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Wohin mit mir?

Argh, jetzt werde ich nostalgisch und bin gleich mal auf facebook stalken gegangen 🤣. Kann mich noch an ihren extremst langen Thread erinnern...wie viele Seiten hatte der? 500 ?? Wurde leider gelöscht 😢. Man hätte ihn lieber auf der Frontpage in Gold archivieren sollen 🙁.
 

Hallo Gelöscht 39344,

schau mal hier: Wohin mit mir?. Hier findest du vielleicht was du suchst.

@Styx.85 und auch an alle anderen:
Ihr dürft ehrlich eure Gedanken dazu rausschreiben - ich denke, dass nur das mir wirklich weiterhelfen kann. In manchen Momenten kann ich Direktheit ab und in manchen eher weniger, aber das darf euch komplett egal sein, denn ich werde versuchen in diesem Thread nur zu schreiben, wenn ich gerade auch in der Lage dazu bin logisch und zukunftsorientiert zu denken. Von daher ist es hier auch eher unrelevant, wie es mir gerade geht - ich achte auf mich und die verzweifelte/sensible/kleine Kampfmaus hat woanders im Forum ihre Orte und gehört hier nicht her. Das hier ist ein Thread, der mich weiterbringen soll. Also: Seid gerne ehrlich zu mir.

Alles klar... dann fangen wir mal ganz von vorne an und systematisch. Zunächst mal ein Feedback zu deinen Stärken und deinen Schwächen, wie ich sie hier im Forum und bis vor ca. einem Jahr in deiner Gruppe erlebe.

Schwächen:

1. Du bist hochgradig labil und hast zudem psychische Erkrankungen, die sich durch Stress / Belastung unheimlich aufschaukeln können, spziell im Bereich "Essen".

2. Du bist sehr unselbständig und äußerst abhängig von der Meinung anderer, selbst dann wenn diese Menschen sich vor deinem rationalen Auge als absolut schädlich präsentieren, Beispiel... deine Eltern, speziell dein Vater, dessen manipulative Art ja hier im Forum nicht nur dir bekannt ist sondern vielen aus deiner Gruppe übel aufgestoßen ist.

3. Du hast einen ausgeprägten Helfer-Komplex... stellst deine eigenen Bedürfnisse nahezu immer hinter denen anderen zurück. Entgegen anderslautender Meinungen hier ist dies im Alltag KEINE Stärke. Sowas kann einen sogar umbringen.

4. Du hast panische Angst vor anderen Menschen und neuen unbekannten Situationen und das gepaart mit eben diesem Helferkomplex. Diese Kombo macht einen Menschen im Alltag wehrlos, sie entwaffnet buchstäblich. Ich denke du weißt, wovon ich spreche.

5. Viele attestieren dir, dass du große Fortschritte machst. Ich sehe das leider grundlegend anders. Du hast einen ausgeprägten Fluchtreflex entwickelt. Die Therapieeinrichtung hilft dir (meiner Meinung nach !) nicht wirklich... deine Bezugspersonen fressen speziell deinem Vater aus der Hand, die Einrichtung selbst ist für dich Fluchtpunkt, doch du wirst mit jedem Aufenthalt dort schwächer.

6. Das was Menschen Alltag nennen, ist für dich "Kampf"... unzählige Wunsch - und Problemthreads zeugen davon. Deine Eltern gewinnen mehr statt weniger Macht über dich. Deine Dysfunktionalitäten werden immer ausgeprägter, habe ich den Eindruck. Rettende Befreiungsschläge oder gar Rebellion dagegen, was dir gut tun würde, bleiben aus. Stattdessen intensiviert sich dein innerer Druck, der dich auffrisst. Tatsächlich gehst du dem eigentlich Kampf permanent aus dem Weg und schreitest stattdessen auf einem Pfad der Selbstzerstörung.

7. Du bist zwar durchaus reflektiert, aber du kannst die daraus folgenden (korrekten) Schlüsse nicht in Taten umsetzen, die dir gut tun, womit die beste Reflektiertheit verschwendet ist.

8. Ehrgeiz, Stolz und Durchsetzungsvermögen sind dir ein Gräuel. Das ist nur teilweise eine Schwäche. 😉


Stärken:

1. Du verfügtst wahrhaft über die Gabe durch deinen schriftlichen Ausdruck zu glänzen. Und ich spreche hier bei weitem nicht nur vom nahezu makellosen Schriftbild, nein, du vermagst es durch Text, die Gefühle anderer Menschen zu erreichen. Das ist eine seltene Gabe und wie ich finde und eine deiner gößten Stärken.

2. Du bist empathisch. Meiner Einschätzung nach sogar wirklich. Deine Empathie beschränkt sich dabei nicht nur auf Menschen, denen es ähnlich geht wie dir, nein, du kannst dich wirklich in nahezu jeden Menschen gefühlstechnisch einklinken. Auch die, die weniger in deinen Strukturen und Denkmustern handeln. Diese Eigenschaft hat dir viele Sympathien hier im Forum eingetragen, auch über die üblichen Fronten hier hinweg.

3. Ich nehme an, dass du diese Empathie nicht nur schriftlich ausdrücken kannst, sondern sie auch gegenüber Menschen im RL zum Ausdruck bringst. Dies dürfte dich im RL für Fremde zu einer sehr sympatischen Person machen. Man nennt dies einen "gewinnenden Charakter". Die meisten Menschen dürften sich in deiner Nähe wohlfühlen, denn du kannst dich auf ihrer Ebene bewegen. Und ganz wichtig... du wertest nicht... glaub mir, ich weiß, wovon ich hier schreibe.

4. All dies beschränkt sich auch nicht nur auf Menschen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass du auch einen Draht zu Tieren hast, selbst solchen, die gemeinhin als "schwierig" gelten.

5. Du verfügst über einen für dein Alter sehr breiten Erfahrungsschatz und im empathischen Teilaspekt deiner Persönlichkeit über ungewöhnliche Reife. Das paart sich mit einem durchaus beachtenswerten Wissensschatz über die Welt. Die lernst gerne, wenn dich etwas interessiert. Das ist gut.

6. Du verfügst über ein hohes Konzentrationsvermögen. Ich lasse das unbegründet stehen. Deine Texte sprechen hier für sich.

7. Ehrgeiz, Stolz und Durchsetzungsvermögen sind dir ein Gräuel. Das ist nur teilweise eine Stärke. 😉

Kommen wir nun zu den Berufsbildern, die du in deinem Eingangspost genannt hast.

Psychologin / Sozialarbeiterin
👎👎

Ist extrem belastend, speziell für Menschen ohne Selbstschutz.
Zumindest ersteres setzt ein Studium voraus und ist entgegen der landläufigen Meinung sehr mathelastig, speziell Statistik. Du haderst gerade mit deinem Abi.
Man hat ständig mit neuen Menschen und neuen Situationen zu tun, die teilweise echt unangenehm sind. Man benötigt dafür sehr viel Stabilität, Abgrenzungsvermögen und Selbstschutzmechanismen bei gleichzeitig offenen Kanälen für den Probanden.
Betroffenheit ist KEINE Qualifikation. Ich schaudere immer bei Reportagen, wenn irgendwelche abgehalfterten Ex-Knackis jungen Straffälligen Boxen oder Kampfsport beibringen. Ich halte das für genau den falschen Weg. Ebenso wie eine psychisch labile Person, die gerne mit anderen psychisch Labilen arbeiten möchte. Ich kann deine Faszination dafür verstehen. Aber diese Jobs würden dich auffressen, wenn du denn überhaupt die Ausbildung / das Studium schaffst.
Desweiteren besteht die absolut reale Gefahr, dass du im Laufe deiner Ausbildung zu Erkenntnissen über dich und deine dysfunktionale Familie kommst, die dich schlicht umhauen werden. Diese Erkenntnis käme dann ungeschützt, in einer Vorlesung oder einer Bücherrei und nicht in einem therapeutischen Rahmen, wo du aufgefangen wirst. Ich hoffe du verstehst was ich meine.

Tierpflege
👍👎

Deckt einige deiner Stärken ab und hat das Potential, dass du darin glücklich wirst. Der Kontakt mit Menschen ist begrenzt und du könntest viele deiner Stärken ausspielen.
ABER
Der Job ist relativ brotlos. Du wärst weiterhin lange von deinen Eltern (oder einen Partner) finanziell abhängig, zumindest in der Ausbildung.
UND
Der Job kann auch belastend sein, speziell wenn es dir mal nicht gut geht. Deine Schützlinge brauchen dich täglich, bedenke das. Rückzug in schwierigen Situationen könnte problematisch werden.

Autorin / Schriftstellerin
👍👍

Das wäre was... hier sehe ich sowohl deine Stärken als auch deine Schwächen sehr gut abgebildet. Du erreichst Menschen, eventuell kannst du ihnen sogar mit deinen Texten helfen, wie du es auch hier schon oftmals tust, hast dabei aber keinen persönlichen Kontakt. Das Papier ist dein natürlicher Schutz. Geht es dir mal schlecht, nimmst du dir etwas Zeit. "Papier ist geduldig" wie man so schön sagt. Wenn du gut bist und das Potential dafür ist da, sollte auch ein vernüftiges Auskommen dafür drin sein. Mittlere Reife und Talent im Schreiben sind zudem ausreichend. Je nach dem, wie du dich selber mit deinen Texten identifizierst, könntest du sie sogar zu deiner eigenen Genesung verwenden. Vielen tut es innerlich gut, Belastendes schriftlich aufzuarbeiten und damit sich selber und anderen zu helfen. Ich denke, du bist auch so jemand.
Das wäre tatsächlich was, das du in Angriff nehmen könntest mit ordentlicher und langfristiger Erfolgsaussicht.

Generelle Betrachtung

Sie zu, dass du ein Berufsbild erwischst, wo schriftliche Kommunikation im Vordergrund steht und wo du möglichst alleine oder bestenfalls in einem kleinen Team mit Menschen arbeitest, die du gut kennst und denen du vertraust.
Meide alles, was mit Wettbewerb zu tun hat und stark fluktuierender Situationen. Meide schwierige und manipulative Menschen. Lasse das Papier dein Schutz sein.
Werde jedoch selbständiger, lerne für dich einzustehen. Das braucht man mittlerweile nahezu in jedem Job.
Meide unbedingt den 2. Arbeitsmarkt. Das bist du nicht, glaub mir. In dir steckt mehr als "Holzfigürchen anmalen" aber überschätze dich und deine Belastbarkeit auch nicht.

Ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass dies meine persönliche Einschätzung aufgrund meiner Lebenserfahrung und meinem bisherigen Eindrücken ist.
Mir ist bewusst, dass der erste Teil nicht ohne ist, aber es bringt aus meiner Sicht wenig, um den heißen Brei herum zu reden, daher möglichst kurz, direkt und schmerzlos.
Falls irgendwas so gar nicht zutrifft oder du @Kampfmaus es so nicht stehen lassen magst, dann gib mir kurz Bescheid und ich lösche es wieder.
 
Vielen Dank für eure ehrlichen Antworten!
Ich versuche das mal für mich kurz zusammenzufassen, sonst kann ich den Inhalt der Beiträge nicht so gut aufnehmen.

Okay, was mir als erstes aufgefallen ist, dass ihr alle sehr abgeneigt davon seid, dass ich etwas in Richtung Psychologie mache - das habe ich tatsächlich schon geahnt, als ich den Beitrag verfasst habe. Mir ist der Einwurf, mich nicht genug abgrenzen zu können, nicht unbekannt - ja, da habt ihr vollkommen Recht. Ich sehe das auch so. Allerdings dachte ich mir, dass ich das mit den Jahren vielleicht auch lernen kann, wie man sich von dem Leid anderer richtig abgrenzt. (?)

@tomtom1972
Deinem Beitrag entnehme ich folgende Hauptaussagen:
- nicht mit einem FSJ/FÖJ unnötig Zeit verschwenden
- Tieren u. Menschen helfen -> (zu) viel Leid, mit dem man konfrontiert wird
- besser: langweiligen Job (hast du ein konkretes Beispiel?)

Danke, den "Test" schaue ich mir mal an.

@Bodenschatz
Hauptaussagen:
- kein Abi -> weniger Chancen
- Dennoch gilt: Besser kein Abi und später einen neuen Versuch starten als jetzt ein schlechtes oder durchwachsenes Abi
- besser mehrere Praktika in einem Jahr (und somit mehr Einblicke in verschiedene Berufe), als ein FSJ/FÖJ (und somit nur einen Einblick in einen Beruf)
- den Blick auf die Zukunft noch mehr weiten

@Paxit
Vielen Dank für deine Worte. Sie machen mir Mut, weil es mir zeigt, dass man es schaffen kann trotz Ängsten und Zweifel. Sie geben mir das Gefühl, dass du mir vermitteln möchtest "Ich hab es geschafft und du kannst es auch.". Danke dafür, das bestärkt mich.

Hauptaussagen:
- es kann nur besser werden, wenn man sich den Ängsten stellt und in die Konfrontation geht
- es gibt keinen Zeitdruck
- Willenskraft kann einen weiter bringen, als man es je für möglich gehalten hätte

Paxit, du erzählst von einer jungen Frau, die massive Probleme hatte, aber ihren Traum trotzdem erreicht hat. Das hat mich berührt. Weißt du, was sie jetzt genau macht und wie sie da hin gekommen ist? Also könntest du ihren Weg noch ein bisschen genauer beschreiben? Wenn nicht, ist nicht schlimm - es würde mich nur interessieren.

Und was ist "ein BBW"?
Die Begriffe erster und zweiter Arbeitsmarkt sind mir nicht bekannt, aber da werde ich gleich mal Google fragen.

@Schroti
Magst du mir erklären, was es bedeutet, wenn man eine "geschützte Ausbildung" macht. Was ist der Unterschied zu einer normalen Ausbildung? Welche Vor- und Nachteile bringt das mit sich?

@Binchy
Hauptaussagen:
- Ziel vor Augen haben
- FSJ/FÖJ gut, da Ruhe und Zeit

Der Link scheint eigentlich gut zu sein, aber ich habe jetzt auf der Seite mal suchen lassen und die Suche nach einer freien Stelle ergibt keinen einzigen Treffer - auch nicht im Umkreis von 20 Kilometern.

(Teil 2 folgt)
 
@Styx.85
Auf einen ausführlichen Beitrag folgt eine ausführliche Antwort 😉:
Wow, du hast meine Stärken und Schwächen fast alle super auf den Punkt gebracht. Ich erlebe den oberen Teil auch nicht als hart zu lesen, weil ich mir meiner Schwächen durchaus bewusst bin. Es ist für mich daher vollkommen okay und mir tut das nicht weh, weil ich weiß, dass es stimmt - also naja, zumindest ein sehr großer Teil. 😉

Bei den Schwächen 1 - 4 und 8 stimme ich dir vollumfänglich zu. Das lasse ich so stehen.
Zu 5 & 6 möchte ich aber noch etwas schreiben. (Nr. 7 lasse ich so stehen, auch wenn ich damit nicht konform gehe.)

5. Viele attestieren dir, dass du große Fortschritte machst. Ich sehe das leider grundlegend anders. Du hast einen ausgeprägten Fluchtreflex entwickelt. Die Therapieeinrichtung hilft dir (meiner Meinung nach !) nicht wirklich... deine Bezugspersonen fressen speziell deinem Vater aus der Hand, die Einrichtung selbst ist für dich Fluchtpunkt, doch du wirst mit jedem Aufenthalt dort schwächer.
Da stimme ich dir nur zum Teil zu. Ich verstehe deine Sichtweise, denn du hast Recht - vor einem Jahr war das noch so. Da habe ich tatsächlich eine Art Fluchtreflex entwickelt. Die Aufenthalte in der ersten Klinik haben mir total gut getan und ich habe gemerkt, oh, hier ist es ja viel schöner als Zuhause und hier erlebe ich all das, wonach ich mich sehne und ich will hier gar nicht mehr weg - ich will nicht zurück in mein altes Leben. Mein 2. Aufenthalt dort hat dieses Gefühl noch viel stärker gemacht, aber dennoch hat ein Anteil in mir gesagt:

"Halt, stopp - Kampfmaus, das entwickelt sich langsam zur Flucht und 2. Aufenthalt schön und gut, aber auch wenn das hier das Paradies auf Erden für dich ist und dein Herz bei dem Gedanken an einen Abschied von dieser liebevollen Umgebung zerbricht, du wirst hier nicht noch ein 3. Mal hin zurückkommen und ich - der logische, erwachsene Anteil in dir - muss hier jetzt eine klare Grenze setzen, bevor es zur Flucht wird und du gar nicht mehr zurückfindest. Bis hierhin hat dir die Klinik geholfen, aber jetzt haben wir einen Punkt erreicht, wo ein längerer Aufenthalt für dich einen gegenteiligen Effekt hätte und du schwächer anstatt stärker werden würdest."

@Styx.85, du siehst, es gibt mehrere Anteile in mir und ja, der Fluchtreflex ist da, das stimmt, aber da ist genauso ein Anteil, der diesen Fluchtimpuls wahrnimmt, der dagegen angeht und mich wieder auf den richtigen Weg führt. Und dieser richtige Impuls hat sich sogar ganz von alleine gegen die Empfehlung der Klinik, noch länger zu bleiben oder nocheinmal wiederzukommen, gewehrt. Ich bin also nicht ganz verloren. 😉

Jetzt gab es allerdings ja vor kurzem noch einen 3. Aufenthalt - aber in einer anderen Psychiatrie. Der Aufenthalt war nicht geplant, sondern aus einer Notsituation heraus. Das mag man als weitere Flucht sehen - man kann es aber genauso gut auch als Eigenschutz betrachten, denn aus diesem Grund bin ich dort gelandet. Um mich selbst zu schützen. Natürlich war das auf gewisse Art und Weise auch wieder eine Flucht aus meinem Leben, genauso wie Suizidgedanken eine Flucht sind. Die kann ich aber leider nicht so einfach ausstellen. Aber ich arbeite jetzt gerade mit diesem Thread daran, dass meine anderen, lebensbejahenden und zukunftsorientierten (nicht flüchtenden) Anteile gestärkt werden.
Die Erwachsenenpsychiatrie war übrigens die reinste Hölle und kein Ort, an den ich je wieder einen Fuß setzen möchte. Viel mehr habe ich aus diesem schlimmen Aufenthalt die Motivation gezogen, keine halben Sachen mehr zu machen. Es reicht mit Klinik und ich kann mein Leben nur wirklich anpacken, wenn ich auch an den Fronten stehe und mich nicht selbst dauernd hinausziehe.

6. Das was Menschen Alltag nennen, ist für dich "Kampf"... unzählige Wunsch - und Problemthreads zeugen davon. Deine Eltern gewinnen mehr statt weniger Macht über dich. Deine Dysfunktionalitäten werden immer ausgeprägter, habe ich den Eindruck. Rettende Befreiungsschläge oder gar Rebellion dagegen, was dir gut tun würde, bleiben aus. Stattdessen intensiviert sich dein innerer Druck, der dich auffrisst. Tatsächlich gehst du dem eigentlich Kampf permanent aus dem Weg und schreitest stattdessen auf einem Pfad der Selbstzerstörung.
Ok, bei diesem Punkt gebe ich zu - das war schon ein leichter Stich in die Seite, aber auch noch kein Tritt in den Bauch. 😛

Du sagst, dass rettende Befreiungsschläge ausbleiben, aber was meinst du, ist das dann hier? 🤓 Aus welcher Motivation habe ich diesen Thread erstellt? - Naja, um mich zumindest in einem Bereich aus der Matsche zu befördern. Weißt du, was mich das an Kraft kostet überhaupt über Zukunft nachzudenken? Ich kann dir sagen, enorm viel Kraft. Und hey, ich bringe gerade meine Kraft auf, nicht um mich selbst zu zerstören, sondern um mir selbst zu helfen.

Dennoch gebe ich dir auch hier teilweise Recht, aber ich gebe mir nicht die Schuld. Das was du beschreibst, ist der psychischen Erkrankung geschuldet. Depressionen und Angststörungen bringen diese Punkte nunmal leider mit sich. Finde ich auch zum Kotzen, aber ist leider so. Und ich sehe schon, dass du da jetzt reininterpretieren wirst, dass ich mich auf meiner Krankheit ausruhen will - nein, will ich nicht. Es ist lediglich eine Erklärung dafür, dass es für mich sehr schwer ist, die lebensbejahenden Anteile im Vordergrund zu halten.

Das was Menschen Alltag nennen, ist für dich "Kampf"...
Ja, das ist wahr. Und der Kampf darf hier auch ohne Gänsefüßchen stehen. Kein Außenstehender hat zu beurteilen, ob mein Leben ein Kampf ist oder nicht. Das weiß nur ich selber.

------------

Zu den Stärken kann ich nicht viel sagen, außer dass es im Gegensatz zu den Schwächen natürlich Seelenbalsam ist. 😁😜 Danke, das bestärkt mich.

Zu den Berufen:

Psychologin/Sozialarbeiterin:
Okay, da argumentierst du in ähnliche Richtung wie die anderen User*innen. Verstehe ich.

Tierpflegerin:
Das sehe ich ganz genauso. So ungefähr schrieb ich das auch.

Autorin/Schriftstellerin:
Damit hätte ich ehrlich nicht gerechnet, dass du da zwei Daumen hoch gibst. Ich hatte gedacht, dass du das eher als totalen Holzweg siehst. Aber so kann man sich täuschen. ^^ Ich gebe dir Recht mit dem was du schreibst - aber ich habe Fragen dazu: Wie genau könnte ich das in Angriff nehmen? Wie würde da der Weg genau aussehen, der mich zum Ziel als Autorin führen würde?

Sie zu, dass du ein Berufsbild erwischst, wo schriftliche Kommunikation im Vordergrund steht und wo du möglichst alleine oder bestenfalls in einem kleinen Team mit Menschen arbeitest, die du gut kennst und denen du vertraust.
Ja, ich denke auch, dass das am Besten wäre. Was gibt es denn noch so für Berufe, die diese Punkte erfüllen? Hast du Ideen? Habt ihr anderen User*innen Ideen?

Meide alles, was mit Wettbewerb zu tun hat und stark fluktuierender Situationen. Meide schwierige und manipulative Menschen. Lasse das Papier dein Schutz sein.
Werde jedoch selbständiger, lerne für dich einzustehen. Das braucht man mittlerweile nahezu in jedem Job.
Meide unbedingt den 2. Arbeitsmarkt. Das bist du nicht, glaub mir. In dir steckt mehr als "Holzfigürchen anmalen" aber überschätze dich und deine Belastbarkeit auch nicht.
👍

Vielen Dank auch für deine ausführliche und ehrliche Antwort, @Styx.85. 🙂

@grisou - Ich habe deinen Beitrag gesehen, meine Konzentration und meine Kraftreserven sind für heute allerdings aufgebraucht. Ich werde dir aber, wenn ich kann, morgen nach der Schule (nehme mir zumindest vor hinzugehen) antworten. Fühl dich also bitte nicht vergessen. Aber du kennst das ja. 😗
 
Kleine Korrektur vielleicht zu:
@Bodenschatz
Hauptaussagen:
- kein Abi -> weniger Chancen
Mit Mittlerer Reife und darüber hinaus gehender Schulbildung (=11.KL.) gute Chance im Sektor, der nur die Mittlere Reife voraussetzt.
 
Entgegen der anderen Meinungen im Thread denke ich, dass du dich tatsächlich weitestgehend ganz gut vom Leid und den Geschichten anderer abgrenzen kannst und das sogar vollumfänglich könntest, wenn du stabiler wärst. Ich glaube nämlich, das ist mein Eindruck, dass du mehr kognitive Empathie aufbringen kannst, weniger emotionale Empathie.

Ich sehe dich allerdings im Moment auch nicht in der klinischen Psychologie oder Sozialen Arbeit, denn dazu bist du zu instabil. Dort muss man Konflikte und schwierige Menschen aushalten können. Ich denke, dass du (zumindest zum aktuellen Zeitpunkt) insbesondere Druck durch Konflikte, Anfeindungen und Ablehnung in solchen Kontexten sehr persönlich nehmen würdest. Es würde eine Zeit lang gutgehen, aber dann hättest du einen schlechten Tag und schon würde es nicht mehr klappen.

Ich glaube, dass es für dich möglich ist zu lernen, mit deinen psychischen Erkrankungen besser umzugehen, sodass du tatsächlich sogar eine sehr gute Psychologin oder Sozialpädagogin wärst. Ich glaube aber, dass das ein sehr, sehr langer Weg für dich sein wird, der nicht mit einem Studium jetzt begonnen werden kann. Das sehe ich aktuell nicht - auch dafür bist du meiner Ansicht nach zu krank. Die genannten Studiengänge gehen mit Praktika einher, in denen du dich beweisen müsstest. Für ein Studium benötigst du ausserdem Fähigkeiten zur Selbstorganisation, zum Bedürfnisaufschub und zur Aufgabenpriorisierung, die du aktuell, so denke ich, nicht hast. Ausserdem müsstest du dazu erst die Matur machen, die du de facto aktuell abgebrochen hast, weil du zu krank bist und weil dir (noch) die o.g. Fähigkeiten fehlen.

Ich möchte den Vorschlag von Schroti daher ausdrücklich unterstützen und dir nahelegen, zum jetzigen Zeitpunkt eine geschützte, begleitete Ausbildung zu machen. Begleitete Ausbildungen sind normale Ausbildungen bei normalen Betrieben, bei denen du aber von Sozialpädagogen begleitet, sprich z.B. bei der Organisation und im Umgang mit Kollegen unterstützt würdest. Es kann dir dann weniger passieren, dass du wegen deiner Erkrankung z.B. deine Stelle verlierst oder abbrechen musst, wenn dadurch bedingt etwas schiefgeht oder du länger ausfällst. Die Betriebe stellen sich nämlich von Anfang an darauf ein, dass da jemand kommt, der etwas mehr Unterstützung benötigt; sie werden ebenfalls im Umgang mit dir unterstützt. Ich kenne mich leider nicht gut aus, wie solche begleiteten Ausbildungen in Deutschland funktionieren (ich weiss nur, dass es sie gibt), aber ggf. könntest du dich informieren, ob z.B. eine Ausbildung als Tierarzthelferin oder Tierpflegerin begleitet/geschützt möglich wäre. Ich glaube, dass ein Beruf mit Tieren eine Möglichkeit für dich wäre, auch persönlich im Umgang mit deinen psychischen Erkrankungen zu wachsen.

Danach kannst du immer noch die Matur nachholen und studieren. Eine geschützte Ausbildung ist, wie gesagt, einer normalen Ausbildung gleichgestellt. Du hättest also etwas Normales erreicht, nur mit Unterstützung. Und du bist noch sehr jung. Darauf könntest du aufbauen.

Am wichtigsten fände ich, dass du dein Hauptaugenmerk auf eine Langzeittherapie legst, die es dir ermöglicht, in Zukunft besser mit deinen psychischen Erkrankungen umzugehen. Du musst langfristig stabil werden, um im Leben weiterzukommen, und du musst lernen, mit deinen Erkrankungen umzugehen, um deine Stärken auch konstruktiv nutzen zu können (denn ich beobachte im Forum, dass du sie häufig destruktiv einsetzt).

Ich fände es auch wichtig, dass du von daheim ausziehst, aber nicht alleine lebst (das kannst du nicht, denke ich). Die Situation daheim belastet dich stark und sie wird dich auch weiterhin belasten, sie wird dich auf deinem Weg weiter behindern. Ich glaube daher, dass ein Auszug mit ambulanter Betreuung für dich nicht schlecht wäre, vielleicht würdest du aber auch dauerhafte Betreuung benötigen in einer WG. Das kann ich nicht einschätzen. Das müsstest du mit deinen Ärzten und deiner Sozialpädagogin besprechen. Ein Auszug wäre aber meines Erachtens wirklich sehr wichtig und der Grundstein dafür, dass du überhaupt in irgendeiner Form weiterkommen kannst. Je länger du daheim wohnen bleibst, desto kränker wirst du werden und desto schwieriger wird es für dich sein, mit anderen, mit dir selbst und mit einem normalen Berufsleben zurecht zu kommen.

Ein Helfer-Syndrom sehe ich bei dir nicht, absolut nicht. Einen breiten Erfahrungsschatz und "viel Wissen über die Welt" sehe ich ebenfalls nicht. Aber ich sehe - und das wurde hier verwechselt, denke ich - neben der Tatsache, dass du dich wirklich schriftlich ganz gut ausdrücken kannst, dass du sehr, sehr gut mit Menschen umgehen kannst, weil du ein ganz feines Gespür für soziale und emotionale Dynamiken und Prozesse hast. Du machst das spielerisch, du machst es intuitiv. Du tanzt förmlich durch soziale Gruppen. Du bist beliebt. Du weisst genau, welche Knöpfe du drücken musst. Ich denke und ich sehe, dass du keinesfalls wehrlos bist.

Entsprechend könntest du von einem Beruf im sozialen oder klinischen Bereich sehr profitieren (und der Bereich auch stark von dir). Dafür müsstest du aber dich selbst besser kennenlernen, mit deiner Erkrankung besser umgehen lernen und langfristig stabil sein. So sehe ich es.

Ob du Fortschritte machst oder nicht, kann ich nicht beurteilen, da ich deinen Weg nicht durchgehend verfolgt habe - ich sehe aber teilweise wenig Bereitschaft zur Selbstkritik, das ist aber (v.a. in deinem Alter) auch nicht verwunderlich (und öffentlich würde ich so etwas auch nur bedingt von mir zeigen, und was du dir im Stillen denkst, kann ich letztlich nicht beurteilen - bei mir würde man schliesslich manchmal auch meinen, dass ich in mancher Hinsicht nicht selbstkritisch bin; ich bin es aber doch, sehr sogar).

Viele Grüsse
Santino
 
Mir fällt dazu ein, dass bei uns alles angelegt ist, das Leben führt uns, solange wir hinhören, was es von uns will.
Eine meiner Enkel will auch Autor werden und ich denk, warum nicht? Umsonst hat sie diesen Wunsch doch nicht! Also werde Schriftsteller und nebenher mach etwas, was erreichbar ist, was dein Leben aufpeppt und wo du genug verdienst, dass du mit diesem Lohn gut auskommst.
Falls es dir mit diesem Job nicht gut geht, falls es dort "zieht" und kalt ist, dann wechsle, noch bevor du krank wirst.
Du musst heute keinen Pakt fürs Leben mehr eigehen, du kannst jederzeit umsatteln, dich fortbilden, dir etwas anderes anschauen und wo anders mitmachen. Nimms doch nicht so schrecklich ernst, was auf dich zukommt. Du bist musisch begabt, ein Künstler, hast Fantasie und kannst mit dieser locker und leicht Wege beschreiten, die dir wegen dieser Begabung offen stehen und anderen nicht.
Geh deiner Vorliebe nach, deinen Neigungen nach, komm nicht auf die Idee, wo lange zu bleiben, wo du eher Angst hast, statt Freud. Am Anfang ist Angst normal, wenn die aber noch anhält, nachdem du mehrere Monate dort bist, dann nimm deinen Hut und zieh weiter. Wo es passt, da fühlst du dich wohl, egal, wieviel verlangt ist, du kannst es. Darauf achte.
 
Bei meinem Ältesten gabs eine Ausschreibung- von hundertsiebzig Anwärtern bekam er die Zusage. Mist, er versagte, er machte alles falsch, es kam nach kurzer Zeit zu ständigen Hoppalas, obwohl die Arbeit sehr leicht war. Bei diesem Job, den er dann bekam, da ist viel zu tun, oft ganz schwierige, knifflige Herausforderungen da, aber siehe da, er fühlt sich in seinem Element und total richtig am Platz. Bei ihm leuchtet alles auf, er ist happy, das zählt! Das liegt ihm, was er tut, er verdient auch sehr gut, das nebenher gesagt.
Meine Tochter erlebte Ähnliches- nur schlechte Noten, dann wechselte sie und nur Bestnoten folgten nach diesem Wechsel. Auf das muss man achten, das sind ganz wichtige Hinweise, so muss man auch bei allen anderen "Bindungen" vorgehen, die man eingeht- machts nur Probleme, dann sollte man wohl hier NICHT Fuß fassen, obwohl man sich bemüht. Aber das weiß man oft erst nachher, nachdem man hineingeschnuppert hat. Das muss man zugeben können, was sicher nicht jedem leicht fällt.
Wovor hast du also Angst? Dass du etwas bereust? Was denn? Lach mal und stelle dich den Herausforderungen. So viel weißt du noch nicht von dir und über dich, also riech nicht vorher Übles, bevor du dich damit befasst hast. Oft stellt sich das als stimmig heraus, was man von sich nie dachte, dass man das kann.
 
Was verlierst du, Kampfmaus, wenn du dich jetzt nur um deine Genesung kümmerst? Einen sicheren Ort suchst? Zur Ruhe kommen. Dich selbst kennen lernen. Rausfinden, was deins ist?


Dazu muss @Kampfmaus erstmal ihr toxisches Elternhaus verlassen.

Deine Eltern sind doch der Hauptgrund warum es dir so mies geht. Wenn du da nicht rauskommst, kann sich nichts ändern und besser werden.
 
Ich denke, dass langfristig viel möglich sein kann: Tierpflegerin - Psychologin.

Aber kurzfristig geht das alles nicht, weil es zuviel voraussetzt, was Du im Moment noch nicht hast.

Im Moment sehe ich am dringlichsten an, dass Du raus kommst aus deinem Elternhaus, dort kannst Du einfach nicht heilen. Und das mit der geschützten Ausbildung klingt in meinen Augen auch sehr gut.

Was auch immer Du jetzt machst, muss etwas sein, was für Dich im Moment machbar ist und Dich nicht überfordert und womit Du Dich irgendwann dann auch selbstständig ernähren kannst.

Und für eine langfristige Perspektive musst Du erstmal wirklich stabil sein und etliche Deiner Baustellen bereinigt haben, u.a. eben auch ausgezogen sein. Dann kannst Du immer noch Dein Abi nachholen, studieren, ein Online-Fernstudium machen oder was auch immer. Aber die Basis muss erstmal da sein, sonst bringt es nichts und überfordert Dich doch nur wieder.

Du kannst zwar gut schreiben und Dich ausdrücken, aber das würde ich eher als Hobby sehen, denn Berufe, die mit Schreiben zu tun haben, haben oft auch viel mit Druck und Stress zu tun, Abgabeterminen etc. etc. Aber das heißt ja nicht, dass du irgendwann mal Geschichten schreibst oder ein Buch und es dann selbst rausgibst. Aber das ist Zukunftsmusik.

Ich würde die wichtigsten Äußerungen in diesem Thread (- und es waren viele gute Beiträge in meinen Augen, die glasklar Deine situation beleuchtet haben, so wie wir sie sehen)
ausdrucken und mit Deiner Therapeutin besprechen.

Und dann gucken was in naher Zukunft an Ausbildung für Dich möglich ist, ohne zuviel an Druck und Stress. Was auch immer langfristig sein könnte, muss Dich im Moment noch nicht kümmern, da hast Du noch Zeit für.
 

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