Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Bin ich der Einzige der denkt, dass das Christentum nicht zu uns gehört.

  • Starter*in Starter*in Gandalfs Kraut
  • Datum Start Datum Start
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Beim Glauben geht es selbstverständlich um Wissen, um Beweisbarkeit. Wenn sich etwas nicht beweisen läßt, ist alles wahr. Das dürfen wir aber nicht zulassen.

Fangen wir mit dem Wissen an. Wie sehr bemühst Du Dich um Wissen?
Beweisbarkeit ist objektiv nicht überall möglich. Glaube hat aus meiner Sicht im Kern etwas mit Beziehungen zu tun. Im christlichen Glauben geht es um liebevolle Beziehung Gott-Mensch sowie um Mensch-Mensch. Und wenn Du hier im Forum mal Diskussionen verfolgst, dann wird allgemein der Gedanke "Du musst mir Deine Liebe beweisen" als äusserst befremdlich abgelehnt. Das Liebespaar selbst - das erkennt viele Liebesbeweise sowohl in der Anbahnung der Beziehung als auch in der Pflege der Beziehung.

Wie befremdlich wäre der Gedanke für ein Liebespaar, wenn Außenstehende die Anforderung stellen würden: "Beweist uns, dass ihr Euch liebt."

Ich verstehe Dich nicht, warum wir .... nicht zulassen dürfen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Alle Dinge, Sachverhalte, welche in der Natur nicht vorkommen können müssen dementsprechend näher beleuchtet werden. Was ist mit Klonen, Retortenbabys, Abtreibungen auf Grund von früherkannten genetischen Defekten?

Wenn unsere Gentechnologie dazu fähig wird Menschen ohne Geschlecht oder gar mit beiden Geschlechtern zu erzeugen, ist das dann O.K.? Irgendwo muss man Grenzen ziehen, aber wo? Wie wäre es wenn man sich die natürlichen Möglichkeiten als Vorbild nimmt?
Ja, was ist denn mit Klonen, Retortenbabys und Abtreibungen? Da ist immer der Einzelfall zu betrachten. Menschen ohne Geschlecht oder mit zwei zu erzeugen macht keinen Sinn, schließlich gibt es von Natur aus hin und wieder Hermaphroditen (Zweigeschlechtliche) oder Personen, die von Natur aus steril sind, und beiderlei werden nicht zwangsläufig damit glücklich im Leben, warum sollte man das dann auch noch künstlich erzeugen?
Klonen ist sehr aufwendig und teuer und macht deshalb nur dann Sinn, wenn ein sehr realer Zweck dahintersteht, genauso wie das Erzeugen von Retortenbabys - der reale Zweck ist meistens der, auch Paaren, die aufgrund von Erbkrankheiten nur schwerkranken Nachwuchs produzieren können, trotzdem ein gesundes Kind zu ermöglichen, z. B. indem man während des Klonungsprozesses oder in der Retorte die krankmachenden Gene austauscht gegen gesunde, oder defekte Embryozyten sofort ausselektiert werden, noch bevor man von beginnendem "menschlichem" Dasein überhaupt reden kann.
Und Abtreibungen nach erkannten genetischen Defekten zu verbieten erzeugt die Frage, wer die danach vermutlich geborenen kranken und unerwünschten Kinder nehmen "muß" - die Eltern, die dieses Kind nicht wollten? Der Staat/das Sozialamt/die Waisenhäuser, oder sollte nicht eher derjenige sie alle adoptieren (müssen!), der die Abtreibungen verbieten ließ?
Ich halte es nämlich für durchaus gerechtfertigt, wenn jemand, der lauthals gegen Abtreibungen ist, dann konsequent auch das eine oder andere unerwünschte Kind nehmen muß - muß wohlgemerkt, ohne Ausflüchte oder wenn und aber. Denn Eltern mit unerwünschten, schwerkranken Kindern anschließend allein und ohne Hilfe in der Sch*eisse sitzen zu lassen ist billig, zu billig für meinen Geschmack. Rumänische Verhältnisse, wo bekanntlich in kommunistischen Zeiten auch Abtreibung verboten war und die Waisenhäuser überquollen von unerwünschten, oft kranken und zum Sterben verdammten Kindern. Die Kosten blieben ohnehin immer am Staat, dem Sozialamt, also der Allgemeinheit hängen.
So böse das klingen mag, aber eine Abtreibung ist immer billiger als die jahrelange Pflege eines Schwerstbehinderten. Deshalb hat imho auch niemand, der nicht selbst bereit ist, sich diesen Schwerstbehinderten aufzuhalsen, das Recht, Eltern die Möglichkeit einer Abtreibung zu verweigern. Die Eltern entscheiden, für oder dagegen, und müssen immer mit den Folgen leben. Großmäulige Abtreibungsgegner dagegen nicht, die können sich einfach umdrehen und unbelastet weggehen. Nicht ihr (geborenes) behindertes Kind, nicht ihr Problem. :mad:
 
Auf "Liebe" kommst Du regelmäßig - und ich weiß auch warum:Weil Du denkst Liebe wäre auch nicht beweisbar. Ein großer Irrtum. Dafür gibt es Meßgeräte, die ausschlagen.
Wir dürfen es nicht zulassen, daß wir Dinge glauben, die weder Beweise noch Belege haben. Denn dann ist alles wahr: ( das hatte ich geschrieben ) Mein Leben danach in Entenhausen, die religiös motivierten Morde von Attentätern, der Glaube an x-beliebige Götter. Alles wäre dann eins, weil wir nicht unterscheiden können.
Es gibt keine Religion bzw. einen Glauben der beweisbar ist. Die Evolution ist es aber.
 
Auf "Liebe" kommst Du regelmäßig - und ich weiß auch warum:Weil Du denkst Liebe wäre auch nicht beweisbar. Ein großer Irrtum. Dafür gibt es Meßgeräte, die ausschlagen.
Wir dürfen es nicht zulassen, daß wir Dinge glauben, die weder Beweise noch Belege haben. Denn dann ist alles wahr: ( das hatte ich geschrieben ) Mein Leben danach in Entenhausen, die religiös motivierten Morde von Attentätern, der Glaube an x-beliebige Götter. Alles wäre dann eins, weil wir nicht unterscheiden können.
Es gibt keine Religion bzw. einen Glauben der beweisbar ist. Die Evolution ist es aber.

Thema Liebe:
Meinst Du jetzt Meßgeräte, die den Puls messen? Gibt es auch Meßgeräte, die die Einstellung des Menschen messen?
Ist für Dich Liebe nur eine chemische Reaktion?

Thema Glaube:
Warum dürfen wir nicht zulassen, dass Menschen Dinge glauben, für die es weder Beweise noch Belege gibt?
Nur weil wir keinen Beleg dafür haben, dass Du nach Deinem Tode in Entenhausen leben wirst, sehe ich darin keinen Grund, Dir diesen Glauben zu verbieten. Vielleicht nimmt Dir dieser Glaube Deine Angst vor dem Tode und gibt Dir Hoffnung auf ein gutes Leben nach dem Tode. Dann ist Dein Glaube auch für Dich zu etwas nütze. Wenn Du diesen Entenhausen-Glaube ablegst, weil Dir selbst die Beleg-Lage zu dünn ist, dann wäre es evt. ratsam, Dich nach etwas Besserem umzusehen. Was könnte das sein?

Warum dürfen wir nicht zulassen, dass religiös motivierte Terroristen tun, was Terroristen eben so tun?
Terroristen zerstören Leben. Deswegen dürfen wir sie nicht tun lassen, was sie gerne tun möchten.

Selbstverständlich sollten wir jeden Glauben zulassen und eben nicht verbieten. Das beinhält nicht die Akzeptanz der Gefährdung von Menschen. Glauben zulassen und Denken schliessen sich nicht aus. Das gilt auch für die Menschen, die noch glauben, die Evolution sei bewiesen.
 
Ja? Warum findest Du das schlimm? Ich empfinde das genau anders herum. Nur würde ich nicht von Recht sprechen. Es geht nicht um Rechthaberei zum Selbstzweck. Jedoch geht es (mir) um Lebenssinn sowie um Zielerreichung.

Ich sehe nur, dass in der Welt Glauben oft entzweit.
Es gibt viele Menschen, die ihren Glauben verbreiten wollen und Glauben als Machtinstrument benutzen. Glauben ist dafür ein gutes Werkzeug, weil Glauben Anspruch auf die "einzige Wahrheit" erhebt.

Aber böse Absicht ist gar nicht notwendig um Menschen zu entzweien.
Du sagst einerseits es ginge dir nicht um Rechthaberei, aber auf der anderen Seite verteidigst du deinen Glauben hier, kritisierst andere Glaubensrichtungen.
Ich denke je nachdem wer deine Aussagen liest, kann diese als Angriff und als Abwertung seines Glaubens empfindet. Und das reicht eigentlich schon damit dich ein Hindu/Moslem/Sonstwas nicht mag.

Versteh mich nicht falsch, du bist in vielen Themen bewandert und argumentierst keinesfalls aggressiv. Aber genau das erschreckt mich: Dass in Glaubensfragen für viele Menschen alleine das "Anders sein" schon Grund zur Ablehnung ist.

Objektiv gesehen kann ich nicht sagen, dass es nur eine gute Glaubensbasis bzw. nur eine gute Glaubensrichtung gibt.

Na dann sind wir uns ja schon einig 🙂
 
Fast richtig. Wenn man mir die Nicht-Existenz Gottes beweisen könnte, würde das allen meinen persönlichen Erfahrungen widersprechen. Insofern sehe ich da eine gewisse Unmöglichkeit. Der Glaube meiner Mutter spielt für mich bzw. für meine eigenen Erkenntnisse schon seit vielen Jahren keinerlei Rolle mehr.
Deine Küchenpsychologie ist recht nett, aber geht an meiner Realität vorbei. Vor allem habe ich keinerlei Rachegelüste gegenüber meinem Vater. Ich bedauere vielmehr, dass er schon lange gestorben ist und würde, wenn er noch lebte, sehr sehr liebevoll mit ihm umgehen.

Liebe überwindet so viel… Daoga, Liebe heilt Wunden und sie verändert Menschen. Deshalb ist mir ein Thema, welches sich direkt oder indirekt mit Liebe beschäftigt, wichtig. Und Gott ist nunmal – so sehe ich das – ein Gott der Liebe. Manchmal fragen sich Menschen „wie passt das zu Gottes Liebe?“. Ich halte solche Fragen auch für berechtigt. Aber dann sollte man – so denke ich – nicht einfach weglaufen, sondern nach der Antwort forschen

LG, Nordrheiner
"Liebe" kann aber auch zuweilen ein laut ausgeprochenes und sich selbst eingeredetes Synonym für "Selbstbetrug", für Selbstschmeichelei sein, eine fromme Beschönigung für die Hilflosigkeit, die das kleine Kind einmal empfand und in der Tiefe seiner Seele bis heute nicht überwunden hat. "Liebe" auch als Deckmäntelchen für den Zorn und Haß, den das kleine Kind nie empfinden "durfte", weil es doch der eigene Vater war, und sich bis heute nicht ehrlich eingestehen will.
Tut mir leid, aber ich glaube Dir nicht, daß Du alles vergeben hättest oder daß der Glaube Deiner Mutter etc. schon lange keine Rolle mehr spielt, denn Dein standhaftes Festkrallen am Thema spricht eine ganz andere Sprache.
Beim Miterleben von ungerechter Gewalt empfindet ein normal denkender Mensch Gefühle wie Zorn, Haß, Angst, Abscheu, vielleicht auch ein bißchen Mitleid - nicht für den Gewalttäter selbst, sondern für seine Dummheit und Primitivität, und wegen der Schäden, die er bei anderen anrichtet. Aber mit Sicherheit nicht Liebe. (Googel dazu mal das vergleichbare --> "Stockholm-Syndrom"!) Auch nicht die Liebe, die ein Kind dem eigenen Elternteil angeblich "schuldet" (wieder so etwas, was Menschen systematisch eingeredet wird und auf diese Weise viel Leid verursacht!)
"Liebevoller Umgang" mit einem Gewalttäter, mit dem man jahrelang als unterlegene Partei zusammenleben mußte, kommt in den allermeisten Fällen nicht aus einer Position von Stärke, denn mental so stark sind nur die allerwenigsten Menschen, sondern aus einer von Schwäche und Angst. Du willst ihm schöntun, auch jetzt, viele Jahre später noch, weil die Angst in Wahrheit immer noch da ist, um ihn zu beschwichtigen, seinen Zorn und Haß zu beenden, Kindchen-Charme und Kindchen-"Liebe" einsetzen gegen den starken Pascha, der Dir wehtut und Dich jederzeit ganz in Stücke reißen könnte, auch das übrigens ein Verhalten, das man aus der Natur von diversen Tierarten kennt. Aber dummerweise funktioniert das in den allermeisten Fällen nicht. Ein Tier kann aus seinen Instinkten nicht heraus, ein Mensch dagegen kann es. Wenn er will und sich selbst hinterfragt, nicht seine Gefühle und auch nicht seinen Selbstbetrug, seine völlig unberechtigte Selbstschmeichelei regieren läßt. Wenn er - kurz gesagt - ehrlich ist. Ganz besonders zu sich selbst, auch wenn das die schmerzhafteste Version von Ehrlichkeit überhaupt ist.

Und zum Ausgleich abermals ein Abstecher zu mir... Lügen, Heucheln, Selbstbetrug sprechen einerseits von Flucht vor unangenehmen Wahrheiten, aber auf der anderen Seite braucht man fürs Lügen und Heucheln auch eine gewisses Maß an Intelligenz, denn die Lügen und das Heucheln müssen ja glaubhaft und glaubwürdig wirken, für einen selbst und für die Außenwelt sowieso. Mein unangenehmer Grund, warum ich nicht lüge und heuchle: ich bin vermutlich schlicht zu dumm dafür. Ich kann mich nicht verstellen, konnte ich noch nie. Ich zeige kein lachendes Gesicht zu Dingen, wo ich nicht lachen kann, ich heuchle keine Liebe - oder rede sie mir selbst ein - wo Haß, Furcht, Angst herrschen. Was auch Leute, die mich zu analysieren versuchen, jedesmal verblüfft und anscheinend enttäuscht - denn bei mir liegt alles an der Oberfläche. Es gibt kein "darunter". Kein Verstellen, keine Maske, keine Heuchelei, kein Vortäuschen von Liebe, wo keine ist und noch nie eine war, aber wenn ich hasse, dann ist das ehrlich. Nehmt mich so wie ich bin oder laßt es. Nennt mich gern dumm, das trifft die Wahrheit, aber wer mich der Lüge oder Heuchelei bezichtigen möchte, sieht vermutlich gerade sein eigenes Spiegelbild statt mich. - Aber wenn man nichts zu verbergen hat, braucht man auch keine Deckmäntelchen, keine Teppiche unter die man Dreck kehren kann, keine Ausreden, für die Religion so gerne herhält, weil sie sich dann als unverzichtbar vorkommt. Keinen Gott, der einem selbstaufgehalste Deckmäntel und Teppiche, unter denen man zu ersticken droht, wieder abnimmt. Kein Vortäuschen. Kein überflüssiges Selbstbelasten.
Freiheit.
 
Ich sehe nur, dass in der Welt Glauben oft entzweit.
Es gibt viele Menschen, die ihren Glauben verbreiten wollen und Glauben als Machtinstrument benutzen. Glauben ist dafür ein gutes Werkzeug, weil Glauben Anspruch auf die "einzige Wahrheit" erhebt.

Wenn Glaube entzweit, dann entzweit auch eine andere Geschlechtlichkeit oder eine andere Vermögenslage oder oder... Ich denke, dass mehrere Gründe für eine Entzweiung vorliegen. Diese liegen nicht in dem Anderssein oder in dem Andershaben, sondern in der Einstellung der Menschen, damit mehr oder weniger menschenfreundlich umzugehen. Männer sind anders .. und Frauen auch.

Aber böse Absicht ist gar nicht notwendig um Menschen zu entzweien.
Du sagst einerseits es ginge dir nicht um Rechthaberei, aber auf der anderen Seite verteidigst du deinen Glauben hier, kritisierst andere Glaubensrichtungen.

Ich habe nicht das Empfinden, dass ich meinen Glauben verteidige. Ich fühle mich oder meinen Glauben auch nicht angeklagt. Nach meinem Selbsteindruck stelle ich lediglich meine Einsichten und Lebenseinstellung dar. Wenn ich andere Glaubensrichtungen kritisiere, dann - so denke ich - ist das eine Kritik, die man auch als Nicht-Gläubiger üben könnte. Also wenn ich z.B. aktuelle zunehmende Sex-Sklaverei oder Gewaltbereitschaft im Islam kritisiere, dann könnte ich das auch tun, ohne je irgendeiner Religion anzugehören.

Ich denke je nachdem wer deine Aussagen liest, kann diese als Angriff und als Abwertung seines Glaubens empfindet. Und das reicht eigentlich schon damit dich ein Hindu/Moslem/Sonstwas nicht mag.

Aus meiner Sicht hat das auch etwas mit unserer Kultur zu tun. In unserem Kulturkreis ist das Hinterfragen eine gängige und geförderte Verhaltensweise. Wer eine andere Meinung als persönlichen Angriff sieht, dem kannst Du nur nach dem Mund reden, um ihm zu gefallen.


Versteh mich nicht falsch, du bist in vielen Themen bewandert und argumentierst keinesfalls aggressiv. Aber genau das erschreckt mich: Dass in Glaubensfragen für viele Menschen alleine das "Anders sein" schon Grund zur Ablehnung ist.


Auch das kann ich verstehen. In anderen Kulturen ist die Gemeinschaft von weit aus höherer Bedeutung als bei uns in Deutschland. Für einige Kulturen gilt: Will der Mensch leben, muss er zur Gemeinschaft gehören. Gehört er auf Grund eines anderen Verhaltens (Glaubens) nicht dazu, drohen ihm existentiell bedrohliche Nachteile. Insofern ist es für Menschen einer solchen Kultur eine fast schon natürliche Schutzreaktion, Gedanken und Verhaltensweisen abzulehnen, die ihrer bisherigen Gemeinschaft nicht entsprechen.

Nimm einen Gefängnisinsassen, dessen Großeltern schon in der Gefängniszelle groß wurden und seine Eltern und jetzt er auch. Öffne ihm die Zellentüre und versichere ihm, dass ihm nichts passiert, wenn er seine Gefängniszelle verlässt. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass er die vertraute Umgebung wirklich verlässt? Es sind nicht die äußeren Fesseln, die die Freiheit des Menschen behindern, sondern seine inneren.

Mit einem Moslem kann ich mich besser unterhalten als mit einem Atheisten. Der Moslem aber auch der Hinduist versteht, wenn ich Spiritualität bzw. Gott-Bezogenheit für wichtig halte. Da haben wir eine mögliche Brücke.

Wie ist es mit Atheisten? Diese Frage finde ich bedeutsam, denn wir haben in Deutschland/Europa viele Atheisten. Da habe ich schon den Eindruck, dass Absolutheitsaussagen viel stärker als persönlicher Angriff empfunden werden. Um im Bild zu sprechen: Für mich gibt es Materialität und Spiritualität.

Ich habe den Eindruck, dass manche Atheisten Spiritualität nicht kennen und auch nicht kennenlernen wollen, sich insofern wie ein Farbenblinder verhalten. Jemand, der Farben erkennt und darüber spricht, muß dem Farbenblinden wie ein Fantast vorkommen. Der kluge Farbenblinde kennt logische Erklärungen, die ihm helfen sollen zu einem Verständnis zu kommen und damit etwas zu erklären, was er nicht nachvollziehen kann. Nur sind auch logische Erklärungen nicht zwangsläufig auch richtig.

Der Unterschied liegt in der Entwicklung von Spiritualität.
Spiritualität ist eine Wahrnehmungsform, die ohne Sinne auskommt, den Verstand aber einbezieht.
Dabei ist Spiritualität keine Fähigkeit, die man wie das Laufen erlernen könnte. Vielmehr ist die Voraussetzung eine Entscheidung mit Verstand sowie im Herzen.

Und in einer (deutschen) Welt, die zunehmend materialistisch wurde, ist ein Mensch mit Spiritualität ein Fremdkörper.
Und Fremdkörper stoßen natürlich auf Ablehnung.
 
"Liebe" kann aber auch zuweilen ein laut ausgeprochenes und sich selbst eingeredetes Synonym für "Selbstbetrug", für Selbstschmeichelei sein, eine fromme Beschönigung für die Hilflosigkeit, die das kleine Kind einmal empfand und in der Tiefe seiner Seele bis heute nicht überwunden hat. "Liebe" auch als Deckmäntelchen für den Zorn und Haß, den das kleine Kind nie empfinden "durfte", weil es doch der eigene Vater war, und sich bis heute nicht ehrlich eingestehen will.

Mir scheint, Du kennst die Liebe nicht. Je tiefer der Mensch in Liebe eintaucht, je mehr nimmt er auch Elemente wahr, die liebesfremd sind.


Tut mir leid, aber ich glaube Dir nicht, daß Du alles vergeben hättest oder daß der Glaube Deiner Mutter etc. schon lange keine Rolle mehr spielt, denn Dein standhaftes Festkrallen am Thema spricht eine ganz andere Sprache.

Das geht für mich in Ordnung. Die Sprache der Liebe kann nur verstanden werden, wenn man sie erlebt hat.

Beim Miterleben von ungerechter Gewalt empfindet ein normal denkender Mensch Gefühle wie Zorn, Haß, Angst, Abscheu, vielleicht auch ein bißchen Mitleid - nicht für den Gewalttäter selbst, sondern für seine Dummheit und Primitivität, und wegen der Schäden, die er bei anderen anrichtet. Aber mit Sicherheit nicht Liebe. (Googel dazu mal das vergleichbare --> "Stockholm-Syndrom"!) Auch nicht die Liebe, die ein Kind dem eigenen Elternteil angeblich "schuldet" (wieder so etwas, was Menschen systematisch eingeredet wird und auf diese Weise viel Leid verursacht!)
"Liebevoller Umgang" mit einem Gewalttäter, mit dem man jahrelang als unterlegene Partei zusammenleben mußte, kommt in den allermeisten Fällen nicht aus einer Position von Stärke, denn mental so stark sind nur die allerwenigsten Menschen, sondern aus einer von Schwäche und Angst. Du willst ihm schöntun, auch jetzt, viele Jahre später noch, weil die Angst in Wahrheit immer noch da ist, um ihn zu beschwichtigen, seinen Zorn und Haß zu beenden, Kindchen-Charme und Kindchen-"Liebe" einsetzen gegen den starken Pascha, der Dir wehtut und Dich jederzeit ganz in Stücke reißen könnte, auch das übrigens ein Verhalten, das man aus der Natur von diversen Tierarten kennt. Aber dummerweise funktioniert das in den allermeisten Fällen nicht. Ein Tier kann aus seinen Instinkten nicht heraus, ein Mensch dagegen kann es. Wenn er will und sich selbst hinterfragt, nicht seine Gefühle und auch nicht seinen Selbstbetrug, seine völlig unberechtigte Selbstschmeichelei regieren läßt. Wenn er - kurz gesagt - ehrlich ist. Ganz besonders zu sich selbst, auch wenn das die schmerzhafteste Version von Ehrlichkeit überhaupt ist.

Das ist alles richtig – trifft nur nicht mein Leben. Meine heutige Liebe zu meinem schlimmen Vater entstand (leider) erst nach seinem Tode. Ich kann heute mit seinem Verhalten umgehen, dass er schlimm war, ohne dass mich das aus der Bahn wirft. Dieses Klar-Sehen, kein Beschönigen, ist mir wichtig. Aber weil ich klar sehe, kann ich auch heute trennen zwischen bösen Handlungen und liebenswertem Menschen. Und denke bloß nicht, dass ich mit heute mit lieb säuselnder Stimme mit meinem Vater umgehen würde, wäre er anwesend und würde sich ähnlich verhalten, wie er sich früher verhalten hat. Möglicherweise würde ich einen Kontaktabbruch einleiten.

Und zum Ausgleich abermals ein Abstecher zu mir... Lügen, Heucheln, Selbstbetrug sprechen einerseits von Flucht vor unangenehmen Wahrheiten, aber auf der anderen Seite braucht man fürs Lügen und Heucheln auch eine gewisses Maß an Intelligenz, denn die Lügen und das Heucheln müssen ja glaubhaft und glaubwürdig wirken, für einen selbst und für die Außenwelt sowieso. Mein unangenehmer Grund, warum ich nicht lüge und heuchle: ich bin vermutlich schlicht zu dumm dafür. Ich kann mich nicht verstellen, konnte ich noch nie. Ich zeige kein lachendes Gesicht zu Dingen, wo ich nicht lachen kann, ich heuchle keine Liebe - oder rede sie mir selbst ein - wo Haß, Furcht, Angst herrschen. Was auch Leute, die mich zu analysieren versuchen, jedesmal verblüfft und anscheinend enttäuscht - denn bei mir liegt alles an der Oberfläche. Es gibt kein "darunter". Kein Verstellen, keine Maske, keine Heuchelei, kein Vortäuschen von Liebe, wo keine ist und noch nie eine war, aber wenn ich hasse, dann ist das ehrlich. Nehmt mich so wie ich bin oder laßt es. Nennt mich gern dumm, das trifft die Wahrheit, aber wer mich der Lüge oder Heuchelei bezichtigen möchte, sieht vermutlich gerade sein eigenes Spiegelbild statt mich. - Aber wenn man nichts zu verbergen hat, braucht man auch keine Deckmäntelchen, keine Teppiche unter die man Dreck kehren kann, keine Ausreden, für die Religion so gerne herhält, weil sie sich dann als unverzichtbar vorkommt. Keinen Gott, der einem selbstaufgehalste Deckmäntel und Teppiche, unter denen man zu ersticken droht, wieder abnimmt. Kein Vortäuschen. Kein überflüssiges Selbstbelasten.
Freiheit.

So sympathisch ich Deine Ehrlichkeit auch schätze, so fehlt mir doch bei Dir das Element der Liebe. Bisher habe ich keinen Hinweis bei Dir gelesen, dass Du Liebe suchst oder hast. Ich vermute, Du hast wenig Liebe erhalten – sondern statt dessen eben schauspielerische Verhaltensweisen und unehrliche, täuschende Aussagen.

LG, Nordrheiner
 
Der Unterschied liegt in der Entwicklung von Spiritualität.
Spiritualität ist eine Wahrnehmungsform, die ohne Sinne auskommt, den Verstand aber einbezieht.
Dabei ist Spiritualität keine Fähigkeit, die man wie das Laufen erlernen könnte. Vielmehr ist die Voraussetzung eine Entscheidung mit Verstand sowie im Herzen.
Wirklich Verstand? Oder eher Wunschträume und Phantasien, wie die Welt bitteschön zu sein hätte? Wer Realität und Phantasie unterscheiden kann, muß auch keine Angst haben, seine Sinne zu benutzen, denn dafür sind sie da. Laut Wiki-Eintrag wird Spiritualität wahlweise mit Religiosität, Frömmigkeit, Philosophie, Sinnsuche besetzt, und jeder sucht sich das für ihn passende heraus. Erwähnt wird auch eine atheistische Spiritualität, die in Richtung Humanismus geht. Dein Versuch, Atheisten Spiritualität abzusprechen, geht also ins Leere. Nur leben Atheisten nicht wegen und für Spiritualität, tragen sie nicht wie ein auffälliges Banner vor sich her und protzen nicht damit, sondern nehmen sie ganz nebenbei mit, wenn sie sich blicken läßt.
 
Ich habe den Eindruck, dass manche Atheisten Spiritualität nicht kennen und auch nicht kennenlernen wollen, sich insofern wie ein Farbenblinder verhalten.

Farben sind etwas real existierendes. Der Farbenblinde weiß das auch. Er kann es praktisch erfahren, dass andere Menschen (alle Menschen) aufgrund ihrer Farbkenntnis anders reagieren. Jeder hält an einer roten Ampel.

Spiritualität, Gott, Religion und co sind Glaube. Man kann sie nicht beweisen. Der Atheist weiß also nicht, dass es mehr gibt. Er sieht nur eine Menge Menschen die sich teils vollkommen irrational und verschieden (weil verschiedene Glaubensrichtungen) verhalten und sich gegenseitig widersprechen.

Für den Atheisten ist Glauben auch nicht unbedingt ein Mehrgewinn. Im Gegenteil: Der Atheist soll Zeit und Aufwand in eine Sache stecken, die für ihn von Anfang an eine nicht beweisbare Theorie ist. Der Atheist ist möglicherweise zufrieden und glücklich und sieht seine Zeit in anderen Dingen besser investiert.

Und in einer (deutschen) Welt, die zunehmend materialistisch wurde, ist ein Mensch mit Spiritualität ein Fremdkörper.Und Fremdkörper stoßen natürlich auf Ablehnung.

Ich glaube nicht, dass die materialistische Welt der Hauptgrund ist für weniger Spiritualität ist.
Ich denke, dass Freiheit, Bildung und Emanzipation zum Schwund der Gläubigen führen.

Und ich finde es sehr schön, dass man heute die Freiheit genießt auch nicht glauben zu dürfen ohne dafür diskriminiert zu werden wie es früher in Mitteleuropa war. Der emanzipierte und gebildete Mensch darf und soll nachdenken und darf dann auch zum Ergebnis kommen, dass es (entgegen einer kirchlichen Obrigkeit) keinen Gott gibt. Jeder darf seinem Glauben und auch Nicht-Glauben nachgehen.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben