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Prüfungsangst im Studium

Hallo ihr,

herzlichen Dank für eure Antworten!

Ich hatte tatsächlich dieselben Gedanken, dass mich das Studium überfordert. In der Schule - vor allem in der Oberstufe - habe ich trotz ordentlichem Lernen in den Fächern, die mich interessieren, keine besonderen Glanzleistungen erreicht (ab und an schon eine gute 2, mehr aber auch nicht). In anderen Fächern waren die Leistungen dann eher im Notenbereich zwischen 4 und 5. Nun ja, wenn ich so darüber nachdenke, komme ich zu der Erkenntnis, dass ich mit dieser Vorgeschichte einen (schwerwiegenden) Fehler gemacht habe, als ich mit dem Studieren angefangen habe.

Nun habe ich aber den Mut, einen neuen Schritt zu wagen und mich beruflich neu zu orientieren, d.h. mit anderen Worten eine Ausbildung zu beginnen. Doch dabei sehe ich mich einigen Fragen bzw. Problemen gegenübergestellt:
  • Kann ich - obwohl ich zwei Studiengänge abgebrochen habe - noch eine Ausbildung beginnen? Das Alter sollte ja eigentlich kein Problem darstellen. Für dieses Jahr werde ich auch keine mehr kriegen, da die meisten Ausbildungen ja im August / September starten, das verschafft mir aber doch ein wenig Zeit, um mir Gedanken zu machen, was ich wirklich will.
  • Wie soll ich das meinen Eltern erklären? Den Studienfachwechsel, den ich letztes Jahr vorgenommen habe, haben meine Eltern ganz gut aufgenommen. Sie standen und stehen immer noch hinter mir, und - wie oben schon erwähnt - hat mich der erste Studiengang fachlich nicht begeistern können, was meine Eltern mit Verständnis aufgenommen haben. Aber jetzt weiß ich eben nicht, wie ich ihnen meine Situation plausibel erklären soll... Wohne übrigens noch zuhause.
  • Wie soll ich das meinen Chefs das erklären? In meinem Nebenjob läuft es echt gut, fühle mich dort wohl und sowohl die beiden Chefs als auch meine Kollegen sind sehr zufrieden mit mir (daher auch meine Annahme, dass Arbeiten bzw. das Praktische mir eher liegt als das Theoretische - habe aus früheren Nebenjobs auch immer sehr gute Arbeitszeugnisse bekommen). Zur Info noch: es ist eine kleine Firma, die für verschieden Kunden (u.a. Museen, Theater usw.) die Digitalisierung und Archvierung von Dokumenten, Bildern usw. vornimmt. Dort bin ich als Werkstudent bzw. studentische Aushilfe angestellt. Sollte ich da noch weiterarbeiten, muss das natürlich vertraglich geändert werden. Wüsste jetzt aber nicht, wie ich das denen beibringen soll und ob ich dann - zumindest vorläufig - dort noch weiterhin arbeiten könnte...

Das mit der psychologischen Beratung sollte ich wirklich ernsthaft in Erwägung ziehen. In der Stadt, in der ich wohne, gibt es auch einige Psychologen, zu denen ich gehen kann. Fühle mich gerade so ein bisschen wie ein Versager, der nichts auf die Reihe bekommt...

Liebe Grüße,
DarkEve
 
Eben, Nordrheiner. Wir brauchen nämlich nicht nur Akademiker, sondern auch tüchtige Handwerker und andere Berufe.

Ich finde es auch unverantwortlich von den Lehrern, jeden durch's Abitur zu schleusen. Früher bekam man das Abitur nur, wenn man auch studierfähig war. Auch mit einem Durchschnitt von 2,5 oder über 3,0 ist so mancher ein erfolgreicher Akademiker geworden. Heute sind selbst manche Leute mit einem sog. Einserabitur nicht mehr studierfähig und beherrschen nicht mal ihre Muttersprache fehlerfrei. Die Lehrer machen es sich schön bequem, vergeben inflationär gute Noten, lassen kaum jemanden beim Abi durchfallen und scheuen Konflikte mit Eltern und Schülern. Den vielen Abiturienten, für die im Studium das böse Erwachen bis hin zu gravierenden psychischen Erkrankungen mit nachfolgender Erwerbsunfähigkeit kommt (ich kenne solche Fälle!), erweisen sie dadurch einen Bärendienst.

Ich kenne genügend tragische Fälle und kann dem TE nur raten, im Interesse seiner psychischen Gesundheit rechtzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Und wenn es sich dann nicht nur um eine vorübergehende Krise handelt, sollte er von dem Gedanken, unbedingt studieren zu müssen, ein- für allemal Abstand nehmen. Dann was anderes machen und auch nicht mehr damit hadern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo DarkEve,

es ist nicht ausgeschlossen, dass Du dieses Jahr noch einen Ausbildungplatz erhältst. Es gibt in jedem Jahr etliche Auszubildende, die ihren Ausbildungsplatz nicht antreten oder vorzeitig ihre Ausbildung abbrechen. Setz Dich daher mit der IHK und der Handwerkskammer in Verbindung, die i.d.R. darüber gut informiert sind.

Aber lasse Dich beraten, überlege gut..... welche Ausbildung Deinen Talenten am nächsten kommt.

LG; Nordrheiner
 
Kann ich - obwohl ich zwei Studiengänge abgebrochen habe - noch eine Ausbildung beginnen? Das Alter sollte ja eigentlich kein Problem darstellen. Für dieses Jahr werde ich auch keine mehr kriegen, da die meisten Ausbildungen ja im August / September starten, das verschafft mir aber doch ein wenig Zeit, um mir Gedanken zu machen, was ich wirklich will.
Selbstverständlich kannst du das. Ich könnte vom Alter her deine Mutter sein und kenne Leute, die noch mit über 30, teils sogar mit Ende 30, eine Ausbildung begonnen und abgeschlossen haben. Schon aufgrund des demographischen Wandels werden in vielen Bereichen Auszubildende mittlerweile händeringend gesucht. Du bist doch erst 21 und hast jetzt halt erkannt, dass ein Studium nichts für dich ist.

Wie soll ich das meinen Eltern erklären? Den Studienfachwechsel, den ich letztes Jahr vorgenommen habe, haben meine Eltern ganz gut aufgenommen. Sie standen und stehen immer noch hinter mir, und - wie oben schon erwähnt - hat mich der erste Studiengang fachlich nicht begeistern können, was meine Eltern mit Verständnis aufgenommen haben. Aber jetzt weiß ich eben nicht, wie ich ihnen meine Situation plausibel erklären soll... Wohne übrigens noch zuhause.
Deine Eltern wissen doch, dass dein Abi unterdurchschnittlich ausgefallen ist. Wie können sie dann erwarten, dass du auf Biegen oder Brechen studieren musst? Sollen sie doch erst mal selbst studieren; dann sehen sie ja, was da verlangt wird. Sag' ihnen offen, welche Panikattacken du inzwischen hast und dass du jetzt erkannt hast, dass du mit einem Studium überfordert bist, dich jetzt aber umso eingehender nach einer geeigneten Ausbildung erkundigen und diese dann auch durchziehen wirst. Deine psychische Gesundheit sollte deinen Eltern wichtiger sein als die Aussicht, eines Tages mit einem Akademiker als Sohn protzen zu können. Das ist doch nur Statusdenken. Wenn jemand gern studieren möchte und sich dazu auch eignet, ist es ja okay. Aber nicht, wenn jemand erkannt hat, dass er damit todunglücklich ist.

Wie soll ich das meinen Chefs das erklären? In meinem Nebenjob läuft es echt gut, fühle mich dort wohl und sowohl die beiden Chefs als auch meine Kollegen sind sehr zufrieden mit mir (daher auch meine Annahme, dass Arbeiten bzw. das Praktische mir eher liegt als das Theoretische - habe aus früheren Nebenjobs auch immer sehr gute Arbeitszeugnisse bekommen). Zur Info noch: es ist eine kleine Firma, die für verschieden Kunden (u.a. Museen, Theater usw.) die Digitalisierung und Archvierung von Dokumenten, Bildern usw. vornimmt. Dort bin ich als Werkstudent bzw. studentische Aushilfe angestellt. Sollte ich da noch weiterarbeiten, muss das natürlich vertraglich geändert werden. Wüsste jetzt aber nicht, wie ich das denen beibringen soll und ob ich dann - zumindest vorläufig - dort noch weiterhin arbeiten könnte...
Du sagst denen ganz offen, dass du erkannt hast, dass dir das Praktische eher liegt als das Theoretische und du deswegen dein Studium endgültig abbrichst und eine geeignete Ausbildung suchst. Was sollen die Chefs dagegen haben? Geht sie doch gar nichts an. Selbst wenn du dort nicht mehr weiter arbeiten könntest, kann das nicht ausschlaggebend für deine Entscheidung sein. Denn du stellst jetzt die Weichen für dein ganzes Berufsleben. Willst du dich weiterhin durch ein Studium quälen, das dir absolut nicht liegt, dich sogar krank macht, nur weil es dir peinlich ist, gegenüber zwei Chefs, die du nur kurzzeitig hast, den Studienabbruch zu offenbaren?

Das mit der psychologischen Beratung sollte ich wirklich ernsthaft in Erwägung ziehen. In der Stadt, in der ich wohne, gibt es auch einige Psychologen, zu denen ich gehen kann.
Ja, das empfehle ich dir auch dringend.

Fühle mich gerade so ein bisschen wie ein Versager, der nichts auf die Reihe bekommt...
Mit Versagen hat das überhaupt nichts zu tun. Jeder Mensch hat andere Stärken. Deine liegen eben mehr im praktischen Bereich, und man sollte das tun, was einem liegt. Dann hat man nämlich auch Erfolgserlebnisse. Du bist mit 21 noch sehr jung und hast halt etwas ausprobiert, um dann festzustellen, dass es nicht das Richtige für dich ist. Na und? Ein Versuch ist immer ein Wagnis. Sieh diese Zeit als Orientierungszeit an, die du gebraucht hast, um herauszufinden, was du beruflich willst. Du hast dich dadurch jetzt besser kennen gelernt und erkannt, dass du einen anderen Weg beschreiten musst, um dich wohl zu fühlen. Manche Menschen merken das erst, wenn sie deutlich älter sind. Das ist viel tragischer. Was sind schon zwei (nur scheinbar) "verlorene" Jahre gegen ein ganzes Berufsleben?
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Abend,

ich freue mich sehr über eure Antworten, die mir auf jeden Fall geholfen und Mut gemacht haben. Heute habe ich mit meinen Eltern über die ganze Sache gesprochen, und sie meinten genauso wie ihr, dass das Studium nichts bringt, wenn das einen überfordert, vor allem in dem Maße, in dem das bei mir auftritt. Eine Ausbildung ist da die bessere Wahl, da diese praxisorientierter ist und nicht solch immens hohen Anforderungen stellt wie ein Studium. Meine Eltern versuchen nicht, mir irgendetwas aufzuzwingen und haben - entgegen meiner Befürchtungen - Verständnis für meine Situation. Zudem hat mein Vater sogar Kontakte bei der IHK, die man durchaus für sich ausnutzen kann. 😀

Um eine psychologische Beratung werde ich mich noch bemühen - genauso wie um einen Ausbildungsplatz (mit der Unterstützung meiner Eltern -> IHK u.ä.). Ich bin optimistisch, auch wenn ich einiges vor mir habe. Vielen Dank nochmal für eure Hilfe!

Liebe Grüße,
DarkEve
 
Ohje, DarkEve, jetzt lässt du dich wirklich von Marilla und Nordrheiner von deinem Studium abbringen? Du scheinst aber noch sehhr leicht beeinflussbar zu sein.

Die kennen dich doch gar nicht. Und können es folglich auch nicht abschätzen. Auch nicht anhand deiner Abiturnote. Die kann ja aus allen möglichen Gründen so ausgefallen sein, wie sie ausgefallen ist.
 
Einfach alles lesen, power flower. Dann wird es auch sicher dir leichter fallen zu verstehen, warum sich DarkEve entschieden hat, einem Studium den Rücken zu kehren. Stichworte für Dich: Ängste, Überforderung
 
Vor allem: powerflower kennt DarkEve ebenso wenig wie wir, ist sich aber trotz seiner Schilderung ganz sicher, dass er einem Studium gewachsen ist. 😀
Seine Eltern kennen ihn seit 21 Jahren, er selbst kennt sich auch. Das sollte für sich sprechen und respektiert werden.

Die einen machen sich Gedanken, wenn ein User Hilfe sucht, und setzen sich gründlich mit dem auseinander, was er geschrieben hat, raten ihm außerdem zu professioneller Hilfe. Die anderen, die nicht mal den sprachlichen Unterschied zwischen "abschätzen" und "einschätzen" kennen, sehen in unseren Beiträgen nur eine willkommene Gelegenheit, um Stimmung gegen ihnen missliebige User zu machen. Um den Hilfe suchenden User selbst geht es dabei gar nicht... 🙄
 
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Stichworte für Dich: Ängste, Überforderung
Zwei Sachen die jeder Student kennt, unabhängig davon wie gut sein Abi war. Prüfungsängste treten bei jeder Prüfung auf, sei es in einem Studium oder einer Ausbildung.

Viele ehemalige Schüler müssen mit dem Konzept Universität erst umgehen lernen. Selbst mit einem 1,x Abi ist die Universität eine neue Herausforderung. Man bekommt nichts mehr vorgelebt, Stundenpläne müssen selbst erstellt werden, es muss eigenständig entschieden werden ob und wann eine Prüfung geschrieben wird, oft gibt es nur eine VL ohne Seminar, was auch hier bedeutet, dass man ohne die gewohnte Hausaufgaben den Stoff eigenständig und eigenverantwortlich durchgehen muss.

Bei diesen Punkten sind sehr viele Studenten immer wieder überfordert. Ob der TE nun für ein Studium geeignet ist oder nicht wird mir durch seine Beiträge noch nicht bewusst. Er ist im 2. Semester, bald im 3., und hat alle Prüfungen für das 2. Semester offen.

Interessant wäre doch hier zu erfahren, wie seine Prüfungen im 1. Semester liefen. Sollte er dort überall Noten erhalten haben, die doch sehr gut sind, warum dann das Studium abbrechen?

Prüfungsangst kann man bekämpfen, die Unorganisation auch. Mit beidem wäre er auch wieder in einer Ausbildung konfrontiert.

Wichtig ist was der TE für Wünsche an seine Zukunft hat. Interessiert ihn sein Studium? Möchte er an seinen Ängsten und seiner Prokrastination arbeiten? Falls ja, kann er auch lediglich ein Urlaubssemester (oder einfach entspannt ein bis zwei Semester länger studieren) einschieben und mit angemessener Hilfe weiter studieren.

Nun speziell an den TE, ich hatte und habe die selben Probleme wie du, einschließlich eines nicht so guten Abis. Dennoch konnte ich zum Schluss einen sehr guten Bachelor vorweisen und selbst der Master gelingt mir bis Weilen sehr gut. Ich habe mir einfach Hilfe gesucht und an meiner Situation gearbeitet. Falls du dich darüber gerne austauschen möchtest können wir gerne privat in ein Gespräch kommen.
 
Möchte er an seinen Ängsten und seiner Prokrastination arbeiten?
Seine "Neigung, Dinge vor sich herzuschieben", oder schlicht und einfach "Aufschieberitis" statt "Prokrastination" hätte auch genügt. [...]
Und ob es sich lohnt, an seinen Ängsten zu arbeiten, oder ob diese schlicht und einfach durch Überforderung entstehen, sollte der TE besser mit einem darauf spezialisierten Psychologen besprechen. So, wie er es beschreibt, scheint er diese Ängste bei eher praktisch ausgerichteten Tätigkeiten ja nicht zu haben und für sein Abi mit 3,4 hat er auch schon ganz schön pauken müssen. Hört sich alles überhaupt nicht danach an, dass ein nur durch diverse Psychotherapien zu bewältigendes Studium für ihn das Richtige wäre.
 
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