Durch eine positive und sichere Beziehung, welche die tiefe innere Einsamkeit durchbrechen konnte und in welcher sie Halt fanden, konnten verschiedene Leute, welche ich kenne, von ihrer Sucht loszukommen und ihr eigenes Leben erheblich verbessern .
Der Wille und der Entschluss etwas zu ändern muss dabei aber von diesen Leuten selbst kommen.
Die Beziehung oder der Partner kann ein Antrieb sein, aber da muss mehr sein um tatsächlich vom Alkohol weg zu kommen.
Säuft jemand in einer Beziehung wird der Partner zum Coabhängigen.
Zwangsläufig. Der Partner, der Rest der Familie wird mit reingezogen. Es reicht da schon aus im gleichen Haushalt zu leben. Auch am engen Freundeskreis geht das nicht vorbei. Auch an den Arbeitskollegen nicht unbedingt.
Ich kenne leider auch einige Alkoholiker.
Es sind und waren - es leben nicht mehr alle - im Herzen gute Menschen. Sie waren so, wie du es oben schreibst. Es waren Leute, mit denen ich gerne befreundet war. Teilweise waren es Verwandte, die ich gerne sah. Aber ich schreibe "leider", weil ich noch heute wütend auf einige von ihnen bin. Wütend auf das, was ihre Alkoholsucht für die Familien, den Partner, die Kinder, die Freunde bedeutete und mit ihnen machte.
Aber ich habe für mich auch etwas daraus gelernt:
Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Ich für mich, die anderen für sich selbst.
Und meine Wut über die Gesamtsituation, die sich ergibt, wenn jemand Alkoholiker ist, bringt mir persönlich überhaupt nichts.
Also grenze ich mich von Menschen, die Alkoholiker sind und nichts an dieser Situation ändern wollen, ab. Das klingt hart und funktioniert nicht immer so einfach, wie es sich schreiben lässt, aber es ist der Weg für den ich mich entschieden habe.
Ich will es nicht wieder erleben, dass Leute wegen Sucht frühzeitig sterben ..
Genau deshalb grenze ich mich ab.
Es tut mir leid, dass dein Freund X gestorben ist cucaracha. Es tut mir für dich leid und für ihn.