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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Und wenn es im Koran und in der Bibel sinngemäß heißt:

“Du sollst deine Mitmenschen nicht töten, sondern sie zu deinen Freunden nehmen."

Was ist das Problem damit?
 
Da muss ich Dich enttäuschen. Das Unterbewusstsein ist sehr dominierend und dies ist uns in seinen Auswirkungen eben nicht bewusst - sonst hiesse es nicht Unterbewusstsein. Es gehört sehr viel Selbtreflexion und oftmals auch Hilfe Dritter dazu, zu entdecken, was in unserem Unterbewusstsein passiert.
Die Fähigkeit zur Selbstreflexion setzt in allererster Linie Ehrlichkeit voraus, den Unwillen, sich selber fromm zu belügen, auch wenn die Wahrheit oft weh tut. Wer zu und über sich selbst ehrlich sein kann, braucht gar nicht viel "Hilfe von Dritten", denn auch Dritte können nicht hervorkitzeln, was gar nicht vorhanden ist. Und ich bin (leider oder zum Glück) der ehrliche Typ, der sich über sich selber nicht allzu vielen Illusionen hingibt, oder wenn, dann nur in Wunschträumen, aber nicht in realer Anmaßung.
Mit einer solchen Einstellung eckt man natürlich auch an, denn wenn man selber ehrlich ist, erwartet man das immer in gewisser Weise auch von anderen, die das dann nicht geben oder geben wollen, weil sie viel lieber in ihren Phantasien über die eigene Makellosigkeit und Großartigkeit schwelgen möchten.
 
Du scheinst davon auszugehen, dass der Mensch grundsätzlich logisch handelt. Ich nicht. Der Mensch ist vorwiegend geprägt durch seine Ängste, die er als Kind eben nicht logisch und nicht immer positiv verarbeitete. Wir sollten berücksichtigen, dass die im Kindesalter gefundenen Lösungen oft nicht zukunftsfähig sind und auf emotionaler Auswertung der Situation angewiesen sind, denn der Verstand ist noch nicht voll ausgereift.
Da beschreibst Du leider ein sehr armseliges Menschenbild, nämlich den Menschen, der nie erwachsen wird, der sich lebenslänglich vor dem Monster unterm Bett und dem Schwarzen Mann im Kleiderschrank fürchtet. Erwachsen werden heißt auch, sich von seinen kindlichen (kindischen) Ängsten zu trennen, die Prägung aufzulösen (das geht - ist nicht einfach, aber es geht) und kindliche/kindische Lösungen als solche zu erkennen und sie in der Rumpelkammer eines abgelegten Lebensalters zu entsorgen. Erst dann kann man von einem ausgereiften Verstand sprechen.
Auch solche Leute gibt es, manche schreiben hier im Forum, die nie über kindische Ängste hinwegkommen, vielleicht weil sie sie nicht als solche erkennen, mangels Wissen über Psychologie, das ihnen die Augen geöffnet hätte, oder weil die diffusen Ängste vor dem Schwarzen Mann durch sehr reale Mißbrauchsfälle verstärkt wurden.
Aber - auch der hartnäckigste Mensch bleibt nicht ewig Kind. Irgendwann kommt das Erwachsenwerden, entweder sanft-freiwillig oder durch irgendeinen gewaltsamen Sturz aus erträumten Höhen.
 
Und wenn es im Koran und in der Bibel sinngemäß heißt:

“Du sollst deine Mitmenschen nicht töten, sondern sie zu deinen Freunden nehmen."

Was ist das Problem damit?

Das Problem ist, töten ist einfacher, wenn Du ihnen ihr Geld, ihr Land, ihre Frauen... (weiteres einsetzen, Vorlagen gibt´s in der Bibel, AT - Stichwort Eroberung des "gelobten Landes" - und im Koran genug) wegnehmen und sie versklaven und/oder beherrschen willst. Sind beides "heilige" Schriften von Völkern, die sich als wandernde "freie" Nomaden, Viehzüchter, Händler und Teilzeit-"edle" Räuber für was besseres hielten als die seßhaften "Bodenkratzer", die zum Beispiel oft auch Schweine hielten (die sogenannte "Unreinheit" der Schweine hat auch kulturelle Hintergründe - Schweine eignen sich nicht für Nomadenvölker, weil sie beim ständigen Umherziehen vom Fleisch fallen und eingehen, weshalb sie ein Symbol für seßhafte Völker sind).
Bei "Mitmenschen" wurde immer sehr genau unterschieden, wessen Geistes Kind der war - war er mächtiger (potentieller Gegner oder Gefahr) oder schwächer (Beute, Sklave, unterwürfig oder vom Wohlwollen anderer abhängig), war er Angehöriger der eigenen Sippe/Religion (oder zumindest verschwippschwägert) oder ein total Fremder... im NT wurde das auf den Kopf gestellt, um der Missionierung durch die neue Religion willen, und auch der Islam war auf Missionierung angewiesen, immer wenn man nicht einfach gewaltsam unterwerfen und den neuen Glauben aufzwingen konnte.
Daher diese Aussage.
 
Wenn ich mich nicht irre, bist Du in einer scheinfrommen Umgebung aufgewachsen. Da ist von mir als Aussenstehender zu vermuten, dass sich Angst breit machte, die sich im Unterbewusstsein bis heute erhalten hat. Du hast Dir vermutlich ein Verdrängungskonzept erarbeitet... Aber Dein Lösungs- oder Verdrängungskonzept ist nicht gleich auch das anderer Menschen. Und natürlich bedeutet "ein Konzept zu haben" nicht auch damit die gewünschte Lösung zu erreichen. Ich würde Dir auch nicht raten, Dich Deinen Grundängsten alleine zu stellen. Dass sie im Unterbewussten unbewusst in einer Schublade liegen, hat oft seinen Grund in einer wichtigen Selbstschutzfunktion.
Knapp vorbei ist auch daneben. Nicht "Angst" ist das Wort, sondern ganz schlicht "Enttäuschung". Das Mittel der Wahl gegen Enttäuschung ist nicht Verdrängung - sondern die Enttäuschung zu artikulieren. Durch Worte und durch Taten, zum Beispiel durch "Abstimmung mit den Füßen", denn etwas Besseres als etwas, was einen enttäuscht hat, findet man überall. (Frei nach den Bremer Stadtmusikanten.)
Das mit dem scheinfromm hatte ich schon mal geschrieben, das ist keine psychologische Erkenntnisleistung Deinerseits. (Nur zur Erinnerung.) Aber wenn zwischen echt-fromm und schein-fromm keine große Unterscheidung getroffen wird, weil es konkret keinen Unterschied macht, solange nur der Anschein gewahrt bleibt, ist das für mich auch wieder enttäuschend. Und deshalb kein Grund für mich, das Frömmigkeits-Spiel überhaupt mitzuspielen und ebenfalls so zu tun als ob. Da bin ich lieber ganz und gar ehrlich un-fromm und klopfe das ganze Religionszeugs, das auf solche Heuchelei anscheinend angewiesen ist, in die Tonne.
 
... im NT wurde das auf den Kopf gestellt, um der Missionierung durch die neue Religion willen, und auch der Islam war auf Missionierung angewiesen, immer wenn man nicht einfach gewaltsam unterwerfen und den neuen Glauben aufzwingen konnte.
Daher diese Aussage.

An der Stelle sehe ich das anders. Jesus war Jude und ich kann nicht erkennen, dass er eine neue Religion gründen wollte. Lediglich zeigte er auf, dass man die Gebote des AT auf völlig friedlichem Wege umsetzen kann. Und diese seine Lehre, die auf Liebe zu Gott und zu den Menschen beruht, war und ist Gegenstand der Mission.

Im Unterschied zu Mohammed, der politische und religiöse Macht vereinte, lehnte Jesus politische Macht ab. Dies machte er deutlich u.a. mit seinen Worten: Mein Reich ist nicht von dieser Welt.
 
Und wenn es im Koran und in der Bibel sinngemäß heißt:

“Du sollst deine Mitmenschen nicht töten, sondern sie zu deinen Freunden nehmen."

Was ist das Problem damit?

So heisst es aber weder im Koran noch in der Bibel.
Im Koran wird sogar deutlich davon abgeraten, sich mit Nicht-Muslimen auch nur zu befreunden oder diesen zu vertrauen.
 
Da beschreibst Du leider ein sehr armseliges Menschenbild, nämlich den Menschen, der nie erwachsen wird, der sich lebenslänglich vor dem Monster unterm Bett und dem Schwarzen Mann im Kleiderschrank fürchtet. Erwachsen werden heißt auch, sich von seinen kindlichen (kindischen) Ängsten zu trennen, die Prägung aufzulösen (das geht - ist nicht einfach, aber es geht) und kindliche/kindische Lösungen als solche zu erkennen und sie in der Rumpelkammer eines abgelegten Lebensalters zu entsorgen. Erst dann kann man von einem ausgereiften Verstand sprechen.
Auch solche Leute gibt es, manche schreiben hier im Forum, die nie über kindische Ängste hinwegkommen, vielleicht weil sie sie nicht als solche erkennen, mangels Wissen über Psychologie, das ihnen die Augen geöffnet hätte, oder weil die diffusen Ängste vor dem Schwarzen Mann durch sehr reale Mißbrauchsfälle verstärkt wurden.
Aber - auch der hartnäckigste Mensch bleibt nicht ewig Kind. Irgendwann kommt das Erwachsenwerden, entweder sanft-freiwillig oder durch irgendeinen gewaltsamen Sturz aus erträumten Höhen.

Nein, so wollte ich nicht verstanden werden.

Kleiner Scherz am Rande: Wie alt werden Männer? Antwort: 12 Jahre. Danach werden sie nur noch größer😀

Ich streite das Erwachsensein den Menschen nicht ab. Lediglich tun sich viele Menschen schwer umzuschalten von der emotional gesteuerten Findung einer Lösung (im Kindesalter erlernt) zur verstandesmäßigen Lösungsfindung.

Auch würde ich nicht behaupten, dass Ängste, die das Kind erlebte und die unbewältigt in den Lebensabschnitt als Erwachsener mit hineingenommen wurden, nur mittels Wissen und Psychologe zu bewältigen sind. So hat u.a. Carl Rogers aufgezeigt, dass es viel mehr bedarf, sehr viel Annahme und Empathie, um einem Menschen zu helfen, seine Ängste zu bewältigen. Aus diesem Grund wird allgemein sehr viel Wert darauf gelegt, dass die Chemie zwischen Therapeut und Klient unbedingt stimmen muß.
 
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