Nordrheiner
Sehr aktives Mitglied
Ich möchte noch sagen, dass ich zwar eine Antwort in Bezug auf das Thema Sklaverei verfasst habe, aber ich der Meinung bin, dass dies keinen Nutzen für irgendwen hat hier darüber zu diskutieren, besonders ich Anbetracht der Tatsache, dass dies ein Thema ist welches zum Zeitpunkt der Offenbarungen aller Schriften präsent war und in der heutigen Welt eh praktisch non-existent ist, auch in den islamischen Ländern. Durch die traurige Situation in Syrien ist dieses Thema zwar wieder in den Fokus geraten, aber für mich dennoch nichts was es sich hier zu diskutieren lohnt. …
Da widerspreche ich. Sklaverei ist heutzutage sehr aktuell. Allerdings nicht nur im Islam. Sklaverei findest Du übrigens auch in Saudi Arabien.
Ich verweise auf Moderne Sklaverei - Gesetzlich verboten und abgeschafft - doch bis heute werden Menschen gewaltsam versklavt
Das Problem der Sklaverei sehe ich in der Versklavung, also in dem Zwang.
Ein prima Punkt. Was spricht für Trennung Religion und Staat bzw. Verstaatlichung religiöser Gesetze?An sich verstehe ich ja was du meinst – du sprichst von der Trennung von Religion und (Staats-)gesetz.
Ich hingegen frage eher nach der Berechtigung die diese Trennung von Religion und Gesetz gemäß der Schrift hat? Ich habe diesbezüglich in einem vorherigen Beitrag schon mal Fragen gestellt und sie blieben leider bis jetzt unbeantwortet. Entsteht für dich oder andere Bibelgläubige Menschen nicht ein Widerspruch zu sagen, „ich glaube an dieses Buch als Wort Gottes, ich glaube, dass Gott immer wieder Propheten zu den Völkern schickte, die ihnen die Glaubenslehre und die Gesetzmäßigkeiten lehrten, aber befolgen tuen wir es nicht (mehr), wir sind bessere Gesetzgeber als Gott, aufgeklärte Leute.“ ?
Wie ich es sehe:
Punkt 1) Als Muslima stellst Du Deinen Glauben auf die Einhaltung der Gesetze ab. Dies kannst Du aber nur dann diskutieren, wenn es eine halbwegs einheitliche Auslegung des Korans gäbe. Und das ist nicht der Fall. Oder möchtest Du Deine persönliche Empfindung (oder die Auslegung einer muslimischen Richtung) verallgemeinern? Nehmen wir dann die Auslegung aus Saudi Arabien oder die aus Pakistan?
Punkt 2) Werden christliche Vorstellungen zur allgemeinen Gesetzesgrundlage gemacht, befürchte ich, dass noch mehr als heute Menschen dem Irrtum verfallen, sie würden vor Gott gerecht, weil sie die Gesetze beachten.
Punkt 3) Die christliche Staatskirche hat sich nicht bewährt. Siehe Konstantin (4. Jahrhundert), der das Christentum zur Staatsreligion machte. Mißbrauch und Instrumentalisierung der Religion zwecks Machterweiterung oder zwecks Unterdrückung Andersgläubiger war die Folge. Vergleichbare Folgen waren und sind auch im Islam gegeben.
Keine Frage: Göttliche Gesetze bzw. Gebote sind die besten. Das Problem liegt bei den Menschen, die damit nicht menschenwürdig umgehen können. Immer wieder stoßen wir auf die Haltung: „Weil ich das glaube, musst Du auch so handeln.“ Auch wenn meine Überzeugung die bessere sein ist, finde ich es falsch andere zu zwingen, genauso zu handeln. Einsicht ist besser als Zwang! Wenn durch gesellschaftlichen Konsens ein Gesetz erarbeitet wird, welches sich nach der Lehre Jesus Christus richtet, finde ich das sehr gut. Dann aber wäre hier kein Zwang gegeben.
Fortsetzung der Beantwortung Deines Beitrages 262 folgt.
LG; Nordrheiner