Weil ich in der Zeit wo ich Datingpausen gemacht habe nie glücklich war, da hat mir immer was gefehlt, deshalb hätte ich wieder gern eine Beziehung aber trotzdem fällt es mir total schwer mich überhaupt zu überwinden. Ich hab dann oft eine Blockade im Kopf durch die ich überhaupt keine Lust auf Dates habe und manchmal hab ich mich dann trotzdem dazu gezwungen weil ich mir dachte, wer nicht wagt der nicht gewinnt
Das wundert mich nicht, denn das ist dasselbe wie diese Tipps von wegen einfach mal auf Social Media zu verzichten.
Ich will nicht sagen, dass es bei dir eine Sucht ist, aber es ist vergleichbar damit einem Alkoholiker zu sagen er solle einfach nicht mehr trinken oder einem fetten Menschen zu sagen, dass er weniger essen solle.
Du spürst diese Leere in dir und Dinge, die Bestätigung von außen geben, füllen diese Leere für einen kurzen Zeitraum bzw. lassen dich besser fühlen. Also haben solche Dinge wie Männer und Social Media, Komplimente etc. einen Effekt für dich bzw. sie stillen ein Bedürfnis. Vielleicht das Bedürfnis sich "in Ordnung" zu fühlen. Möglicherweise steckt hinter deinen Ängsten und Unsicherheiten immer wieder der Glaubenssatz "Ich bin nicht okay so, wie ich bin." Der Wunsch nach Aufmerksamkeit, nach Bestätigung und die Orientierung an deiner Mutter könnten unterschiedliche Ausprägungen dieses Glaubenssatzes sein bzw. dein Umgang mit der Angst und dem Wunsch das Gefühl zu haben, dass du okay bist, wie du bist.
Wenn du nun einfach dein Mittel zum Umgang damit weglässt, also z.B. komplett auf Insta verzichtest, keinen Kontakt zu Männern hast, dich von deiner Mutter trennst usw. dann bleibt die Leere in dir und wird umso stärker empfunden, weil du kein Mittel mehr zum Umgang damit hast, d.h. der gefühlte Druck wird umso stärker und die Wahrscheinlichkeit "rückfällig" zu werden, steigt.
Daher würde ich wirklich den Fokus darauf legen andere Strategien zu finden und deine Ängste bzw. deren Ursachen anzugehen. Therapie ist der richtige Weg. Daneben kann ich auch das Buch "Das Kind in dir muss Heimat finden" von Stefanie Stahl empfehlen. Ich glaube viele deiner heutigen Probleme haben ihre Ursache in der Kindheit. Daneben kann es helfen, wenn du deine ehrlichen Gedanken in einem Tagebuch aufschreibst. Du kannst hier auch schreiben, aber hier bekommst du halt auch Rückmeldung.
Ich habe auch überlegt, warum ich teilweise so streng auf deine Beiträge reagiere. Ich erkenne meine Anteile in dir. Ich habe auch lange meine Ängste vor Ablehnung etc. mit der Aufmerksamkeit von Frauen kompensiert. Ich habe meine Ängste stark ausgelebt und mich mit meinen inneren verletzten Anteilen identifiziert und dadurch lange Zeit nicht nur Frauen verletzt, sondern zuletzt auch die Frau, die ich wirklich liebe, mehrfach verletzt und unsere Beziehung fast unwiderruflich zerstört.
Es führt zwar auch immer ein Weg da heraus, allerdings kann es sein, dass manche Dinge nachhaltig kaputt gehen, bis man es schafft sich mit sich und seinen Ängsten auseinander zu setzen.