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Pränataldiagnostik

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Das liest sich aber unschön.
Unschön wird es dann, wenn nicht das herauskommt, was sich die Eltern in spe so gedacht haben, und sie dann auf den Klage-Trip gehen, weil Ärzte angeblich so schwerreich sind und man sich an ihnen für ein behindertes Kind samt dessen Belastungen schadlos halten könnte, weil man nämlich sonst die ganzen Belastungen selber tragen muß.
Ist auch schon passiert, da ist mir ein Fall in Erinnerung, eine Frau hat laut Diagnostik ein Down-Kind erwartet, diese hübschen Werbefilme für Behinderte mit den tanzenden und lachenden Behinderten in Heimen gesehen und sich gedacht, wenn das so harmlos ist bekomme ich dieses Kind natürlich, aber als das Kind dann da war, war nix mit tanzen und lachen, es war einer der schwerstbehinderten Fälle.
Und in den Monaten nach der Geburt, als sich alles nur um das Kind drehte und das Krankenhaus wegen aller möglichen OPs und Therapien quasi zur Zweitwohnung wurde, ist auch noch die Beziehung zerbrochen, weil sich der Ehemann das alles nicht mehr antun wollte, der hat sich unter glücklichem Familienleben was ganz anderes vorgestellt.
Was hat das nicht-mehr-Paar dann gemacht, "natürlich" den Arzt verklagt, mit dem Text, er hätte sie zu einer Abtreibung "überreden oder sogar zwingen müssen, um ihr Lebensglück zu schützen". (Echt wahr!) Man braucht nicht raten, die Klage wurde selbstverständlich abgewiesen. Der Arzt hatte nach der Diagnose ordnungsgemäß aufgeklärt, die Frau das zur Kenntnis genommen, damit hatte er keine Schuld an allem was danach passiert ist. Ein Arzt hat gar kein Recht, in so einem Fall jemanden "zu überreden oder zu zwingen". Sogar wenn das Leben der Frau auf dem Spiel stünde bei so einer Schwangerschaft, läge die Entscheidung bei ihr. Gab es genauso, Frauen die bei Risikoschwangerschaften lieber ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten - und oft genug verloren - statt an eine Abtreibung zu denken.
 
Ich glaube, das war sogar in Deutschland. Die Klage-"Kultur" aus USA schwappt auch zu uns herüber. Angeheizt wurde das vermutlich durch Berichte, wo Ärzte tatsächlich falsch beraten haben, und dann tatsächlich erfolgreich auf Schadensersatz verklagt wurden - lebenslängliche Rente fürs unerwünschte, behinderte und leider ständig Geld kostende Kind. Bei diesen gerichtlichen Entscheidungen war allerdings auch die Frage aufgeworfen worden, inwieweit ein behindertes Kind ein "Schaden" sein kann. Da wurde dann, ziemlich schwach, argumentiert, das Kind wäre "selbstverständlich" kein Schaden, weil ein lebender Mensch grundsätzlich kein Schaden sein kann (Menschenwürde und so), aber die Kosten, die für die lebenslängliche Pflege anfallen werden.
Aber für solche Behandlungs/Beratungsfehler haben Ärzte schließlich ihre (immens teuren) Haftpflichtversicherungen.
 
Also ich muss leider sagen: Ich könnte kein schwerst behindertes Kind aufziehen. ich könnts nicht, dazu fehlt mir sämtliche Zähigkeit, die Kraft, die Ausdauer. Ich bewundere Menschen die das können, aber ich bin da schon ehrlich zu mir: Ich könnts nicht. Zu was macht mich das? Ich denke, man sollte ehrlich zu sich selber sein können.
 
Die meisten machen es auch nur, weil sie keine Wahl haben, weil sie vom Schicksal kopfüber ins kalte Wasser geworfen wurden oder weil sie - ziemlich oft - vorher auch die Belastungen unterschätzt haben. Ganz und gar freiwillig halst sich jemand so eine Lebensentscheidung nur auf, wenn er entweder etwas masochistisch veranlagt ist oder extrem auf Kinder fixiert ist. Die Frauen die todunglücklich werden, wenn sie aus irgendeinem Grund selber kein Kind kriegen können, weil sie ihr ganzes Leben nur auf diesen Zweck ausrichten und dafür für jedes andere Glück, das sie haben könnten, blind sind.
Mütter von behinderten Kindern sind befragt worden, ob sie sich dafür noch mal für dieses Leben entscheiden würden, wenn sie die freie Wahl hätten, und die meisten antworteten mit Nein, wenn sie ehrlich waren. Das ist etwas, was man in freier Wahl maximal einmal im Leben macht und dann nie wieder, sobald man aus eigener Erfahrung reden kann.
Ich stehe ohnehin nicht auf Kinder und würde daher für ein behindertes auch keine Extrawürste braten. Ich habe drei kleine (gesunde) Halbgeschwister mitgemacht, das hat mir an Erfahrungen schon völlig gereicht. Eigene kamen daher nie in Frage, egal ob gesund oder behindert.
 
Wenn "ausgerechnet" in Island so fleißig abgetrieben wird, obwohl es eines der führenden Länder der Welt ist, was günstige Bedingungen für Eltern, Kinder und Alleinerziehende angeht, dann sollte das zu denken geben. https://www.littleyears.de/blog/starke-unabhangige-mamas-aus-island/

Das Problem in den nordischen Ländern ist, dass zu viel Wert auf staatliche Betreuung (Kindergarten und Krippe) gelegt wird. Das ist ähnlich wie hier, dass das Arbeitspensum häufig zu groß ist. Ich meine eher mehr Geld für häusliche Betreuung und staatliche Zusatzhilfen. Die meiner Meinung nach auch ambulant sein können.
 
In nordischen Ländern gibt es auch viel mehr Alleinerziehende, dort ist es praktisch die Regel, daß die Frau allein fürs Kind da ist und zusätzlich noch arbeiten geht. Ohne staatliche Unterstützung würde dort die Geburtenrate drastisch sinken. Aber Vollzeit ins Haus verbannen lassen sich die selbstbewußten Frauen dort auch nicht mehr, weil sie ihren Beruf meist zu schätzen wissen.
 
Mütter von behinderten Kindern sind befragt worden, ob sie sich dafür noch mal für dieses Leben entscheiden würden, wenn sie die freie Wahl hätten, und die meisten antworteten mit Nein, wenn sie ehrlich waren. Das ist etwas, was man in freier Wahl maximal einmal im Leben macht und dann nie wieder, sobald man aus eigener Erfahrung reden kann.
Das ist schon krass. Ich hoffe, sie sagen das ihren Kindern nicht.

Weißt du noch, wo du das her hast?
 
Ich verstehe jeden, der großen Respekt vor dieser Aufgabe hat. Erst recht, wenn man mit dem Kind hauptsächlich allein da steht.
Ich würde mir das persönlich wohl auch nicht zutrauen.
Habe dennoch auf zusätzliche Tests verzichtet. Es liegen weder Risiken, noch Auffälligkeiten vor. Jedenfalls ist die Ärztin mit dem Kind immer super zufrieden, wenn ihr was missfällt, dann eher Faxen, die mein Körper veranstaltet. 🙄
 
Das ist schon krass. Ich hoffe, sie sagen das ihren Kindern nicht.

Weißt du noch, wo du das her hast?
Nein weiß ich nicht mehr, war glaub ich irgendein Feuilleton-Zeitungsbericht, Spiegel oder dergleichen. Aber in den letzten Jahren sind etliche Bücher erschienen, wo Mutterschaft etc. nicht mehr als das angepriesene Gelbe vom Ei verherrlicht wurde, sondern Betroffene klar ihre Probleme damit ausgedrückt haben. Weswegen die Autorinnen konsequent als "Nestbeschmutzer" diffamiert wurden, weil sie öffentlich ein geheiligtes Tabu zerstörten. Da dürfte daher auch was zu diesem Thema zu finden sein, denke ich.
 
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