Femme Fatale
Mitglied
Richtig sex und liebe sind zwei unterschiedliche dinge.
Falls du darauf hinaus willst ob ich mit der Masse mitziehe muss ich dich enttäuschen.
Nein, ich wollte damit nur ausdrücken, dass diese "Indizien" für die Psychopathie schwachsinnig sind, da sie auch Indizien für 10000 andere Störungen sind.
guten morgen,
so langsam ergibt sich mir ein bild von dir (obwohl man sich ja eig keines machen, also kein urteil fällen sollte).
was ich bemerke, und das spricht gegen die theorie vom psychopathen, ist eine hohe introspektionsfähigkeit offenbar gepaart mit sensibilität. aus diesem grunde erkennst du deine manipulationen, deine gleichgültigkeit gegen andere und deine gesichtslosigkeit.
all diese dinge betreffen eig jeden menschen, doch die wenigsten erkennen sie als ihre eigenen eigenschaften. auf der anderen seite passt deine liebe zur kunst in dieses bild.
ich versuche mal anders heran zu gehen, auch wenn ich meine, dass mein allererster beitrag in diesem thread weiterhin gültigkeit besitzt.
liebe ist für mich zum einen sehnsucht nach schönheit (das betrifft den inneren aspekt), zum anderen gibt sie raum für entwicklung. was ich also erkenne, ist deine innere und äussere suche nach einer schönen, wettvollen entwicklungsrichtung. was für einen jungen menschen ja nun mal tatsächlich dessen stadium ist.
soweit wie nordreiner, dass dies gleich orientierungslosigkeit ist, würde ich allerdings nicht gehen.
es hilft, sich weiter mit der liebe auseinander zu setzen, auch mit ihrem gegenteil. dies ist (wiederum aus meiner sicht) natürlich nicht der hass, sondern im inneren die angst und im äusseren die gleichgültigkeit.
es gibt einen sehr schönen text von platon zum thema liebe, das 'symposium' oder 'das gastmahl', vllt findest du darin ein paar impulse für dich. zb. hält platon die liebe zu den schönen leibern anderer überhaupt als erste stufe der liebe, die liebe zu einem bestimmten menschen, in der die schönheit von dessen ideen den hauptraum einnimmt für die zweite stufe der entwicklung usw. wer möchte (und kann), kann in diesem text durchaus schritte zu spiritueller meisterschaft erkennen.
aus diesem grunde finde ich es nicht verwerflich, sondern im gegenteil förderlich, wenn du dich in deiner weiterentwicklung von einem meister hin und wieder korrigieren bzw. leiten lässt. übrigens haben solche meister eher kein gesicht, würden sich zb. nicht als solche bezeichnen, trdm sind sie erkennbar an ihrer integrität.
was bedeutet es für dich, kein gesicht zu haben? was ist ein gesicht für dich?
marut
Liebe hat für mich viele Richtungen. Romantische Liebe, Ästhetische Liebe, Momentliebe... Und und und.
Wie ich bin, ist abhängig von der Person, mit der ich vorhabe zu interagieren. Ich beobachte Menschen, analysiere ihr Verhalten, bis ich Ihre Denkens- und Handelsweise einschätzen kann. Dann passe ich mich an. Zu den einen bin ich das süße tollpatschige Mädchen, zu den anderen die ruhige und leicht arrogante Autoritätsperson. Mal die Führungskraft und mal der Mitläufer. Jenachdem wie es passt und worauf ich hinaus möchte. Es fällt mir schwer zu glauben, dass alles davon "Ich" ist, da dort manchmal so viel Ambivalenz steckt. Ich kann sowohl introvertiert als auch extrovrrtiert sein, schüchtern als auch vorlaut. Natürlich reagiert man nicht auf Jede Person gleich, aber es ist nicht so, dass ich zudem einen schüchtern bin weil ich nicht anders kann, sondern weil ich denke, dass das gerade angebrachter ist.
Aber was davon bin jetzt ich? Da ich alles davon nach außen tragen kann, steckt ja alles davon in mir. Aber ich kann doch nicht alles sein?
Wenn meine Schauspielerei auffliegt, juckt es mich nicht viel. Ist eben so ein "Hm. Ok. Versuch ichs halt woanders."
Das zwischen mir und T. Ist aber komplett anders. Ja, wir beide manipulieren andere. Aber wir manipulieren nicht uns- zumindest nicht bewusst. T. Ist einer, der sich in schwierigen Situationen gerne rausredet und unterschwellig die Schuld anderen zuschiebt. Das funktioniert aber bei mir nicht, weil ich das erkenne und das Gerüst der Ausreden mit meinen Argumenten zerbreche. Dasselbe umgekehrt. Wir bringen uns gegenseitig immer wieder auf den Boden. Wir bringen uns gegenseitig an unsere Grenzen, aber wir verlieren uns nicht.
Was gibt es dann zu meckern, denken wahrscheinlich nun einige.
Ich bin die, die meckert. Ich möchte so sehr, dass er mir liebt. Ich spüre, dass er es tut, aber ich höre nichts. Es verwirrt und kränkt mich. Ich will nicht immer spekulieren müssen ob seine Fürsorge freundschaftlich oder romantisch ist. Kritisiere ich, dass für ihn alles freundschaftlich ist, bestreitet er das und redet von Romantik. Kritisiere ich, dass bei der Romantik das und das nicht stimmt, kommt er damit, dass es nur freundschaftlich ist. Ich glaube nicht, dass er mich in dem Punkt manipulieren will, er ist einfach selbst verwirrt und lügt sich selber an. Wer möchte auch freiwillig zugeben eine gewisse Abhängigkeit zu jemanden aufgebaut zu haben?
Heute war ein gutes Beispiel. Am Morgen war ich ziemlich muffelig, weil er mir unschön geweckt hat. Ich war zu pissig um ihn einen Kuss zu geben, als er ging. Als er wieder kam, war er total aufgebracht und hat mir praktisch eingeredet, dass wenn ich will, dass er andere nicht küsst, ich ihn zu küssen habe, wenn er will, egal ob ich will oder nicht. Letztendlich hat er sich entschuldigt und es nicht so gemeint. Sein Ego war einfach so stark verletzt, dass er sich seine Stärke aufzwingen wollte und mit solchen Aussagen sich selbst seiner Unabhängigkeit bestätigt.
Kann ja nicht sein, dass die, die ihn so vergöttert, ihn auch mal einen Strich durch die Rechnubg macht. Und das passiert eben immer wieder. Wir glauben den anderen in der Hand zu haben, aber dann ist dem doch nicht so und man selbst knickt ein. Wir können nicht mit- und erst recht nicht ohne einander. Seltsames Miteinander, ich weiß. Dennoch macht es mich mehr glücklich als traurig.
Aber da ist trotzdem etwas, das fehlt. Eine leere im Herzen. Er ZEIGT mir so viel Liebe, doch er spricht sie nie. Man sagt Taten sprechen mehr als Worte, aber im Endeffekt braucht man ein Zusammenspiel aus Beidem.
Ich möchte diese Sehnsucht nicht mehr fühlen. Ich möchte mich für andere nicht verletzbar machen. Aber ich möchte mich auch nicht komplett abschotten. Ich bin was ich nicht will, und möchte sein, was ich nicht bin. Kann es aber nicht umsetzen. Es geht nicht. Ich erkenne mich selbst einfach nicht mehr.
Bin ich verletzt, weil es Automatismus geworden ist, in Solchen Situationen so zu tun als sei ich verletzt, oder bin ich es wirklich und habe mir bloß eingeredet, nicht verletzt worden zu sein?
Ich kann Wahrheit nicht mehr von Lüge unterscheiden.
Wenn ich sage, das ist so und so, habe ich in mir noch etwas, das alles in Frage stellt.