Stell mal genügend Bauwägen und Lehmhäuser für die ganze deutsche Bevölkerung von schlappen 82 Millionen in die Landschaft, da bleibt nicht mehr viel von der Natur übrig.
Wie wäre es damit, beim umweltfreundlichen Sparen am Wohnraum anzufangen, jeder kriegt nur noch ein abschließbares Zimmer für seine persönlichen Bedürfnisse, und Küche und Bad müssen mit jeweils zehn weiteren Parteien geteilt werden? Wie es in den 50er Jahren übrigens noch in so manchem Mietshaus der Fall war! Da würde jede Menge Wohnraum eingespart, und die momentanen Probleme mit Wohnungsmangel und Obdachlosigkeit würden der Vergangenheit angehören - wenn jeder einzelne sich da einschränken täte!
Aber nein, volle Wohnung samt eigene Küche, eigenes Bad "muß" heutzutage "mindestens" sein.
So hoch sind die Ansprüche heutzutage.
Es geht auch ein bisschen um Lebensqualität.
Ein modernes Lehmhaus/Strohhaus und was der Markt sonst zu bieten hat an gesünderen Baustoffen steht in Sache Wohnkomfort einem Massivhaus in Nichts nach.
Es bietet nur ein paar Vorteile.
Besser als neu zu Bauen finde ich, wenn man alte Häuser kauft und entsprechend saniert, statt diese verfallen zu lassen, bis nur noch der Abriss bleibt.
Ein Lehmhaus kann hunderte von Jahren bestehen. Statt uns das zunutze zu machen, lassen wir wertvolle Ressourcen verrotten.
Etwas, das teilweise durchaus etwas mehr Regelung durch den Staat vertragen würde. Aber das wäre ein anderes Thema.
Baustoffindustrie und Behörden sind eng verbandelt mit: Politik. Auch 1995 fiel auf, dass man da schwer aus dem Quark kommt.
Öko-Hochhäuser aus getretnem Quark - taz.de
In Frankreich entstand ein 8-geschossiger Sozialbau aus Stroh, 5 Stockwerke sind in Wien geplant.
Um umweltverträglicher und/oder in Gemeinschaft zu leben, braucht es sicher nicht Wohnwagen und null Komfort für alle. So eine "Argumentation" ist keine.
Es stehen doch so viele Informationen jedem frei zugänglich zur Verfügung, der ein bisschen interessiert ist.
Studien von Universitäten, Bachelor- und Masterarbeiten, Homepages anders lebender Menschen, Baustoffkunde und und und.
Ökologisch leben kann viele Gesichter haben.
Das erste energieautarke Dorf Deutschlands:
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https://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/02/Autarkes-Dorf-Energiewende
Hier stammen selbst die Lebensmittel zu großen Teilen aus eigenem Anbau:
https://www.nordseele.net/autarkes-dorf-in-bayern-sieht-so-das-zukuenftige-leben-in-deutschland-aus/
Und es gibt mehr solcher Dörfer.
Auch so und ähnlich kann eine Gemeinschaft aussehen:
https://siebenlinden.org/de/start/
Es gibt moderne Mehrgenerationenhäuser mit gemeinschaftlich genutzten Werkstätten, Gästezimmern, manchmal Küchen, Gemeinschaftsräumen.
Dadurch wird bereits Raum eingespart. Sicher ist noch mehr möglich, aber Ziel von Verbesserungen für die Umwelt ist nicht das "Quälen" von Menschen.
Ganz im Gegenteil kann mit neuen alten Bau-/Dämmmaterialien und Wohnformen, "alternativen" Ansätzen, Gemeinschaftsprojekten, eine neue Lebensqualität entdeckt werden.
Scheuklappen abnehmen, offen sein für Neues, umdenken, manchmal tatsächlich ein Schritt "back to the roots" wäre bei viel mehr Menschen wünschenswert.