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Single Ende 40 /Selbstbewusstsein / innerer Friede

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 115599
  • Datum Start Datum Start
Sry, aber wenn ne beziehung harte arbeit und opfer erfordert, dann stellt sich mir die sinn-frage. Wenn das deine definition von glück ist, dann weiterhin gutes gelingen. Klingt für mich auf jeden fall alles andre als verlockend, eher abschreckend. Wenn das leben nur allein angenehm und schön wäre, warum sollte man sich dann auf ne beziehung einlassen? So wie du das formulierst, klingt das wie 25 jahre mit zwangsarbeit und ohne chance auf bewährung. Ich geb zu, solche beziehungen gibts ja, aber dazu gehört auch immer ein dummer, der es mitmacht. Ich hab da irgendwie andre vorstellungen...
Dann wirst du mit deinen "Irgendwie"-Vorstellungen und Erwartungen eben früher oder später gehörig auf die Schnauze fallen; denn eine Ehe läuft nicht über Jahrzehnte von alleine, ohne dass man etwas dafür tun muss. Und durchgehendes Glück ist eine Illusion.

Dass das Leben nur allein angenehm und schön ist, hat cafard an keiner Stelle behauptet. Deine Unterstellung ist somit haltlos. Dass aber eine Partnerschaft automatisch immerwährendes Glück ohne jedwede Anstrengung, Schicksalsschläge etc. bedeutet, ist eine weit verbreitete Lüge, die cafard zu Recht als solche entlarvt hat.

Die meisten Menschen gehen mit völlig übertriebenen Erwartungen in eine Ehe. Sie lassen sich scheiden, sobald es unbequem und anstrengend wird und sie entdecken, dass der andere auch nur ein Mensch mit Fehlern und Schwächen ist. Und dann wundern sie sich obendrein, wenn die nächsten Beziehungen auch nicht halten. 🙄
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich beobachte das immer wieder, dass viele Leute empört aufschreien, wenn man ihnen sagt, dass das Führen einer Beziehung mit Arbeit und Opfern verbunden ist. Das Leben besteht immer aus Arbeit, so oder so, und Opfer muss man für alles erbringen, was man haben möchte.

Eigentlich sollte man, wenn man erwachsen geworden ist, diese Einsichten verinnerlicht haben. Und wenn jemand keine Opfer erbringen will, ist die Basis für eine Partnerschaft von Grund auf nicht gegeben. Natürlich haben die Opfer Grenzen, und da kommt auch wieder die Verantwortung des Partners ins Spiel, der sich eben genauso an Regeln halten und Selbstdisziplin aufbringen muss. Niemand muss sich wegwerfen und missbrauchen lassen. Grenzen setzen und Selbstschutz sind auf der anderen Seite genauso wichtig wie die Opferbereitschaft.

Ich frage mich immer, woher dieses falsche, unrealistische und verklärte Bild von Liebe und Ehe kommt, wenn so viele Menschen es in sich tragen. Ich vermute u.a. einen übermäßigen Konsum von Fernsehserien.
 
Ich beobachte das immer wieder, dass viele Leute empört aufschreien, wenn man ihnen sagt, dass das Führen einer Beziehung mit Arbeit und Opfern verbunden ist. Das Leben besteht immer aus Arbeit, so oder so, und Opfer muss man für alles erbringen, was man haben möchte.

Eigentlich sollte man, wenn man erwachsen geworden ist, diese Einsichten verinnerlicht haben. Und wenn jemand keine Opfer erbringen will, ist die Basis für eine Partnerschaft von Grund auf nicht gegeben. Natürlich haben die Opfer Grenzen, und da kommt auch wieder die Verantwortung des Partners ins Spiel, der sich eben genauso an Regeln halten und Selbstdisziplin aufbringen muss. Niemand muss sich wegwerfen und missbrauchen lassen. Grenzen setzen und Selbstschutz sind auf der anderen Seite genauso wichtig wie die Opferbereitschaft.

Ich frage mich immer, woher dieses falsche, unrealistische und verklärte Bild von Liebe und Ehe kommt, wenn so viele Menschen es in sich tragen. Ich vermute u.a. einen übermäßigen Konsum von Fernsehserien.
Kannst du mal Beispiele nennen was du unter harter Arbeit und Opfer bringen verstehst?
 
Dann wirst du mit deinen "Irgendwie"-Vorstellungen und Erwartungen eben früher oder später gehörig auf die Schnauze fallen; denn eine Ehe läuft nicht über Jahrzehnte von alleine, ohne dass man etwas dafür tun muss. Und durchgehendes Glück ist eine Illusion.
Zwischen "etwas dafür tun" und "harte arbeit und opfer bringen", klafft für mich aber eine lücke, über die für mich keine brücke führt.

Dass das Leben nur allein angenehm und schön ist, hat cafard an keiner Stelle behauptet. Deine Unterstellung ist somit haltlos. Dass aber eine Partnerschaft automatisch immerwährendes Glück ohne jedwede Anstrengung, Schicksalsschläge etc. bedeutet, ist eine weit verbreitete Lüge, die cafard zu Recht als solche entlarvt hat.
Nein, ich unterstelle garnichts. Ich habs schon oft genug geschrieben, aber für mich besteht der sinn einer beziehung darin, mein leben schöner zu machen und sich gut zu tun. Ich weis, für viele gehört kämpfen und wie er es formuliert "opfer bringen" mit dazu. Das könnt ihr ja gern halten wie ihr wollt, aber, und auch das hab ich schon mehr als einmal erwähnt, wenn die zweisamkeit in kleinkrieg, krampf und stress ausartet, dann bin ich raus. Sowas muß ich mir nicht geben und genau das ist es, was ich unter "harter arbeit und opfer" verstehe. Eine beschissne beziehung auf krampf am leben erhalten...

Die meisten Menschen gehen mit völlig übertriebenen Erwartungen in eine Ehe. Sie lassen sich scheiden, sobald es unbequem und anstrengend wird und sie entdecken, dass der andere auch nur ein Mensch mit Fehlern und Schwächen ist. Und dann wundern sie sich obendrein, wenn die nächsten Beziehungen auch nicht halten. 🙄

Na was und wieviel der einzelne aushält, mußt du ja jedem selbst überlassen. Und grad in dem forum hier, wo so ziemlich in jedem beitrag mindestens einmal zur trennung geraten wird, mir sowas um die ohren zu schlagen find ich jetzt schon wieder fast lustig. Im gegensatz zu anderen gehe ich mit diesem ratschlag eher sparsam um, falls dir das noch nicht aufgefallen ist. Und im übrigen kann ich sehr gut zwischen menschlichen schwächen und einem beschissnen charakter unterscheiden. Und im ersten fall braucht man eher geduld und verständnis. Opferbereitschaft ist etwas das jemand von dir verlangt, dem dein wohlergehen herzlich wenig bedeutet. Und wenn man sich von so einer beziehung verabschiedet, dann hat man auf jeden fall nichts falsch gemacht und muß auch nichts bereuen. Heute würd ich mir, im gegensatz zu früher, viel weniger auf der nase rumtanzen lassen. Aber alles meine persönliche ansicht, wer möchte, der kann gern hart arbeiten und opfern und im forum neue threads verfassen 😀
 
Einer, die bei einem gewalttätigen Säufer ist, würde ich immer raten, das Weite zu suchen. Ich hab Schmerzen bei so manchem Hilfesuchthread.
Ich auch. Aber ich kenne cafard inzwischen gut genug, um zu wissen, dass sie solche Fälle gar nicht im Blick hat.
Der Begriff "Opferbereitschaft" wird von den meisten Menschen heute völlig missverstanden (dasselbe gilt übrigens auch für den Begriff "Demut") und mit Masochismus, Unterwürfigkeit und Leiden gleichgesetzt. Gemeint ist aber, dass man auch mal dem Partner zuliebe etwas tut, wozu man eigentlich keine Lust hat. Ja, selbst dann, wenn's mal in harte Arbeit ausartet. Kann z.B. sein, dass man sich im Laufe der Ehe um die pflegebedürftige Schwiegermutter oder um ein gemeinsames behindertes Kind mit Down-Syndrom (oder einer noch wesentlich gravierenderen Behinderung) kümmern muss. Außerdem auch, dass man den Partner nicht gleich verlässt, nur weil es schwierig wird. Auf eine Partnerschaft, in der bei der ersten ernsthaften Krise gleich das Handtuch geworfen wird, verzichte ich gern. Wie heißt es so schön? In guten und in schlechten Tagen, in Gesundheit und Krankheit. Was ist von einer Partnerschaft oder gar Ehe zu halten, bei der ich mit hoher Wahrscheinlichkeit damit rechnen muss, dass der Partner mich verlässt, sobald ich schwer oder chronisch erkranke, älter werde und nicht mehr so attraktiv aussehe, keine Kinder bekommen kann oder meinen Arbeitsplatz oder mein Vermögen verliere? Das ist keine Liebe, sondern nur ein saft-, kraft- und wertloses Gesäusel. Nichts als eine hedonistische Zweckgemeinschaft, die den Namen Partnerschaft, geschweige denn Ehe, nicht verdient.
 
Zuletzt bearbeitet:
Meine Oma (Jahrgang 1900) zitierte gern Friedrich v. Schiller ("Die Bürgschaft"):

"Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
ob sich das Herz zum Herzen findet.
Der Wahn ist kurz,
die Reu' ist lang."
Keine Ehe ist so viel wert, wie ihre Scheidung kostet, an Scheidungsgründen fehlt es nie, wenn nur der gute Wille da ist.
Alleinsein macht gut Schaffen; keiner, dessen Widerspruch stört, keiner dessen Einwand Zweifel schürt.
 
Ich frage mich immer, woher dieses falsche, unrealistische und verklärte Bild von Liebe und Ehe kommt, wenn so viele Menschen es in sich tragen. Ich vermute u.a. einen übermäßigen Konsum von Fernsehserien.
Kann gut sein. Rosamunde Pilcher lässt grüßen. Ebenso die Familienserien aus den 1980er Jahren wie "Ich heirate eine Familie" oder "Die Schwarzwaldklinik". Ganz nett zum Abhängen, aber völlig realitätsfern.
 

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