Ich bin nicht die einzige Person, die an möglichen Mißbrauch denkt, und deshalb wird es das BGE so wie sich Hänschenklein es vorstellt, mit jedem Monat 1000 Euro zum beliebigen Verbraten, auch nicht geben. Meine Meinung dazu ist übrigens völlig unwichtig, weil ich nicht die Person geschweige denn Behörde bin die darüber entscheiden würde. Aber sie steht wohl stellvertretend für andere, die das gleiche denken und mehr Einfluß haben als ich, gegen ein BGE generell egal in welcher Form.
Mein System wäre von vornherein mißbrauchssicher. Und deshalb ist es nicht akzeptabel. Nicht für die, die zumindest von "ein bißchen" Mißbrauch hin und wieder träumen - und nicht für die anderen, die überhaupt kein BGE wollen.
Das sagt doch auch keiner, dass man die 1000 Euro zum Spaß hernimmt. Derjenige, der dann zusätzlich arbeitet, kann doch mit seinem Geld machen, was er möchte. Und die "Faulpelze" können es sich schlichtweg bei 1000 Euro nicht leisten, protzig zu leben. Alleine die aktuellen Lebenshaltungskosten schließen deine Angst nach "Mißbrauch" doch aus.
Ich denke, die Lobby der Kritiker hat etwas gegen das BGE, weil man dann Menschen allgemein weniger ausbeuten kann unter dem Deckmäntelchen "Man muss ja arbeiten, um zu leben" - weil jeder für die Absicherung 1000 Euro hat und selbst entscheiden kann, ob er in Teilzeit oder Vollzeit was dazu verdient und als was und weniger unter Druck steht. Den Befürwortern für Billiglöhne und Mißbrauch am Arbeitnehmer gefällt sowas natürlich nicht. Denn dann sind Menschen weniger gezwungen, irgendeine Stelle anzunehmen, um zu überleben, sondern sie können freier wählen und vielleicht sogar sagen, sie nehmen eine Stelle nur noch an, wenn sich die Arbeit und die Bezahlung für sie dahingehend fair lohnen. Sie wären ja existenziell abgesichert.
Und man könnte weniger mit der System-Keule kommen, weil wie gesagt jeder die 1000 Euro zur freien Verfügung hat. Man landet nicht im System und wird nicht durchgeschreddert, wenn man nicht jede x-beliebige Stelle annimmt und muss nicht um Sanktionen fürchten.
Da aber das Arbeitslosengeld und Hartz 4 wegfallen und der gigantische Verwaltungsaufwand, zahlt man nicht zwangsläufig drauf als Staat.
Und das "Ich bin nicht die einzige Person, die so denkt" zieht für mich nicht als Argument. Es gibt so viel Schwachsinn und gefährliche Haltungen, die mehrere Anhänger haben. Dass mehrere ähnlich denken ist kein Beleg für Richtigkeit oder dass eine Meinung korrekter ist.