Liebt eure Nächsten, aber stürzt euch nicht in den Abgrund!
Versteht es nicht falsch, es geht nicht darum unbedingt zu WOLLEN, uneigennützig zu sein. Das ist sinnlos und würde zu einem Krampf führen. Es wird nie dazu kommen, dass Menschen sich voll und ganz der reinen Liebe hingeben werden, einfach weil sie an die materielle Welt mit all ihren Zwängen, psychischen Belastungen und eigenen Bedürfnissen gebunden sind. Neid, Eifersucht und verletzten Stolz wird man nie abschaffen können, soll man ja auch nicht, denn diese Empfindungen erfüllen auch ihren Zweck. Es wäre beispielsweise fatal, sich jedem Menschen, für den man Liebe empfindet, selbstlos hinzugeben und aufzuopfern. Ihr kennt doch bestimmt den Spruch: Liebe ist, wenn es Spaß macht treu zu sein. Aber was würde es bringen, einem Menschen treu zu sein, wenn er einen nicht auch liebt? Was würde es bringen, einen solchen Menschen mit kostbaren Geschenken zu überhäufen, wenn die Liebe nicht erwidert wird? Gar nichts, denn dieser Mensch kann mit deiner Liebe nicht viel anfangen, sie verpufft. Er wäre allenfalls geschmeichelt und würde wahrscheinlich etwas verdutzt gucken, warum sich jemand so für ihn aufopfert...
Wir sollen lieben, ohne Hintergedanken und Erwartungen, ja. Aber wir sollen uns auch nicht selbstmörderisch in die Flammen einer Liebe stürzen, die nicht erwidert wird. Ich weiß nicht wer es war, ich glaube Konrad Lorenz, der sagte: Ein Hund, der mir gestohlen werden kann, kann mir gestohlen bleiben. Recht hat er! Liebe bedarf der Loyalität, wenn sie sich voll entfalten und vertiefen soll und nicht im zurückhaltenden Anfangszustand verbleiben soll.
Also, liebt eure Nächsten, seid nicht so auf euch selbst und eure Wünsche fixiert. Aber euch ganz hingeben und lustvoll aufopfern, so vom ganzen Herzen, dass sollt Ihr erst bei dem Menschen, der diese Liebe auch wirklich verdient und auch erwidert!