Tatsächlich werde ich derzeit eher pessimistischer, eben weil es gut läuft und die Bullen so laut jubeln.
Ich bin der Meinung, dass man sehr wenig an der Börse wissen und vorhersagen kann, auch wenn es zig "Signale" gibt, die Experten immer deuten.
Es gibt aber eine Sache, die recht zuverlässig ist: Der Leitzins. In den letzten 50 Jahren galt fast immer, dass es ab einem gewissen Leitzinssatz, ca.
5%+X kräftig abwärts ging.
Zwar war dann immer ein schwarzer Schwan der Auslöser, aber dieser schwarze Schwan folgte komischerweise immer nur kurze Zeit nach dem Top des Leitzinses. Je höher die Zinsen, desto wackliger werden Aktien.... und fallen irgendwann um.
Wir stehen jetzt kurz vor US Leitzinsen, welche die 3% überschreiten werden und wenn es wie geplant weiter geht auch die 4%. Dies ist bereits jetzt das zinsbezogen schlechteste Umfeld für Aktien seit 10 Jahren.
Gleichzeitig steht der MSCI World aber auf einem relativ hohen Niveau, bei dem fraglich ist, ob die Zinserhöhung bereits eingepreist ist.
Erst Recht wenn man bedenkt, dass viele Analysten wie selbstverständlich von einer Zinssenkung in 2024 ausgehen und die Kurse vor allem von privaten Investoren getrieben werden.
Klar können die wie auch im Corona Crash 2020 die Privatanleger Recht behalten und klar kann es sowieso immer weiter aufwärts gehen. Und man kann auch sagen "Hey ich warte bis die Leitzinsen über 5% sind". Aber ich glaube dies ist nicht das Umfeld wie 2020, bei dem auf lange Sicht kaum Alternativen zu Aktien bestanden.
Dazu passt, es es durchaus bekannte Anleger gibt, die jetzt sogar aussteigen:
Burry sah einst die Finanzkrise vorher. Der aktuellen Rally an der US-Börse traut er nicht. Er verkauft deshalb alle Aktien – mit einer Ausnahme.
www.handelsblatt.com
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Ich bin und werde weiter investiert bleiben, aber es ist vermutlich kein guter Zeitpunkt um "all in" zu sein.