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Abtreibung - pro und contra

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Kinder wegen einer Behinderung abzutreiben finde ich erst recht schlimm.

Weil damit wird eine Wertigkeit zwischen Menschen aufgestellt. Gesunde dürfen leben, behinderte nicht.

Das ist für mich ein schrecklicher Gedanke.

Zumal es gerade bis zum dritten Monat sehr schwer vorherzusagen ist, wie stark sich denn nun eine festgestellte Behinderung auf das Kind auswirken wird (Down-Syndrom ist zum Beispiel feststellbar, aber da gibt es soviele Variationen und so viele wirklich glückliche Kinder, die ihren Eltern viel Freude bereiten).
Und die darf man sogar noch im neunten Monat umbringen- legal. Da könnte ich echt zuviel kriegen. Gibt da den Fall eines kleinen Jungen, der seine eigene Abtreibung überlebt hat (könnt ihr hier nachlesen, aber evtl. Triggergefahr bei den Methoden der Spätabtreibung auf den Unterseiten)

Würden diese Menschen, die die Tötung wegen einer Behinderung tolerieren, auch ihre Tochter umbringen, wenn sie mit 2 Jahren einen Unfall hat? Oder ihren Ehemann nach einem Schlaganfall? Die Mutter, wenn sie alt und nicht mehr Herrin ihrer Sinne ist? Den Bruder nach einer Meningitis-Entzündung?


Ich finde das grausam, welche Einstellung manche Menschen zum Wert des Lebens haben, auch wenn ich da leider nichts dran ändern kann.
 
Hallo Soror,

hab mir die Seite genau durchgelesen. DAS finde ich auch echt schlimm. Abtreibung wenn das Baby schon fast auf der Welt und lebensfähig ist? 🙁
Nein. :mad:
Hab auch bei der Unterschriftenliste mitgemacht.

Kommen wir wieder ins Nazi- Regime? Behinderte haben kein Recht auf leben 🙁
 
Hi!

Also ich finde es zwar auch nicht richtig wenn ein Kind wegen einer Behinderung abgetrieben wird aber dennoch möchte ich mal einen anderen Blickwinkel darstellen:

Wenn das Kind besondere Behandlung und besondere Aufmerksamkeit braucht vielleicht sogar Pflege rund um die Uhr, dann kann ich durchaus auch verstehen wenn eine Frau sagt dass sie wenn sie nicht in der Lage ist sich dem Kind genügend zu widmen, weil sie arbeiten muss oder es einen Anderen trifftigen Grund gibt, abtreiben "will". Es ist sicher nicht leicht auch für die die abtreiben! Ich möchte nicht deren Gewissen haben!

Aber bevor sie das Kind bekommen und es dann verwahrlost oder vernachlässigt wird?

Sicher ist ein Leben ein Leben und es gibt keinen höheren Wert! Was definitiv so ist, aber in Einzelfällen... Naja ihr kennt den Ausdruck: "Das ist doch kein Leben..." Wobei Menschen mit Behinderung es ja nicht anders kennen.

Auch im Falle einer Vergewaltigung ist Abtreibung vielleicht besser als ein dann gehasstes Kind. Dann geschieht diese Abtreibung aber mit der "Pille danach" denk ich mal.

Es ist ein schwieriges Thema und ich möchte mit meinem Beitrag niemanden auf die Füße treten! Aber vielleicht sollte bevor man Grundsätzlich darüber redet man auch versuchen sich in die Betroffenen zu versetzen! Soweit dies überhaupt möglich ist.

Ich bin kein Befürworter für Abtreibungen aber auch keiner der alle verteufelt wenn sie diesen Schritt gehen mussten!

Mit Gruß
Simes
 
Aber wenn es ginge und ich in dieser Lage wäre, würde ich das Kind abtreiben. Ich weiß, dass viele mich jetzt steinigen werden, aber ein schwerbehindertes Kind wird ein Leben lang pflegebedürftig sein und das würde ich mir nicht antun wollen, wenn ich die Möglichkeit hätte, zu entscheiden.

Ich würde das Kind - wenn es wirklich sicher ist, dass es geistig behindert sein wird - definitv abtreiben.

Erstens weil ich nicht 100% sicher sagen könnte, dass ich mit der Situation umgehen könnte und dem Kind alles das bieten könnte, was es braucht. Ich meine keine materiellen Dinge sondern die aufopfernde Pflege die so ein Kind benötigt. Und das ein Leben lang. Und zweitens weil ich so ein Leben meinem Kind nicht zumuten wollen würde. Ich weiß dass die betroffenen Menschen das vielleicht selber nicht merken weil sie nichts anderes kennen, trotzdem gibt es genug Idioten auf der Welt, die schlecht zu Menschen mit Behinderung sind. Dem würde ich mein Kind nicht aussetzen wollen.
 
Nein, das kann ich nicht nachvollziehen- sorry.

Ein behinderter Mensch ist genauso wertvoll wie ein nicht behinderter. Und genauso liebens- und lebenswert.

Das Argument, dass man damit nicht zurecht kommt, zieht für mich nicht. Es gibt überall genügend Unterstützungsangebote für Eltern behinderter Kinder. Die fangen schon im Vorschulbereich an. Es gibt wirklich viele verschiedene Variationen, Eltern in solchen Situationen zu entlasten.
Und ich denke, es ist in solchen Fällen, in denen ein Kind schwerstbehindert ist und die Eltern (z.b. aus beruflichen Gründen) keine Vollzeitpflege leisten können auch völlig legitim, einen Heim- oder Internatsplatz in Anspruch zu nehmen (sowas geht auch zeitweise, etwas für zwei Wochen "Urlaub")

Wer nimmt sich das Recht heraus zu sagen, dass das kein Leben ist? Habt ihr mit behinderten Menschen zu tun? Die sind oft viel fröhlicher, offener und toleranter- auch schwerstbehinderte können ein glückliches Leben führen- die freuen sich auch über Kleinigkeiten.

Außerdem: Man kann im dritten Monat keine sichere Aussage (trotz PID) machen, wie sich das Kind geistig entwickeln wird- das kann man meist noch nicht mal nach der Geburt sicher sagen.

Das andere Argument ist ja noch unlogischer. Klar gibt es Menschen, die zu behinderten fies sind- aber die sind auch zu Menschen mit körperlichen Makeln, zu Stotteren, zu armselig gekleideten Menschen scheiße- lässt du die auch alle abtreiben?

Und ich wiederhole meine Frage von eben:
Würdet ihr auch Eure Tochter umbringen, wenn sie mit 2 Jahren einen Unfall hat? Oder Euren Ehepartner nach einem Schlaganfall? Eure Mutter, wenn sie alt und nicht mehr Herrin ihrer Sinne ist? Euren Bruder nach einer sehr schlecht verlaufenen Meningitis-Entzündung?

Ich finde diese Denkweise schrecklich.


Simes, ich kann mich sehr wohl in die Lage der Betroffenen versetzen - ich kenne die verschiedenen Positionen aus eigener Erfahrung hinreichend- leider. Verteufeln will ich auch keinen, aber verstehen kann ich eine Abtreibung aus diesen Gründen nicht.
Vergewaltigung, das ist wieder was anderes... Das ist schwer zu beurteilen, aber nur weil das Kind behindert ist??? Ne, das geht nicht in meinen Kopf
 
Wegen den fröhlichen Behinderten:
Ich kenne viele Menschen die eben wegen ihrer Behinderung sehr verbittert sind. 🙄
Aber auch fröhliche- es kommt drauf an, denke ich
 
ja, ich hab ja auch nicht gesagt, dass alle happy sind- aber das ist ja kein Grund für Abtreibung.

Wie viele nicht behinderte sind später nicht glücklich? Das ist doch bitte kein Kriterium...
 
da ich momentan schwanger bin, haben mein partner und ich uns natürlich auch gedanken darüber gemacht: was ist, wenn das kind behindert ist?!

Obwohl wir beide einer meinung sind, dann das kind trotzdem und auf jeden fall zu bekommen und auch solange selber zu versorgen wie es geht, haben wir auch die andere seite bedacht. wenn dieses kind sein leben lang auf dauer-pflege angewiesen wäre und wir wären irgendwann zu alt/ krank dafür, was passiert dann? nimmt ein familienmitglied dann dieses kind ( was dann ja wohl erwachsen sein dürfte ) in obhut? oder müsste es in ein pflegeheim? und wie würde das kind damit klarkommen?

Fazit: wir haben nicht das recht zu entscheiden, welches leben lebenswert ist und welches nicht. aus diesem grund haben wir auch keiner fruchtwasseruntersuchung zugestimmt. weil wir es nicht wissen wollen. weil uns dieses kind willkommen ist- egal ob gesund oder krank: es ist unser kind


die tante meines freundes hatte eine ganz normale schwangerschaft, alles prima, kind gesund. bis zur geburt: dort bekam die tante eine überdosis eines schmerzmittels ( keine ahnung welches, ist jetzt 21 jahre her ), dies führte zu multiplen, schwersten behinderungen des mädchens. was hättet ihr denn in so einem fall getan? abtreibung zu spät, kind da? das kind erschossen?!
 
Soror meinte:
ja, ich hab ja auch nicht gesagt, dass alle happy sind- aber das ist ja kein Grund für Abtreibung.

Wie viele nicht behinderte sind später nicht glücklich? Das ist doch bitte kein Kriterium...

zu meinem letzten Post, ich wollte nur sagen, dass Behinderte genauso Menschen sind und nicht alle glücklich. Nicht mehr.
Behinderung ist kein Kriterium für Glücklich oder Unglücklich sein, und ein Unglückliches Kind (?öh) abtreiben zu lassen, geht ja gar nicht, oder steht das in den Genen 😉
 
Es ist zwar hier eine Entwicklung eingetreten, die schon wieder ein neues Thema sein müsste, aber vielleicht mal dazu etwas zitiertes:

Der u.a. für das Arzthaftungsrecht zuständige VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hatte über die Klage eines Ehepaares gegen die eine Schwangerschaft der Ehefrau betreuende Frauenärztin auf Schadensersatz zu entscheiden. Die Eheleute begehrten die Feststellung, daß die beklagte Ärztin ihnen zum Ersatz des Unterhalts für ihr Kind verpflichtet sei, das mit schweren Fehlbildungen der Extremitäten geboren worden war. Die Ehefrau verlangte darüber hinaus die Zahlung eines Schmerzensgeldes. Die Kläger warfen der Ärztin vor, die Fehlbildungen während der Schwangerschaft pflichtwidrig nicht erkannt zu haben, und machten geltend, die Mutter hätte sich bei Kenntnis der schweren Behinderung für einen rechtlich zulässigen Schwangerschaftsabbruch entschieden. Die Vorinstanzen hatten der Klage im wesentlichen stattgegeben.

Der Bundesgerichtshof hat die angefochtene Entscheidung bestätigt. Das Berufungsgericht sei zunächst zutreffend davon ausgegangen, daß der zwischen der Ehefrau und der Beklagten geschlossene Vertrag über die Schwangerschaftsbetreuung auch die Pflicht der Beklagten zur Beratung der Eltern über die erkennbare Gefahr einer Schädigung der Leibesfrucht mit umfaßt habe. Die Verletzung dieser Pflicht habe das Berufungsgericht rechtsfehlerfrei bejaht.

Ohne Rechtsfehler sei das Berufungsgericht davon ausgegangen, daß ein Schwangerschaftsabbruch nach der medizinischen Indikation des § 218 a Abs. 2 StGB rechtlich zulässig gewesen wäre, da angesichts der zu erwartenden sehr schweren Behinderungen des Kindes sowohl die Gefahr eines Suizidversuchs als auch einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des seelischen Gesundheitszustandes der Mutter zu befürchten gewesen sei. Daß bei ihr nach der Geburt tatsächlich Depressionen aufgetreten seien, die deutlich Krankheitswert erreicht hätten, wobei zumindest in den ersten Wochen auch eine latente Selbstmordgefahr vorgelegen habe, stütze diese Prognosebeurteilung.
Urteil vom 18. Juni 2002 – VI ZR 136/01
Karlsruhe, den 18. Juni 2002

Ein Gesetz oder ein Urteil können letzten Endes auch nicht den Eltern eine mögliche Entscheidung abnehmen, falls sie davon Kenntnis erlangen, ob das Kind schwerbehindert ist oder nicht. Aber wenn ich die Wahl haben würde, ich wüsste momentan nicht genau, wie ich mich entscheiden würde. Hier gibt es Stimmen für und wider. Dazu kommt, dass ich lange Zeit in der Telefonseelsorge gearbeitet habe und auch in der Hospiz-Sterbebegleitung ehrenamtlich tätig bin. Und ich muss sagen, es ist manchmal vieles leichter gesagt und gedacht, wenn es einen nicht selbst betrifft. Vielleicht sollte man hier so eine Grundsatzdiskussion darüber so nicht führen ... Wer kann es ermessen, was es heißt, mit einem Kind zu leben, dass von Geburt an schwerstbehindert ist, oft werden die Frauen dann auch noch von den Männern verlassen, in der Gesellschaft haben sie einen schweren Stand und auch um jede Unterstützung muss oft hart gekämpft werden ... Und ich meine, es ist ein Unterschied, ob später eine Erkrankung dazutritt, oder ob von Anfang an schon vor der Geburt festgestellt wird, dass die Behinderungen schwerster Natur sind.
Und in vielen Threads hier lese ich es immer wieder, Partnerschaften halten ganz andere Dinge, die ich nun wieder harmlos finden würde (wenn es ums Putzen und Kochen geht), sehr oft nicht einmal aus. Und es ist illusorisch, anzunehmen, dass eine junge Familie so ein Ereignis ohne große Einschnitte annehmen kann. Aber wie gesagt: Es sollte hier einfach nur jeder seine Meinung dazu sagen und nicht verurteilen ... Wen es interessiert, es gibt da viel Literatur dazu, z. B. "Die Last, die Du nicht trägst ...", ein autobiographisches Buch einer Mutter.

In dem Sinne - E.
 
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