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Verstehst Du die Lösung gesellschaftlicher Probleme aus Sicht des Islam?

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Lieber Nordrheiner,

ein ganz anderer Eindruck drängt sich bei deinen Beiträgen auf: Du gäbst im Grunde einen guten Katholiken ab. Ich meine das nicht hinsichtlich deiner Glaubensinhalte, die Du vertrittst, sondern deiner Haltung wegen, um nicht zu sagen, wegen deiner Strategie.
Ich beobachte in meiner kleinen Stadt hier die Katholiken. Nach außen kommen sie unglaublich dialogfähig und dialogbereit rüber. Egal, was in der Stadt diskutiert wird, die Katholiken sind dabei. So etwa auch in der Flüchtlingsfrage. Da könnte man den Eindruck gewinnen, alle Migranten gehörten zu ihrem Klientel.
Auf den ersten Blick hat man als Nicht-Katholik den Eindruck großer Menschenfreundlichkeit und Offenheit der Kirche Roms. Sieht man allerdings genauer hin, und das betrifft sehr deutlich auch die propagierte Ökumene, am Ende bestimmt die Kirche allein den Kurs, definiert, was katholisch ist und was nicht.
Der propagierte Dialog, die hochgelobte Ökumene verengt sich am Ende immer wieder zur katholischen Position, während meine Kirche mal hier steht und mal da.
Du diskutierst hier mit vermeintlich großer Offenheit, gehst auf Muslime zu, auf Ungläubige, gibst den Versteher, um dann am Ende dein theologisches Fallbeil zu heben. Schließlich fällt es gnadenlos und ein Nordrheiner entscheidet, wer zu den Jesus-Nachfolgern gehört und wer nicht.
Da gibt es keine Offenheit mehr, keinen Dialog. Am Ende bleibt ein - pseudochristlicher, theologischer- Despotismus.
Dazu benutzt Du dann die Bibel, zitierst, was und wie es dir passt.
Erinnert mich an die evangelikalen Christen in den USA. Mit verzückter Haltung heben sie die Arme, geraten in Ekstase, jubeln "Jesus loves you!", um bei der nächsten Gelegenheit lauthals die Todesstrafe zu fordern.
Wo und wie unterscheidet sich ein solches Christentum, wie unterscheiden sich solche Jesus-Nachfolger letztlich von fanatischen Muslimen?
Ich kann das nicht erkennen.

Burbacher
 
Sind wir schon zu einem Konsens bezüglich der gesellschaftlichen Probleme aus der Sicht des Islam gekommen?
Falls ja würde mich dieser einmal interessieren. Konnte mich bei der Konsensfindung bis jetzt allerdings nicht beteiligen.
 
Sind wir schon zu einem Konsens bezüglich der gesellschaftlichen Probleme aus der Sicht des Islam gekommen?
Falls ja würde mich dieser einmal interessieren. Konnte mich bei der Konsensfindung bis jetzt allerdings nicht beteiligen.

Wir sind noch nicht zu einer umfassenden Aussage gekommen, wie der Islam zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen kann oder will. Jedoch ist mit Blick auf die Basis festzustellen, dass der Islam auch eine Staatsreligion ist. Das bedeutet, dass sich die Gesetzgebung sowie die Rechtsprechung an Glaubensvorstellungen orientieren. Wenn es zwischen verschiedenen islamischen Ländern zu Unterschieden kommt, dann hat das weniger mit islamisch und nicht islamisch zu tun, sondern mit einer unterschiedlichen Entwicklung.

Der Glaube beeinflusst die Gesetzgebung sowie die Rechtsprechung. Diese beeinflussen die Kultur. Die Kultur ist die Grundlage der Tradition.

Bleib am besten "am Ball", damit Du die Hintergründe für eine Aussage besser nachvollziehen kannst. Ggf. lies ab Beitrag 228 die letzten Beiträge der letzten Woche.

LG, Nordrheiner
 
Zuletzt bearbeitet:
Fortsetzung meiner Antwort auf Deine Fragen:

Ich glaube fast, dass es in Bezug auf die heutigen Christen zutrifft wenn man sagt, dass man unter 1000 Christen 1000 verschiedene Ansichten in Bezug auf ihren Glauben findet. Ich finde es schade, dass du auf diesen Punkt nicht näher eingegangen bist, denn ich wundere mich etwas über deine Zustimmung was meine Kritik an eurer Glaubensauffassung angeht.

Gerne hole ich das etwas nach.

Mit dem Zusammenschluß aller Mini-Staaten zu Deutschland (im 19. Jahrhundert) entstand auch das Schulwesen bzw. die weitere Entwicklung der Universitäten. Universitäten haben als Fachrichtung auch die Theologie, jedoch kann hier jeder studieren, egal wie un-gläubig er ist. Wie Du vielleicht gemerkt hast, ist es in Deutschland oft wichtiger ein Papier „als Beweis“ in der Hand zu haben, als Fakten dieses Stück Papier rechtfertigen. So ist es möglich, dass ein Theologiestudent den göttlichen Gehalt der Bibel ablehnt und trotzdem Pfarrer wird oder er studiert weiter und erlangt seine Professur und bildet andere Theologiestudenten aus, weil er eben Fachwissen erlangt hat.

Bis heute hat sich die Haltung bewahrt, dass Glaubende auch wissen wollen, was sie glauben und daher um Definitionen bestrebt sind und wenn möglich wissenschaftliche Beweise haben wollen. Glaubensinhalte werden nur mit den Mitteln des Verstandes untersucht.

Auch wenn im Wesentlichen alle Deutschen lesen können, verlassen sich viele darauf, was ihnen der jeweilige Pfarrer erzählt. So kannst Du viele Deutsche kennenlernen, die sich Christen nennen und die Mitglied einer Kirche sind, die jedoch die Bibel noch nicht einmal gelesen haben, geschweige denn glauben, was sie lesen würden, wenn sie die Bibel lesen würden.

Weil der christliche Glaube nicht für alle verbindlich definiert ist, gibt es weder den christlichen Glauben noch den Christen. So gibt es Menschen, die sich als Christen empfinden, z.B.
• weil sie eine sozial verträgliche Einstellung für wichtig und Gott als Idee für möglich halten
• weil sie Mitglied einer Kirche sind und als Baby getauft wurden
• weil sie die soziale Einstellung von Jesus gut finden
Diese und viele ähnliche Verständnisse teile ich nicht.

Heutzutage ist die Bezeichnung Christ eine sehr fragwürdige. Der „christliche Glaube“ ist so vielfältig, dass heute kaum einer weiß, was man darunter verstehen soll. Ich selbst gehöre keiner Religion an. Wenn mich jemand als Gottsucher oder als Gottfinder bezeichnen will, der sich an der Bibel orientiert, wäre ich einverstanden. Wenn jemand mich als Christ bezeichnet, dann ist meine Frage: „was verstehst Du darunter?“ damit ich mich ggf. abgrenzen und etwaige Missverständnisse vermeiden kann. Mit meinem Verständnis von Christsein bin ich nicht alleine, aber in der Minderheit.

LG, Nordrheiner

Ich schulde Dir noch Antworten auf Deinen letzten Abschnitt. Diese folgen noch.
 
Hinweis zum Begriff „göttlich“:

Dieser Begriff wird in Deutschland n.m.M. oft zweckentfremdet. Wenn das Eis besonders lecker schmeckt, kann man schon mal hören: „es ist göttlich“. Sieht ein Mann besonders attraktiv aus, hört man zuweilen: „er sieht aus wie ein junger Gott“.

Meine Meinung: göttlich kann nur sein, was direkt von Gott kommt. Und wie Gott aussehen kann kein Mensch.

Hinweis zum Begriff „Religion“:
Unter Religion verstehen viele eine Glaubensgemeinschaft (meist Kirche genannt), in der von Menschen gemachte Regeln anderen aufgezwungen werden, damit letztendlich diese Kirche willige Mitglieder hat, die Geld spenden und den Machteinfluß dieser Kirche vergrößern. Dies war vor allem im Mittelalter besonders stark und sehr nachteilig für die Menschen festzustellen. Diesem Gedanken kann ich folgen, auch wenn „aufgezwungen“ zumindest heutzutage nach meiner Kenntnis zumindest in Deutschland nicht mehr zutrifft. Aus diesem Grunde habe ich keine Religionszugehörigkeit und bin auch nicht religiös.

Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es auch in offiziellen evangelischen oder katholischen Landeskirchen Menschen gibt, deren Glauben dem meinen sehr sehr ähnlich ist. Auch habe ich solche Menschen (Mitglieder einer Kirche) bereits kennenlernen dürfen. Und wenn es möglich ist, was offensichtlich der Fall ist, dass in katholischen oder evangelischen Kirchen tiefgläubige Gottsucher oder Gottfinder leben, dann sind diese Kirchen zumindest heutzutage nicht nur schlecht oder nicht so schlecht, wie sie von Nicht-Christen oft dargestellt werden. Ein Katholik ist eben nicht gleich einem anderen und ein evangelischer Christ ist nicht gleich einem evangelischen Christen. Den Katholiken gibt es ebenso wenig wie es den evangelischen Christen gibt.




Viele Menschen meinen, man müsse zwangsläufig einer Kirche oder einer Gemeinschaft angehören, wenn man an Gott glaubt oder wenn man sich Christ nennt. Das ist nach meiner Meinung nicht richtig. Ich halte es durchaus für sinnvoll, zu einer Gemeinschaft zu gehören, in der gleiche oder zumindest sehr ähnliche Glaubensverständnisse gegeben sind. Jedoch ist die Zugehörigkeit zu dieser oder zu jener Kirche oder Gemeinschaft kein Faktor, der den Menschen vor Gott gerecht macht.
 
Hallo noch mal,

Sexualmoral oder kulturell bedingt unterschiedliche Denk- und Handlungsweisen sind durchaus interessant. Aber auch wie Du es empfindest, sehe auch ich viel wichtigere Grundsatzfragen.

Es wundert mich, dass du obwohl dir Grundsatzfragen wichtiger sind wie du sagst, dich dennoch in solchem Ausmaß auf diese Art von Themen versteifst und meine Fragen an deine Glaubensaufassung weitestgehend unbeantwortet gelassen hast. Gerade der Koran nimmt sehr viel Bezug auf Christen. Er stellt euch Fragen, fordert von euch Antworten heraus in Bezug auf euren Glauben und eure Taten, ermahnt euch zur Aufrichtigkeit gegenüber Gott u.s.w. Will man nicht zuerst Stellung auf die Dinge beziehen, die einen selbst betreffen? Es wundert mich einfach.

Es ist ein schönes Beispiel für die Doppelmoral, wie ich es empfinde. Die islamische Regel heisst: Wenn Du bereits verheiratet bist und Lust auf eine andere Frau hast, dann heirate sie und schon ist GV mit anderen Frauen keine Hurerei. […] schwupps wird aus Unmoral wieder Moral. Und alles mit Segen der Religion. Muslime sind ganz schön clever.

Von (meinem) Standpunkt aus bleiben sie auch unmoralisch, unabhängig vom rechtlichen Rahmen.

An diesem Punkt stellt sich mir wieder die Frage, worauf dein Standpunkt von Moral und Unmoral basiert? Auf der Bibel? Wenn du persönlich es als Hurerei empfindest, dann ist das halt lediglich deine persönliche Meinung und scheint mir auch nicht wirklich durch die Bibel gedeckt.

Denn soweit ich weiß stimmen auch die Christen überein, dass beispielsweise der Prophet Ibrahim – der Freund Gottes – 2 Frauen hatte, um nur eines von vielen Beispielen von Männern zu nennen, die mehrere Ehefrauen oder Konkubinen hatten. Mir ist nicht bekannt, dass er in den christlichen Schriften deswegen getadelt oder der Hurerei bezichtigt wurde. Vielmehr wurde er (Allahs Frieden auf ihm) in einer außerordentlichen Weise von Gott geehrt, sodass niemand über seine Vorzüglichkeit und sein hohes Ansehen vor Gott streitet. Die Mehrehe ist also keine Erfindung von „cleveren Muslimen,“ wie du es nanntest sondern war schon weit vor dem Islam allgemein anerkannte Praxis. Im Gegenteil hat der Islam das Praktizieren der Mehrehe sogar beschränkt und die Bedingungen verschärft.

Ich möchte noch sagen, dass ich zwar eine Antwort in Bezug auf das Thema Sklaverei verfasst habe, aber ich der Meinung bin, dass dies keinen Nutzen für irgendwen hat hier darüber zu diskutieren, besonders ich Anbetracht der Tatsache, dass dies ein Thema ist welches zum Zeitpunkt der Offenbarungen aller Schriften präsent war und in der heutigen Welt eh praktisch non-existent ist, auch in den islamischen Ländern. Durch die traurige Situation in Syrien ist dieses Thema zwar wieder in den Fokus geraten, aber für mich dennoch nichts was es sich hier zu diskutieren lohnt. Wenn dich die Deutung des erwähnten Verses zum Thema Freilassung von Sklaven durch die Koranexegesen dennoch beschäftigt, kann ich dir nur empfehlen dir einen Tafsir zuzulegen.

Die christliche Lehre, so unterschiedlich sie auch je nach Gruppe sein mag, kennt in der heutigen Zeit keinen Straftäter sondern nur den Sünder. Wenn ich jemanden als Straftäter bezeichne, dann ist er ein Straftäter nur aufgrund der herrschenden staatlichen Gesetze.

An sich verstehe ich ja was du meinst – du sprichst von der Trennung von Religion und (Staats-)gesetz.
Ich hingegen frage eher nach der Berechtigung die diese Trennung von Religion und Gesetz gemäß der Schrift hat? Ich habe diesbezüglich in einem vorherigen Beitrag schon mal Fragen gestellt und sie blieben leider bis jetzt unbeantwortet. Entsteht für dich oder andere Bibelgläubige Menschen nicht ein Widerspruch zu sagen, „ich glaube an dieses Buch als Wort Gottes, ich glaube, dass Gott immer wieder Propheten zu den Völkern schickte, die ihnen die Glaubenslehre und die Gesetzmäßigkeiten lehrten, aber befolgen tuen wir es nicht (mehr), wir sind bessere Gesetzgeber als Gott, aufgeklärte Leute.“ ?

Zur Erinnerung füge ich die Stellen aus meinen vorherigen Beiträgen noch mals ein, vielleicht möchtest du sie noch beantworten:

Ihr behauptet die Bibel sei das Wort Gottes und haltet es dennoch für Reformationsbedürftig. Etwas das nicht wörtlich verstanden werden dürfe. Hat Gott denn etwas unvollständiges, minderwertiges offenbart? Etwas, dass der Mensch erst vervollkommnen müsse? Was ist das für ein Gottesbild, das ihr da vertretet? Das eines Gottes, den ihr weder für Allweise haltet, noch das Recht auf Gehorsam zuschreibt.

Ich würde dich gerne mal nach deiner Glaubensauffassung (im Islam „Aqida“ genannt) und deiner Beziehung zu der Bibel fragen? Denn das was du am Koran kritisierst, nämlich, dass er in bestimmten Situationen die Anwendung von Gewalt legitimiert, trifft ja auch gleichermaßen auf die Bibel zu, welche du ihm Gegensatz zum Koran für Gottes Wort hälst. Du gebrauchtest das Wort menschenverachtend. Ist Gott dann für dich menschenverachtend? Ich gehe davon aus, dass du dies verneinen wirst. Gleichzeitig hälst du Ihn aber doch für Denjenigen der diese Schriften offenbart hat? Für mich entsteht da ein Widerspruch. Oder glaubst du an einen Teil der Schrift und leugnest einen anderen Teil?

Was denkst du über diese ehemaligen Christen? Und welchen Status haben sie bei Gott gemäß der Glaubenslehre der du dich zuschreibst? Denn ich meine mich zu erinnern, dass du Gottes Liebe für bedingungslos hälst, die also nicht an die Taten der Menschen geknüpft ist. Gilt das dann auch für die unterschiedlichen Glaubensauffassungen der Menschen? Ist der Buddhist dem Christ gleich? Der Mörder dem Lebensretter? Wenn ja, was machen wir dann hier auf der Erde anstatt alle im Paradies zu sein? Und friert die Hölle dann zu, wenn sie gemäß dieser Logik dann doch keiner betritt? Und kannst du dies gemäß deinen Schriften belegen, oder stellst du gegenüber Gott Vermutungen an?

Vielleicht belächelst du meine Fragestellung, und hast diesen deswegen nicht so viel Beachtung beigemessen, aber mich interessiert es einfach zu wissen, was deine Glaubenslehre, sowie die anderer Christen ausmacht. Ist das nicht die Diskussionsgrundlage in einem religiösen Dialog?

Es ist nicht erforderlich, hierzu eine koranische Stelle zu zitieren. Deine Beurteilung “nicht islamisch“ ist in jedem Fall nach meiner Kenntnis falsch. Immer und solange der Islam faktisch Staatsreligion ist, beeinflusst er maßgeblich auch die Kultur in dem Land. Faktische Staatsreligion ist n.m.M. immer dann anzunehmen, wenn Muslime in einem Land über 50% der Regierung stellen.

Wenn CDU/CSU also 50% der Stimmen in Deutschland bekommen, ab dann darf ich Diskotheken, Bordelle, und Eckkneipen und alles an deutscher Kultur als „christlich“ bezeichnen, (bei 49% natürlich nicht) unabhängig davon was in den Schriften steht? Was ist denn das für eine Art zu urteilen, bitteschön?! Eine Religion muss man an den Offenbarungstexten beurteilen und an nichts anderem.

Nur weil sich eine Mehrheit von Menschen in einem Land einer Religion zuschreibt heißt es doch nicht, dass jeder einzelne Mensch dies tut, ganz zu schweigen davon, dass sich nicht jeder an die Regeln dieser Religion hält.

Seltsamerweise bist du es, der andersrum in Beitrag #233 sagt:

Ich möchte diese zeitnahen Entwicklungen nicht mit dem Begriff „christlich“ verbinden. Gleiches gilt für die Kreuzzüge im Mittelalter. Kreuzzüge bzw. Kriege werden auch nicht dadurch christlich, dass ein Papst sie für gut heisst oder genehmigt oder sogar initiiert.

Warum urteilst du nicht gleichermaßen in Bezug auf Muslime und den Islam?

Fassen wir zusammen: Der marokkanische Drogendealer dealt also dann aufgrund islamisch-kultureller Begebenheiten in Marokko mit Drogen, auch wenn der Islam Drogen verbietet, aber auf einem Papier in der Verfassung von Marokko steht ja, der Islam sei Staatsreligion und dieser hat wie wir ja gerade gelernt haben ja Auswirkung auf die Kultur, und woher soll er das auch sonst haben?! Und aus dem gleichen Grund werden Schwiegertöchter unterdrückt. Klar, macht Sinn! Lol

Jedoch auch wenn die Unterordnung der Schwiegertochter unter die Schwiegermutter nicht überall und immer anzutreffen ist, so ist sie doch typisch islamisch.

Also selbst da, wo es nicht Teil der Kultur ist die Schwiegertochter zu unterdrücken, ist das Unterdrücken der Schwiegertochter dennoch typisch islamisch? Interessant! Eben sagtest du es brauche keinen Beweistext dafür, dass das Unterdrücken der Schwiegertöchter Teil des Islams ist, weil die Kultur ja vom Islam geprägt wäre und dies als Beweis reiche. Aber hier sagst du, dass es auch dort wo es kein Teil der Kultur ist, immer noch typisch islamisch ist. Basierend worauf? Und wie kommt es, dass die einen Muslime die Schwiegertöchter unterdrücken und die anderen nicht? Ist der Anteil der Muslime in der Regierung zu gering, sodass sie zu wenig von der islamischen Kultur beeinflusst wurden und ihre Schwiegertöchter deswegen immer noch zu gut behandeln? Für mich eine seltsame, ungerechte Beurteilung, weil sie die Grundlage der Religion, nämlich die Offenbarungstexte völlig außer Acht lässt.


Lg...
 
Hallo Nordrheiner,

ich lese:

"Viele Menschen meinen, man müsse zwangsläufig einer Kirche oder einer Gemeinschaft angehören, wenn man an Gott glaubt oder wenn man sich Christ nennt. Das ist nach meiner Meinung nicht richtig. Ich halte es durchaus für sinnvoll, zu einer Gemeinschaft zu gehören, in der gleiche oder zumindest sehr ähnliche Glaubensverständnisse gegeben sind. Jedoch ist die Zugehörigkeit zu dieser oder zu jener Kirche oder Gemeinschaft kein Faktor, der den Menschen vor Gott gerecht macht."

Da könnte ich dir gerade im Hinblick auf den letzten Satz sogar zustimmen. Wenn aber, so interpretiere ich dich, es ein personales Verhältnis des Menschen zu Gott damit angesprochen ist, dann eröffnet das natürlich auch eine sehr beliebige Interpretation. Und das passt dann wieder zu dem, was ich mit "christlichen Fundamentalisten" erlebt habe:

Sie basteln sich ihren Glauben ganz individuell zurecht. Solange sie das für sich tun, geht das auch noch in Ordnung.
Versuchen sie aber, ihre eigene Auffassung anderen Menschen überzustülpen, ihre eigene Überzeugung zur Messlatte für die Glaubenstreue eines anderen Menschen zu machen, dann übernehmen sie sich und setzen ihre Überzeugung an die Stelle der Botschaft.

Zwangsläufig werden sie damit nämlich zum Richter.

Gruß

Burbacher
 
Es wundert mich, dass du obwohl dir Grundsatzfragen wichtiger sind wie du sagst, dich dennoch in solchem Ausmaß auf diese Art von Themen versteifst und meine Fragen an deine Glaubensaufassung weitestgehend unbeantwortet gelassen hast. Gerade der Koran nimmt sehr viel Bezug auf Christen. Er stellt euch Fragen, fordert von euch Antworten heraus in Bezug auf euren Glauben und eure Taten, ermahnt euch zur Aufrichtigkeit gegenüber Gott u.s.w. Will man nicht zuerst Stellung auf die Dinge beziehen, die einen selbst betreffen? Es wundert mich einfach.

Bitte Geduld... wenn Du meine Antworten zu Deinen Fragen liest, dann entdeckst Du unten einen Hinweis darauf, dass ich auf noch nicht beantwortete Fragen zurückkommen werde. Ich arbeite eine Frage nach der anderen ab. Meine Antworten sind oft ausführlich, denn ich unterstelle nicht, dass jeder Mit-Leser ausreichend Hintergrundwissen hat. Die Unterteilung aller Antworten macht aus meiner Sicht Sinn. Ich bemühe mich, bei der Beantwortung die Reihenfolge der Fragen einzuhalten, damit auch der Fragesteller erkennt, ob ich auf alle seine Fragen eingegangen bin.

Der letzte Abschnitt aus Deinem letzten Beitrag ist noch unbeantwortet. Auf den werde ich nachfolgend eingehen. Und danach möchte ich die Fragen beantworten, die Du heute sehr früh morgens um 4 Uhr "nochwas" gestellt hast.

LG, Nordrheiner
 
Hallo Nordrheiner,
Da könnte ich dir gerade im Hinblick auf den letzten Satz sogar zustimmen. Wenn aber, so interpretiere ich dich, es ein personales Verhältnis des Menschen zu Gott damit angesprochen ist, dann eröffnet das natürlich auch eine sehr beliebige Interpretation. Und das passt dann wieder zu dem, was ich mit "christlichen Fundamentalisten" erlebt habe:

Sie basteln sich ihren Glauben ganz individuell zurecht. Solange sie das für sich tun, geht das auch noch in Ordnung.
Versuchen sie aber, ihre eigene Auffassung anderen Menschen überzustülpen, ihre eigene Überzeugung zur Messlatte für die Glaubenstreue eines anderen Menschen zu machen, dann übernehmen sie sich und setzen ihre Überzeugung an die Stelle der Botschaft.

Zwangsläufig werden sie damit nämlich zum Richter.

Gruß
Burbacher

Hallo Burbacher,
bei mir wirst Du vieles lesen, von dessen Richtigkeit ich überzeugt bin. Auch wenn ich nicht nach jedem Satz schreibe "das gilt für mich - und ob es für Dich gilt - prüfe Du selbst" so sieh' bitte nirgendwo einen Zwang, meine Meinung übernehmen zu müssen.

Ich lese von Dir: Zwangsläufig werden sie damit nämlich zum Richter.

1) genau das will ich nicht: Richter sein
2) Ich halte es für legitim, dass man seine eigene Überzeugung zur Meßlatte für die Haltung nimmt, mit der man die Haltung anderer Menschen misst. Weil es die "eigene Überzeugung" ist, kann das sachlich gesehen sehr richtig sein - aber auch sehr falsch. Ein Überstülpen, auch noch ein zwangsläufiges, sehe ich nicht. Deine Behauptung "zwangsläufig werden sie damit nämlich zum Richter" ist für mich lediglich eine Meinungsäusserung. Wäre ich jetzt überempfindlich, würde ich schreiben: Da versucht der Burbacher mir überzustülpen, dass eine Meinungsäusserung gleichzusetzen ist mit dem Überstülpen der eigenen Meinung. Für mich bedeutet "überstülpen" = meine Meinung ist für alle zwangsläufig maßgebend.

Deine mögliche Empfindung, lieber Burbacher, dass Du Dich ggf. beurteilt oder gar gerichtet siehst, ist lediglich Deine Empfindung. Ich nehme lediglich Stellung zu einer Meinung, zu einem Glauben, zu einer Handlung und beurteile subjektiv, inwieweit ich eine Aussage oder eine Handlung als richtig empfinde oder nicht. Du magst Dich meiner Meinung anschließen oder auch nicht. In jedem Fall beurteile ich Dich als Person nicht und das gilt auch in Bezug auf andere Personen. Ich bin sicher nicht allwissend und Fehler mache ich auch.

Ich schätze es, wenn mir jemand anhand meiner konkreten Meinungsäusserung vorwirft, meine Äusserung sei falsch oder missverständlich, ungenau oder würde einen bestimmten Sachverhalt ignorieren. Damit kann ich etwas anfangen. Nur Pauschalvorwürfe empfinde ich als destruktiv und daher nicht als hilfreich.

LG, Nordrheiner
 
Fortsetzung meiner Antwort auf Deinen Beitrag Nr. 248

Ich würde dich gerne mal nach deiner Glaubensauffassung (im Islam „Aqida“ genannt) und deiner Beziehung zu der Bibel fragen? Denn das was du am Koran kritisierst, nämlich, dass er in bestimmten Situationen die Anwendung von Gewalt legitimiert, trifft ja auch gleichermaßen auf die Bibel zu, welche du ihm Gegensatz zum Koran für Gottes Wort hälst. Du gebrauchtest das Wort menschenverachtend. Ist Gott dann für dich menschenverachtend? Ich gehe davon aus, dass du dies verneinen wirst. Gleichzeitig hälst du Ihn aber doch für Denjenigen der diese Schriften offenbart hat? Für mich entsteht da ein Widerspruch. Oder glaubst du an einen Teil der Schrift und leugnest einen anderen Teil?

Lieber Hafoussa,
ich glaube an den nur einen Gott, an Jesus Christus seinen Sohn und den Heiligen Geist. Gleichzeitig bekenne ich mein Unvermögen, über Gott andere Aussagen zu machen als die, die ich aus der Bibel entnehme. Die Bibel ist für mich die Quelle der Aussagen, durch die Gott sich allen Lesern offenbart.

Kriege werden nur im Alten Testament (AT) angeordnet. Nach meiner Kenntnis sind es Kriege, die das Volk Israel führt gegen andere Völker, die andere Götter anbeteten, auch Menschenopfer brachten und die das Volk Israel immer wieder angriffen. Israel wird in der Bibel als das Gottesvolk bezeichnet. Es wird als Volk damit über alle anderen Völker gestellt. Es ist der Augapfel Gottes. (Sacharja 2, V 12: : „Wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an.“) Gott hat gefordert, dass sich Israel auch entsprechend verhält und Seine Gebote beachtet. Das hat Israel aber sehr oft nicht getan. So haben die Israeliten im Laufe der Jahrhunderte auch z.B. den Glauben an Baal eingeführt und sich mit Andersgläubigen vermischt. Und so hat Gott andere Völker benutzt, um Israel zu strafen. Das ist sehr gut nachzulesen z.B. im Buch des Propheten Jesaja. Für Israel galt – dass die politische Führung auch die religiöse Führung war. In diesem einen Punkt gibt es Übereinstimmung mit den islamischen Ansichten, die ebenfalls die Vereinigung von politischer mit religiöser Führung fordern.
Wie wir am Volk Israel sehen, hat das nicht funktioniert.

Jesus Christus hat verdeutlicht: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“. Jesus hat jede politische Führung abgelehnt. Seinerzeit war Israel von den Römern besetzt. Viele Israeliten sahen in Jesus den Mann, den Retter, der sie gegen die Römer anführt und von ihnen, den Ungläubigen, befreit. Sie forderten Jesus auf, sie im Kampf gegen die Römer anzuführen. Das hat Jesus strikt abgelehnt. Er sagte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Jesus wollte die Menschen befreien – jedoch nur von der Last der Sünde. Mohammed hat die Verknüpfung von Religion und politischer Führung wieder neu eingeführt. Für mich ist das ein krasser Widerspruch zu dem, was Jesus lehrte.

LG, Nordrheiner
 
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