Bedingungslose Liebe mußt Du mir nicht erklären. Aus diesem Grund habe ich schon mehr als einen Menschen ziehen lassen. Es bleibt einem am Ende sowieso keine Wahl.
Das ist natürlich traurig; aber lieben heißt eben auch loslassen. Es kann aber eben auch sein, daß der Partner gar nicht weggehen will, sondern nur ein bißchen Freiraum braucht.
In gewisser Weise hast Du Recht. Monogamie wurde erst durch größere Gesellschaften eingeführt, damit die Aufzucht des Nachwuchses gewährleistet ist - wovon sich die moderne Gesellschaft ja schon so langsam wieder trennt, Stichwort: Alleinerziehende. Da hüpfen oft Nachkommen von mehr als zwei biologischen Eltern herum, weil es den klassischen "Ernährer" heute nicht mehr gibt.
Auch wenn man Kinder hat, braucht man nicht monogam zu sein. Man sollte nur zusammen bleiben. Und es gibt sehr viele Beziehungen ohne Kinder. Warum um alles in der Welt sind die monogam? Nur weil es diese bescheuerte gesellschaftliche Regel gibt?
Rational verstehe ich Dich schon. Aber erkläre es mal den Milliarden Eifersüchtigen.
Die leiden auch nur an dieser beknackten Vorstellung der Monogamie, nicht am Fremdgehen selbst.
Da widersprichst Du Dir, Stichwort: bedingungslose Liebe. Wenn der Partner "frei" glücklicher ist...
Der Partner ist nicht frei glücklicher. Er braucht die Liebe und Geborgenheit der Beziehung. Er braucht aber auch seinen Freiraum und Sex mit anderen Partnern. Und wenn ich meinen Partner wirklich lieb habe, dann wünsche ich mir für ihn, daß er beides bekommt.
Wie eben schon geschrieben, die Monogamie wurde abstrakt "erfunden".
Dann kann man sie ja auch wieder abschaffen.
Vom Leiden bin ich weit entfernt, weil ich mich eben an gesellschaftliche Konventionen halte.
Warum hältst Du Dich an eine ganz offensichtlich völlig absurde gesellschaftliche Konvention?
Das führt uns zu den Vorstellungen und Meinungen zum Thema, daß größtenteils anerzogen wird - genauso wie z. B. der eigentlich mehrheitlich unterstützte Codex, daß man Frauen nicht schlägt.
Daß man Frauen nicht schlägt, muß man mir nicht anerziehen. Das weiß ich auch so. Und mit Monogamie und Eifersucht hat das nichts zu tun.
Es kann aber vorkommen, daß dem Partner die 10% wichtiger erscheinen als der große Rest. Dann greift wieder die bedingungslose Liebe - wenn man die Einsicht denn hat.
Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil: 10% sind 10% und sind nur ein Neuntel so wichtig wie 90%. Also heißt bedingungslose Liebe: Hol Dir die 10% von anderen Partnern; die 90% machen wir zusammen - und alle sind glücklich!