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Fehl am Platz

Hallo Kirschblüte,

schau mal hier: Fehl am Platz. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Bei mir gabs vor ein paar Tagen endlich wieder Freundinnentreffen, wir haben ausgemalt, was wir diesen Sommer alles machen werden und es gab ein Hoppsassa, weil da viel auftauchte an Ideen.
Nach da hin richten wir unseren Sinn.
Willst du ein Schiff bauen, sagte Antoine de Saint-Exupéry, dann erzähle vom Meer, stelle dir vor wie es ist, dieses Schiff zu steuern. Motivation ist alles.
Ich sag mir, das Glück, das ich habe, das habe ich mir jetzt redlich verdient, das genieße ich so richtig. Dh, ich suche nicht nach Glück, ich habe es, wie du ja auch, wenn du richtig hinschaust. Lass dir das nicht stehlen und vermiesen durch diese furchtbaren Kopfgeschichten. ABSCHALTEN, was da oben alles brodelt, du lebst herunten. Was kochen wir heute? Ich hab gefüllte Paprika vor, oder Fisch, oder Krautsüppchen..Brennesselspinat...ich habe die Wahl. Ich könnte auch Brei von Vogelmist auf mein Teller schaufeln und dann kosten wie es schmeckt. DU bestimmst, womit du dich abgibst und was du tust! Schmeiß deinen Vogelmist in den Kompost und beginne endlich dein neues Leben. Das Genussleben.
 
Man muss nicht daran denken, um etwas zu empfinden. Verdrängen ist kein guter Ratgeber. Es ist doch gut, dass Linda hier schreibt!
Ich denke da immer an Kinder. Wenn die richtig arg gestürzt sind mit dem Fahrrad zb, dann käme keins auf die Idee, dass dieser Sturz irgendwann später, nach vielen Jahren schuld ist, dass sie zögerlich sind und unsicher. Der Sturz wurde vergessen, diese Zögerlichkeit kann kein Therapeut der Welt ergründen.
Ununterbrochen müssen wir uns aufrappeln wieder und klar gibts Gründe, warum man Panik spürt, oder Ängste. Da sehe ich keinen Sinn dahinter, die Ursachen zu erforschen, mir erscheint viel wichtiger, sich immer wieder auszurichten können und neu anfangen zu lernen, egal, was so alles gestern passiert ist.
 
Hallo @Linda Kremer

hoffe, Du bist gut in den Tag gestartet und es geht Dir gut. Was hast Du Dir für heute vorgenommen?
Hi! Naja, geht so…
Aber ich bemühe mich jeden Tag aufs neue. Wirklich.
Heute Abend ist der wöchentliche Filmabend, den ich zu Jahresbeginn in unserer Firma eingeführt habe. Jadeskorpion von Woody Allen. Aber ich freue mich garnicht mehr darauf. Dabei war ich stolz auf mein Projekt. Den Leuten gefällt es auch. Aber am „liebsten“ würde ich mich zurückziehen. Natürlich würde ich lieber Spaß haben… aber ich gehe ja eh hin. Ich muss mich zwingen, sonst ändert sich nie was.
 
Aber am „liebsten“ würde ich mich zurückziehen.
Vielleicht würde dir eine Kur helfen, ein richtiges Ausruhen einmal, weg vom Dauerbetrieb. Erschöpfung kann auch sehr mitspielen und ungeheuer stressig ists, wenn man nicht flüchten kann zum Regenerieren endlich. Du sagst selbst, mir wäre nach Ausheulen, alles mal rauslassen. Alles wird dir zuviel, keiner merkts.
Oder lass dich mal wegen irgendwas ins Krankenhaus einweisen, durchchecken ist nie verkehrt, zugleich ist dir für ein paar Tage die Flucht gelungen. In Krankenhäusern gibts auch Seelsorger. Dir gehts schlecht, also wäre das keine Ausrede, wenn du mal "niedergehst". Trau dich auszufallen und nimm dich nicht weiter zusammen. Vielleicht brauchts das, damit man dich als Mensch endlich wieder wahrnimmt und nicht als Roboter.
 
Heute war wieder ein Tag zum heulen. Ich weis nicht. Dabei geht es mir besser als noch vor einem Jahr. Alles hat sich verbessert. Um ein vielfaches. Wir haben keine finanziellen Probleme mehr, alle haben Arbeit, die epileptischen Anfälle meines Bruders sind auf ein zwei im Jahr gesunken. Er ist glücklicher und hat Hobbies. Ich bin unter Menschen und werde gemocht. Ich habe sogar einen (platonischen) sehr engen Freund. Was will ich mehr. Ich müsste überglücklich und dankbar dafür sein. Anstelle dessen holt mich die Trauer immer öfter und stärker ein. Immer eigentlich nach so einem aufgedrehten Tag wie gestern folgt so ein Tiefpunkt wo ich dauernd den Tränen nah bin.
Und aufgedreht bin ich leider auch nicht aus frohen Herzen. Ich bin immer gestresst und stehe unter Angst und überspiele es mit meiner Lustigkeit, dem Unfug. Ich kann es garnicht anders. Und dann schwingt das Pendel in die Gegenrichtung. Und ich werde so still, kann mich auch mit meinem Freund nicht unterhalten. Nichts.

Wir werden zusammen für ein paar Tage weg fahren und eine „Entdeckungsreise“ machen. Ich bin darüber sehr glücklich. Abe rich kann es ihm an solchen Tagen nicht zeigen. Meiner Mimik nach hat er gedacht ich zwinge mich zu dem Ausflug. Es ist fast eine Gefühllosigkeit. Aber eben nicht wirklich. Es schmerzt innerlich und ich stehe immer kurz vor dem Heulen.

Wie peinlich. Ich bin undankbar irgendwie. Ich weis echt nicht. Und mich in Behandlung begeben? Nee, das geht nicht. Das kappieren meine Eltern sofort. Kann ich nicht antun denen.

Ich schaffe das irgendwie, mit manchmal euren Zusprüchen 🥺
 
Du tust deinen Eltern nichts an, wenn du in Therapie gehst. Im Gegenteil! Wie kommst du auf die schräge Idee, dass du deinen Eltern damit etwas antust? Hast du mal mi deinem Hausarzt gesprochen? Hört sich schon sehr nach Depression an.
 
Du tust deinen Eltern nichts an, wenn du in Therapie gehst. Im Gegenteil! Wie kommst du auf die schräge Idee, dass du deinen Eltern damit etwas antust? Hast du mal mi deinem Hausarzt gesprochen? Hört sich schon sehr nach Depression an.
Weisst du, wenn dir deine Eltern sagen: ah wie gut, dass es mit dir keine Sorgen gibt. Wenigstens ist es mit die einfach.
Ich kann es nicht. Ich muss perfekt sein und stark.
Ich fühle mich so lächerlich. Ich weis nicht. Weisst du wie ich es vermisse, dass mich jemand umarmt! Jemand der/die weis, wie es mir geht. Meine Eltern umarmen mich. Aber sie wissen darüber nicht Bescheid. Sie umarmen eine andere Tochter, als sie eigentlich haben. Ich fühle mich schrecklich alleine.
Der Film läuft gerade, aber ich bin raus gegangen. Habe so getan, als hätte ich einen Anruf bekommen. Mir geht es so mies, dass ich nicht weis, wie ich am Ende des Filmes den Abend abschließen soll ohne die Stimmung zu zerstören oder einen falschen Eindruck zu hinterlassen.

Und dann dieses ständige Gejammer von mir selbst. Ich kann mich selbst nicht mehr ernst nehmen. Ich will stark sein. Alle schaffen es doch. Warum ich nicht.
 

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