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Abtreibung - pro und contra

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Gut, aber das läuft am Ende auf meine Ansicht hinaus. Das es eben die Entscheidung der Mutter ( der Eltern ) sein sollte und die anderen Mitredner und Einmischer ( Staat und Kirche ) wirklich nur in Form von Beratung und Hilfe zur Seite stehen sollten.
 
Hallo,

ich denke das wird immer eine persönliche Entscheidung bleiben.
Ich würde nie abtreiben, weil ich mit dem Gedanken nicht leben könnte, einen Menschen ausgelöscht zu haben.
Ich habe damals auch keine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen.
Aber ....
Verbote und Gesetze gegen Abtreibungen vehindern diese nicht. Die machen nur irgendwelchen illegalen Praktiken Platz, bei denen auch die Frauen gefährdet werden.
Ich werde es immer bedauern, dass in unserer Gesellschaft Abtreibung manchmal als einzigste Lösung angesehen wird!
 
Danke Kasiopaja für Deinen Beitrag, denn der Beitrag (absichtlich) als Gast, mit E. unterzeichnet, den habe ich geschrieben, weil ich auch diejenige war, die diese Bemerkung (betr. Behinderung) in einer Antwort hatte. Als ich gelesen habe, wie das ausgelegt worden ist, da brauchte ich erstmal Zeit, um darauf zu antworten, denn mich haben die Vergleiche zur NS-Zeit sehr schockiert. Aber wenn man hier schreibt, dann muss man wahrscheinlich immer damit rechnen, dass da Gedankengänge sich auftun, an die man nicht mal im Traume denken würde. Diese Frage ist ein hochsensibles Thema und wie ich schon geschrieben hatte, eine Grundsatzdiskussion dazu sollte hier nicht geführt werden, denn wenn man erstmal selbst persönlich vor solch einer Frage stehen würde, wie man sich dann entscheidet, das ist die ureigenste Überlegung. In der Theorie sieht alles ein wenig anders aus, ich weiß wovon ich schreibe. Dazu habe ich schon selbst viel zu viel in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit erlebt. Ich sage immer, es gibt nichts, was es nicht gibt. Und ich würde niemals jemanden für eine solche Entscheidung in so einer Situation verurteilen.
Mich ärgern nur solche Sachen, wenn eine Abtreibung larifari gewertet wird, die Schwangerschaft lästig wie ein Furunkel am Leib, auch das habe ich mehr als einmal miterlebt. Ohne Sinn und Verstand wird gep......., huch, plötzlich ist man schwanger geworden und dann wird abgetrieben. Dafür fehlt mir dann das Verständnis.
Eisherz
 
Ein behindertes Kind wird immer ein behinderters Kind bleiben. Es wird nur älter, braucht aber konstant die gleiche Zuwendung. Mit 30 oder 40 Jahren kann man das noch leisten, aber was ist mit 60 oder 70 Jahren? Körperlich? Finanziell? Und was ist nach dem Tod der Eltern? Diese Kinder haben eine besondere Beziehung zu ihren Eltern! Aber was hat das Kind denn für eine Chance? Klar, wenn es klein ist und die Elternteile noch Leben, dann kümmern sich die Eltern drum. Und wenn keiner mehr da ist? Dann fristet es das ende seines Lebens in einem Heim. Ganz toll! Meine Freundin war auch in einem Heim (sie ist nicht behindert) das war die schlimmste Zeit in ihrem Leben.

Klar hat irgenwo jedes Lebewesen die Chance verdient zu leben, aber was dieses schwere Thema anbelangt... Ich persönlich würde es selbst weder psychisch noch körperlich schaffen ein behindertes Kind zu bekommen.

Nein, es gibt in der Natur kein Recht auf Leben. Der Fuchs killt die Gans, wieso hat die Gans kein Recht auf Leben? Der Mensch ist immerhin in der Lage Leben zu schützen und ihm damit ein quasi Recht einzuräumen. Was dem Leben im Einzelnen natürlich auch nicht viel nutzt, wenn man es nimmt. Im speziellen Falle der Abtreibung gibt es rechtliche Definitionen, bis wann und unter welchen Umständen ein Schwangerschaftsabbruch legal ist.

Ob ein Mensch in seinem Leben eher glücklich oder unglücklich sein wird ist nicht zwangsläufig von einer Behinderung abhängig. Dementsprechend ist es nicht möglich unter dieser Überlegung zu entscheiden. Soll heißen auch das gesündeste Kind kann später unglücklich sein.

Ein behindertes Kind auf die Welt zu setzen und nicht für es Sorgen zu können, ist meiner Meinung nach viel schlimmer als eine Abtreibung.

P.S. Nur, damit wir uns nicht missverstehen: Ich rede hier von schwersten Behinderungen, also solchen, die eine lebenslange intensive Betreuung durch Bezugspersonen voraussetzen, keine oder nur geringe Eigenständigkeit ermöglichen oder die selbst mit bester medizinischer Versorgung nur unzureichend kompensiert werden können.
 
ja Eisenherz,
Abtreibung sollte kein Mittel zur Verhütung sein - Diese sollte vorher geschehen.
Wer ein Kind zeugt sollte auch eine Verantwortung für es übernehmen können und die Entscheidung ob abgetrieben wird, sollte normalerweise (wir haben doch Verhütungsmittel??) nicht im Raum stehen.
Aber wenn es zu spät ist... was dann, ich denke nicht dass man diese Frauen pauschal verurteilen kann und darf. Wie Eisenherz schrieb, es ist leicht gesagt "zieh ein behindertes Kind auf" aber nicht so leicht getan. Vielleicht wird am Ende von der Gesellschaft noch gesagt: "Warum hast du nicht abgetrieben?"

grüße
whisperer
 
Genau so ist es Whisperer, es würde Seiten füllen, vom Erlebten von diesen Eltern zu berichten, was nur ich allein kennengelernt habe. Es ist ja auch vieles positiv und schön, aber es ist eine ungleich schwere Bürde, deren Last von vornherein niemand ab- und einschätzen kann. Sicher, der Mensch wächst mit seinen Aufgaben, aber ich habe viele erlebt, die sind daran zerbrochen, trotz vielfacher Hilfsangebote war die Last so schwer, dass die Kinder aber auch schweren Herzens dann in Pflege kamen. Auch das kann man nicht selber beurteilen. Angelina hat es auch so ausgedrückt, wie es ist. Dazu kommen sehr oft so viele kleine und große Probleme, die Reaktion der Gesellschaft ... Damit haben auch oft schon viele Eltern große probleme, deren Kinder ADS haben ... Ich weiß, dass viele dann denken, da muss man drüberstehen, wenn jemand blöd guckt oder schmerzhafte Äußerungen macht ... Aber in der oberflächlichen Welt der Schönen ist es in der Realität anders ... Von einem gemeinsamen Verständnis und der Wichtigkeit anderer Werte sind wir hier in Deutschland meilenweit entfernt.

Es geht ja in diesem Thread auch nicht ums Verurteilen, das muss dann jeder mit sich ausmachen können.

Aber weißt Du, wie schrecklich es ist, wenn Du dann so junge Eltern vor Dir hast, die mit ihrem Schicksal dann hadern und nicht mehr zurechtkommen ...
Lg Eisherz
 
Nein, es gibt in der Natur kein Recht auf Leben. Der Fuchs killt die Gans...

Ein behindertes Kind auf die Welt zu setzen und nicht für es Sorgen zu können, ist meiner Meinung nach viel schlimmer als eine Abtreibung.

Hi!

zu 1: Also die Gans hat doch trotzdem gelebt oder?
zu 2: So seh ich es auch! aber eben auch nur bei schwersten Behinderungen!

MFG
Simes
 
hmm- okay, dann nehm ich meine scharfen Worte von davor zurück und ändere sie in folgende Aussage:

Die Gesellschaft muss sich dringend (Toleranz) ändern , damit sich keine Mutter gedrängt fühlt, ein Kind wegen seiner Behinderung abzutreiben.

Ansonsten bleib ich aber dabei: es lässt sich in der Regel sowieso nicht zweifelsfrei feststellen, ob das Kind später behindert sein wird, geschweige denn, in welchem Ausmaß es behindert sein wird.
Ebenso kennt niemand die medizinischen, therapeutischen und pädagogischen Möglichkeiten der Zukunft.
Es ist also oft eine Tötung auf Verdacht.

Allerdings finde ich die Stellungnahme "Abtreibung besser als Heim" nicht okay. Heime von heute sind nicht mehr das, was sie vielleicht vor zwanzig Jahren noch waren. Das sind keine Räume, in denen 50 Behinderte vor sich hin vegitieren- sondern soziale Kleingruppen. (gibt natürlich leider schwarze Schafe). Das ist für mich eine durchaus nachvollziehbare und absolut legitime Entscheidung, wenn Eltern ihre Kinder entweder mit der Volljährigkeit oder auch schon zu Schulzeiten teilweise oder vollständig durch ein Heim/ Internat betreuen lassen => gerade bei der Belastung eines schwerstmehrfachbehinderten Kindes.
Kenne Eltern, die ihr Kind im Internat aufwachsen lassen und dadurch die Energie haben, sich am Wochenende und in den Ferien liebevoll, um es zu kümmern.
Ebenso kenne ich Eltern, die sich jetzt bereits bemühen, für ihre (momentan 15jährige Tochter) einen Wohnheimplatzt zu erhalten, der allen und vor allem der Tochter gefällt. Dort darf die Tochter jetzt schon in den Ferien "Urlaub" machen und freut sich tierisch und wird irgendwann nach Schulabschluss dorthin ziehen.
Das sind für mich verantwortungsvolle Lösungen mit einer schweren Aufgabe.

Ich bin der letzte Mensch, der jemanden wegen einer Abtreibung verurteilen würde- letzlich muss die betroffene Frau selbst damit klar kommen, aber ich finde es ganz schlimm (in den Fällen "ich bin plötzlich schwanger geworden und will gar kein Kind" besonders) und kann es nicht verstehen.
Dieses Verhalten widerspricht einfach völlig meinem Menschenbild. Und es macht mich betroffen, dass so viele Frauen keine andere Lösung sehen und unsere Gesellschaft diese Lösungen auch nicht immer ausreichend bietet.


Sori
 
Und es stellt sich für mich immer noch die entscheidende Frage:

Kaum einer von Euch, die hier für Abtreibung wegen Behinderung sprechen, würden doch das Kind, den Partner, die Mutter umbringen wollen, wenn diese plötzlich nach einem Unfall oder einer Krankheit schwerstbehindert wären, oder?

Die Anzahl der Kinder, die peri- oder postnatal (während oder nach der Geburt) durch irgendwelche Probleme behindert werden (Sauerstoffmangel kommt sehr häufig vor) ist wesentlich höher als die der praenatalen Behinderungen.

Da kann man als Mutter doch auch nicht weglaufen und das Kind töten? Da gibt es ja auch Wege, oder nicht?
 
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