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Ein Leben ohne Liebe ?

schattenkind, ich denke, du siehst das zu pessimistisch mit den menschen.

ja, es fällt uns schwer, das stimmt, aber wir (als menschheit) sind dabei es zu lernen. ich sehs doch schon an deinen gedanken, und du bist nicht der einzige, der sich diese fragen stellt...
 
Echte und falsche Liebe

Lieber Karsten, egoistisches Verhalten allein hat ebenso wenig zur Arterhaltung beigetragen wie Selbstlosigkeit! Und menschliches Verhalten allein auf evolutionäre bzw. biologische Vorgänge zu reduzieren ist menschenfeindlich und zynisch.

Im übrigen habe ich zwischen echter und falscher Liebe unterschieden. Echte Liebe unterscheidet sich dadurch von der falschen, dass sie allein Glück spendet. Falsche "Liebe" erkennst du daran, dass sie sich auf das konzentriert, was du vom Gegenüber zurückerhältst. Sie ist gar keine Liebe, sie ist Nutzdenken und Berechnung.
 
Tipps

Du wolltest einen Tipp von mir haben, wie man Liebe von anderen Dingen unterscheiden kann. Nun, im Prinzip ist es ganz einfach: Liebe bedeutet, einem anderen Menschen (aber auch dich selbst, sowie nichtmenschlichen Dingen wie Tiere, Blumen, Idealen, der Poesie oder der Musik) mit positiver, wohlwollender Aufmerksamkeit zu begegnen, sich am Wesen des anderen zu erfreuen, seine Lebendigkeit und Schönheit zu erkennen und sie zu fördern. Es bedeutet, den anderen um seiner Selbst Willen zu erkennen und zu belassen. Es bedeutet aber auch, die Verantwortung für das Wohlergehen des anderen zu übernehmen. Liebe ist ein Geschenk, dessen Erfüllung darin besteht, es weiterzugeben. Lieben bedeutet GEBEN, nicht NEHMEN.

Alles was darüber hinausgeht (z.B. das Bedürfnis, wiedergeliebt zu werden) ist keine Liebe mehr, sondern Berechnung. Diese entsteht dadurch, dass wir Menschen nicht nur wie z.B. einen Baum oder ein Gemälde um seiner Selbst Willen lieben können, weil ein Mensch (im Gegensatz zu einem Baum) unsere Liebe auch erwidern kann, uns z.B. Unterhaltung, finanzielle Sicherheit und sexuelle Lust schenken kann, sowie Dinge die unser Ego stärken. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, wenn diese Dinge freiwillig, d.h. in Freiheit und aus Liebe vom anderen kommen.

Das Problem entsteht, wenn diese Güter in den Vordergrund treten und die Liebe in den Hintergrund drängen. Dann löst sich die Liebe nämlich in Luft auf, man findet keinen Gefallen mehr am anderen und landet in einer reinen Nutz-Beziehung, in der nicht der Mensch die Hauptrolle spielt, sondern seine Eigenschaften und die Dinge die er uns geben kann. Man erkennt dann Eigenschaften am anderen, die man als positiv oder negativ empfindet und versucht den anderen zu "verbessern". Man fängt an abzuwägen, ob sich dieser oder jener "Einsatz" für den anderen lohnt, sprich: ob man einen angemessenen Gegenwert erhält.

Das hat NICHTS mit Liebe zu tun!!!
 
ich möchte noch was hinzufügen:

im prinzip sollte man ja grundsätzlich den mitmenschen ähnlich begegnen - nur sind wir davon noch ein ganzes stück entfernt. wäre es anders, hätten wir nicht noch unsre "kriegerischen instinkte" mit denen wir psychische und/oder physische gewalt ausüben, hätten wir diese erwartungshaltung "return on invest" nicht, sondern würden einfach liebe geben können, dann würden wir automatisch welche empfangen.

tja, schattenkind, das machts mit der partnerliebe nicht einfacher - es ist wie mit der nadel im heuhaufen, die man suchen und finden muss..
 
Mhm gut.

Kann es sein das sich das alles manchmal vermischt?
Also ich wollte jemanden helfen, einfach nur so. Naja eigentlich nicht. Ich spürte das es dieser Person schlecht geht. Auf die gleiche Art und Weise wie es mir schlecht ging. Einsamkeit. Ich errinnerte mich was mir geholfen hat. Ein Freund. Jemand der interessiert ist und mich versteht. Also war ich dieser jemand. Das war meine Entscheidung. Ich habe ihr geholfen, weil ich der Meinung bin niemand hat es verdient sich ständig einsam zu fühlen.
Nun wurde es komplizierter. Sie forderte mehr. Das war keine Liebe (sie nannte es aber so), sie wollte mich für sich. Ich dachte es hilft ihr darauf einzugehen, noch näher an ihr zu sein und ihr noch mehr zu helfen.
Leider war das nicht richtig.

Die 700km Entfernung haben mir relativ wenig ausgemacht. Wenn man 25Jahre alt ist und sich noch nie einem Menschen vollständig geöffnet hat, überhastet man nichts. Wozu auch. Ging 12 Jahre ohne also ist da kein Grund zu.
Leider ist sie erst 16. Nein 15. 16 war nur ne Lüge damit sie wie sie meinte interessanter auf mich wirkt. Mhm gut. WEgen einem jahr.

Nein Stopp vorgestern dann die volle Packung. Nein sie ist noch jünger. Und sie weint sich seit 9Monaten in den Schlaf wegen mir (bin ja nicht immer da). Und sie will nichts mehr mit i-net Kontakten zu tun haben. Ja, da falle ich mit drunter.

Was ist jetzt uneigennützig lieben?
Zu entscheiden sie zu besuchen und für sie da zu sein, obwohl sie sagt sie will das nicht mehr? Zu entscheiden das es das beste für sie wäre wenn man selbst aus ihrem Leben verschwindet?
Ich muss zugeben bei jeder Entscheidung ist Egoismus von mir mit dabei.

Wenn ich sie besuche hoffe (kann ich nicht leugnen) ich es springt mehr für mich herraus. Wenn ich loslasse bin ich wieder frei (ja ihre 'Liebe', die keine ist, zu akzeptieren belastet mich) .

Gruß
Karsten
 
Mehr geht doch aber sowieso nicht....unter 16 J.!
Lass dich nicht erpressen....durch mitleid....
zuhören-freundschaft ist viel-mehr braucht sie auch wirklich nicht.das weiß sie noch nicht,weil zu jung.
 
hi karsten,

tanja hat da wohl recht.

sieh mal, ich bin bi, hab vor 4,5 jahren meinen besten freund im net kennengelernt, und der ist 36 jahre jünger als ich.
die 550 km räumliche entfernung waren kein hindernis, das wir uns nach schier endlosen diskussionen in icq und per mail mehrfach besucht haben.
er hat auch seine freundin mitgebracht..
wären die empfindungen synchron gewesen und der altersunterschied nicht so gross - es hätte eine wunderbare beziehung draus werden können.
so ist eine wunderbare freundschaft draus geworden, wie ich sie noch nie im leben hatte - allerdings auch etwas wehmut auf meiner seite, obwohl die freundschaft das bei weitem aufwiegt.

was für dich da uneigenützige liebe wär ? falls sie den kontakt nicht abbricht, sei weiter für sie da. versuch sie nicht in ihren entscheidungen zu beeinflussen, sondern eher in ihrer persönlichkeit zu fördern. versuch auch keine entwicklung vorauszusehen, sondern lass auf dich zukommen, was geschieht. ob ihr dann doch irgendwann zusammenkommt - wer weiss - aber versuchs nicht hinzubiegen, das wäre nicht uneigennützig.
 
Liebt eure Nächsten, aber stürzt euch nicht in den Abgrund!

Versteht es nicht falsch, es geht nicht darum unbedingt zu WOLLEN, uneigennützig zu sein. Das ist sinnlos und würde zu einem Krampf führen. Es wird nie dazu kommen, dass Menschen sich voll und ganz der reinen Liebe hingeben werden, einfach weil sie an die materielle Welt mit all ihren Zwängen, psychischen Belastungen und eigenen Bedürfnissen gebunden sind. Neid, Eifersucht und verletzten Stolz wird man nie abschaffen können, soll man ja auch nicht, denn diese Empfindungen erfüllen auch ihren Zweck. Es wäre beispielsweise fatal, sich jedem Menschen, für den man Liebe empfindet, selbstlos hinzugeben und aufzuopfern. Ihr kennt doch bestimmt den Spruch: Liebe ist, wenn es Spaß macht treu zu sein. Aber was würde es bringen, einem Menschen treu zu sein, wenn er einen nicht auch liebt? Was würde es bringen, einen solchen Menschen mit kostbaren Geschenken zu überhäufen, wenn die Liebe nicht erwidert wird? Gar nichts, denn dieser Mensch kann mit deiner Liebe nicht viel anfangen, sie verpufft. Er wäre allenfalls geschmeichelt und würde wahrscheinlich etwas verdutzt gucken, warum sich jemand so für ihn aufopfert...

Wir sollen lieben, ohne Hintergedanken und Erwartungen, ja. Aber wir sollen uns auch nicht selbstmörderisch in die Flammen einer Liebe stürzen, die nicht erwidert wird. Ich weiß nicht wer es war, ich glaube Konrad Lorenz, der sagte: Ein Hund, der mir gestohlen werden kann, kann mir gestohlen bleiben. Recht hat er! Liebe bedarf der Loyalität, wenn sie sich voll entfalten und vertiefen soll und nicht im zurückhaltenden Anfangszustand verbleiben soll.

Also, liebt eure Nächsten, seid nicht so auf euch selbst und eure Wünsche fixiert. Aber euch ganz hingeben und lustvoll aufopfern, so vom ganzen Herzen, dass sollt Ihr erst bei dem Menschen, der diese Liebe auch wirklich verdient und auch erwidert!
 
Nachtrag

Jeder Mensch sehnt sich nach einem Platz, wo er sich ganz hingeben, wo er sich verlieren kann. Aber er sollte bei seiner Wahl sehr genau darauf achten, dass dieser Ort seiner auch würdig ist. Wenn die Liebe zum anderen in Konflikt mit der Selbstliebe gerät, sollte man gut abwägen, für welche man sich entscheidet!
 

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