Andreas900
Sehr aktives Mitglied
Wenn wir mal die Terroristen und die böswilligen Verbrecher ausklammern, dann könnte man alle Menschen zwar einteilen in Atheisten, Buddhisten, Christen und Muslime sowie Juden, aber diese "alle Menschen" haben sicherlich gemeinsam, dass sie in Frieden leben und die weltweiten Probleme beseitigen wollen. Warum ist dieses Ziel heute soweit entfernt?
Sind es nur die paar wirklich böswilligen Politiker und die paar Terroristen, die verhindern, dass der größte Teil der Menschheit nicht zum Frieden miteinander kommt und dass eben die weltweiten Probleme größer werden?
Ich sehe in dem Sollen - verbunden mit dem Nicht-Können - eine Tatsache, die wir Menschen gerne verdrängen.
Die Bemühungen, die Welt zu einem für alle Menschen lebenswerten Ort zu machen, sehe ich als sehr wichtig an und unterstütze diese auch. Aber dieses Gut-Sein-Wollen ohne Gott, sehe ich als Ursache dafür an, dass es mit dem Gelingen hapert.
Die Ironie ist, dass ein gutes Wollen nicht zu einem guten Handeln führen muss. Selbst jemand der die Mittel hat, wird mangels Wissen nicht unbedingt was gutes bewirken.
Man muss sich ernsthaft vor Augen führen, dass sogar Verbrecher manchmal davon überzeugt sind, gutes zu tun.
Was ist denn gut und gerecht?
Wenn ich meinem Nachbarn helfe, bin ich dann gut? Oder vielleicht sogar schlecht weil ich anderen Menschen, denen es viel schlechter geht, nicht helfe?
Wenn meine Nachbarn Krieg führen, muss ich dann Partei für den aus meiner Sicht guten ergreifen? Bin ich verpflichtet mein Leben für das Gute zu riskieren? Bin ich moralisch verpflichtet zu teilen wenn ich mehr habe als andere? Wenn ja: wie viel?
Religion ist ähnlich. Jeder hat eigene Vorstellungen von Glauben und niemand sollte den absolutistischen Anspruch auf Wahrheit erheben. Leider ist Religion bei manchen moralisch so hoch aufgehängt und wird so wörtlich verstanden, dass keine Toleranz für Andersgläubige bleibt. Alle Religionen wollen das Gute. Nur allein diese Aussage bringt nix, weil Gut für jede Religion was anderes ist.
Im Christentum gibt es Gebote, die recht klar das gute definieren. Ich als Christ verstehe diese Gebote aber nicht absolut, seien sie noch so in Stein gemeißelt. Absolute Gebote/Verbote sind mitunter gefährlich, da sie auch eine Grundlage für extreme Handlungen bieten. Man muss sich nur das passende Zitat aus einem Glauben heraussuchen und schon darf man alles. Ich sage nur "Auge um Auge".
Religion ist eine moralische Stütze, eine Hilfe, ein Trost, aber sie sollte kein eigenes Moralempfinden ersetzen. Der Unterton hier im Thread "Buddhismus ist besser" missfällt mir eben genau deswegen. Wir vergleichen Christen mit Buddhisten, aber vergessen, dass wir mehr sind als unser Glauben. Wer zum Ergebnis kommt, dass die christliche Welt gewalttätiger ist, der sollte nicht dem Christentum die Schuld geben, sondern sich die Gesamtheit der Umstände anschauen.
Wir sind vom Guten manchmal weit entfernt, nicht weil wir oder unsere Religion es nicht wünschen, sondern weil es DAS Gute nicht gibt.