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Gefühl von keine Zeit fürs Leben

Da hat es viel von...wie man bei uns sagt: dem Herrgott die Zeit stehlen.
Könnt ihr machen, ist ja eure Zeit.
Aber der Tag hat immer 24 Stunden. Die kann man so verbringen oder so.
 
Tja, jetzt frag mal Leute mit Vollzeitjob, Singles, die also alleine wohnen, einen eigenen Haushalt haben und neben Job noch Hobbys, weil sie die Freizeit ja auch im Single Dasein gescheit füllen möchten.

Mein Tag ist fast immer gleich. 5 Uhr aufstehen, zur Arbeit fahren, nein ich habe kein Home Office.....8 Uhr fange ich dann spätestens an, habe Gleitzeit, bin so gegen 16/17 Uhr daheim, meistens eher 16.30 Uhr und dann muss ich Sport machen, ich brauch das, als Ausgleich und 2x die Woche bin ich im Verein.

Ich bin Solo. Vor einiger Zeit hab ich eine Frau kennengelernt, wir versuchen das gerade Richtung Beziehung zu bekommen. Und jetzt kannst du dir vorstellen, wenn zwei Menschen mit diesem Tages und Wochenplan zueinander finden mögen, jeder seine Vorstellung vom Leben hat und keiner Bock drauf hat, 50% zurück zu reduzieren, man sich in der Mitte treffen muss und am Wochenende treffen möchte, weil man sich ja sonst nicht kennenlernen kann, aber eben Hobbys, Haushalt, Einkaufen auch am Wochenende maßgeblich stattfinden. Ist für mich kein Wunder, dass soviele Menschen Single bleiben ab einem gewissen Alter.

Jetzt hast du einen Partner, der dir enorm viel abnimmt, jetzt stell dir vor, du hättest ihn nicht.

Ich habe trotz Feundinnen immer einen eigenen Haushalt gehabt, weil wir nie zusammen gewohnt haben. Bei Fernbeziehungen muss man alles auf 5 Tage packen, wenn man sich Sa und So sehen will, Freunde am Wochenende treffen? Unmöglich. Und wenn ich Zeit habe, haben ja nicht auch zwangsläufig die Freunde Zeit.

Also es ist schwer, ich finde es bei dir noch ziemlich entspannt.
 
Also @samehere , ich kann Dein Gefühl sehr gut verstehen. Hab hier gestern schon gelesen, und erst gedacht, mein Beitrag ist hier vielleicht unnötig, weil mein Leben ist das von Versagen. Aber die vielen Beiträge von Menschen in Arbeit, die sich so lesen, als verstünden sie dein Gefühl nicht, haben mich motiviert, doch zu schreiben.
Raten kann ich Dir nichts. Feststellen kann ich, dass Du etwas hast, was ich nicht habe, oder vielleicht doch... Du hast einen Traum erreicht. Ich nicht, aber ich habe auch etwas gefunden und in meinem Leben, was mein Glück ist, mein Lebenspartner. Und für ihn, und dafür, mit ihm zusammen wohnen und leben zu können, tu ich alles.
Das war viele Jahre in mir auch nicht ganz klar, das Gefühl. Da fühlte ich mich doch immer wieder hin und hergerissen und im Zweifel, und habe meine situation hinterfragt.
Als er seinen Herzinfarkt überlebte, änderte sich das. Es fühlte sich an, als würde ein letztes Puzzleteil an seinen Platz fallen und alles stimmte jetzt.
Ich kann also nichts dazu sagen, was an Deiner Situation anders sein könnte.
Ich sehe den Zweifel und kenne ihn.
Kann aber den Ratschlägen mehrerer nicht folgen, das irgendwie im Kopf zu lösen.
Vielleicht
ist es eine Frage dessen, was dahinter steckt? Es könnte vielleicht eine Unzufriedenheit sein, aber was ist es eigentlich?
Du hast Phasen ohne Arbeit und mit Arbeit gelebt... Du hast Konstrukte für dein Leben und Deine Partnerschaft, aber irgendwas scheint nicht stimmig für dich zu sein. Was ist es?

Was ich wohl kenne, dass sich manchmal ein Gefühlschaos oder eine Krise auf ein scheinbares Problem überträgt. Dann beißt man sich lange und immer wieder daran die Zähne aus, um irgendwann zu merken, das ist es nicht.

Habe mir jahrelang die Zähne daran ausgebissen, zu versuchen, in Arbeit zu kommen und zu bleiben, und nie hat es geklappt, durchgehend.
Was habe ich nach vielen Jahren festgestellt? Ich war und bin zu krank dafür. Jetzt weiß ich es, und das ist hilfreich. Jetzt ergibt das ganze einen Sinn.
Aber bevor ich es wusste war es so lange so furchtbar, weil ich nie eine Antwort hatte und immer die Frage, was ist das Problem?
Tja, diese Gedanken kamen mir jetzt dazu, was Du beschrieben hast. Vielleicht findest Du darin etwas für Dich.
Was ich Dir auf jeden Fall wünsche, finde Deine Mitte, Deine Essenz, so dass die Dinge an ihren Platz rücken. Und das bedeutet aus meiner Erfahrung und Sichtweise nicht, dass alles gut ist, oder man glücklich wird. Das ist halt nicht unbedingt das Leben.
 
Was spricht dagegen, dass der Mann auch arbeiten geht und ihr beide teilzeit und ohne Schichten arbeitet? Montag von Freitag von 8-15 Uhr zum Beispiel. Vl. müsstet ihr dann in einer kleineren Wohnung leben aber habt dafür Zeit. Wenn du ohne Karriere-Knick immer wieder 6 Monate Pause machen kannst, hast du ja anscheinend einen sehr gesuchten Beruf und kannst dir eine Stelle mit diesen zeitlichen Bedingungen aussuchen.
Naja, ich hatte einfach sehr viele verschiedene Jobs und hab einfach genommen, was ich kriegen konnte. Meistens was in die Richtung kellnern oder Taxi fahren. Jetzt bin ich in einem Büro hätte nie gedacht, dass ich diesen Job bekomme und verdiene knapp 1.000€ mehr, als in früheren Jobs, das würde ich sehr ungern aufgeben für einen Teilzeitjob, der mir dann vielleicht nicht mal Spaß macht, so wie dieser hier.
Wenn ich das Bedürfnis habe zu duschen und mich zu pflegen, gehe ich duschen.

Wenn ich das Bedürfnis habe, mit meinem Mann zu reden, dann möchte ich das relativ zeitnah machen, wobei ich eine Tagesbesprechung so per se nicht schlecht finde, ich denke aber, dass der Zeitaufwand von zwei Stunden?? zu hoch ist. Da ist dann fast das ganze Jahr besprochen?

Auch das Bedürfnis mit "Mama zu telefonieren" scheint weniger ein Bedürfnis, sondern ein Abarbeiten zu sein.

Weiß nicht, ich rede ja mit meiner Mutter nicht mehr, hab es aufgegeben, bringt nichts, aber ich mache das bei meinen Kindern nicht anders. Zumindest bei denen, die schon ausgezogen sind.
Wenn ich ein komisches Gefühl habe oder eine Weile nichts von ihnen gehört habe, frage ich nach.
Manchmal reichen ein paar Worte über WhatsApp, ich weiß, es geht ihnen gut, fertig, manchmal haben sie was auf dem Herzen und wir müssen einen "zwei Stunden Videocall" einberufen.

Geht das Deiner Mutter nicht auch so?
Und freust Du Dich auch so organisiert?
Weinst Du innerhalb eines Zeitrahmens?

Phuuuh...gefühlt ist das wenig Platz für echtes Leben.
Ich verstehe schon, dass eine Vollzeit-Anstellung einen platt macht und finde auch, dass da wenig Zeit bleibt, oder man eben dann auch müde ist und sich regenerieren muss. Aber der Tagesablauf macht mich auch stutzig.
Wenn du eine neue Brille brauchst, dann diskutiere doch an einem Mittwoch nicht 2 Stunden das Weltgeschehen, sondern geh eine Brille kaufen? Die ganzen Tagesabläufe beinhalten als feste Punkte Filme gucken und plaudern. Aber das sind doch keine gesetzten To-Do's, sondern freiwillige Entscheidungen. Sehe da viele Zeitfenster, die du gestalten kannst, wie du es magst oder brauchst.

Es klingt eher, als würde dir etwas der Elan fehlen, sodass du nur noch Kraft für Filme hast und nicht für etwas Produktives (was ja auch bei 12 Stunden Schichtarbeit auch verständlich ist.)

Also anscheinend bin ich etwas falsch verstanden worden. Ich plane meinen Tagesablauf nicht, das sollte nur ein Beispiel einer typischen Woche sein, damit ihr einen Anhaltspunkt habt, wie ich in etwa meine Zeit verbringe.
2 Stunden sind zu lange um über den Tag zu plaudern? Wenn jeder von seinem 12 Stunden Tag ohne den anderen erzählt, was er alles erledigt bzw. erlebt hat, was noch offen ist, wo es Probleme gibt und Lösungswege dazu finden, da reichen ab und zu 3 Stunden bei uns nicht aus, wenn es ein ereignisreicher Tag war.. Und nach einem 12 Stunden Dienst vor 10 Bildschirmen mit ständigem Telefonklingeln fange ich auch nix Großartiges mehr an, dafür habe ich die Kraft wirklich nicht!
Auch telefoniere ich einfach gern 1x die Woche mit meiner Mama, erzähle ihr, was es so Neues gibt, wie es in der Arbeit läuft, was im Haus neu ist, was es bei ihr so interessantes gibt etc.
Ich bin nicht so organisiert, wie es hier wirkt, jede Woche ist anders, weil auch die freien Tage andere sind... Und es kommt immer darauf an, ob meine freien Tage zwischen Tag- und Nachtschicht (2,5 Tage frei) oder zwischen Nacht- und Tagschicht (1,5 Tage frei) sind.
Also Filme gucken mach ich ja meistens nur abends bzw. nachts, da kann ich auch keine anderen Erledigungen machen. Das plaudern ist mir und meinem Mann sehr wichtig. Dazu muss man fast wissen: er hat nicht viele Freunde und seine Familie hört ihm auch nie wirklich zu, daher kommt er mit allem zu mir, was er gern irgendwem erzählen möchte oder einen Ratschlag braucht und dann kann ich nicht sagen: "du ich hab keine Zeit, um dir zuzuhören, ich muss noch was erledigen, dir gehts ja später auch noch schlecht oder?!" Gerade jetzt ist es schwierig, da mein Mann PTBS von einem Auslandseinsatz hat und ihm die aktuelle Weltlage doch sehr Angst macht und er nie wieder in solche Situationen wie damals kommen möchte...

Aber du arbeitest 12 Stunden Schichten? Arbeitest du in der Pflege? Ich hab von solchen Arbeitszeiten bisher nur in bestimmten medizinischen Einrichtungen gehört, aber solche Arbeitszeiten wären überhaupt nichts für mich. Schichtdienst kann auch zu Schlafstörungen führen, schläfst du gut? Und 12 Stunden am Stück zu arbeiten ist auch wahnsinnig anstrengend.

Heutzutage ist es finanziell schwieriger als "früher", wenn ein Alleinverdiener mehrere Personen finanzieren soll. Ich fänd es aber ehrlich gesagt fairer, wenn ihr beide euch aufteilen würdet - jeder 50% arbeitet z.B. Und warum musst du noch einkaufen gehen, wenn er überhaupt nicht arbeitet? Da würde ich erwarten, dass er zu Hause alles übernimmt, von Kindern oder Haustieren habe ich nichts gelesen. Und Termine in der Autowerkstatt kann er doch auch viel besser übernehmen, er ist doch zeitlich viel flexibler...
Ja es sind immer 12 Stunden Schichten, bin im Büro und arbeite den ganzen Tag am PC und Telefon. Naja der Schlaf ist gut, aber nicht immer genug! Fühl mich oft nach 9 Stunden Schlaf noch immer müde (wurde schon medizinisch abgecheckt, wurde nix gefunden), obwohl ich durchgeschlafen habe.
Ich mach die Einkäufe und Termine, da wir nur ein Auto haben und es einfacher ist, wenn diese Sachen derjenige übernimmt, der meistens mit dem Auto unterwegs ist und das bin in dem Fall ich, weil ich immer damit zur Arbeit fahre. Außerdem sagt mein Mann manchmal, dass ihm der Haushalt (kochen) und Renovieren ab und zu etwas zu viel wird und er auch mal gern ein paar Tage nichts machen möchte, aber das geht ja angeblich nicht, weil es ja immer etwas zu tun gibt. Er ist da etwas eigen, wenn das Geschirr einen Tag in der Küche stehen bleibt, ist er schon schlecht drauf, weil die Küche sauber sein MUSS, wenn er dann etwas kochen will (oder auch bestellen, Hauptsache die Küche ist sauber...). Da steht er sich ein bisschen selbst im Weg und da ich im Haushalt genau nix machen muss, mach ich gerne die "Außentermine".
 
Du scheinst dir selbst im Weg zu stehen.....

Glaubst du das was du schreibst (im Sinne von Glaubenssätze)?

Etwa dass ein Autokauf kaum möglich sei, weil mit dem (einen einzigen???) potentiellen Verkäufer kein Treffen bei Tageslicht möglich sei? Wir haben Mitte April - ist dir bewusst, wie lange es abends hell ist?

Seid wann willst du denn ein Auto kaufen und scheiterst an dir selbst?
Ich wollte bereits 3 Autos besichtigen, wo es dann terminlich nicht gepasst hat (als Beispiel letzte Woche: Verkäufer hat nur ab 18:30 Uhr Zeit, ich muss aber um 19 Uhr bei der Arbeit sein, bis zu meinem freien Tag war das Auto schon verkauft). Zwei Autos bin ich sogar schon anschauen gegangen, waren dann aber leider Schrottkarren (kein Wunder, dass die Verkäufer Zeit hatten bis zu meinem verfügbaren Termin zu warten, die Autos hätte auch kein anderer zu diesen Preisen gekauft). Seit Dezember bin ich aktiv auf der Suche.
 
Das du an den Tagen, wo du 12 Stunden arbeiten gehst, nicht mehr viel schaffst, das ist wohl logisch.

Aber warum sind alle Wochentage so steif und teilweise stundenlang? Das klingt, als wenn selbst deine freien Tage vollgepackt sind - und zwar hauptsächlich mit vielen "Freizeitsachen". Lange Schlafen, lange TV gucken oder zocken. Oder sich stundenlang nur unterhalten. Da würde ich auch nichts schaffen!

In der Zeit hätte man auch längst nach einem Auto gucken oder eine neue Brille besorgen können. Das wäre eine einmalige Sache und wäre dann abgehakt, statt es weiter als "Ballast" mitzuschleppen. Ich sag mir immer selbst "erst die Arbeit, dann das Vergnügen" - und dazu gehören halt auch solche Termine, die man ab und zu mal hat - ist ja nicht so, das man jeden Monat eine neue Brille oder Auto brauch. Auch die Arztermine kannst du an den Tagen legen, wo du frei hast. Auch alle anderen müssen sowas entweder vor/nach der Arbeit oder an freien Tagen einplanen. Die werden dann auch nicht erstmal stundenlang TV gucken, zocken - wenn irgendwas ansteht. Das ist ja auch nichts wichtiges. Ihr könntet genauso auch an einem freien Tag mal einen Ausflug machen. Denn weder TV gucken noch zocken sind wichtig und eben auch nur eine Freizeitaktivität wie jede andere.

Du gehst Montag eine Stunde einkaufen und am Mittwoch dann nochmal den "Grosseinkauf" der 3 Stunden dauert! Warum braucht ihr gemeinsam 3 Stunden für einen Einkauf?

Mir scheint, ihr verplempert einfach viel Zeit mit Sachen, wofür andere nie so lange brauchen. Ihr geht deinen freien Tagen sehr bequem und mit viiiiel Zeit an - so als wäre Sonntag, wo man eh nichts erledigen kann. Tatsächlich kann man aber an den Tagen auch jede Menge Dinge erledigen, die noch anstehen. Dann kann man halt mal nicht so lange im Bett liegen, TV gucken oder zocken und die Gespräche müssen dann halt auch mal kürzer sein.

Wenn du mehr Dinge in deinem Alltag machen würdest, dann müsstest du auch keinen Urlaub dafür "opfern".
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht könnt ihr Lebensmittel auch liefern lassen?
Bei Rewe gibt es auch so eine Vorbestell-Möglichkeit. Man sucht sich die Sachen online aus, jemand vom Personal packt sie zusammen und man muss nur noch abholen und bezahlen.
 
Aber warum sind alle Wochentage so steif und teilweise stundenlang? Das klingt, als wenn selbst deine freien Tage vollgepackt sind - und zwar hauptsächlich mit vielen "Freizeitsachen". Lange Schlafen, lange TV gucken oder zocken. Oder sich stundenlang nur unterhalten. Da würde ich auch nichts schaffen!
Genau.
Das ist ein unwahrscheinlich phlegmatisches Gehabe.
Man kann auch miteinander etwas arbeiten/schaffen und sich trotzdem dabei unterhalten. Soll es geben.
Vielleicht kann die TE mal wieder etwas dazu sagen, falls sie Zeit dazu findet.
 
Hallo liebes Forum,
ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll und es wird sicher ein längerer Text, aber das muss jetzt mal irgendwo raus.

Seit ich mit 15 Jahren begonnen habe zu arbeiten beschäftigt es mich, dass mir irgendwie mein Leben davon rennt. Ich bin jetzt 31, werde nächste Woche 32 Jahre alt. Das Gefühl, dass ich für nichts mehr Zeit habe lässt mich einfach nicht los. Ich verstehe nicht, wie es Menschen schaffen, neben der Arbeit noch ein erfülltes Privatleben zu führen und sich sogar teilweise noch aufregen, dass ihnen langweilig wird, wenn sie länger zu Hause sind (während Krankheit, Urlaub, etc.), während ich das Gefühl habe, für viele Dinge einfach nicht die Zeit zu haben, ich hätte immer etwas zu tun.

Ich hatte schon viele verschiedene Jobs, auch einige, die mir wirklich Spaß gemacht haben, doch nach einiger Zeit wurde immer wieder die innere Stimme sehr laut, die mir sagte, dass ich mehr Zeit für andere Dinge haben möchte. Deshalb habe ich ab und zu "Arbeitspausen" eingelegt, war dann immer so 6-12 Monate zu Hause und habe vom Ersparten gelebt, weil ich auch mal Zeit für mich haben wollte. Dadurch konnte ich mir auch nie großartig was ersparen und wenn die Rechnungen nicht mehr pünktlich gezahlt werden konnten ging ich eben wieder arbeiten. Diese Monate waren immer wieder DAS Highlight, es gab mir die Kraft, die nächsten Monate im Job wieder durchzuhalten.

Im gesamten Jahr 2023 war ich wieder arbeitslos, mein Mann auch. Das war das schönste Jahr unseres Lebens: jeden Tag gemeinsam aufwachen, den Tag starten, zusammen essen, Filme gucken, Ausflüge machen, Videospiele spielen, Zeit mit unseren Katzen verbringen, Gartenarbeiten, etc. Dann ging im März 2024 mein großer Wunsch in Erfüllung: ein Einfamilienhaus mit großem Garten - es ist zwar renovierungsbedürftig und gemietet, aber genau das, was wir uns gewünscht haben. Die Miete ist extrem günstig, dafür müssen wir alle Renovierungsarbeiten (außer große Projekte wie Dach, Heizanlage usw.) aus der eigenen Tasche stemmen. Dazu musste ich wieder arbeiten gehen und bin jetzt seit einem Jahr in einem Job, der mir Spaß macht, nur 5 Minuten von mir entfernt ist, ich verdiene wirklich gut und in der Nachtschicht kann ich sogar Forumseinträge schreiben 😉 Ich arbeite immer 12 Stunden, Tag- und Nachtschicht und auch am Wochenende, wobei ich immer zwei Tage arbeite und dann zwei Tage frei habe. Mein Mann ist Hausmann, er kümmert sich um den gesamten Haushalt und die Renovierungsarbeiten, meine Aufgaben sind das Geld heim bringen, die Einkäufe erledigen und alles Organisatorische (Rechnungen bezahlen, Geld verwalten, jegliche Termine zB Autowerkstatt ausmachen und wahrnehmen).

Eine typische Woche bei mir sieht momentan zB so aus (duschen, essen und Katze bespaßen immer irgendwo dazwischen):
Montag: 7-19 Uhr Arbeit, danach Einkäufe, um 20 Uhr zu Hause, mit meinem Mann alles vom Tag besprechen und erzählen, 22 Uhr ins Bett
Dienstag: 7-19 Uhr Arbeit, Tagesbesprechung mit meinem Mann, ein bisschen Handy süchteln, 22 Uhr ins Bett
Mittwoch: 10 Uhr aufstehen, gemütlich Kaffee trinken und mit meinem Mann das Weltgeschehen diskutieren, 12-15 Uhr Großeinkauf, bis 21 Uhr mein Videospiel spielen, 1 Stunde Körpferpflege (Haare waschen, Beautyroutine, etc.), 22 Uhr ins Bett
Donnerstag: 10 Uhr aufstehen, Kaffee und Quatschen bis 12, Gartenarbeit bis 15 Uhr, 1 Stunde mit meiner Mama telefonieren, um ca. 17 Uhr ins Bett und um 1-2 Uhr früh wieder aufstehen.
Freitag: in der Nacht einige Serien und Filme anschauen, um 9 Uhr wieder ins Bett, 17 Uhr aufstehen, Kaffee mit meinem Mann, 19 Uhr zur Arbeit.
Samstag: um 7 Uhr morgens zu Hause, Tagesbesprechung mit meinem Mann, einen Film anschauen, um 10 Uhr ins Bett, um 17 Uhr wieder aufstehen, Kaffee und um 19 Uhr wieder zur Arbeit.
Sonntag: Arbeit bis 7, dann Tagesbesprechung, Körperpflege, um 10 Uhr ins Bett, um 18 Uhr wieder aufstehen und da man ja am Abend nicht viel tun kann, wirds dann wieder Serien, Filme, Videospiele, etc.
Dann habe ich Montag noch frei, das ist dann meistens so ein Tag wie am Mittwoch oder -Donnerstag beschrieben und am Dienstag muss ich um 7 Uhr wieder bei der Arbeit sein.

So und jetzt die Dinge, die ich seit Monaten aufschiebe:
eine neue Brille kaufen gehen (3 Stunden Zeitaufwand minimum - bin da wählerisch), ein neues gebrauchtes Auto kaufen (einen Termin bei Tageslicht zu finden wo ich und der Verkäufer Zeit haben ist so gut wie unmöglich), Arztbesuche, einige Videospiele stehen noch auf meiner To-Do-Liste, Ausflüge (das aktuelle Auto macht auch gar keine längeren Fahrten mehr mit), Frisör, Verwandte besuchen, Dachboden ausmisten etc.

Ich habe bald 14 Tage Urlaub, dann werde ich viele Dinge wieder abhaken können, aber sollte der Urlaub nicht eigentlich zum entspannen und für Ausflüge da sein?! Und nicht, um liegengebliebene Aufgaben zu erledigen?! Ich habe immer gesagt, ich will nicht so dahinleben, es fühlt sich an, als ob es einfach so dahinläuft, ohne dass ich groß Einfluss darauf habe, da ich nicht viel Wahl (durch Nachtschichten zB) habe. Ich möchte Dinge erleben, meine Zeit nicht verplempern, aber was macht man, wenn man in zwei Stunden ins Bett sollte?! Geht da noch jemand spazieren, schön Essen oder macht Gartenarbeiten? Nein, man sieht sich einen Film an oder sowas, damit man vor dem Schlafengehen schon mal müde wird.

Und jetzt sitze ich hier und frage mich, wo ich zB die Zeit für einen Ausflug hernehmen soll, wo ich doch noch vor zwei Jahren einfach so sagen konnte: wir haben eh alles erledigt und ich muss morgen nirgendwo hin, fahren wir gleich los! Ich muss arbeiten, damit wir überleben, habe aber gefühlt kein Leben. Es ist immer so, dass halt gewisse Dinge gemacht werden müssen und die Dinge, die man dann machen möchte kommen viel zu kurz! Klar müsste ich nicht jeden Tag mit meinem Mann stundenlang da sitzen und quatschen, aber die Gespräche sind immer sehr interessant und nur deshalb haben wir so ein gutes Verhältnis zueinander und wissen auch fast alles über den anderen. Klar könnte ich meine Videospiele spielen, wenn ich mal so 1-2 Stunden Zeit habe, aber hat schon jemals jemand ein Videospiel gestartet, um es nach 2 Stunden wieder auszuschalten? Da weiß man gerade mal wieder, wie die Steuerung des Spiels funktioniert, wenn man nur ein Mal in der Woche Zeit zum Spielen hat. Und Videospiele sind nun mal auch mein Hobby und kann dabei richtig entspannen und abschalten.

Früher war ich viel auf Social Media unterwegs, was mich teilweise depressiv gemacht hat, weil alle so tolle Urlaube machen und ich mir das nicht leisten konnte oder keine Zeit dafür hatte. Seit einigen Jahren habe ich mich aus Social Media komplett zurückgezogen, ich habe zwar noch die Apps, benutze sie aber so gut wie gar nicht mehr (max. 20 Minuten in der Woche) und dann auch eher um vom Weltgeschehen ein bisschen was mitzukriegen.

Mein großer Wunsch "Haus" wurde vom großen Wunsch "nie mehr arbeiten müssen" abgelöst, denn ich habe endlich, was ich immer haben wollte, aber kann es einfach nicht genießen. Ich kann aber nicht aufhören zu arbeiten, da wir sonst das Haus aufgeben müssten und das will ich ja auch nicht! Jobwechsel kommt nicht in Frage, da ich niemals einen Job finden könnte, wo ich nur annähernd so viel verdiene und zusätzlich fast keine Fahrtkosten habe. Ich verdiene sehr gut, aber mit weniger würden wir nicht auskommen, obwohl wir extrem sparsam leben, aber eben nur von (m)einem Einkommen. Mein Mann kann sich nicht vorstellen, wieder arbeiten zu gehen und nebenher noch die Renovierung zu machen und auch noch täglich zu kochen. Da ich es hasse zu putzen und zu kochen, haben wir uns darauf geeinigt, dass er nicht mehr arbeiten gehen muss. Vielleicht bin ich auch etwas neidisch, weil er sich seine Arbeiten und seine Zeit frei einteilen kann, ich aber nicht...

Ich möchte irgendwie irgendwas in meinem Leben ändern, weil so kann es nicht weitergehen. Immer wieder Jobwechsel, weil ich meine Auszeiten brauche, die damit verbundenen Geldsorgen, das geht doch langfristig gesehen nicht. Ich bin auch glücklich in meinem Job und möchte ihn nicht verlieren, nur weil ich wieder eine Auszeit brauche. Teilzeit ist übrigens keine Option, in unserer Firma gibt es kein Teilzeit, der Chef möchte das nicht. Also welche Option habe ich? Was übersehe ich? Wo nutze ich die Zeit nicht richtig? Wie bekommt ihr das hin?

Sorry, für den langen Post, ihr kennt jetzt mich und eigentlich mein Leben, bin auf eure Ratschläge und Storys gespannt!
Wir kennen nur das was du von dir schreibst, nicht mehr.
Jemand der Unzufrieden ist mit sich, der Welt, und dem was er glaubt zu verpassen.
Solche Mensch werden immer Wünsche haben und selbst wenn all diese erfüllt werden, ist er nicht glücklich, dann langweilt er sich nämlich.
Er will einen perfekten Zustand ohne Leid für sich erreichen.
Dabei geht das eine aus dem anderen hervor, sodass logisch nicht erklärbar ist, wie so ein Wunsch entsteht.
(Ohne Wunsch keine Hoffnung, ohne Hoffnung kein Wunsch.)
 
Früher war ich viel auf Social Media unterwegs, was mich teilweise depressiv gemacht hat, weil alle so tolle Urlaube machen und ich mir das nicht leisten konnte oder keine Zeit dafür hatte. Seit einigen Jahren habe ich mich aus Social Media komplett zurückgezogen, ich habe zwar noch die Apps, benutze sie aber so gut wie gar nicht mehr (max. 20 Minuten in der Woche) und dann auch eher um vom Weltgeschehen ein bisschen was mitzukriegen.
Dafür habt ihr gleich 6-12 Monate "Urlaub" genommen, das können sich auch die wenigsten erlauben. Die fahren dafür dann 1-2 Wochen im Jahr in den Urlaub. Ihr habt für die Zeit halt eure Ersparnisse aufgebraucht, andere sparen für einen Urlaub
 

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