befindlichkeiten. Es steht Deinen Eltern nicht zu, mitreden zu wollen. Zudem bist Du nicht verpflichtet über ein Thema zu reden, über das Du nicht sprechen möchtest.
In dem Fall würde ich von einer Notlüge sprechen. Du weißt Dich, gegen ein selbst erteiltes Mitspracherecht das Deinen Eltern eigentlich nicht zusteht, momentan nicht anders zu helfen.
Diese Frage halte ich für die entscheidende.
Hierbei geht es mir nicht allein um die gesellschaftlich hoch bewertete Frage, ob Dein Freund einer Erwerbsarbeit oder nicht. Auch möchte ich nicht darüber urteilen, dass er keinen Handlungsbedarf sieht. Wir Menschen neigen zu diesem Verhalten und vielleicht ist es bei ihm Teil einer Erkrankung.
Ich frage mich vielmehr, ob sich diese Antriebslosigkeit auch auf andere Bereiche Eures Lebens erstreckt oder erstrecken wird, wie lang sie andauern wird und auf welche Art und Weise Dich das in Deiner seelischen Verfassung, wie praktischen Lebensführung, beeinflussen wird.
Folgend ein Bericht aus meinem Leben:
Meine Mutter ist Jahrgang 1934, mein Vater war 1939 geboren. (Er ist 2010 gestorben.) Ich habe noch einen Bruder, der dreieinhalb Jahre jünger ist als ich.Wir haben in einem Einfamilienhaus mit 600 qm Garten gelebt.
Mein Vater war, so lange ich ihn kannte, sehr in sich gekehrt. Er hat, seiner Frau und uns Kindern gegenüber, wenig Empathie gezeigt. Bedingt durch diese mangelnde Fähigkeit hat er meiner Mutter, und ab Pubertät auch mir, immer wieder verbale Schläge verpasst, die lange nachgewirkt haben.
Er ist arbeiten gegangen. Jedoch lag er in seiner arbeitsfreien Zeit oft stundenlang auf dem Sofa, hat an die Decke gestarrt und gegrübelt, wie er es selber nannte. In Haus und Garten hat er kaum mit angefasst.
Überdies hat er meine Mutter finanziell kurz gehalten. (Die Oberhand der Männer über das Geld war in ihrer Generation noch weit verbreitet.)
Meine Mutter und wir Kinder haben unter der schlechten Stimmung in meinen Elternhaus sehr gelitten. Zudem blieben alle Arbeiten in Haus und Garten an meiner Mutter hängen.
Aus heutiger Sicht vermute ich, er hatte Depressionen. Leider gehören/gehörten meine Eltern einer Generation an, in der über psychische Erkrankung kaum gesprochen und Hilfsangebote wahrgenommen wurden.
Ich wüsste auch nicht, dass meine Eltern sich über dieses Thema mal unterhalten hätten. Soweit ich es mitbekommen habe, wurde meist nur über organisatorische Dinge gesprochen. Emotional schienen die beiden weit voneinander entfernt zu sein.
Um auf Dich zurück zu kommen: An Deiner Stelle würde ich Deine Verfassung gut im Auge behalten. Tut Dir das Beisammensein mit Deinem Freund weiterhin gut?
Und dann würde ich beobachten, ob sich sein Verhalten mit der Zeit verändert. Vielleicht würde ich mir sogar eine Deadline für die Beobachtungszeit setzen aus Selbstschutz, um eine Entscheidung nicht immer weiter hinaus zu schieben.
Und dann wird der Tag kommen an dem Du, aus meiner Sicht, über ein weiteres Zusammenleben entscheiden musst.
Tja. Es nervt schon dass er so ne Flasche ist... Keine Arbeit.. Lebt in den Tag hinein. Macht viel mit Freunden. Und ist viel zu Hause. Macht es vlt irgendwann bei mir Klick ? Kommt der Moment wo man sagt ich mag nicht mehr mit ihn zusammen sein?
Meine Freundin war lange unglücklich in ihrer Beziehung. Konnte sich nie trennen. Und zack plötzlich kam da der neue Arbeitskollege. Sie haben sich verliebt und sie hat ohne zu zögern Schluss gemacht.