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Freundin triggert mich langsam

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 122689
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G

Gelöscht 122689

Gast
Einer Freundin geht es gerade sehr schlecht, sie hat chronische Schmerzen und ist psychisch am Ende, sodaß sie nur noch im Bett liegt und vor sich hinleidet.
Leider ist es inzw. so, daß sie mich praktisch täglich anruft, um ihren ganzen Ballast bei mir abzuladen.
Es ist auch so, daß ich garnicht mehr zu Wort komme, weil sie ohne Punkt und Komma redet und am nächsten Tag weiß sie garnicht mehr was sie erzählt hat und fängt wieder von vorne an.

Ich versuche es, soweit wie möglich von meiner Psyche fernzuhalten, aber heute war mirs dann zuviel.
Muß selber aufpassen, gerade nicht wieder abzurutschen und es gibt gewisse Triggerthemen, wo ich sehr drauf anspringe normalerweise.
Was könnte ihn dieser Situation ein gesunder, respektvoller Umgang mit ihr und für mich selbst sein?
Habt ihr schon ähnliche Geschichten erlebt?

Soweit erstmal, ich mußte das mal schnell loswerden, komme aber erst wieder am späteren Abend zum Lesen hier, also kann noch dauern mit Antwort.
 
Was könnte ihn dieser Situation ein gesunder, respektvoller Umgang mit ihr und für mich selbst sein?
Sag ihr einfach, dass sie dir das bereits am Vortag erzählt hat.
Du hast auch ein Recht ihr zu sagen, dass es dir zu viel wird.
Schlag ihr bestimmte Tage vor, an denen ihr telefoniert, wie z.Bsp jeden Mittwoch und Sonntag. Oder auch nur einen Tag. Du musst dir nicht jeden Tag das Leid von ihr anhören.
 
Was könnte ihn dieser Situation ein gesunder, respektvoller Umgang mit ihr und für mich selbst sein?
Habt ihr schon ähnliche Geschichten erlebt?

Hallo Crizz 2,
solche Situationen kannte ich vor meiner psychologischen Ausbildung ständig und ich war ähnlich hilflos wie du offenbar. Was mir geholfen hat war, meine Grenzen zu erkennen und auch zu kommunizieren (auch dann noch, als die durch die Ausbildung wesentlich weiter wurden).

Wichtig ist aus meiner Sicht, die Hilfesuchende nicht abzuweisen, sondern HINzuweisen – also dorthin, wo sie tatsächlich die Hilfe bekommt, die sie braucht. Denn angenommen, jemand würde dich anrufen und von einer offenen Wunde, einem entzündeten Blinddarm oder einem schmerzenden Zahn erzählen – da würdest du auch nicht nur zuhören und mitleiden, sondern zum passenden Arzt oder Zahnärztin schicken.

Dass du dir selbst hier Hilfe holst, ist schonmal ein guter Schritt. Vielleicht kannst du mit deiner Freundin so auf einer Art "Meta-Ebene" sprechen: nicht mehr über das Leiden an sich, sondern welche Art von Hilfe sie braucht und wo sie die finden könnnte? Also eher eine praktische Empathie als eine rein zuhörende oder mitleidende.

Alles Gute, dir und ihr!
Werner

P.S. Sie kann ja gerne auch hier schreiben; hier gibt es ähnliche Erfahrungen und Leidensgeschichten. Vielleicht ist da etwas dabei, das ihr auch hilft?
 
Einer Freundin geht es gerade sehr schlecht, sie hat chronische Schmerzen und ist psychisch am Ende, sodaß sie nur noch im Bett liegt und vor sich hinleidet.
Leider ist es inzw. so, daß sie mich praktisch täglich anruft, um ihren ganzen Ballast bei mir abzuladen.
Es ist auch so, daß ich garnicht mehr zu Wort komme, weil sie ohne Punkt und Komma redet und am nächsten Tag weiß sie garnicht mehr was sie erzählt hat und fängt wieder von vorne an.

Ich versuche es, soweit wie möglich von meiner Psyche fernzuhalten, aber heute war mirs dann zuviel.
Muß selber aufpassen, gerade nicht wieder abzurutschen und es gibt gewisse Triggerthemen, wo ich sehr drauf anspringe normalerweise.
Was könnte ihn dieser Situation ein gesunder, respektvoller Umgang mit ihr und für mich selbst sein?
Habt ihr schon ähnliche Geschichten erlebt?

Soweit erstmal, ich mußte das mal schnell loswerden, komme aber erst wieder am späteren Abend zum Lesen hier, also kann noch dauern mit Antwort.

Hallo Crizz,

ich habe aktuell ein ähnliches Problem und weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich wollte dazu nachher auch noch einen Thread erstellen.

Vielleicht hilft dir dieser weiter. Es ist halt ein Problem. Wenn du die beste Lösung für dich suchst, stößt du ihr vor den Kopf.
 
Du darfst (und sollst!) immer sagen, wenn dir was zu viel wird. Es bringt hier nichts, wenn du dran kaputt gehst, jeden Tag das selbe von ihr zu hören. Weise sie drauf hin, sage ihr, dass sie das bereits erzählt hat und setze dich auch durch am Telefon, fordere deine Redezeit ein.

Die Idee mit den "festen" Tagen von unschubladisierbar finde ich übrigens auch sehr gut.
 
Wenn du die beste Lösung für dich suchst, stößt du ihr vor den Kopf.

Das muss nicht so sein. Man kann doch freundlich, aber bestimmt sagen, dass man gerne helfen möchte und auch da ist, aber nicht beliebig oft und auch nicht beliebig lange. Und man kann ganz ehrlich kommunizieren, dass es einem zu viel wird, ohne dass man den anderen dabei zurückstößt.

Wichtig ist aus meiner Sicht, die Hilfesuchende nicht abzuweisen, sondern HINzuweisen – also dorthin, wo sie tatsächlich die Hilfe bekommt, die sie braucht. Denn angenommen, jemand würde dich anrufen und von einer offenen Wunde, einem entzündeten Blinddarm oder einem schmerzenden Zahn erzählen – da würdest du auch nicht nur zuhören und mitleiden, sondern zum passenden Arzt oder Zahnärztin schicken.

Das wäre doch ein guter Weg. Gemeinsam überlegen, wo die Betreffende noch Hilfe suchen könnte. Es kann und darf nicht sein, dass alles auf Deinen Schultern lastet. Sorry, wenn ich das jetzt so brutal schreibe, aber manche Menschen sind, wenn es ihnen schlecht geht, unglaublich egoistisch und sehen nur noch ihr eigenes Leid. Und sie können dann sehr fordernd und anspruchsvoll sein. Der Helfende hat aber auch ein Ich, das es zu schützen gilt.
 
Einer Freundin geht es gerade sehr schlecht, sie hat chronische Schmerzen und ist psychisch am Ende, sodaß sie nur noch im Bett liegt und vor sich hinleidet.
Leider ist es inzw. so, daß sie mich praktisch täglich anruft, um ihren ganzen Ballast bei mir abzuladen.
Es ist auch so, daß ich garnicht mehr zu Wort komme, weil sie ohne Punkt und Komma redet und am nächsten Tag weiß sie garnicht mehr was sie erzählt hat und fängt wieder von vorne an.

Ich versuche es, soweit wie möglich von meiner Psyche fernzuhalten, aber heute war mirs dann zuviel.
Muß selber aufpassen, gerade nicht wieder abzurutschen und es gibt gewisse Triggerthemen, wo ich sehr drauf anspringe normalerweise.
Was könnte ihn dieser Situation ein gesunder, respektvoller Umgang mit ihr und für mich selbst sein?
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Soweit erstmal, ich mußte das mal schnell loswerden, komme aber erst wieder am späteren Abend zum Lesen hier, also kann noch dauern mit Antwort.
Wie schon hier vorgeschlagen, würde ich feste Zeiten für die Telefonate ausmachen, mit dem Hinweis, dass du dann etwas mehr Zeit hast und dich voll und ganz auf sie konzentrieren kannst.

Wenn du für dich keine Grenzen setzt, wird es dich immer mehr runterziehen und du kannst nicht mehr abschalten.

Und ja, ich kenne das Problem aus eigener Erfahrung und habe es geschafft, von mehrmals täglich auf 1 x die Woche zu reduzieren. Das hat auch den Vorteil, dass man sich mehr auf das Wesentliche konzentriert und nicht so viel Zeit zum jammern bleibt und für dich, dass zu zwischen den Telefonaten abschalten kannst. Das wird evtl. ein paar Wochen dauern, bis deine Freundin das verinnerlicht hat und sich daran hält.
Viel Erfolg!
 

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