Hallo Blegtor,
Ich finde es erst einmal gut das du dir da viele Gedanken drum machst. Ich finde viele hier so manche Aussagen nicht gut, erzwingen sollte man so etwas nicht. Diese Angst sollte man ernst nehmen. Aber natürlich solltest du deine Tochter nicht in Watte deshalb packen. Sowie ich raus lese ist deine Tochter schon etwas älter, so um die 16 Jahre alt? Ich finde in dem Alter sollte man erst recht nichts erzwingen.
Ich hatte selbst seit der Kindheit an Angst vorm Schwimmen, gerade vom Tauchen. Ich hab selbst als Kind beim Haare waschen meine Ohren mit einem Waschlappen zuhalten müssen, damit kein Wasser rein kommt. Ich hatte Angst dass ich nichts mehr höre. Im Schwimmbad hatte ich Angst zu ertrinken, auch der Kontrollverlust(Keinen Boden unter meinen Füßen zu haben) machte mir Angst. Noch heute kann ich nicht mal vom Becken ins Wasser springen. Mir haben viele Menschen versucht Schwimmen beizubringen, mein Bruder, Schwimmlehrerinnen etc. Dadurch das ich einfach kein Vertrauen zu Menschen hatte(aufgrund frühkindlicher Traumatisierungen) hatte mir niemand schwimmen beibringen können.
Ich hab mir Schwimmen aber selbst beigebracht, dank einer einfühlsamen und verständnisvollen Schwimmlehrerin. Sie merkte dass ich niemanden vertrauen konnte und hatte eine gute Idee. Ich bekam so Schwimmgürtel mit
mehreren herausnehmbaren Auftriebskörpern. Hier ein Link dazu:
» Schwimmen richtig lernen mit dem Schwimmgürtel
Ich hab dann mit diesem Schwimmgürtel geschwommen und hab immer wieder selbst eins raus gemacht(hatte also selbst die Kontrolle). Irgendwann hatte ich nur noch eins dieser Auftriebskörper am Gürtel dran und für mich machte dies kaum einen Unterschied. Irgendwann war keines mehr dran und ich war schon so geübt mit dem schwimmen bzw. auch so vertraut mit dem Wasser, das es mir keine Angst mehr machte. Und am Ende hab ich ganz ohne Gürtel schwimmen können. Natürlich nicht ganz so gut wie manch anderer, aber besser als nichts. Ich kann aber immer noch nicht tauchen(den Kopf unter Wasser halten geht schon eher), ich kann auch nicht ins Wasser springen, nicht einmal vorm Beckenrand. Bei mir hatte es auch viel mit Kontrolle abgeben zu tun. Wenn kein Boden unter meinen Füßen ist, das machte mir sehr Angst. Ich brauch diese Standfestigkeit. Da bei mir nie irgendetwas standhaft war.
Heute muss ich sagen, dass ich das Schwimmen wieder etwas verlernt hatte, da ich lange Zeit nicht mehr im Schwimmbad war(hat mehrere Gründe). Das letzte Mal vor paar Jahren hatte ich es versucht und hatte wieder diese selbe Angst, mit dem Kontrollverlust.
Vielleicht klappt es mit diesem Schwimmgürtel bei deiner Tochter. Falls nicht, solltet ihr schauen das sie mal zu einem Therapeuten geht(aber auch nur wenn sie das selbst will!). Druck machen ist immer der verkehrte Weg, die Angst ernst nehmen und schauen wie man ihr helfen kann, ist der richtige Weg. Je mehr Druck ihr auf eure Tochter ausübt, desto größer wird ihre Angst und Blockade. Damit erreicht ihr nur das Gegenteil. Ich würde sie erst mal vom Schwimmunterricht befreien lassen(aber auch wie hier schon jemand schrieb, sie nicht zuhause lassen). Da könnte wirklich ein Therapeut oder Psychiater die richtige Adresse sein, der kann sie vom Schwimmen befreien lassen. Aber ich denke das könnte auch ein Hausarzt tun.