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Ich habe keine Freunde

Ich hatte auch ein paar Jahre vor Corona, wo ich kaum aus dem Haus ging. Nur einkaufen - und fix wieder zurück. Bin dann mal zur Brücke und hab meine Situation erklärt und bekam eine ambulante Betreuung, die mit mir 1x in der Woche spazieren geht oder auch mal einkaufen oder auch berät. Der Termin war anfangs für mich superstressig, aber so bin ich wenigstens mal raus gekommen und hatte jemanden zum reden. Erst dadurch hab ich auch wieder den Mut gefasst, allein rauszugehen - einfach mal ne Runde bei schönen Wetter spazieren oder an netten Orten in der Gegend eine Weile bleiben.

Freunde hab ich dadurch nicht gefunden, aber ich bin z.B. ab und zu in einem Sozialladen (wenn ich darauf Bock und Zeit hab) und helf dort aus. Dadurch bin ich wieder draussen, tu ne gute Sache und hab wieder mehr Kontakte. Aber bevor das anfing, war ich bestimmt ein Jahr auch nur vielleicht 1x alle 1-2 Wochen vor Ort und hab mich unterhalten und die Leute kennen zu lernen.

Freunde hab ich schon immer schwer gefunden. Die meisten sind einfach keine, sie sind nur Wegbegleiter. Im Internet hab ich zwar früher viele Leute kennen gelernt - aber Freunde waren das auch nicht wirklich, da ich zu den wenigsten einen richtigen Kontakt hatte. Echte Freunde zu finden ist schwer. Darum bin ich mittleweile schon glücklich, wenn ich einfach mal neue Leute kennen lerne, mit denen ich dann mal reden kann. Mittlerweile treff ich fast immer mal jem. draussen, den ich irgendwo her kenne und auch mal einen Smalltalk kurz halte.

Kann das sehr gut nachvollziehen, das du dich nicht traust irgendwo hinzu gehen. Das geht mir genauso. Ich könnte zwar auch täglich am Nachmittag zur Brücke zum "abhängen" Kaffe trinken, spielen oer so , aber das ist nicht wirklich meine Welt.

Ich geh nicht mehr irgendwohin um "Freunde" zu finden. Sondern einfach, um mich selbst wieder in Bewegung zu setzen und wenigstens mal Leute kennen zu lernen. Bei den wenigsten würde ich mehr wie das haben wollen.

Das mit der App, wo du sogar im Ort eingeladen wurdest (sogar mehrmals!) find ich gar nicht schlecht. Du kannst ja wieder gehen, wenn du dich unwohl fühlst oder es nicht lang aushälst. Würde das ggf. mit dem, der dich eingeladen hat, kurz bereden. Das - selbst wenn du gehst - es nicht heissen wird, das es dir missfallen hat, nur du halt nicht so lange Kontakt erträgst. Vielleicht gefällts dir ja trotzdem und du willst wieder hin.
 
Ich ruder mal gegen den Strom: Es liegt nicht an "den Städten" oder "dem Land" oder "Corona" oder "sonstwas", wenn man keine Freunde findet. Es liegt zuallererst immer an einem selbst.

Wer offen ist für Neues, wer freundlich ist, der lernt Menschen kennen.

Wenn man im Sportverein oder sonstwo keinen Anschluss findet, dann sollte man versuchen, sich zu ändern. Das kann man, während man "die Zeiten" nicht ändern kann. Außerdem glaube ich, sind die Voraussetzungen heute genauso gut wie früher, eher besser, weil es so viel mehr Angebote gibt.
 
Finde ich toll, dass es hier so viele tolle Menschen gibt, die hier mit einem Schreiben.
Ich hatte wirklich Wochen gebraucht, um hier einen Kommentar zu schreiben. Finde ich schön, dass mich keiner auslacht, weil ich das alles geschrieben habe.

Ich weiß nicht aus welchen Städten ihr kommt oder warum das 20 km entfernte Dorf so toll sein muss, denn so kommt mir auch mein Dorf vor.
Eine Hauptstraße, eine Kegelbahn (nur mit Reservierung), 1 Kino, 10 Läden mit Kosmetik, Schuhe und Klamotten auf einem Fleck, 17 Dönerladen und das war es mit den 6k Einwohner.
Okay, es gibt noch einen Bahnhof in der Mitte.

Leute aus den 50 KM entfernten Städten arbeiten hier und aus dem Dorf, arbeiten alle in den Städten.
Vereine kosten auch Geld, was ich mir gerade nicht leisten kann.
Ich habe einen Bruder, der hat 20 tausend Euro Schulden, arbeitet und hat kein Geld am 14. Tag des Monats mehr, weil seine Bankschulden bei 800 € pro Monat liegt, zwecks Kredite.

Zurzeit geht es mir schlecht, das war vielleicht auch der Grund warum ich mich hier an das Forum gemeldet habe.
Ich sitze nun seit 4 Monaten zu Hause, keine Arbeit,
Kein Ziel.
Ich langweilte mich so sehr, dass selbst das vor dem PC sitzen zu anstrengend ist. Wenn ich etwas anfange, verliere ich nach 5 Minuten die Lust und muss es beenden, egal ob das nun ein Videospiel, Film oder ein Musikstück ist.

Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal gelacht habe oder etwas empfunden habe.
Die Tage sind alle gleich und spielen keine Rolle mehr.
Würde mir das "Zocken" wieder Spaß machen, dann wäre ich nicht hier, aber dann hätte ich auch keine Probleme.
 
Ich ruder mal gegen den Strom: Es liegt nicht an "den Städten" oder "dem Land" oder "Corona" oder "sonstwas", wenn man keine Freunde findet. Es liegt zuallererst immer an einem selbst.

Wer offen ist für Neues, wer freundlich ist, der lernt Menschen kennen.

Wenn man im Sportverein oder sonstwo keinen Anschluss findet, dann sollte man versuchen, sich zu ändern. Das kann man, während man "die Zeiten" nicht ändern kann. Außerdem glaube ich, sind die Voraussetzungen heute genauso gut wie früher, eher besser, weil es so viel mehr Angebote gibt.

Kann ich leider nicht bestätigen.
Die Lebensphasen bedingen ganz einfach, dass ich in der Phase einer Ausbildung, eines Studiums definitiv mit mehr Menschen gleicher Interessen zusammenkomme als ich es später nach dem Berufseinstieg tue. Das zum einen.

Zum Anderen ist es Fakt, dass viele Menschen sich gerade zu Familiengründung und frischen Partnerschaften mehr um Partner bemühen und mehr mit Partnern unternehmen, später dann mit Familie, als offen für neue Freunde zu sein. Auch hier wieder die Lebensphase: Ab einem gewissen Punkt bauen sich viele ihr Nest, etc. Das ist je nach dem so das Alter zwischen 30-50 Jahre, also eine recht große Zeitspanne.

Ich bin jetzt über 40 und erkenne, dass es unfassbar schwer ist, sich selbst mit langjährigen Freunden, von denen ich sehr sehr wenige, vielleicht 1-2 habe, zu treffen oder gar zu telefonieren. Da muss man fast schon wochen vorher abstimmen, wenn man sich mal auf einen Kaffee treffen will und das war früher anders.

Habe ich diese langjährigen Freunde nicht, ziehe ich wohlmöglich noch in den Randbezirk einer Großstadt, habe ich noch viel größere Schwierigkeiten. Die Leute arbeiten, haben ihren Kreis, ihre Familie, ihre Hobbys, manche sogar Scheidungen und damit verbundene Probleme

Ich habe 2022 nach Öffnung des Vereinslebens nach viel Gejammer und Gemecker meinerseits das Experiment selber gestartet. Ich bin heute in 4 Vereinen Mitglied, in 2 bin ich wöchentlich aktiv, also jeden Montag und jeden Freitag. In den beiden anderen 3x im Monat, sonst ist das zeitlich zu viel. Ich habe durch keinen dieser Vereine - es sind Vereine in einer Großstadt, die Mitglieder wohnen im Umland, nachhaltig Kontakte aufgetan, die sich außerhalb des Vereinslebens abspielen. Man hat also wirklich nur in der Vereins-Blase Kontakt.

Beispiel im Fußball. Wir treffen uns zum Training, einige spielen am Wochenende bei Heimwärts oder Auswärtsspielen, je nach dem wie gut sie im Training waren und wie regelmäßig sie da waren. Wir hatten drei Whatsapp Gruppen, trafen uns auch ab und zu unter der Woche zum Lauftraining. Ich war da ein paar Mal dabei. Ich würde aber nicht behaupten, dass von diesen 10 Mitläufern jetzt 10 neue Freunde gefunden wurden. Nein - definitiv nicht. Wir haben auch sonst außerhalb des Sports keinen Kontakt und ich merke auch, dass viele den nicht suchen, weil kein Interesse, keine Zeit oder sonst etwas. Die meisten haben Familie. Während die Jüngeren an den Wochenenden zusammen ab und zu saufen und feiern gehen, scheidet das in unserem Alter ab 40 komplett aus. Einer war neulich verletzt, lag im Krankenhaus. Von den "Kumpels" hat es keiner geschafft, ihn zu besuchen, Job, Familie, und anderer Kram haben halt Vorrang.

Jetzt hängt es vielleicht davon ab. Vielleicht bezeichnet mich von diesen Leuten jemand als Freund, umgekehrt definiere ich Freundschaft als mehr, als 1 die Woche auf dem Fußballplatz mit den Leuten zu stehen und 1x die Woche beim Lauftraining zu sein. Das ist natürlich Ansichtssache.

Aber Freunde finden gelingt in der heutigen Gesellschaft ab einem gewissen Alter wirklich schwer, weil die Offenheit, die Zeit und auch das Interesse an Anderen fehlt. Und das ist keine Einbahnstraße. Dazu kommt noch, dass man irgendwelche haltbaren Schnittstellen braucht und sei es "nur" gemeinsame Ansichtspunkte und Gesprächsinhalte.

Freundschaften brauchen eben Zeit und die hat und nimmt sich kaum jemand. Es muss auch passen. Unpassende Freundschaften halten nicht lange und sind eigentlich auch nicht wert, gepflegt zu werden, nur damit man vermeintlich einen Freund gewonnen hat. Auch dieses Experiment, einfach mal nicht wählerisch sein, habe ich hinter mir. Nach einem Dreiviertel Jahr war der Kontakt so runter gebrochen, dass man sich nicht mal zum Geburtstag eine Whatsapp schickte. Wertlose Kontakte sind eher Zeitfresser.

Gerade im Vereinsleben, das ja so gern genannt wird, um Kontakte zu knüpfen, ist das schwierig, weil viele wirklich nur des Vereinssports dort sind und wieder gehen. Bei uns im Fußballverein werden sogar Gespräche aktiv vom Trainer auf dem Platz unterbunden. Beim Tennis genauso, das ist nicht gewollt. Das ist eher sogar ungern gesehen.

Diese typische Kultur "man ist für ein ander da", ist mittlerweile völlig aufgelöst. Auf der letzten Jahreshauptversammlung hatte ich bei drei Vereinen gehört, dass der Vorstand gewechselt hat (keine Zeit mehr für das Ehrenamt) und zugleich beklagt hat, dass bei Festen wie am 1. Mai alle nur noch konsumieren wollen, also hinkommen, feiern, gehen. Keiner erklärt sich aber bereit, mal die Tische und Bänke zu stellen, Getränke auszuschenken, lieber werden Arbeitsstunden bezahlt statt geleistet. Allein das hätte es früher nie gegeben und das sind eigentlich genau die Anlässe, die zusammenschweißen.

Für die meisten Menschen steht eine sehr lange Zeit nach Schule, Studium/Ausbildung erst einmal Partnerschaft, Familie, Haus/Wohnung, Karriere im Vordergrund und in der Phase ist es schon schwer genug, bestehende Freundschaften zu pflegen, geschweige denn aufzubauen.

Hinzu kommt, wir leben in einer satten Gesellschaft. Oft wird von einem Freund ein Mehrwert, ein Nutzen erwartet, "bringt der mich weiter" "kann der mir helfen" "kann der handwerklich was", ...... also dieser Effekt ist leider in unserer Gesellschaft extrem ausgeprägt.

Daher neige ich dazu zu sagen, ja - man ist für sein Glück in erster Linie selber verantwortlich aber nicht für Freundschaften, die mindestens mal von zwei Menschen abhängen - es hat sich gesellschaftlich leider ein sehr spürbarer Wandel vollzogen. Meine eigenen Erfahrungen sind vielleicht nicht repräsentativ, aber je mehr ich mit Leuten spreche, die nicht hier in meiner Gegend wohnen, aber in vergleichbaren Randbezirken von Großstädten, desto mehr deckt sich diese Erfahrung.

Ich kehre das ganze mal um. In den letzten Jahren hatte ich auch zwei, drei Leute, die sich mit mir anfreunden wollten und ich da einen Riegel vorgeschoben habe. Der eine - ein ehemaliger Schulkollege, der wieder in die Gegend gezogen ist - müllte mich voll mit alten Geschichten von früher und ist geistig meiner Empfindung nach über die Schulzeit nie hinaus gewachsen, das hat mich derbe gelangweilt und genervt, zudem kam dann immer eine neidvolle Spitze "Ja du hast es ja so gut..... du musstest beruflich nicht weg ziehen", den Kontakt habe ich irgendwann abgebrochen, glaube da lag irgend eine psychische Sache vor. Das andere waren Frauen, die eigentlich keine Freundschaften wollten, sondern vielmehr irgend ein Trostpflaster, weil frisch getrennt......also auch hier muss ich sagen, ich lasse nicht jeden durch die Freundschaftstür, der anklopft, weil ich auch meine Vorstellungen habe.

Möglicherweise ist das anders in Gemeinden, wo die Leute einfach keine Wahl haben, wo sie entschleunigter leben und soziale Kreise eher gepflegt werden. Das ist in Großstädten, die von Hektik und Anonymität geprägt sind, eher nicht der Fall.

Im Übrigen bin ich nach 2 Jahren jetzt auch zum Entschluss gekommen, aus zwei Vereinen auszutreten, habe mir aber 2 Jahre Zeit gegeben, die Menschen dort kennenzulernen. Aber ich bin auch nicht bereit, als passiver Sponsor den Verein finanziell zu stützen, bei dem ich 95% der Mitglieder nicht beim Namen kenne und die mich ebenso wenig.
 
Zuletzt bearbeitet:
oder "sonstwas", wenn man keine Freunde findet. Es liegt zuallererst immer an einem selbst.

Wer offen ist für Neues, wer freundlich ist, der lernt Menschen kennen.

Dem stimme ich zu. Und auch wenn es so einfach klingt, ist es gar nicht so einfach "offen" zu sein?
Irgendwie sollte man mit sich selbst auch im Reinen sein?
Ich glaube viel hängt auch von der Erwartungshaltung ab. Derer man sich evtl auch gar nicht immer bewusst ist.

Ich finde das alles echt kompliziert, von mir aus könnte das einfacher sein.
Man muss immer darauf achten, was man sagt, wie man es sagt, was man tut usw um ja jemand anderen nicht zu vergraulen.

Ein bekannter Psychiater meint, es gibt immer mehr Menschen die sich als "nicht genug" empfinden und dieses Verhalten entwickeln, es "allen recht machen" zu wollen.
Im Moment denke ich das bedingt sich ja. Die Anspruchshaltung auf der einen Seite zwingt den Gegenüber, der ja soziale Kontakte "braucht", dazu sich nach diesen Erwartungen anderer auszurichten, bis er sich selbst verloren hat?

Widerstand gegen diese Anspruchshaltung, sei es nun die von jemand anderem oder die eigene, wäre doch eigentlich sinnvoller.
Wir erwarten so angenommen zu werden wie wir sind, nehmen die anderen aber so wie sind oft nicht an.

Ich behaupte mal die Angst vor Ablehnung und Ausschluss in der Gemeinschaft ist sehr groß und eine sehr alt, sichert sie doch das Überleben des Einzelnen.

Das war wohl auch das äußert Bedenkliche in der Corona Zeit,- die Ablehnung und der Ausschluss derer, welche den Erwartungen nicht gerecht wurden.
 
Gerade im Vereinsleben, das ja so gern genannt wird, um Kontakte zu knüpfen, ist das schwierig, weil viele wirklich nur des Vereinssports dort sind und wieder gehen.
Ok, also Vereine sind eher ungeeignet.
Ist halt auch wirklich die Frage wie viele in einen Verein gehen um neue Freunde zu finden.
Es geht den Meisten wohl doch um etwas anderes.

Wo gehen denn dann Menschen hauptsächlich hin um neue Freunde zu finden?
Geht das nur noch übers Internet?
 
Dem stimme ich zu. Und auch wenn es so einfach klingt, ist es gar nicht so einfach "offen" zu sein?
Irgendwie sollte man mit sich selbst auch im Reinen sein?
Ich glaube viel hängt auch von der Erwartungshaltung ab. Derer man sich evtl auch gar nicht immer bewusst ist.

Ich finde das alles echt kompliziert, von mir aus könnte das einfacher sein.
Man muss immer darauf achten, was man sagt, wie man es sagt, was man tut usw um ja jemand anderen nicht zu vergraulen.

Ein bekannter Psychiater meint, es gibt immer mehr Menschen die sich als "nicht genug" empfinden und dieses Verhalten entwickeln, es "allen recht machen" zu wollen.
Im Moment denke ich das bedingt sich ja. Die Anspruchshaltung auf der einen Seite zwingt den Gegenüber, der ja soziale Kontakte "braucht", dazu sich nach diesen Erwartungen anderer auszurichten, bis er sich selbst verloren hat?

Widerstand gegen diese Anspruchshaltung, sei es nun die von jemand anderem oder die eigene, wäre doch eigentlich sinnvoller.
Wir erwarten so angenommen zu werden wie wir sind, nehmen die anderen aber so wie sind oft nicht an.

Ich behaupte mal die Angst vor Ablehnung und Ausschluss in der Gemeinschaft ist sehr groß und eine sehr alt, sichert sie doch das Überleben des Einzelnen.

Das war wohl auch das äußert Bedenkliche in der Corona Zeit,- die Ablehnung und der Ausschluss derer, welche den Erwartungen nicht gerecht wurden.

Ich erinnere mich noch an "früher" (jaja, da war alles besser) wo man sich zwanglos einfach traf, aber beide einfach Lust drauf hatten, sich zu sehen. Heute habe ich das Gefühl, muss man taktieren, wie ein Strategiespiel abwarten, bis der nächste seinen Zug macht. Das ist eigentlich dermaßen lächerlich, aber ich merke leider, scheinbar nötig.

Ich habe bei mir selbst einen großen Unterschied festgestellt im Kennenlernen weiblicher und männlicher Kontakte. Diese Erwartungshaltung, die du beschreibst, habe ich zb bei männlichen Kontakten überhaupt nicht, da ist es mir auch eher egal, ob die sich rühren oder nicht, oder ob ich drei Mal nachfrage oder nicht, da habe ich nicht das Gefühl, Ego zu verlieren oder in irgend einer Form mich zum Kasper zu machen. Kurzum: Ich habe keine konkrete Erwartungshaltung. Trotzdem finde ich hier, das Wort Freundschaft ist zu intensiv, um es inflationär zu verwenden. Ich spreche daher eher von Bekannten. Oder von Kontakten.

Bei Frauen? Siehts anders aus. Vor einigen wenigen Jahren, so kurz nach meiner letzten Beziehung, habe ich mich selbst als sehr schnell beleidigt erwischt. Wenns wieder mal nix wurde. Wenn die Frau sich wieder mal nach großen Tönen "lass uns wieder treffen" nicht meldete oder abgetaucht ist. Ich würde lügen, wenn ich da nicht Hoffnung, Erwartung gehabt hätte, die eben nicht erfüllt, zu Frust und Unzufriedenheit, Selbstzweifeln führt. Heute sehe ich das etwas entspannter, muss mich aber immer wieder erinnern, wenn ich mal "rückfällig" werde. Beispiel: Erst vor wenigen Wochen war ich mit einer "alten Bekannten", an der ich vor einigen Monaten mal Interesse hatte, mal wieder unterwegs. Ich kann das kaum einschätzen, da die Bekannte immer mal wieder intensive Kontaktbemühungen anstrebt und dann wieder wochenlang abtaucht ohne Antwort. Das Verhalten bewerte ich zwar nicht unbedingt als "besser" als früher, aber ich verbuche es bei mir eher als "ok, für Beziehung wäre so jemand definitiv ungeeignet, als lockerer Kontakt, wenns passt, kann man sich mal treffen". Bei diesen Leuten halte ich aber den besagten Spiegel vor. Treffen schließe ich nicht aus, aber ich würde niemals irgend etwas bereits geplantes für so jemanden absagen oder verschieben. Dazu ist mir der Kontakt nicht (mehr) wichtig. Im übrigen habe ich das als wir uns kennengelernt haben durchaus getan. Also Dinge, die ich vorhatte, zu Gunsten der Person gestrichen. Um dann festzustellen, dass die Person das umgekehrt nie tun würde.

Wenn man die Erwartungshaltung lockert, gewinnt man vor allem Selbstwert, weil man sich nicht verliert, nicht in irgend etwas rein steigert. Gerade aber wenn man in Richtung Kennenlernen / Partnerschaft Interesse hat, ist das manchmal leichter gesagt als getan. Da habe ich für mich jedenfalls die feste Regel: Bei Frauen, bei denen ich merke, ich könnte mich verlieren und bei vergebenen Frauen: Kontakt sofort abbrechen, wenn mir hier keine Distanz gelingt.
 
Ok, also Vereine sind eher ungeeignet.
Ist halt auch wirklich die Frage wie viele in einen Verein gehen um neue Freunde zu finden.
Es geht den Meisten wohl doch um etwas anderes.

Wo gehen denn dann Menschen hauptsächlich hin um neue Freunde zu finden?
Geht das nur noch übers Internet?

Nach meinen "Vereinserfahrungen" habe ich mir diese Frage auch gestellt. Für mich ist es daher so, dass ich beschlossen habe, das Experiment "Verein" dieses Jahr herunterzufahren. Das heißt, mich nur noch auf jene zu beschränken, bei denen ich wirklich der Sache wegen hin gehe und anschließend auch wieder genau so schnell verschwinde wie es die anderen tun.

Ich bin kein Freund vom Internet, was das angeht. Ich glaube aber, das Leben im Allgemeinen verlagert sich (leider) immer mehr dorthin.
 
Ich bin kein Freund vom Internet, was das angeht. Ich glaube aber, das Leben im Allgemeinen verlagert sich (leider) immer mehr dorthin.

So ist es, ohne geht nichts mehr.

Du solltest wirklich Spontacts mal eine Chance geben. Ich habe da "just for fun" eine Veranstaltung für Anfang Juli eingestellt- die war nach knapp 24 Stunden ausgebucht! Wir sind nun zu zehnt, zwei Frauen stehen auf der Warteliste, der Andrang war enorm. Alles Frauen in meinem Alter (man kann die gewünschte Zielgruppe sowie die Leute, die man bei der Veranstaltung haben möchte, selbst auswählen durch "Teilnahme bestätigen").

Ich habe aber auch fünf sehr gute Freunde übers Netz gefunden, primär Bumble Bff und wüsste nicht, wo ich heute ohne stünde. Ich verdanke der App eine Menge!

Ich habe nur noch ein befreundetes Paar aus Unizeiten, die Freundschaft besteht seit 20 Jahren.

Die andere 20jährige Freundschaft hat sich ebenfalls aufgelöst- einmal im Jahr treffen ist mir einfach zu wenig, so halbgare Kontakte brauche ich nicht!
Ein 10j. "Kontakt" entpuppte sich als sehr einseitig. Kaum stellte ich meine Hilfsangebote ein, korrigierte keine Artikel mehr für sie und hörte mir abends stundenlang am Telefon ihre Sorgen an, hörte ich nichts mehr von der Person.

Aus dem real life habe ich wirklich nur noch das befreundete Paar und einen alten Datepartner als Freunde, der Rest meiner Freunde ist "neu", da besteht der älteste Kontakt seit 4 Jahren, der jüngste seit 3 Monaten.

Diese Kontakte sind aber nun schon deutlich reichhaltiger als die alten. Erst gestern lud mich eine neue Bekannte zum Grillen in ihren Garten ein, inklusive netter Bewirtung und einem tollen Austausch, der auf Gegenseitigkeit beruht.

Mein Eindruck ist, dass die Menschen in der Lebensmitte nochmal ihr Lebensumfeld überdenken und da auch die notwendigen Schnitte ziehen. Sei es durch Scheidung oder durch Schaffen eines neuen Freundeskreises.
Die Chance ist also sehr groß, dass man Gleichgesinnte in der App oder bei Spontacts findet. Menschen, die ebenso keine Lust mehr auf ihre Elternfreunde haben, die nie Zeit für einen haben oder nicht mehr mit ihren alten Freunden zusammen passen.
 
Meiner Erfahrung nach nutzen viele Sportvereine tatsächlich aus zweckmäßigen Gründen ( um Sport zu treiben).

Das denke ich auch und höre ich auch aus meinem Umfeld. Plus es finden sich dort eher ältere Menschen ü60.

Einzeltreffen schwierig

Ich bin auch eher kein Gruppenmensch, ich brauche Tiefe und Austausch "one on one". Dafür ist Bumble bff perfekt, du schreibst nämlich nur mit einer Person und triffst dich auch nur mit einer.

Bei dem Event im Juli geht es um ein Sommerfest, das ist mit mehreren einfach witziger und ich nutze es zum "Beschnuppern" der Frauen. Die passenden bleiben dann schon hängen bzw. werden sich dann Anschlusstreffen ergeben. 😉

Für Betroffene ist es natürlich trotzdem zusätzlich blöd wenn dann gesagt wird: Du musst ja nur etwas machen".

Das verstehe ich auch, aber von selbst klingelt nun mal keiner an der Tür.
Ich hatte nach den Pleiten mit meinen alten Freunden auch die Schnauze gestrichen voll und eigentlich keine Lust mehr auf Menschen.

Aber die Neuen können ja nichts für das Fehlverhalten der Alten! Also auf zu neuen Ufern. Bei dem schönen Wetter zu Hause zu hocken ist auch nicht das Wahre.
 

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