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Wenn die Traurigkeit kein Ende findet............

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 124942
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Würde ich noch mal eine vergleichbare Situation erleben, würde ich natürlich im Zweifel doch den Notarzt oder ärztlichen Bereitschaftsdienst anrufen. Auch gegen den Willen der/des Betroffenen. Dann könnte ich aber auch sagen, ich hätte das in einem vergleichbaren Fall mal nicht getan, weil mein damaliger Partner es nicht wollte, und dieser sei dann wenige Tage später verstorben.

Das ist dann ja auch eine ganz andere Ausgangsbasis, die einem dann niemand als Übergriffigkeit oder "übertriebene Vorsicht" auslegen kann.

Aber mehr, als Konsequenzen für die Zukunft aus dem Erlebten ziehen, können wir nicht tun.
 
Nein, hättest du nicht. Sie hätte das auch selbst melden können. Bei jeder Mahlzeit, die ihr gebracht wurde und auf die sie keinen Appetit hatte, bestand Gelegenheit dazu, ebenso bei der Visite, Blutdruckkontrolle etc. Sie hat es aber offensichtlich nicht getan. Dazu war sie doch im KH, dass sie Beschwerden sofort ÄrztInnen und PflegerInnen mitteilen konnte. Wahrscheinlich hat sie dieser Appetitlosigkeit oder Übelkeit auch selber keine so große Bedeutung beigemessen, also wirf dir nicht vor, dass du es auch nicht getan hast. Kein normaler Mensch rechnet bei einem Menschen, der über Übelkeit klagt, sofort mit dem Schlimmsten. Zwar kann man das Schlimmste nie 100 %ig ausschließen, aber wenn man immer gleich vom Schlimmsten ausgehen würde, wäre man komplett handlungsunfähig und könnte das Leben in keiner Sekunde genießen. Jeder Mensch auf der Welt kann von jetzt auf gleich tot zusammenbrechen. Wer ist dann daran "schuld"? Niemand.

Im KH sind Ärzte und Pfleger überdies so überlastet, dass man dort oft über Stunden ohnehin niemanden erreicht. Viele von ihnen sind zudem selber ausgebrannt von den ganzen Corona-Fällen und anderem. Da könntest du ebenso gut dem Bundes- und Landesgesundheitsminister die Schuld geben, dem Finanzminister, dem Krankenhausträger, dem Krankenhausmanager oder der -managerin, dass die Personalausstattung in dem Krankenhaus so unzureichend ist, wie sie ist.

Und wie das KH auf eine solche Meldung reagiert hätte, kann man auch nicht wissen. Übelkeit kann vielerlei Ursachen haben. Man kann es einem Menschen auch nicht immer ansehen, wenn es ihm übel ist. Insofern trifft auch das KH keine Schuld. Solche Erwartungen kann niemand erfüllen, dann müssten die das Zehnfache an qualifiziertem Personal haben.

Der Tod deiner Frau war tragisch. Ein relativ geringes Risiko hat sich bei ihr leider verwirklicht. Aber daran ist niemand schuld. Die einen sterben nach einer an sich harmlosen Blinddarm-OP, die anderen überleben die riskantesten Herz- oder Lungentransplantationen.

Im Falle meines Partners kamen auch so viele unglückliche Zufälle zusammen (auch solche, auf die ich keinen Einfluss hatte), dass ich fast schon denke, sein Tod war zu diesem Zeitpunkt Gottes Wille. Nicht wir bestimmen normalerweise, wann wir abberufen werden, sondern Gott. Wir verstehen nicht, warum, aber wahrscheinlich ist es besser, wenn wir das dennoch als Gottes Willen akzeptieren. Und mein Partner hat ja auch dadurch, dass er jahrelang nie zum Arzt ging und auch zum Schluss außer zu meiner Ärztin zu keinem anderen Arzt kurzfristig wollte, ganz erheblich dazu beigetragen, dass er zu diesem Zeitpunkt verstorben ist. Nur er steckte doch in seinem Körper, nur er konnte doch wissen, wie schlecht er sich im Vergleich zu vorher wirklich fühlte. Man kann als medizinischer Laie nicht von sich erwarten, dass man das Befinden und die Gefahr besser einschätzen kann als der Betroffene selbst, jedenfalls , solange dieser noch bei Bewusstsein und bei klarem Verstand ist.

Kein Mensch muss damit rechnen, dass jemand, dem es nach einer OP übel ist bzw. der keinen Appetit hat, innerhalb von wenigen Stunden verstirbt. Und es hätte auch niemand an deiner Stelle anders gehandelt, als du es getan hast, jedenfalls kein medizinischer Laie.
Ja, mag alles stimmen. Aber im Nachhinein komme ich einfach nicht mehr los von diesem Gedanken.
 
Bin ich wirklich ein derart schlechter Mensch und war ich eine so lieblose Partnerin, dass ich so etwas verdient habe?
Natürlich nicht Sarnade.
Niemand hat das verdient.
Es gibt keine Gerechtigkeit im Leben.
Man muss akzeptieren,dass einige Sachen nicht beeinflussbar sind.
Ich weiß nicht,ob das stimmt,dass der Zeitpunkt unseres Todes schon bestimmt ist,wenn wir geboren werden,wie einige behaupten.
So traurig und tragisch es ist,wir können weder die Zeit zurück drehen,noch irgendwas tun,damit unsere Partner wieder lebendig werden und deshalb müssen wir lernen damit zu leben.
 
Ja, mag alles stimmen. Aber im Nachhinein komme ich einfach nicht mehr los von diesem Gedanken.
Wenn das nicht besser wird, würde ich mir an deiner Stelle aber doch lieber professionelle Hilfe suchen. Der Vorteil ist ja, dass man als Rentner zeitlich flexibler ist, was Arzt- und Psychotherapietermine betrifft.
 
Wenn das nicht besser wird, würde ich mir an deiner Stelle aber doch lieber professionelle Hilfe suchen. Der Vorteil ist ja, dass man als Rentner zeitlich flexibler ist, was Arzt- und Psychotherapietermine betrifft.
.... Nach meiner Erfahrung reicht es manchmal allerdings auch, wenn man gewisse Gedanken über einen längeren Zeitraum hinweg mehrfach mit einfühlsamen, überdurchschnittlich geduldigen Personen bespricht.

Irgendwann stellt man dann fest, dass man es doch verarbeitet hat und diese Zwangsgedanken dann auch nachlassen. Das kann aber durchaus 2 oder 3 Jahre dauern.
Ich habe z.B. auch sehr lange gebraucht, bis ich auch gefühlsmäßig, nicht nur rein rational, erfasst habe, dass ich meiner psychisch kranken Schwester nicht zu einer Behandlung und Besserung ihres Zustands verhelfen kann und selber zugrunde gehe, wenn ich den Kontakt noch weiter aufrecht erhalte. Ebenso war es für mich ganz schwer zu akzeptieren, dass unser seit Jahrzehnten schuldenfreies Elternhaus als Folge ihrer Erkrankung mit hohen finanziellen Einbußen teilungsversteigert werden musste.
Aber das habe ich mittlerweile überwunden, wenngleich ich Jahre dafür gebraucht habe und gerade von Verwandten dabei auch kaum emotionale oder sonstige Unterstützung hatte. Die wollten mit alledem nichts zu tun haben und haben sich einfach zurückgezogen. Traf man sie alle paar Jahre mal auf irgendwelchen Feiern, wurde obendrein mit ihrem eigenen Leben geprotzt und gestichelt.

Mit solchen Schicksalsschlägen werden wohl viele Menschen angesichts der egozentrischen Selbstdarsteller- und Ellenbogenmentalität in Deutschland alleingelassen, selbst wenn sie noch Verwandte haben.

Das kann man eher mit wirklichen Freunden besprechen (die rar gesät sind!) oder mit Fremden in einem anonymen Forum, sofern diese wirklich einfühlsam sind. Oder notfalls auch mit Psychotherapeut(inn)en.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn das nicht besser wird, würde ich mir an deiner Stelle aber doch lieber professionelle Hilfe suchen. Der Vorteil ist ja, dass man als Rentner zeitlich flexibler ist, was Arzt- und Psychotherapietermine betrifft.
Ja, das ist so eine Sache, ständig nur das EINE im Hinterkopf zu haben
Los lässt das einen sowieso nicht mehr
Auch nicht als Rentner
Auch nicht mit Psycho Hilfe
 
Ja, das ist so eine Sache, ständig nur das EINE im Hinterkopf zu haben
Los lässt das einen sowieso nicht mehr
Auch nicht als Rentner
Auch nicht mit Psycho Hilfe
Das weiß man erst, nachdem man sich auf psychotherapeutische Unterstützung eingelassen hat. Ich denke schon, dass dies zu einer anderen Sichtweise beitragen kann. Das heißt ja nicht, dass man die liebe Verstorbene oder den lieben Verstorbenen vergisst.
Aber schon, dass man mittel- bis langfristig nicht mehr derart schmerzlich unter dem Verlust leidet. Es mag einen nie mehr völlig loslassen, aber man kann lernen, auf eine erträgliche Weise damit zu leben. Sonst würden ja alle Leute, die ihre Partnerin oder ihren Partner auf tragische Weise verloren haben, psychisch daran zugrunde gehen. Das ist aber mitnichten der Fall.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das weiß man erst, nachdem man sich auf psychotherapeutische Unterstützung eingelassen hat. Ich denke schon, dass dies zu einer anderen Sichtweise beitragen kann. Das heißt ja nicht, dass man die liebe Verstorbene oder den lieben Verstorbenen vergisst.
Aber schon, dass man mittel- bis langfristig nicht mehr derart schmerzlich unter dem Verlust leidet.
Ich hatte das schon verstanden !
Es ist so ganz allmählich in mir aufgestiegen
Dieses Schuldgefühl , ist eben nicht so einfach zu verdrängen.
Dieses gleiche werden wohl noch so einige mit sich herum tragen.
Wie soll man damit umgehen.
 

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