Da muss ich enttäuschen. Ich arbeite bereits seit fast 44 Jahren und diese Scheinmodekrankheit Burn-Out, so wird es geschrieben, hatte ich nie und werde sie auch die nächsten zwei Jahre mit Sicherheit nicht mehr bekommen, denn meine Aufgabe macht mir sehr viel Spaß.
Freut mich für dich, dass deine Arbeit dich so ausfüllt. Glück gehabt..
Nur gibt es eben sehr viele Menschen, die dieses Glück nicht haben und ihr Leben mit ungeliebter Arbeit fristen müssen.
Ich finde es unglaublich ignorant, dass du Burnout als "Scheinmodekrankheit" bezeichnest. Wenn Menschen in der heutigen Arbeitswelt immer mehr von ihrem Job vereinnahmt werden (kaum Freizeit, ständige Erreichbarkeit, Flexibilität, Leistungsdruck,...), dann ist es nämlich nicht überraschend, dass so mancher davon depressiv wird und die Lust am Leben verliert.
Für sowas steht seit einigen Jahren der Begriff "Burnout", wobei es die Symptomatik schon viel länger gibt. Nur ist ihre Relevanz/Häufigkeit heute (aus genannten Gründen) eben größer und sie wird weiter wachsen, solange der Trend zum "Neoliberalismus" geht.
Insofern habe ich schon über mich nachgedacht und ich muss sagen, was mich nicht umgebracht hat, hat mich nur härter gemacht. Und in diesen 44 Jahren habe ich wegen Krankheit insgesamt 6 Wochen gefehlt, wobei übrigens eine OP dabei war. Ist halt alles eine Frage der inneren Einstellung. Entweder man hat sie, oder man hat sie nicht.
Ja klar, alles eine Sache der Einstellung...
Ich glaube dein Arbeitgeber (falls du nicht selbständig bist) hat mit dir echt einen guten Fang gemacht. Du hast diese arbeitsideologischen Kalendersprüche wirklich verinnerlicht.
Solche Arbeiter wünscht man sich.
Dein Grabstein trägt später bestimmt die Inschrift "Hat nur 6 Wochen auf der Arbeit gefehlt".