Zweiter Teil:
Meine Mutter verstarb am 13. August ziemlich plötzlich und unerwartet - allerdings nicht an Corona. Das wurde getestet und ausgeschlossen. Sondern letztlich an Lebensüberdruss. Ihr Leben war nur noch eine Art dahinvegetieren mit starken Depressionen. Sie wollte sterben und hat sich aufgegeben. Ihre Mutter (meine Oma) hat das 20 Jahre vorher auch so gemacht. Wir haben darüber gesprochen. Und dann folgte eine heftige Auseinandersetzung über die Erbschaft. Meine Schwester war - in Abänderung des ursprünglichen Testaments meiner Eltern von 1982 - im Jahr 2014 durch einen ergänzenden Erbvertrag zur Testamentsverwalterin bestimmt worden. Ich könnte angeblich nicht mit Geld umgehen. Deshalb habe ich nur eine Rente bekommen. Nicht kündbar, nicht kapitalisierbar, nicht pfändbar. Ordentliche Höhe; aber lausige Rendite: Nur 1,8% - nicht pro Jahr, sondern für die ganzen 8 Jahre Laufzeit inklusive der nicht garantierten Überschussbeteiligung. Ohne minus 5 Prozent. Das würde sogar bei der bis 2020 üblichen geringen Inflation einen realen Verlust an Kaufkraft bedeuten. Mit der jetzigen Inflation wird der natürlich noch krasser.
Und meine Schwester? - Hat die Hälfte von meinem Elternhaus + Grundstück in attraktiver Lage in Düsseldorf bekommen (4,3 von 5 möglichen Punkten auf der Wohnlagenkarte). War Ende 2020, als sie es bekam, 1,8 Millionen Euro insgesamt wert. Ihre Hälfte also 900.000 Euro. Davon in 2021 etwa 12% Wertsteigerung - Rekordsteigerung für Immobilenpreise in Düsseldorf! Macht von 900.000 Euro satte 108.000 Euro. In nur einem Jahr! Ich dagegen mit dieser Rente nur 5.425 Euro in 8 Jahren. Und das wird allen Ernstes als Gleichbehandlung verkauft! Das ist ungeheuerlich!
Und dann jammert meine Schwester auch noch über die 55.000 Euro Erbschaftssteuer, die sie für diese Hälfte des Hauses berappen mußte - obwohl sie den Betrag doch schon nach einem halben Jahr durch die Wertsteigerung ihrer Haushälfte wieder reinbekommen hat. Das kotzt mich an! Ich würde ihr sofort die 55.000 Euro Erbschaftssteuer erstatten durch eine entsprechende Überweisung, wenn sie mir im Gegenzug ihre Hälfte des Hauses übereignen würde. Das wäre für mich ein super Geschäft - für sie natürlich nicht. Wird sie nie machen. Sie ist ja nicht blöd. Will mich aber für dumm verkaufen als ob ich diesen Zusammenhang nicht durchschauen würde. Natürlich will ich mit der blöden Kuh nichts mehr zu tun haben.
Sie hat mir ja außerdem nur insgesamt 400.000 Euro Abfindung gezahlt - davon 300.000 Euro investiert in die Privatrente, die ich nicht kündigen oder kapitalisieren kann. Und die restlichen 100.000 Euro in drei Raten verteilt auf das Jahr 2021. Sie wollte das ursprünglich noch weiter in die Länge ziehen. Ich konnte sie während der Verhandlungen beim Notar in Düsseldorf (4. Quartal 2020) auf ein Jahr runterhandeln. Zustehen würden mir aber eigentlich insgesamt 700.000 Euro, denn die Erbschaft meiner Mutter belief sich insgesamt auf 1,4 Millionen Euro. Sie hatte also, wie man bei uns in Köln so schön sagt "jet an de Fööß" - etwas an den Füßen. Das bedeutet ordentlich Kohle.
Und dann hat sie mich auch noch immer wieder massiv gedemütigt, ständig für dumm verkauft, auf keinerlei kritische Einwände reagiert (das ging nur noch per E-Mail. Telefonisch artete alles in Brüllerei aus), sich immer wieder arrogant, hochnäsig, besserwisserisch, kleinlich, herablassend und im besten Falle gönnerhaft gezeigt.
Keinerlei Entschuldigung für die ganze Schweinerei bis heute. Mit der bin ich fertig!
Am 16. November meldete sich der junge Mann (damals gerade 24 geworden), mit dem ich seit Juli 2019 Privatnachrichten austauschte das letzte Mal. Seitdem Funkstille. Irgendwann im ersten Quartal diesen Jahres hat er dann auch seinen Account gelöscht. Er hat genau das, was ich mir sehr wünsche: Er ist jung, groß, athletisch (Sixpack und Muckis), gut bestückt und ein absoluter Adonis. Er schrieb mir, dass alle Männer auf ihn scharf sind (er ist schwul), sich alle 10 Finger nach ihm lecken und er bei einem Gangbang das Highlight war - alle hatten ein Auge auf ihn geworfen. Wie geil ist das denn!
Würde ich so aussehen wie er, dann bräuchte ich nur in die 2 km entfernte Phoenix-Sauna zu spazieren (das ist ein Paradies für schwule Männer!) und könnte mir dann die heißesten jungen Typen, die da massenhaft rumspringen, aussuchen. Ich könnte da immer geilen Sex haben - so oft ich will. Obwohl der Betreiber das natürlich nicht garantiert. Ist ja keine Prostitution. Man zahlt nur den Eintritt und versucht dann sein Glück. Und ein junger Adonis hat eben immer Glück!
Klar ich verstehe schon dass er den Kontakt mit mir abgebrochen hat. Es gibt aus seiner Sicht mehrere gute Gründe dafür. Und auch dass er es durch Ghosting gemacht hat ist verständlich. Erklärungen wären für ihn zu unangenehm und sind außerdem auch überflüssig. Als intelligenter und sensibler Mensch weiß ich natürlich warum er den Kontakt mit mir abgebrochen hat. Ich hätte es an seiner Stelle auch so gemacht - also auch durch Ghosting. Erklärungen wären auch mir in der Situation zu peinlich. Hätte mich also eigentlich nicht über sein Ghosting beschweren dürfen. Hätte es ja selbst in der umgekehrten Situation auch so gemacht. Habe mich eben nur darüber geärgert, dass ich im Leben - wie so oft - auf der Verliererseite stand und stehe. Würde gerne mal zu den Gewinnern gehören. Deshalb die Fantasie, mit einem 585 PS starken BMW 760i mit 300 km/h über die Autobahn zu brettern. Das wäre einfach ein megageiles Feeling für mich. Ein dem Sex vergleichbarer Rausch von Kraft, Geschwindigkeit und Überlegenheit. Solche Fantasien kommen ja bei Menschen immer dann auf, wenn es im realen Leben mau aussieht. Als Kompensation. Deshalb ist die Vorstellung so geil. Und dass alle anderen mit ihren lahmen Gurken Platz machen müssen und auf die rechte Spur gedrängt werden. Diese Vorstellung ist einfach faszinierend!
Naja. So siehts bei mir aus. Und das ist nur ein Teil der Probleme. Ich könnte Romane drüber schreiben. Immerhin hat das Ganze - bei aller Tragik - doch auch eine gewisse Komik. Und einen erheblichen Unterhaltungswert. Und einen großen Erkenntniswert.
Und mit meinem Humor und meinem Sarkasmus, den ich mir nicht nehmen lasse, ist das ganze Schauspiel dieses absurden Lebens natürlich leichter zu ertragen.