G
Gelöscht 126142
Gast
Hey @Löwenhase
ja, das ist sehr komplex mit dem Outing und weil jeder Mensch mit einer psychischen Erkrankung und jeder Mensch, der keine hat und mit dieser Information umgehen muss, ganz individuell ist, gibt es wohl auch keine allgemeingültige Lösung.
Man muss da ein bisschen Zeit vergehen lassen und hinspüren, wie die Leute dazu stehen und dann abwägen, ob man sich outet. Ich habe zum Beispiel einen sehr lieben Freund, den ich wirklich gerne mag, der aber im Zusammenhang mit psychischen Krankheiten von "Irrenhaus" spricht. Na ja, es ging um eine historische Geschichte und einen Musiker, der in den 50er Jahren in der Psychiatrie war. Vermutlich hat sich der Freund gar keine weiteren Gedanken gemacht, wie man das benennt. Er fragte dann mich auch, wie nennt man das eigentlich (obwohl er nicht weiß, dass ich eine Diagnose habe, glaube ich zumindest). Ich denke, vor ihm würde ich mich nicht outen. Das bringt ja nichts. Da müsste ich ein dreitägiges Seminar halten, damit er alle Zusammenhänge versteht.
Ich habe da schon ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht mit dem Outing, das hing immer davon ab, wie ich mich geoutet habe und wie viele Details meiner Krankheit Menschen mitbekommen haben und natürlich an der Unvoreingenommenheit und Offenheit der Menschen. Ich wurde schon ausgelacht, eine Freundin sagte einfach, Sachen gibt's und dann ging es weiter wie vorher, Menschen haben Angst bekommen vor mir, manche verlieren das Vertrauen oder werden tatsächlich überfürsorglich. Es ist ein Trauerspiel. Ich oute mich kaum noch deswegen.
Viele Fragen gestellt werden nicht. Ich glaube, die Menschen trauen sich das eventuell nicht, weil sie überfordert sind und Angst haben, dass da jetzt ganz schreckliche Geschichten dahinterstecken, mit denen sie gar nicht umgehen können.
Mein größtes Problem ist, dass ich wegen der Krankheit unterschätzt werde. Ich bin nicht unintelligent, ich bin fleißig, einigermaßen organisiert, kreativ, und kann mich in viele theoretische und praktische Dinge gut reinarbeiten und bin (ein bisschen zu) lieb und lustig. Aber man glaubt mir das nicht, weil ich doch ab zu ein wenig nervös bin, unsicher, zu emotional vielleicht.
Wenn jetzt noch ein Outing dazukommt, dann kippt das doch vollständig. Und ich glaube, das ist bei dir passiert, Löwenhase, eventuell hat deine Bekannte ein bisschen gespürt, dass du anders bist und dann kam die Diagnose dazu und jetzt ist sie vollständig verunsichert und überfordert, wie sie mit dir umgehen soll.
Wie kannst du ihr die Angst nehmen, ich weiß auch nicht. Das ist gerade auch ein Thema von mir. Nimm es ihr nicht übel vielleicht. Wenn sie sagt, wie soll ich denn mit einer psychisch Kranken reden, dann lach vielleicht und sag, hey, wie mit jedem anderen auch, ich bin immer noch dieselbe, die Diagnose macht mich nicht zu einem anderen Menschen, versuch das zu verstehen bitte. Ich finde, das ist eine gute Strategie. Vielleicht kannst du sie erreichen und wenn sie nicht, vielleicht kannst du andere so erreichen. Mehr kann man doch im Alltag nicht machen gegen die Stigmatisierung von psychisch Kranken, nur selbst versuchen, ein gutes Beispiel zu sein. 🙂
ja, das ist sehr komplex mit dem Outing und weil jeder Mensch mit einer psychischen Erkrankung und jeder Mensch, der keine hat und mit dieser Information umgehen muss, ganz individuell ist, gibt es wohl auch keine allgemeingültige Lösung.
Man muss da ein bisschen Zeit vergehen lassen und hinspüren, wie die Leute dazu stehen und dann abwägen, ob man sich outet. Ich habe zum Beispiel einen sehr lieben Freund, den ich wirklich gerne mag, der aber im Zusammenhang mit psychischen Krankheiten von "Irrenhaus" spricht. Na ja, es ging um eine historische Geschichte und einen Musiker, der in den 50er Jahren in der Psychiatrie war. Vermutlich hat sich der Freund gar keine weiteren Gedanken gemacht, wie man das benennt. Er fragte dann mich auch, wie nennt man das eigentlich (obwohl er nicht weiß, dass ich eine Diagnose habe, glaube ich zumindest). Ich denke, vor ihm würde ich mich nicht outen. Das bringt ja nichts. Da müsste ich ein dreitägiges Seminar halten, damit er alle Zusammenhänge versteht.
Ich habe da schon ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht mit dem Outing, das hing immer davon ab, wie ich mich geoutet habe und wie viele Details meiner Krankheit Menschen mitbekommen haben und natürlich an der Unvoreingenommenheit und Offenheit der Menschen. Ich wurde schon ausgelacht, eine Freundin sagte einfach, Sachen gibt's und dann ging es weiter wie vorher, Menschen haben Angst bekommen vor mir, manche verlieren das Vertrauen oder werden tatsächlich überfürsorglich. Es ist ein Trauerspiel. Ich oute mich kaum noch deswegen.
Viele Fragen gestellt werden nicht. Ich glaube, die Menschen trauen sich das eventuell nicht, weil sie überfordert sind und Angst haben, dass da jetzt ganz schreckliche Geschichten dahinterstecken, mit denen sie gar nicht umgehen können.
Mein größtes Problem ist, dass ich wegen der Krankheit unterschätzt werde. Ich bin nicht unintelligent, ich bin fleißig, einigermaßen organisiert, kreativ, und kann mich in viele theoretische und praktische Dinge gut reinarbeiten und bin (ein bisschen zu) lieb und lustig. Aber man glaubt mir das nicht, weil ich doch ab zu ein wenig nervös bin, unsicher, zu emotional vielleicht.
Wenn jetzt noch ein Outing dazukommt, dann kippt das doch vollständig. Und ich glaube, das ist bei dir passiert, Löwenhase, eventuell hat deine Bekannte ein bisschen gespürt, dass du anders bist und dann kam die Diagnose dazu und jetzt ist sie vollständig verunsichert und überfordert, wie sie mit dir umgehen soll.
Wie kannst du ihr die Angst nehmen, ich weiß auch nicht. Das ist gerade auch ein Thema von mir. Nimm es ihr nicht übel vielleicht. Wenn sie sagt, wie soll ich denn mit einer psychisch Kranken reden, dann lach vielleicht und sag, hey, wie mit jedem anderen auch, ich bin immer noch dieselbe, die Diagnose macht mich nicht zu einem anderen Menschen, versuch das zu verstehen bitte. Ich finde, das ist eine gute Strategie. Vielleicht kannst du sie erreichen und wenn sie nicht, vielleicht kannst du andere so erreichen. Mehr kann man doch im Alltag nicht machen gegen die Stigmatisierung von psychisch Kranken, nur selbst versuchen, ein gutes Beispiel zu sein. 🙂