Wenn es beim BGE "nur" um Bedürftige ginge, bräuchte man es gar nicht, da würde eine simple Aufstockung der momentanen Hartz/Sozialhilfe oder mehr Großzügigkeit bei aufstockenden Geringverdienern völlig ausreichen.
Würde es nicht. Man braucht keine Sanktionen und wird dadurch nicht gezwungen jede Arbeit anzunehmen. Das BGE fängt in diesen besagten Ländern mit den Bedürftigen an, um es einfach auszutesten. Sie wollen wissen wie es funktionieren wird. Es ist eine Art Testverfahren.
Und wenn ausgerechnet die Schweizer, die keine Angst haben müßten, bei Einführung eines BGE zum Beispiel von Wirtschaftsflüchtlingen überrannt zu werden (denn diese Forderung käme so sicher wie das Amen in der Kirche, BGE auch für Asylanten und Flüchtlinge, sprich die halbe Welt stünde plötzlich vor der Tür!),
es abgelehnt haben, dann läßt das durchaus tief blicken.
Ich denke es liegt daran, dass die Schweiz ein ziemlich reiches Land ist und es vielleicht zurzeit gar nicht nötig haben. Die deutschen Umfragewerte sehen diesbezüglich anders aus. Die Mehrheit (nicht alle) möchten das BGE haben und sie wollen auch weiterhin arbeiten. Es soll für die meisten nur eine Erleichterung sein. Sie können dann z.B eher kündigen und die Stelle wechseln. Jetzt ist man von dem Arbeitgeber abhängig.
Aber um die tatsächlich Bedürftigen geht es in der Diskussion ums BGE imho in Wahrheit gar nicht, die werden (nach meinem Empfinden) nur als Alibi vorgeschoben, denn in Wahrheit geht es ja, wie wörtlich angemerkt, um "Selbstverwirklichung", von Leuten, die diese anscheinend mit regelmäßiger Arbeit nicht finden können oder wollen. Nicht um Hilfe für die, die Hilfe tatsächlich brauchen, sondern um Geschenke für Leute, die nicht allzuviel davon halten, sich ihre "Selbstverwirklichung" mit eigener Leistung erst mal zu verdienen.
- Sorry, mein Empfinden. -