Ich brauche vor allem Gesprächstherapie ( Einzel oder ergänzend auch Gruppentherapie).
Weiterhin bräuchte ich Soziales Training/Coaching, Skilltraining oder wie auch immer es sich nennt.
Wie schon geschrieben habe ich Defizite/fehlende Kenntnisse im zwischenmenschlichen Bereich.
Diese müsste ich erst beheben bevor ich an Vereinstätigkeit oder ähnliches denken kann ( ansonsten ist die Gefahr hoch wieder negative Erfahrungen zu sammeln).
An Arbeit könnte ich dann noch später denken ( dann könnte ich mir auch Gedanken machen wofür ich wirklich Interesse habe).
Ich hoffe das ist aussagekräftig.
Aus meinen Erfahrungen, den eigenen, aber auch von dem, was ich jetzt mit meinen Klienten erlebe, halte ich diese Aussage für einen sehr klaren Blick auf Deine Situation.
Konfrontationstraining ist bei manchen Ängsten und vor allem Phobien hilfreich, aber es ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Von dem, was ich lese, brauchst Du zuerst einen sicheren Ort, an dem Du zur Ruhe kommen kannst. Hast Du denn eine saubere Diagnostik bekommen? Psychiater sind da oft leider sehr vorschnell und die falsche Diagnose kann viel Schaden anrichten. Die Symptome sind sich häufig sehr ähnlich, aber es ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Posttraumatische Belastungsstörung hat oder eine soziale Phobie.
Eine Gesprächstherapie kann sehr entlastend sein. Ich habe das heute auch immer noch, auch wenn ich schon in vielen Situationen gesund reagiere. Aber ich gerade schnell in Stress und werde unsicher und wenn sich das hochschaukelt, ist es nicht gut.
Ich habe weiterhin auch Ergotherapie und einzelbetreutes Wohnen. Um die Ergo musste ich kämpfen, aber ich merke, wie gut es mir tut. Da werden noch mal viele Unsicherheiten abgebaut. Ich kann es noch nicht richtig einschätzen, ob ich gesund reagiere, was angemessen ist und was nicht, ob mein Gegenüber das Problem ist oder ich. Am Anfang hatte ich 2x2 Stunden die Woche. Wir waren einkaufen, bei Ärzten, spazieren, bei Behörden. Wir haben viel geredet. Sie hat meinen Alltag begleitet, mich auf Dinge aufmerksam gemacht, mich unterstützt, wenn ich Ängste hatte oder unsicher war. Sie hat mir beigebracht, wie ich die Skills für mich nutze, die ich im DBT gelernt habe. Das gute bei der Ergotherapie ist, dass es keine festgelegte Therapie gibt, sondern sich nach den Bedürfnissen der Patienten richtet. Sie hat dann mit mir zusammen überlegt, wie ich einen sicheren Schritt ins Leben schaffen kann. Und mich dann auch dabei begleitet.
Die Ergo wird von Psychiater*innen verschrieben und es muss Hausbesuch angekreuzt sein. Leider gibt es auch da mittlerweile eine lange Warteliste. Aber ruf doch einfach mal bei einigen in Deiner Nähe an und frage, wie so eine Therapie aussehen kann. Die müssen wie gesagt Hausbesuche machen und psychiatrische Erkrankungen behandeln. Das machen nicht alle.
Einzelbetreutes Wohnen habe ich nur noch, weil es bis Mitte nächstes Jahres bereits genehmigt ist und die Frau mich seit 2015 begleitet und meine Entwicklung miterlebt hat. Sie hat noch mal einen anderen Blick und das tut mir sehr gut. Wir treffen uns immer noch 2 Stunden die Woche und das Reden ist eine große Entlastung für mich.
DBT hat mir viel geholfen. Da braucht man dann aber die Borderline-Diagnose. Aber es gibt andere Formen von Verhaltenstherapie.
Das ist kein "sich zurücklehnen" und "einen auf faul" machen. Das waren harte Jahre für mich, extrem schwere Arbeit. Aber ich habe das als meinen Job gesehen, "gesund werden".
Ohne mein "Therapeutenteam" hätte ich den Weg ins Arbeitsleben nicht geschafft. Wir saßen Stunden zusammen und haben diskutiert, ob es der richtige Zeitpunkt ist. Die haben mir Mut gemacht.
Die EUTB kann Dir dabei helfen, einen Status zu bekommen, wo diese therapeutische Arbeit überhaupt möglich ist und die können Dir auch bei der Suche helfen.
Was ich Dich aber auch noch fragen wollte, bist Du beim Jobcenter denn beim richtigen Sachbearbeiter? Du solltest eigentlich beim Rehaberater sein, der viel mehr Möglichkeiten hat und sich besser auskennt. Aber manchmal "vergessen" die Berater, einen weiterzuschicken. Dann muss man darauf bestehen. Aber auch da kann die EUTB Dich unterstützen.