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Demente Oma ist anstrengend

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Hallo Ernussmutter,
ich habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen, also von daher weiß ich jetzt nicht was alles so an Vorschlägen usw. kam, aber mir kam die Idee evtl. einen Rollstuhl zu organisieren, und wirklch mal mit deiner Oma rauszugehen, gerade wenn sie oft nur vorm Fernseher saß.
Ich glaube daß würde euch beiden gut tun.
Gruß von blattvombaum
 
Dieses lange Sitzen verhindert aber auch, dass sie öfter mal aufs Klo geht. Weil sie ja vorhin eine Stunde saß, geht sie dann ewig nicht und pinkelt sich ein. Dann habe ich ein riesen Heckmeck mit wechseln, waschen, wischen, aufräumen. Es passt einfach nicht in unsere Realität.

Zwei Vorschläge:

- du könntest zum einen etwas tun, damit sie merkt, wie viel Zeit vergeht, wenn sie auf dem Klo sitzt, z. B Playlist, die x min lang ist, mit Paulchen Panther am Ende 'Wer hat an der Uhr gedreht'. War mal ein bekanntes Lied, vielleicht kann sie immer noch was mit mit anfangen.

- wenn du ihr ohnehin helfen musst, wenn sie fertig ist, wirf einen Blick in die WC Schüssel. Viele ältere Herrschaften trinken nicht viel und mögen oft auch nicht mehr ballaststoffreich essen (Zahnzustand!). Das Ergebnis ist häufig Verstopfung. Falls sie häufig und lange auf der Toilette sitzt, ohne dass was kommt, sprecht mit eurem Hausarzt. Es gibt recht harmlose Abführmittel, die man auch rezeptfrei bekommt; da die aber z T mit wichtigen Medikamenten interagieren können, ist ärztliche Beratung wichtig und sinnvoll.

Ausserdem ist es wichtig, sie ans Trinken (z B Wasser o ä) zu erinnern, aber das machst du ja eh.
 
Kurze Zwischenfrage:
Wurde die Verbrüh-Gefahr beseitigt?
Und die ganze Einrichtung inklusive Geräte, Medikamente und allem drum und dran auf Gefahr bei unsachgemäßer Handhabe geprüft?
 
Zwei Vorschläge:

- du könntest zum einen etwas tun, damit sie merkt, wie viel Zeit vergeht, wenn sie auf dem Klo sitzt, z. B Playlist, die x min lang ist, mit Paulchen Panther am Ende 'Wer hat an der Uhr gedreht'. War mal ein bekanntes Lied, vielleicht kann sie immer noch was mit mit anfangen.

- wenn du ihr ohnehin helfen musst, wenn sie fertig ist, wirf einen Blick in die WC Schüssel. Viele ältere Herrschaften trinken nicht viel und mögen oft auch nicht mehr ballaststoffreich essen (Zahnzustand!). Das Ergebnis ist häufig Verstopfung. Falls sie häufig und lange auf der Toilette sitzt, ohne dass was kommt, sprecht mit eurem Hausarzt. Es gibt recht harmlose Abführmittel, die man auch rezeptfrei bekommt; da die aber z T mit wichtigen Medikamenten interagieren können, ist ärztliche Beratung wichtig und sinnvoll.

Ausserdem ist es wichtig, sie ans Trinken (z B Wasser o ä) zu erinnern, aber das machst du ja eh.
Sie verlangt dauernd was zu trinken und scheinbar klappt das mit dem Stuhl ganz gut, sowie ich das beurteilen kann. Ich vermute, dass das bei ihr was ganz anderes ist, eine uuuralte Angewohnheit. Sie hat früher immer auf dem Klo geraucht und sich nie abgewöhnt, das Klo ausschließlich für den eigentlichen Zweck zu benutzen. Sie fängt dann an sinnlose Sachen zu machen, wie Fussel von ihren Klamotten abzuzuppeln oder Klopapier sorgfältig zu falten bevor sie es ins Klo wirft etc.

Kurze Zwischenfrage:
Wurde die Verbrüh-Gefahr beseitigt?
Und die ganze Einrichtung inklusive Geräte, Medikamente und allem drum und dran auf Gefahr bei unsachgemäßer Handhabe geprüft?
Nein, noch nichts beseitigt. Ich weiß nicht genau, was man da machen kann, um das Wasser auf maximal lauwarm zu regulieren. Falls jemand was weiß bin ich offen für Tipps, ansonsten werde ich mal googlen.

Ich steh jetzt daneben, wenn sie sich die Hände wäscht. Sie kommt ohne mich sowieso nicht ins Bad. Momentan führt sie ihr Leben vom Wohnzimmer aus, wo sie entweder auf dem Sofa sitzt oder in ihrem Pflegebett liegt (wurde extra da rein gestellt, weil sonst nirgends Platz war). Jedenfalls haben wir mal alle Türen und Fenster abgeschlossen. Zum Glück ist das alles schon lange abschließbar.

Übrigens ist sie heute relativ schnell auf dem Klo fertig geworden, ohne, dass ich was sagen musste. Glück gehabt.
 
Das Pressen ist nicht notwendig. Durch das bloße Sitzen auf dem Deckel kann es zu Ödemen kommen, die dann böse Auswirkungen haben. Man kann das umgehen, indem man sie auf einen Polster setzt, aber mit dem nackten Po auf dem Klodeckel länger zu verharren ist tatsächlich für manche Leute sehr schädlich und wenn man das schon weiß, muss man aufpassen. Es ist tatsächlich nicht so lustig. Wegen sowas reißen manchen die Hämorrhoiden auf, sie bekommen Analfissuren, einen Prolaps oder sie machen ihr Häufchen nachher unterkontrolliert oder es geht gar nicht mehr, weil es durch die Schwellung nicht mehr funktioniert und schmerzt, genauso wie es Aussackungen im Darm begünstigt, die sogar operiert werden müssen. Das geht auch wesentlich schneller als man denkt. Bei einer Dame hat nur eine Woche ein bisschen länger als notwenig sitzen bleiben (hier ging es nur um eine halbe Stunde etwa) dazu geführt, dass sie operiert werden musste, weil sich eine Aussackung gebildet hat. Das ist tatsächlich was, was in der Pflege gefürchtet wird wie das Wundliegen und worauf man achten muss. Pressen ist nicht der Grund. Das Sitzen auf dem Deckel reicht. Jungen Menschen erscheint das natürlich eher übertrieben oder Leuten, die nicht zu sowas neigen. Deswegen versucht man die Sitzzeiten immer gering zu halten. Allerdings ist es natürlich klüger, das irgendwie stressfreier hinzukriegen.
Ich will jetzt nicht in fachliches Kleinklein und damit OT kommen, nur das nicht unkommentiert lassen. Ich arbeite seit 33 Jahren in der Pflege, unter anderem mit alten und auch dementen Menschen.
Was Du beschreibst, ist dort einfach kein Thema. Es mag Menschen geben, bei denen das enorm wichtig ist, das will ich gar nicht bestreiten. Ein solcher Vorfall (Prolaps) ist extrem selten. Für das Wundliegen spielen ganz andere Faktoren eine große Rolle.
Ich finde eben, auch liebe TE, dass in so einer Extremsituation ohne die Möglichkeit des langsamen Herantastens und ohne fachliche Begleitung man sich nicht mit Horrorszenarien und 1000 Dingen, die man richtig machen muss und jeder sagt etwas anderes, herumschlagen sollte.

Auf das Gefühl achten. Darauf achten, was einem gut tut. Gelassenheit. Sich den aktuellen Bedürfnissen hingeben.

Klar, wenn sie durch langes Sitzen nicht mehr auf die Toilette geht und dann einnässt, ist das ärgerlich und sollte vermieden werden. Hier wägst Du ja ab, was für Dich und Deine Oma die kleinere Belastung ist. Alternativ Pantys https://www.amazon.de/inkontinenzhose-damen/s?k=inkontinenzhose+damen? Sie sind unproblematisch in der Handhabung und entlasten sehr.
 
Gedächtnistraining. Wird auch in Altenheimen gemacht und ich hatte immer den Eindruck, dass es sie ruhiger werden lässt. Es liegen dann Lieder "Mamaaaaaa... du musst doch nicht"... und sie mussten sagen wer der Sänger war. Das Gedächtnis funktioniert ja noch weit zurück und dort ansetzen. Ich finde die Belastung enorm,.einen solchen Menschen alleine zu betreuen und gleichzeitig ganz traurig, was aus diesem Menschen geworden ist. Es wird ja nicht besser, dass ist abzusehen. Irgendwann gehen sie stiften, suchen die Haltestelle, denken sie sind auf Reisen usw. Und ja Zupfen. Tischdecke mit ganz vielen Falten auf den Tisch 😁
 
Ich weiß, dass ich hier im Forum eventuell anstrengend klinge
(...)

Zum Thema Oma und Toilettengang:
Im Umgang mit Demenzerkrankten ist Kommunikation alles.
Der Trick besteht darin, sie mit irgendwas da wegzulocken.
Was es ist, worauf deine Großmutter anspringt, das musst Du wissen.

Ganz wichtig: Immer eine freundliche Tonlage benutzen. Niemals gereizt reden, auch wenn Du es bist.

Als jüngerer Pfleger im Heim habe ich oft mit diesem Argument Erfolg gehabt: "Bitte tun Sie mir den Gefallen und kommen sie mit, weil gleich gibt es Essen und wenn nicht alle da sind, bekomme ich Ärger von der Chefin."

Du kannst erfinden, dass gleich Besuch kommt, Du kannst erfinden, dass im Bad was kaputt ist, was Du reparieren musst.

Lügen für einen guten Zweck.

Die Demenz sollte natürlich soweit fortgeschritten sein, dass sie die Lüge sofort wieder vergisst. In der Regel können Demenzerkrankte sowas maximal 3 Minuten behalten.

Praktischerweise kannst Du, wenn Du erstmal das richtige Argument gefunden hast, das bei jedem neuen WC Gang von neuem auftischen.
Denn sie vergisst ja, dass Du sie schon bei den 50 letzten WC Gängen mit dem selben Argument gewonnen hast.

Welches Argument genau zieht, das musst Du selbst mit Feingefühl rausfinden.

Wichtig nochmal: Nie gereizt auftreten, verbale Gewalt ausüben.
Nie!
 
Zuletzt bearbeitet:
(...)

Zum Thema Oma und Toilettengang:
Im Umgang mit Demenzerkrankten ist Kommunikation alles.
Der Trick besteht darin, sie mit irgendwas da wegzulocken.
Was es ist, worauf deine Großmutter anspringt, das musst Du wissen.

Ganz wichtig: Immer eine freundliche Tonlage benutzen. Niemals gereizt reden, auch wenn Du es bist.

Als jüngerer Pfleger im Heim habe ich oft mit diesem Argument Erfolg gehabt: "Bitte tun Sie mir den Gefallen und kommen sie mit, weil gleich gibt es Essen und wenn nicht alle da sind, bekomme ich Ärger von der Chefin."

Du kannst erfinden, dass gleich Besuch kommt, Du kannst erfinden, dass im Bad was kaputt ist, was Du reparieren musst.

Lügen für einen guten Zweck.

Die Demenz sollte natürlich soweit fortgeschritten sein, dass sie die Lüge sofort wieder vergisst. In der Regel können Demenzerkrankte sowas maximal 3 Minuten behalten.

Praktischerweise kannst Du, wenn Du erstmal das richtige Argument gefunden hast, das bei jedem neuen WC Gang von neuem auftischen.
Denn sie vergisst ja, dass Du sie schon bei den 50 letzten WC Gängen mit dem selben Argument gewonnen hast.

Welches Argument genau zieht, das musst Du selbst mit Feingefühl rausfinden.

Wichtig nochmal: Nie gereizt auftreten, verbale Gewalt ausüben.
Nie!
Kannste vergessen. Egal was ich sage, als Antwort bekomme ich "Ich komm ja gleich" und 30 min später hockt sie immer noch da. ^^
(...)
 
Zuletzt bearbeitet:
Es passt einfach nicht in unsere Realität.
Ich/Wir haben/machen das in den letzten Jahren auch durch.
Es "ist" die Realität ! 😉🙂

Wobei die richtige Kommunikation sehr wichtig ist.

In wie weit sprecht ihr euch in der Familie -> Oma, Kinder Bruder/Schwester, Enkel, etc.
Pflegepersonal etc. ab ?

Die Fragen die jetzt zu beantworten wären:

Sind soziale Dienste eingebunden ?
Wurde die Pflegestufe überprüft/aktualisiert ?

Welche Zuschüsse/Unterstützung könnt ihr bekommen ?

Weshalb "musst" du 12 Std. die demenzkranke Oma betreuen ?

In wie weit helfen deren Kinder dabei ?

Wie wird das organisiert ?

Vor allem wünsche ich euch Geduld und Verständnis für euch und der Situation gegenüber.
🙂🙂🙂

Ihr "müsst" da dran bleiben !

Informieren/Nachtelefonieren, etc.
Das ist echt anstrengend 🙁

Leider muß ich dem Gedanken deines Vaters widersprechen...
"Es wird wieder wie vor dem KKHs ?"

Es gibt nur "ein danach" und das ist niemals "wie zuvor" 😉🙁

Nicht unbedingt schlechter, aber anders 🙂

Gruß Hajooo
 
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