Das liest sich aber unschön.
Unschön wird es dann, wenn nicht das herauskommt, was sich die Eltern in spe so gedacht haben, und sie dann auf den Klage-Trip gehen, weil Ärzte angeblich so schwerreich sind und man sich an ihnen für ein behindertes Kind samt dessen Belastungen schadlos halten könnte, weil man nämlich sonst die ganzen Belastungen selber tragen muß.
Ist auch schon passiert, da ist mir ein Fall in Erinnerung, eine Frau hat laut Diagnostik ein Down-Kind erwartet, diese hübschen Werbefilme für Behinderte mit den tanzenden und lachenden Behinderten in Heimen gesehen und sich gedacht, wenn das so harmlos ist bekomme ich dieses Kind natürlich, aber als das Kind dann da war, war nix mit tanzen und lachen, es war einer der schwerstbehinderten Fälle.
Und in den Monaten nach der Geburt, als sich alles nur um das Kind drehte und das Krankenhaus wegen aller möglichen OPs und Therapien quasi zur Zweitwohnung wurde, ist auch noch die Beziehung zerbrochen, weil sich der Ehemann das alles nicht mehr antun wollte, der hat sich unter glücklichem Familienleben was ganz anderes vorgestellt.
Was hat das nicht-mehr-Paar dann gemacht, "natürlich" den Arzt verklagt, mit dem Text, er hätte sie zu einer Abtreibung "überreden oder sogar zwingen müssen, um ihr Lebensglück zu schützen". (Echt wahr!) Man braucht nicht raten, die Klage wurde selbstverständlich abgewiesen. Der Arzt hatte nach der Diagnose ordnungsgemäß aufgeklärt, die Frau das zur Kenntnis genommen, damit hatte er keine Schuld an allem was danach passiert ist. Ein Arzt hat gar kein Recht, in so einem Fall jemanden "zu überreden oder zu zwingen". Sogar wenn das Leben der Frau auf dem Spiel stünde bei so einer Schwangerschaft, läge die Entscheidung bei ihr. Gab es genauso, Frauen die bei Risikoschwangerschaften lieber ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten - und oft genug verloren - statt an eine Abtreibung zu denken.