Vielen Dank, Hafsoussa, für Deinen interessanten Beitrag.
Gern geschehen.
Das klingt sehr freundlich. Fast würde ich das unterschreiben, wenn ich nicht ein Problem damit hätte, wie der Koran z.B. das Problem der Hurerei löst. So wird lt. Koran ein Unterschied gemacht zwischen Gläubigen und Ungläubigen und daher das Halten von Nebenfrauen und das Halten ungläubiger Sex-Sklavinnen nicht als Hurerei definiert werden.
Es stimmt, dass der muslimische Mann laut Koran das Recht hat mit bis zu 4 Frauen gleichzeitig verheiratet zu sein, jedoch hat er dieses Recht unabhängig davon, ob er Musliminnen oder Frauen vom Volk der Schrift heiratet. Was du bezüglich des Geschlechtsverkehrs mit Sklavinnen erwähnt hast ist an sich richtig, nur wird auch da kein Unterschied zwischen einer Muslimin oder Nicht-muslimin gemacht, wie du fälschlicherweise behauptet hast, denn wir wissen aus den Überlieferungen, dass viele Sklaven und Sklavinnen den Islam angenommen haben. Allerdings ist es so, dass der Islam die Sklaverei zwar nicht abgeschafft hat, die vielfachen Wege und Gründe die zur damaligen Zeit zur Versklavung eines Menschen geführt haben aber auf einen einzigen Grund beschränkt hat.
Vielmehr ermahnt der Islam die Muslime zur Befreiung von Sklaven an vielerlei Stellen im Koran wie auch in der Sunnah, siehe z.B. 24:33:
„Und jene, die ihr von Rechts wegen besitzt - wenn welche von ihnen eine Freilassungsurkunde begehren, (so) stellt sie ihnen aus, falls ihr von ihnen Gutes wisset; und gebt ihnen von Allahs Reichtum, den Er euch gegeben hat.“ [Qur’an, 24:33]
Wenn man im Tafsir zu diesem Vers liest wird man auf eine Überlieferung in al-Bukhari stoßen die zeigt, dass Sahaba die Aushändigung dieser Freilassungsurkunde als verpflichtend ansahen, wenn der Sklave seine Freiheit erkaufen wollte.
Deiner Kritik an der aktuellen kulturellen Entwicklung in Deutschland stimme ich zu. Diese Entwicklung ist jedoch nicht im Sinne sondern verläuft entgegen einer christlichen Kultur.
Da stimme ich dir zu und ich sagte ja bereits, dass ich die Kultur in Deutschland von den Lehren des Christentums unterscheide, wenn es einfach offensichtlich ist, dass sich beide in gewissen Punkten nicht vereinbaren lassen. Und dass, obwohl es keine unübliche Behauptung seitens vieler Deutschen ist zu sagen, dass die Kultur in Deutschland eine jüdisch-christliche wäre.
Jedoch ist genau das der Punkt, den ich in deinen Beiträgen oftmals vermisse. Dass du es nicht schaffst zwischen religiösen Lehren und den Taten seiner vermeintlichen Anhänger zu differenzieren. Besonders dann, wenn die religiösen Texte eindeutig aufzeigen, dass diese Taten im Widerspruch zu dessen Lehren stehen. Wenn ein Christ eine Straftat begeht die das Christentum eindeutig als solche benennt, dann nennen wir ihn einen Sünder und Straftäter. Das gleiche Prinzip muss auch auf den Muslim angewendet werden. Du hingegen siehst ihn religiös-kulturell zu dieser Straftat motiviert, wie in deinem Beitrag #229 nachzulesen ist.
Ich gebe zu, dass ich dies geschlussfolgert habe. Eine Zuordnung der Schwiegermutter zu einer anderen Kultur als der islamischen erscheint mir auf Grund der geschilderten Details nicht nachvollziehbar. Siehst Du das anders? Welche Kultur käme nach Deiner Ansicht denn sonst in Frage?
Genau das meinte ich. Siehe Absatz darüber. Weißt du, ich habe auch eine arabische Schwiegermama und wir sind beide praktizierende Muslimas, haben also einen gemeinsamen islamischen Kulturkreis, wie du es vielleicht nennen würdest. Und dennoch gab es über die Jahre hinweg immer mal ziemlich große Konflikte zwischen uns, einfach weil wir Muslime auch Menschen mit Ecken und Kanten sind. Weil wir auch Fehler machen und Macken haben. Eine Beziehung zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter bietet einfach aus vielen verschiedenen Gründen mal einen Nährboden für Konflikte, unabhängig von Religion oder Kultur, wie sich auch in dem Forum hier öfters mal nachlesen lässt.
Ich stimme Dir zu. Im Übrigen bewundere ich die guten islamischen Familienbindungen. Nur dann, wenn z.B. Frauen (z.B. Schwiegertöchter) untergeordnet und werden, sehe ich eine Kollision mit menschenwürdigem Verhalten. Ich habe auch ein Problem mit lebensnahen Negativbeispielen, z.B. wenn Frauen nach ihrer Periode möglichst umgehend mit ihrem Mann Sex haben müssen, weil dieser sich sonst eine andere Frau suchen würde. So kürzlich gehört von einer syrischen Muslima. Mit Berufung auf den Koran fand diese Muslima die Einstellung ihres Mannes als „in Ordnung“. Stimmst Du ihr zu?
Was genau meinst du mit „wenn Schwiegertöchter untergeordnet werden?“ Kannst du mir diesbezüglich eine Textstelle aus dem Koran oder der Sunnah nennen? Wenn du allerdings meinst, dass es in manchen türkischen, arabischen, albanischen oder sonst welchen Familien so gehandhabt wird, sind wir abermals beim obigen Punkt und dann kann ich nur sagen, dass sie sich wohl für einen Weg entschieden haben der nicht sehr islamisch ist. Manche wissen es nicht besser und manche wollen es nicht ändern. Und es wundert mich sehr, dass eine Muslima dir so frei von ihrer sexuellen Beziehung zu ihrem Mann erzählt. Sie sagte dir ja es wäre in Ordnung für sie, soll ich mich jetzt in ihre ehelichen Übereinkünfte einmischen, während sie mich nicht um Rat gefragt haben? Auch wundert mich, dass das die Art von Themen sind die du als erstes mit einem Muslim diskutieren möchtest, wenn du auf einen triffst. Mir würden da eher so fundamentale Glaubensfragen vorschweben, aber ok. Ich hoffe auch in Bezug auf dein eigenes Herz, dass du gute Absichten verfolgst. Also: Ja, der Islam ermahnt die Ehefrau dazu dem Mann den Geschlechtsverkehr nicht grundlos zu verwehren, wenn es das ist was du hören wolltest. Das gleiche gilt jedoch auch für den Mann. Beide Partner haben ein Anrecht darauf und beide haben das Recht auf Scheidung wenn dieses Recht vom anderen Partner verwehrt wird.
Auf den Islam komme ich dann zu sprechen, wenn ein Beitrag dazu Anlass gibt. Ich bin gegen Rassismus sowie gegen Menschenfeindlichkeit, egal von welcher Seite. Wenn ich den irgendwo Rassismus bzw. Menschenfeindlichkeit erkenne, stelle ich mich dagegen. Auch hier in dem vorgenannten Text ist Deine Kritik an „Christen“ berechtigt. Gerade deswegen, weil es Muslime gibt, die keine Reformation wollen, werden menschenverachtende Ansichten des Koran gepflegt und damit werden auch gewaltbereite Muslime unterstützt.
Ich glaube fast, dass es in Bezug auf die heutigen Christen zutrifft wenn man sagt, dass man unter 1000 Christen 1000 verschiedene Ansichten in Bezug auf ihren Glauben findet. Ich finde es schade, dass du auf diesen Punkt nicht näher eingegangen bist, denn ich wundere mich etwas über deine Zustimmung was meine Kritik an eurer Glaubensauffassung angeht.
Ich würde dich gerne mal nach deiner Glaubensauffassung (im Islam „Aqida“ genannt) und deiner Beziehung zu der Bibel fragen? Denn das was du am Koran kritisierst, nämlich, dass er in bestimmten Situationen die Anwendung von Gewalt legitimiert, trifft ja auch gleichermaßen auf die Bibel zu, welche du ihm Gegensatz zum Koran für Gottes Wort hälst. Du gebrauchtest das Wort menschenverachtend. Ist Gott dann für dich menschenverachtend? Ich gehe davon aus, dass du dies verneinen wirst. Gleichzeitig hälst du Ihn aber doch für Denjenigen der diese Schriften offenbart hat? Für mich entsteht da ein Widerspruch. Oder glaubst du an einen Teil der Schrift und leugnest einen anderen Teil? An diese Frage möchte ich an dich als Christ noch eine weitere Frage anknüpfen die mich wirklich interessiert und zwar: Aus welchem Grund schließt du es für dich aus Muslim zu werden? Es mit den Versen die Gewalt legitimieren zu begründen wäre ja wie eben erwähnt ein ungültiges Argument, da du aus dem gleichen Grund dann auch kein Christ sein dürftest.
Ich frage das auch deswegen, weil die Moscheen wirklich voll sind mit Menschen die zuvor Christen waren. Erst vor kurzem ist eine christliche Nachbarin Muslimin geworden. Und auch mein Mann trifft immer wieder muslimische Brüder die mal Andreas hießen und sich nun Isa (der arabische Name für Jesus) nennen. Wenn man sie fragt was sie dazu bewegt hat Muslim zu werden hört man fast immer dieselben Antworten. Sie alle konnten sich nicht mit dem Gottesbild identifizieren welches von den Christen vermittelt wird und sahen wohl auch im Erscheinen des Islam und des letzten Propheten keinen Widerspruch zu ihren Schriften. Was denkst du über diese ehemaligen Christen? Und welchen Status haben sie bei Gott gemäß der Glaubenslehre der du dich zuschreibst? Denn ich meine mich zu erinnern, dass du Gottes Liebe für bedingungslos hälst, die also nicht an die Taten der Menschen geknüpft ist. Gilt das dann auch für die unterschiedlichen Glaubensauffassungen der Menschen? Ist der Buddhist dem Christ gleich? Der Mörder dem Lebensretter? Wenn ja, was machen wir dann hier auf der Erde anstatt alle im Paradies zu sein? Und friert die Hölle dann zu, wenn sie gemäß dieser Logik dann doch keiner betritt? Und kannst du dies gemäß deinen Schriften belegen, oder stellst du gegenüber Gott Vermutungen an?
Soll ich aus dem obigen Text darauf schließen, dass Du einen solchen Dialog nicht führen möchtest? Das fände ich sehr schade.Ich würde mich freuen, wenn wir diesen Dialog hier führen. Es ist doch unpraktisch, wenn wir – wenn wir einen Dialog führen wollen – dazu einen Imam benötigen. Natürlich darfst Du gerne die Meinung eines Imams hier darstellen. Gerne lese ich wieder von Dir.
Es geht weniger um das Wollen als um die Berechtigung dazu. Allah sagt im Koran in ungefährer Übersetzung:
Sprich: "Mein Herr hat nur Schändlichkeiten verboten, seien sie offenkundig oder verborgen, dazu Sünde und ungerechte Gewalttat. Und (Er hat verboten,) daß ihr Allah das zur Seite setzt, wozu Er keine Befugnis herabsandte, und (Er hat verboten,) daß ihr (etwas) von Allah aussagt, was ihr nicht wißt." [Qur’an, 7:33]
Ich bin eine gewöhnliche Muslimin und mein Wissen ist leider sehr beschränkt. Dir eventuell etwas Falsches zu erklären wäre eine Lüge gegenüber meinem Herrn und außerdem ein Betrug an dir und deswegen kann ich dir nur raten dich mit komplexeren Fragen an jene zu wenden die ausführliches Wissen besitzen.
Schön, dass du in der Moschee freundlich empfangen wurdest und dass du deine Fragen stellen konntest. Ich finde nur die Auswahl deiner Fragen ein bisschen schade. Aufgrund der Tatsachte, dass du ein Christ bist, der in Jesus Gottes Sohn sieht hätte ich es schön gefunden die Unterschiede in den Glaubensgrundlagen zu diskutieren. Ich z.B. las mal in einem Buch über verschiedene Bibelzitate die auf die Erscheinung vom Propheten Muhamed (Allahs Frieden und Segen auf ihm) hinweisen würden. In der hebräischen Schrift soll er sogar namentlich erwähnt sein.
Lg...