_vogelfrei
Sehr aktives Mitglied
Sehe ich genauso, zudem gibt es die Diskussion um geschlechtergerechte Sprache schon seit Jahrzehnten, seit ca. 10 Jahren dann in der breiteren Öffentlichkeit. Erst in den letzten Jahren wurde gendern mit "*" auch an unterschiedlichen Stellen institutionell umgesetzt, allerdings nicht als fest verankertes Gesetz, es gibt nur Gesetze dagegen. Auch das war ein Prozess, der zunächst von "unten", von den Betroffenen selbst kam, der dann vermehrt aufgegriffen wurde.Wie gesagt habe ich das eher gegenteilig erlebt, und ich bin immerhin alt genug, dass ich mich an diese Änderung noch erinnern kann.
Ich kann mich jedenfalls nicht dran erinnern, dass das "Volk" explizit nach einer derartigen Änderung gerufen hätte. Im übrigen kommt auch das Gendern aus dem "Volk", wenn man es so sehen mag, denn wer sonst als Menschen hätten sich denn darüber Gedanken gemacht? Es waren Menschen, die mit den bisherigen Sprachregelungen Schwierigkeiten hatten, also waren bzw. sind es Menschen aus der Bevölkerung. Also eigentlich ziemlich ähnlich wie damals.
Mir scheint, es wird versucht, hier einen Gegensatz zu konstruieren, den ich ehrlich gesagt nicht so wahrnehme und nicht wahrgenommen hatte.
Schlussendlich geht's in der ganzen Debatte um Macht und Deutungshoheit und Menschen privilegierter Gruppen geben eben nicht gerne Macht an weniger privilegierter Gruppen ab.