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Investieren in Krisen-Zeiten - ein Gedankenaustausch

Naja, wenn man jetzt z.B. 10.000€ in ETFs anlegt hat man nach 10 Jahren vielleicht 15.000€. Ob das jetzt besonders viel ist, weiß ich nicht. Klar, man könnte jetzt sagen, dass es quasi "geschenktes" Geld ist, aber zu Wohlstand wird man es als Kleinanleger wohl nur selten bringen.
 
Naja, wenn man jetzt z.B. 10.000€ in ETFs anlegt hat man nach 10 Jahren vielleicht 15.000€. Ob das jetzt besonders viel ist, weiß ich nicht. Klar, man könnte jetzt sagen, dass es quasi "geschenktes" Geld ist, aber zu Wohlstand wird man es als Kleinanleger wohl nur selten bringen.

Anhand eigener Erfahrungen und gemessen an den langjährigen Renditen und deren Durchschnitt kämst du nach 10 Jahren auf knapp 20.000 Euro.

Angenommen habe ich eine jährliche Rendite von 7% (historischer Mittelwert des MSCI World) sowie eine thesaurierende Anlageform.

Hättest du in den vergangenen Jahren angelegt, wäre deine Rendite trotz Corona und trotz der derzeitigen Verwerfungen nochmals deutlich besser (im zweistelligen Prozentbereich) gewesen.
Damit bist du locker in der gleichen Liga wie eine Immobilie in mittlerer bis mäßig guter Lage trotz Inflation.

Eine Verdoppelung der Einlagesumme bei gleichzeitigem Nichtstun (Vergleiche mit dem Vermieten einer Wohnung oder dem Erhalt einer eigenen Immobilie), ist eine feine Sache.

Bemühe zu deinen Rendite-Recherchen sogenannte Rendite-Dreiecke:


Dann wende Zinseszinsrechner an:


Deine Schätzung da oben ist grob falsch bezogen auf historische Renditen. Sie unterschlägt fast die Hälfte.

ABER BEDENKE:

Histrorische Entwicklungen sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

Bedenke auch die Sicherheit durch eine entsprechende Streuung wie im MSCI World oder im FTSE All World.

Willste mehr Rendite, brauchste mehr Risiko.
Und der Satz da oben gilt weiterhin.
 
Anhand eigener Erfahrungen und gemessen an den langjährigen Renditen und deren Durchschnitt kämst du nach 10 Jahren auf knapp 20.000 Euro.
Selbst das ist aber in 10 Jahren (!) nicht sehr viel. Und wer kann schon wissen, ob man das Geld in diesen Jahren nicht doch einmal brauchen wird...
 
Selbst das ist aber in 10 Jahren (!) nicht sehr viel. Und wer kann schon wissen, ob man das Geld in diesen Jahren nicht doch einmal brauchen wird...

Eine 100%ige Steigerung des Einlagevermögens in 10 Jahren praktisch ohne eigenes Zutun nennst du nicht viel?
Zugegeben... für einen professionellen oder gar institutionellen Anleger mag das stimmen, aber da gibt es andere Voraussetzungen.
Vor allem betreiben diese Leute vorab immensen Auffwand, um Renditen zu generieren, die oberhalb dieses Nivaus liegen.
Wie @Aryton da oben so schön sinngemäß schrieb... ETFs sind was für faule Ahnungslose. Man spricht oft auch von "dummen Geld"... weil das Konzept eben so simpel und die Renditen (bei ausreichend viel Zeit) relativ sicher sind.

Der zweite Satz von dir gilt für ALLE Anlageformen inklusive der klassischen Immobilie. Wann immer man Geld anlegt, sollte man nicht darauf angewiesen sein.
Alles andere ist grobe Zockerei und kann übelst nach hinten los gehen.

Du bist mit einem recht gefährlichen Mindset unterwegs.
Ich weiß schon, was Gier in einem anrichten kann und ich kenne gewisse Kulturkreise in welchen Protzen und das "schnelle Geld" (oder zumindest die Illusion davon) unglaublich wichtig sind.
Und gerade SCHNELLES Geld ist enorm risikobehaftet.
Nicht umsonst müssen zwischenzeitlich alle Online-Broker Anbieter im Kleingedruckten warnen, dass mehr als 75% ihrer Kundschaft teils immensen Verlust hinnehmen muss.


Das schnelle Börsenspiel basiert nuneinmal darauf, den Ahnungslosen und Gierigen in Windeseile die Taschen zu leeren.

@Regis:
Aber mal eine andere Frage... wie würdest du denn 10k Euro anlegen?
 
Aber mal eine andere Frage... wie würdest du denn 10k Euro anlegen?
Die Frage ist nicht mal wie, sondern eher wann: Man muss die 10k erst mal 'über' haben, um sie investieren zu können.
Du bist mit einem recht gefährlichen Mindset unterwegs.
Ich bin mit gar keinem Mindset unterwegs. Ich habe vor einigen Jahren in eine Gewerbe-Immobilie investiert, mit deren Mieteinnahmen ich meine Schulden abbezahle. Sobald das geschehen ist, müsste ich im Prinzip nicht mehr arbeiten.
Ich habe gar nicht die Absicht, nochmals in Wertpapiere zu investieren. Ich hatte es einmal gemacht und einen netten, aber rein spekulativen Gewinn damit erzielt. Würde ich das langfristig machen wollen, würde ich eher Anteile von Großkonzernen kaufen und diese dann einfach halten. Mache ich aber nicht, weil ich mich damit nicht auskenne.
 
Selbst das ist aber in 10 Jahren (!) nicht sehr viel. Und wer kann schon wissen, ob man das Geld in diesen Jahren nicht doch einmal brauchen wird...
Absolut, ja.
Wenn man den realen Wertzuwachs abzüglich Inflation und Steuern betrachtet, wird man definitiv nicht schnell reich. Wobei man diese Erkenntnis vielleicht eher denen sagen sollte, die nach höheren Steuern für Kapitalerträge schreien.

Vermögensaufbau braucht i.d.R. mehrere Komponenten gleichzeitig:
- Arbeitseinkommen
- Sparsamkeit
- eine gute Wertanlage wie z.B. ein Aktien ETF Depot
- sehr viel Zeit

Und es ist eben kein geschenktes Geld, sondern, Geld welches man erstmal erarbeitet haben muss, dann freiwillig lange Zeit darauf verzichten muss und das Risiko am Kapitalmarkt eingehen muss.
Deswegen macht es die Mehrheit ja nicht. Die Mehrheit will entweder nicht so lange warten, will das Risiko nicht eingehen oder will nicht sparen.

Also nein, eine breit gestreute ETF Geldanlage ist keine Zauberei mit der man schnell reich wird. Und dennoch das vermutlich beste, was die meisten Menschen tun können um Rücklagen, Rentenvorsorge oder generell Kapital aufzubauen.

Betonen möchte ich den Faktor Zeit, der auch von erfahrenen Anlegern oft unterschätzt wird. Das exponentielle Wachstum des Vermögens wird eben vor allem zum Ende hin bemerkenswert. Wenn du eine Geldanlage nicht nur 10 Jahre sondern vielleicht 40 Jahre über ein gesamtes Erwerbsleben hinweg denkst, kommt dann doch viel raus.

Nehmen wir an ein Arbeitnehmer spart jeden Monat in einen ETF 100 € ein. Sagen wir er erhält nach Steuern eine realistische Rendite von 5%, dann sind das nach 10 Jahren 15.000 €. Klar noch nicht soooo viel, aber schätze mal wo wir nach 40 Jahren stehen? Bei 145.000 €! Natürlich muss man diese noch um die Inflation bereinigen aber so oder so ein nettes Zusatzpolster für jede Rente.

Hinzu kommt für viele, dass man irgendwann was erbt, was auch mit einfließen kann. Oder man verdient mit steigendem Lebensalter mehr so dass man den Sparbetrag erhöhen kann. In den Schlagzeilen war ein Parkwächter aus den USA, der es trotz geringem Gehalt geschafft hat eine Million Dollar anzuhäufen.

Es ist viel möglich! In der Realität gibt es halt nur diverse Gründe warum wir es zwar könnten aber nicht tun. Und wofür auch? Das Ziel im Leben ist es nicht reich zu sterben. Andererseits ist es aber auch nicht Ziel des Lebens möglichst viel zu konsumieren.

Für mich ist Geldanlage nicht der Versuch schnell reich zu werden, sondern eher ein kontinuierlicher Fortschritt. Das Gefühl, dass man nicht nur dafür arbeitet um zu überleben sondern möglichst von Monat zu Monat einen wachsenden Fortschritt sieht. Das Gefühl etwas aufzubauen, sei es für Rente, für Notfälle oder um besser schlafen zu können.

Die Aussage "damit wird man nicht schnell reich" ist für mich stets eine Ausrede warum man es nicht macht. Man sucht oft nur eine Ausrede um mit gutem Gewissen weiter konsumieren zu können. Davon schließe ich mich auch nicht aus, denn wir alle haben gewiss keine Probleme damit unser Geld für schöne Dinge ausgeben zu können ;-)
 
Heute ist wieder ein geiler Tag... NICHT:

Anhang anzeigen 21018

Wie in einem schlechten Comic.

Grund:

Die US Inflationsdaten waren mit 8.2% um 0.1% höher als die von den Experten vorausgesagten 8.1%.

Was für ein Panik-Potential da im Markt ist...

DAX halt...

Marktbericht: Nach US-Inflationsdaten: DAX gibt alle Gewinne an Frankfurter Börse wieder ab | Nachricht | finanzen.net

Heute... ziemlich genau 2 Monate nach dem obigen Post zu genau der gleichen Uhrzeit der gegenteilige Effekt:

1670940560319.png

Gleicher Grund, nur inverse Richtung... US-Basisinflationsdaten minimal besser als erwaret und daher geringere Zinsschritte von FED / EZB wahrscheinlich.

Pure Psychologie...
 
Ich denke der DAX hat viele Hidden Champions die, falls sie die Energiepolitik überleben sollten, einmal wieder sehr profitabel ihren Platz am Weltmarkt einnehmen könnten. Glaube da steckt viel Hoffnung drin dass man sich politisch noch mal auf die Kernkraft zurück besinnt.
 

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