Ich hatte absichtlich nicht "Tiere" geschrieben, sondern "Lebewesen". Oft wird als Rechtfertigung für das Töten geglaubt, dass "wir" ein höheres Recht auf Leben hätten als andere. Oder dass Menschen auf einer anderen Stufe der Wertigkeit stehen als andere Tiere, dass nur wir Personen sind und die anderen Sachen. Oder dass die "Nutztiere" (schreckliches Wort!) nur deshalb leben würden, weil wir sie als Nahrung brauchen – und sie deshalb irgendwie dankbar sein müssten, dass sie überhaupt leben etc.
Nach meinem Eindruck würden bestimmt 50 % der Fleischesser:innen auf Alternativen umschwenken, wenn sie a) den ganzen Lebens- und Sterbensprozess derjenigen sehen würden, die dann auf ihrem Grill landen und b) die pflanzlichen Alternativen einfach mal ausprobiert hätten (Tofu, Seitan etc.).
Danke dafür, das geht mir genauso. Ich esse auch keinen Zucker und trinke in der Regel Wasser und seit Ewigkeiten keinen Alkohol. Das wird oft auch nicht locker respektiert, wenn ich auf den Kuchen im Kollegenkreis verzichte und nicht mit Sekt anstoßen will. Es scheint also nicht ums Fleischessen an sich zu gehen, sondern dass man sich nonkonform verhält und damit das Verhalten der anderen in Frage stellt.
Geht mir ganz genauso. Ich verlasse Veranstaltungen, auf denen ich mit Betrunkenen zu tun haben müsste, so schnell es geht oder gehe erst gar nicht hin. Da wird es mir richtig schlecht und ich schäme mich für die alkoholisierten, wenn ich sehe, in welch erbärmlichem Zustand sich an sich intelligente Menschen dann befinden.