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Investieren in Krisen-Zeiten - ein Gedankenaustausch

Fast jede Online Bank hat 0 € Kontoführungsgebühr: DKB, Comdirect, N26, ING.... manchmal muss man bestimmte Bedingungen erfüllen. Bei der Comdirect muss man einen aktiven Sparplan haben. Es reicht hier also für 25 € im Monat irgendwas zu besparen. Bei der ING braucht man einen Gehaltseingang.

Meinst du mit 8.000 € den Steuerfreibetrag? Der liegt mittlerweile bei 9.984 €.
Deine Gesamterträge sind bis zu dieser Grenze steuerfrei. Wie viel Vermögen du hast ist für diese Grenze egal.
Wichtig: hier wird auch ein mögliches Arbeitseinkommen hinzugerechnet.
Also verdienst du z.B. 400 € im Monat = 4.800 € im Jahr, hast du noch noch 5.184 € Restfreibetrag, die du steuerfrei durch Kapitalerträge erhalten kannst.

Ein schweizer Bankkonto kannst du anlegen, bist aber solange du in Deutschland lebst, verpflichtet Erträge von diesem Bankkonto bei der Steuer anzugeben, ansonsten ist da Steuerhinterziehung.

Ich würde den Fokus aber nicht auf all das von dir genannte legen, sondern auf eine breit gestreute Anlage über Aktien, Immobilien, Gold, Rohstoffe usw.
Das kannst du auch bei nur EINER Bank machen, da die Aktien z.B. Sondervermögen sind und dir auch bei einer Bankenpleite zu 100% gehören.

Ist ein Gehalt von 400 Euro steuerrechtlich nicht schon über die 2-Prozent-Pauschale abgegolten und somit nicht mehr zu versteuern?
 
Ich habe 100000 Euro geerbt. Das ist zu wenig, um durchzudrehen und zu viel, um es völlig zu ignorieren.

Aber was soll ich schon machen? Risikoarme Investitionen bringen mir wahrscheinlich maximal 500-1000 Euro Ertrag pro Jahr. Bei hohem Risiko würde ich alles verlieren, das weiss ich.

Da kann man die Schotter doch eigentlich gleich auf der Bank lassen 😵
 
Ich habe 100000 Euro geerbt. Das ist zu wenig, um durchzudrehen und zu viel, um es völlig zu ignorieren.

Aber was soll ich schon machen? Risikoarme Investitionen bringen mir wahrscheinlich maximal 500-1000 Euro Ertrag pro Jahr. Bei hohem Risiko würde ich alles verlieren, das weiss ich.

Da kann man die Schotter doch eigentlich gleich auf der Bank lassen 😵
Es ist wohl eine typisch deutsche Deutung, dass Risiko ausschließlich negativ gesehen wird. Mathematisch bedeutet Risiko erstmal nur die Abweichung vom Erwartungswert, also sowohl negativ als auch positiv.
Am Kapitalmarkt wird man für Risiko belohnt.

Beispiel:
A) Eine Anlage ohne Risiko, bei der man garantiert von 100 € am Ende 100 € zurück bekommt, erbringt vielleicht nur 1% Zinsen.
B) Eine Anlage B, bei der man mit 50% Wahrscheinlichkeit die alles verliert und mit 50% Wahrscheinlichkeit seinen Gewinn verdoppelt bringt mehr als 1% Zinsen.

Das scheint unlogisch, da man im Schnitt in beiden Fällen ja 100 € rauskriegt. Man wird aber im Fall B für seine Verlustbereitschaft belohnt. Und i.d.R. auch dafür, dass der Wert der 100 € im Anlagezeitraum stark schwanken und man deswegen nur mit großen Verlusten an sein Geld kommt.

Wie kann man nun die Sicherheit von A mit der höheren Rendite von B kombinieren?
Mathematisch einfach: Man macht B mit tausenden kleinen Anlagen über eine extrem lange Zeit. Bei tausenden Investitionen ist es stochastisch praktisch sicher, dass man den Durchschnitt (also 100 €) rauskriegt, ABER man nimmt die höhe Rendite mit! Sozusagen: Diversifikation als "free lunch"

Das versteht fast niemand.
Es liegt auch nicht in unserer Natur. Man sucht sich auch nicht 100 Ehefrauen aus, obwohl dies den Vorteil hätte, dass man so sein Risiko vermindern würde. Schließlich könnten ein paar Frauen fremd gehen aber vermutlich nicht alle.

Ich weiß, ich werde hier philosophisch. Was ich nur sagen will: Auf lange Sicht ist Risikomeidung fast immer falsch. Wer 20 Jahre lang sein Geld breit diversifiziert anleget hatte (Gold, Aktien, Immobilien, von allem tausende kleine Positionen), war trotz des vermeintlich höheren Risikos IMMER besser bedient als ein Sparbuch. Das Sparbuch hatte "ohne Risiko" 20% weniger Realwert, das Depot "mit Risiko" hatte immer einen Realwert Gewinn.

Ob dir das hilft? Ich weiß es nicht, denn alles hat seinen Preis - und wenn es nur die Nerven sind, die es kosten kann mit einem Depot zwischenzeitlich 50% im Minus zu stehen. Das ist das schöne an der Marktwirtschaft: Vieles sieht ungerecht aus oder scheint pures Glück, aber alles hat seine logischen Gründe. Vielleicht muss man eine Affinität zur Mathematik oder Stochastik haben, aber es wohnt der den Finanzmärkten schon eine gewisse Anmut inne, wie sie aus einem Haufen unlogischer und emotionaler Menschen, ein logisches System schaffen.
 
Ich sehe Risiko nicht negativ. Habe nur keinen Bedarf, das bisschen Reichtum gleich wieder zu verlieren. Der eine ist für sowas gemacht, der andere nicht.

Beglückwünsche jeden mit der entsprechenden Traute zu seinen "Eiern"!


Es ist wohl eine typisch deutsche Deutung, dass Risiko ausschließlich negativ gesehen wird. Mathematisch bedeutet Risiko erstmal nur die Abweichung vom Erwartungswert, also sowohl negativ als auch positiv.
Am Kapitalmarkt wird man für Risiko belohnt.

Beispiel:
A) Eine Anlage ohne Risiko, bei der man garantiert von 100 € am Ende 100 € zurück bekommt, erbringt vielleicht nur 1% Zinsen.
B) Eine Anlage B, bei der man mit 50% Wahrscheinlichkeit die alles verliert und mit 50% Wahrscheinlichkeit seinen Gewinn verdoppelt bringt mehr als 1% Zinsen.

Das scheint unlogisch, da man im Schnitt in beiden Fällen ja 100 € rauskriegt. Man wird aber im Fall B für seine Verlustbereitschaft belohnt. Und i.d.R. auch dafür, dass der Wert der 100 € im Anlagezeitraum stark schwanken und man deswegen nur mit großen Verlusten an sein Geld kommt.

Wie kann man nun die Sicherheit von A mit der höheren Rendite von B kombinieren?
Mathematisch einfach: Man macht B mit tausenden kleinen Anlagen über eine extrem lange Zeit. Bei tausenden Investitionen ist es stochastisch praktisch sicher, dass man den Durchschnitt (also 100 €) rauskriegt, ABER man nimmt die höhe Rendite mit! Sozusagen: Diversifikation als "free lunch"

Das versteht fast niemand.
Es liegt auch nicht in unserer Natur. Man sucht sich auch nicht 100 Ehefrauen aus, obwohl dies den Vorteil hätte, dass man so sein Risiko vermindern würde. Schließlich könnten ein paar Frauen fremd gehen aber vermutlich nicht alle.

Ich weiß, ich werde hier philosophisch. Was ich nur sagen will: Auf lange Sicht ist Risikomeidung fast immer falsch. Wer 20 Jahre lang sein Geld breit diversifiziert anleget hatte (Gold, Aktien, Immobilien, von allem tausende kleine Positionen), war trotz des vermeintlich höheren Risikos IMMER besser bedient als ein Sparbuch. Das Sparbuch hatte "ohne Risiko" 20% weniger Realwert, das Depot "mit Risiko" hatte immer einen Realwert Gewinn.

Ob dir das hilft? Ich weiß es nicht, denn alles hat seinen Preis - und wenn es nur die Nerven sind, die es kosten kann mit einem Depot zwischenzeitlich 50% im Minus zu stehen. Das ist das schöne an der Marktwirtschaft: Vieles sieht ungerecht aus oder scheint pures Glück, aber alles hat seine logischen Gründe. Vielleicht muss man eine Affinität zur Mathematik oder Stochastik haben, aber es wohnt der den Finanzmärkten schon eine gewisse Anmut inne, wie sie aus einem Haufen unlogischer und emotionaler Menschen, ein logisches System schaffen.
 
Es wird derzeit glaube ich vielen bewusst, dass Inflation vielleicht nicht das Hauptproblem ist.
Vielmehr sind es die steigenden Zinsen. Prominentes Beispiel ist England, welches kurz vor dem Abgrund stand. Hier schön erklärt ab Minute 3:

Für immer mehr Menschen, Unternehmen und Staaten werden die steigenden Zinsen zum Problem.

Und England hat eigentlich einen ähnlichen Fehler gemacht, den auch Deutschland anfängt zu begehen: Probleme und Knappheiten mit Helikoptergeld zu lösen.
Einerseits werden durch steigende Zinsen Kredite für Staaten immer teurer, andererseits fängt Deutschland an mit hunderten(!) Milliarden Militär, Energie und Soziales zu fördern, natürlich auf Kredit.

Spannend ist insofern die Frage wie weit die Leitzinserhöhungen gehen. Auch hier könnte Inflation garnicht das entscheidende sein sondern vielleicht eher der Kampf USA gegen China. So treffen die hohen Zinsen vor allem den chinesischen Investmentbereich. Dort gibt es eine gigantische Spekulationsblase auf Immobilien, auch alles auf Pump.

Die Inflation scheint hingegen am Peak zu sein und nicht mehr zu steigen, ok vielleicht um 0,1%. Ich wette dennoch drauf, dass wir in einem Jahr eine Inflation deutlich unter der heutigen haben, zumindest in den USA. Die Inflation in Europa durch Energiepreise ist wieder ein anderes Thema. Wenn man weiter an der grünen Ideologie festhängt und sich weitestgehend weigert Kohle, Atom und Fracking zu betreiben, könnten die Energiepreise die Inflation in Europa länger oben halten.

Zum Markt:
Viele scheinen derzeit abgesichert unterwegs zu sein. Die Panik ist groß, die Verluste in den Indizes seit Jahresbeginn teilweise 30%. Unternehmen, deren Geschäftsmodelle sehr von Schulden abhängen, sind noch schlimmer dran. Vonovia hat jetzt fast 2/3 des Wertes verloren! Über Bitcoin reden wir besser garnicht erst.... selbst Gold ist im Minus! Vermutlich kaum ein Anleger, der nicht Verlust gemacht hat. Und eigentlich ist jede Geldanlage inflationsbedingt noch weniger wert als es aussieht.

Zu meinem Depot:
Mein Gesamtdepot ist seit Januar ungefähr 10 Prozent im Minus. Wobei ich auch zu denen gehören, die keine europäischen Aktien mehr nachgekauft haben, sondern nur noch US Titel.
Zunehmend interessant könnten Anleihen werden, bislang aber nur im Dollar Bereich. Eine gute Wette wenn man mittelfristig an eine weitere Abwertung des EURO glaubt, aber es bleibt eine Wette.
Im Euroland kann man inzwischen um die 3% für Anleihen im Investmentgrade kriegen. Ob das lohnenswert ist, erscheint aber fraglich. Die EU legt aufgrund der Energiekrise jetzt Eurobonds auf. Hier zahlt jetzt also Deutschland für die Schulden von Ländern wie Italien. Ich habe hier wirklich keine Lust der EU Geld zu leihen....

Laut Andreas Beck (alle Menschen, deren Vorname "Andreas" ist, sind kompetente Finanzexperten!!! 😎 ) ist die Trendwende jetzt da:
Möglich, dass wir den Boden des Bärenmarktes erreicht haben, aber es gab auch schon Bärenmärkte, die 2 Jahre dauerten. Ich denke, hier gewöhnt sich das Finanzsystem seit 15 Jahren erstmalig wieder an nennenswerte Zinsen. Viele junge Anleger wissen garnicht was das ist 😉
Herr Beck aber gewiss nicht unrecht, dass wir bei Preisen stehen, bei denen man definitiv in Aktien investiert sein sollte. Das KGV eines Dow Jones ist derzeit rund 16. Das ist nicht Crashniveau aber historisch schon relativ günstig.
 
Der @Andreas900 ...

immer gleich zur Stelle mit einem ganzen Aufsatz...

Du solltest mal überlegen, ob du nicht auch Finanz-Vlogger oder ähnliches werden magst, oder bist du es vielleicht schon 😳 ?

Wie dem auch sei... der Gagaismus an den Märkten geht munter weiter.

Der DAX heute bei Marktschluss:

1665676741864.png

Wie im Comic, ich sags ja.
 

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