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Habt ihr Angst vor dem Tod? Sind wir alle nur Bewusstsein, oder sind wir nichts? Was denkt Ihr?

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 133379
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Sagt nicht, dass der Spruch nicht gilt: wer eine Reise tut, der hat viel zu erzählen. Jedes Leben wird eine Reise sein, bei der man viel sieht, bemerkt, erfährt und Einsichten gewinnt dadurch. Dazu zählen sicherlich auch Einblicke in die ganz "schwarzen" Zustände.
Wahnsinn, liebe Holunderzweig, vielen Dank, dass du uns und mich daran teilhaben gelassen hast. Ich möchte dir ausführlicher schreiben, das ist wirklich sehr bewegend, deine Geschichte, mir gehen dazu viele Gedanken durch den Kopf. Mein Schreiben muss ich in den Abend verlegen, aber ich bedanke mich für deine Antwort.
 
Der Tod ist ein endgültiges Ende.
Kein "was kommt danach" oder "wie geht es weiter".
Was vergeht, kann nicht auferstehen, wiedergeboren werden oder reinkanieren.

Ist der Tod schmerzhaft ? Nicht zwangsläufig.
Was den Tod schmerzhaft macht, ist die eigene Anhaftung an das übrige Vergängliche.
Das können Gedanken sein wie : "wer kümmert sich um meine Haustiere ?", "wer macht den ganzen Papierkram ?", "was passiert mit meinem Besitz ?", "was ist mit meinen Freunden und Verwandten ?", "mein Auto, mein Haus, meine Kleidung, mein Smartphone, meine Hobbys etc."
oder
"habe ich genug getan ?", "bin ich gewachsen ?", "habe ich das Leben verschwendet ?", "gab es irgend etwas wichtiges was ich nicht getan habe ?", "war ich ein guter Mensch ?".

Man sollte nicht so töricht sein und glauben, das es sich einfach so stirbt.
Es ist der Verlust der schmerzt.
Das was einem entrissen wurde. Das was man zurücklassen muss.
Diese bittere Pille muss jeder schlucken. Entweder auf ein Mal oder etappenweise.

Der Tod ist nicht fürchterlich, das aufgeben des Lebens ist es.
Man kann es sich selbst schwer machen oder man hört damit auf es sich selbst schwer zu machen.

Mönche, Nonnen, Asketen, Geistliche oder ganz normale Leute praktizieren die Löslösung von der Welt ihr ganzes Leben lang.
Sie haben die Ursache für ihr Leid begriffen...

Begriffe wie Bewusstsein oder Geist sind für die meisten nur Worte die sie von anderen gehört oder gelesen haben anstatt es tatsächlich zu erfahren.

Ob ich Angst vor dem Tod habe ?
Jein.
Es wird jedoch daran gearbeitet. Und führwahr, dies ist kein leichter Weg.
"die before you die"
Ohne einen gewissen Schmerz geht es nicht.
Den Erinnerungen wurde große Bedeutung gegeben.
 
In gewisser Weise werden wir alle wiedergeboren. Oder woher kommen die ganzen Kinder/Babys her?

~~~

Man könnte es auch Energieerhaltungssatz nennen, also, dass in einem abgeschlossenen System nichts verloren geht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht sollte man aber auch fürchten, dass das Leben endet.
Meine Zwillingsschwester ist voriges Jahr an Krebs verstorben- als wir hinter dem Witwer nachgingen zur Grabstätte, da sah ich das Händchen seines Enkelmädchens den Opa so streicheln, als wäre es meine Zwilling in Kleinformat. So unvorstellbar liebevoll tätschelte sie ihn, so erwachsen irgendwie, so vertraut, das Mädchen schaute zurück zu mir und ich bildete mir ein, meine Schwester zwinkerte mir zu. Ich bin nicht tot, bleib bei euch... hab nur das "Gefäß" gewechselt- so ist meine Fantasie und die gefällt mir.
Ich begegne ständig manchmal wildfremden Leuten, die mir sehr vertraut vorkommen...im nächsten Leben gebe ich ein Zeichen, du wirst mich erkennen.. so ist meine Einbildung, so spür ich es.

Mein Garten ist voller Bonsais, also Wildwuchs, den ich vom Wegrand zupfe, in Töpfen anziehe und dann wieder freisetze, wo es ein stattlicher Baum werden darf. Hunderte solche habe ich schon wo hin gepflanzt, wo sie mir irgendwann, in irgendwelcher Zeit zuwinken werden, Schatten spenden, mir Sauerstoff abgeben...klar komm ich wieder.

Mein älterer Bruder betreibt Ahnenforschung und hat herausgefunden, seine Ehefrau lebte mal im gleichen Dorf wie unsere Sippe. Als er sie kennenlernte, war es, als hätten sie aufeinander gewartet.

Meine beste Freundin kommt vom Ursprung her aus dem gleichen Ort wie wir Väterlichseits, unsere beiden Väter waren beste Schul-Freunde. Diese übersiedelten in ein völlig anderes Eck- keiner von uns Mädels wusste, dass sich unsere Papas kannten. Zufall?
Mir ist nach Wundern, ich wundere mich nur mehr und staune und reiß immer wieder die Augen auf, was so alles passiert. Ich würde mich wundern, wenn wir alles machen und dann die Folgen nicht ausschöpfen dürften- später mal, nach diesem Sein. In Form von anderen Körpern, aber unsterblichen Seelen.
 
"die before you die"

In einem Buch las ich von der Theorie, dass wir "Viele in einem" sind. Welcher reitet uns? Selbstbestimmtheit erfordert, dass wir dazu in der Lage sein müssen, viele Gedanken, Ideen zu zerdrücken wie Läuse, denen "wegzusterben" nicht verfügbar zu sein für deren Ziele.

Bereit sein, loszulassen, ist doch ähnlich, wie wenn man das "Alte" abmurkst, damit das Neue ans Ruder kann, so klingt das für mich logisch.

Bei viel Freizeit lässt sich viel ausdenken..ggg... ich glaub nicht, dass jeder Zeit hat, sich zu überlegen, wie das so ist, der ist zu müde vom Malochen.
 
Der Tod ist wie eine Erinnerung an etwas sehr sehr wichtiges. Etwas, das man aber leider vergessen hat.
Die Frage ist also die: Bin ich bereit zu vergessen? Zu vergeben?
Alles?
Nein, bin ich nicht, und werde ich niemals sein.
Gibt n paar Leute da draußen, die Gott vergessen hat.. Ich kleiner A*sch aber nicht. Auch wenn die Chancen gleich Null stehen; fürn Kampf bin ich immer bereit.
 
Ob ich Angst vor dem Tod habe ?
Jein.
Es wird jedoch daran gearbeitet. Und führwahr, dies ist kein leichter Weg.
"die before you die"
Ohne einen gewissen Schmerz geht es nicht.
Ich glaube, du verstehst mich.
Du hast dich ganz gut ausgemittelt, finde ich. Zwischen den ganz Pragmatischen - ist alles Quatsch, darüber denke ich nicht so nach- (was auch legitim ist), und einem vielleicht zu intensiven Nachdenken, das sich dann vielleicht im Kreis dreht?
Und an kein Ende kommen kann.

Mein Garten ist voller Bonsais, also Wildwuchs, den ich vom Wegrand zupfe, in Töpfen anziehe und dann wieder freisetze, wo es ein stattlicher Baum werden darf. Hunderte solche habe ich schon wo hin gepflanzt, wo sie mir irgendwann, in irgendwelcher Zeit zuwinken werden, Schatten spenden, mir Sauerstoff abgeben...klar komm ich wieder.
Oh, das ist so schön. Du bist gerade eine Inspiration für mich. Ich fühle so etwas - tja, kann es nicht sagen, aber ich muss gerade lächeln. Und hab so nen Ticken kleines Tränchen im Augenwinkel.
Huch, wo kommt die denn her?
Finde ich wirklich schön und bewegend, wie du denkst, in dieser Beziehung, Frau Holunderzweig.
 

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